Biotische Rohstoffe

Getreidefeldzum Vergr??ern anklicken
Getreidefeld
Quelle: CC Vision

S?mtliche tierische und pflanzliche Stoffe, die nicht in fossilen Rohstoff umgewandelt wurden, sind biotische Rohstoffe. Das k?nnen zum Beispiel Holz, Fleisch, Getreide, Heu oder andere nachwachsende Rohstoffe sein. Weltweit standen im Jahr 2008 13 Milliarden Tonnen biotische Rohstoffe zur Verfügung.

Was sind biotische Rohstoffe und ⁠Biomasse⁠?

Unter biotischen Rohstoffen werden umgangssprachlich s?mtliche Rohstoffe verstanden, die aus Landwirtschaft und Forstwirtschaft stammen. Sie werden gemeinhin auch Biomasse genannt.

Aufkommen und Verwendung biotischer Rohstoffe

Das weltweite Rohstoffaufkommen aus Agrar- und Forstwirtschaft betrug 2008 13 Milliarden Tonnen (Raschka et al. 2012). W?hrend davon 58 Prozent als Futtermittel verwendet werden, entfallen lediglich 15 Prozent auf Nahrungsmittel, 21 Prozent in etwa zu gleichen Anteilen auf die stoffliche und energetische Holznutzung und jeweils drei Prozent auf die stoffliche und energetische Nutzung Nachwachsender Rohstoffe.

Fl?chennutzung für biotische Rohstoffe

37 Prozent der weltweiten Landfl?che – circa fünf Milliarden Hektar – sind landwirtschaftliche Nutzfl?che. Die globale Waldfl?che betr?gt 3,9 Milliarden Hektar, davon sind 36 Prozent Prim?rw?lder. Von der Landwirtschaftsfl?che sind 70 Prozent (rund 3,55 Milliarden Hektar) Weideland, nur knapp 30 Prozentsind Ackerfl?chen (ca. 1,45 Mrd. ha, hinzu kommen rund 0,15 Mrd. ha Dauerkulturen). Die Ackerfl?chen dienen zum gr??ten Teil der Nahrungs- und Futtermittelproduktion. Auf elf Prozent der Fl?che werden Rohstoffe für Biokraftstoffe und die stoffliche Biomassenutzung produziert. (Raschka et al. 2012).
Weltweit sind rund 30 Prozent der Landfl?che mit Wald bedeckt. Dabei sind Lateinamerika und Europa zusammen mit Russland mit 49 Prozent beziehungsweise 45 Prozent Waldbedeckung weit überdurchschnittlich bewaldet. Asien (19 %), Ozeanien (23 %) sowie Afrika (19 %) sind unterdurchschnittlich mit Wald bedeckt (FAO, 2010c). W?hrend die Holz in Afrika, Asien und Ozeanien im Wesentlichen als Feuerholz genutzt wird, dominiert die Rundholzproduktion zur industriellen Nutzung in Europa und Nordamerika deutlich .

In Europa betr?gt bei einer Gesamtfl?che von 440 Millionen Hektar die landwirtschaftliche Fl?chennutzung 43 Prozent. Wald bedeckt etwa 40 Prozent der Gesamtfl?che. Deutschland hat eine Fl?che von 35,7 Millionen Hektar, hier betr?gt die landwirtschaftliche Fl?chennutzung mit etwa 17 MillionenHektar sogar gut 50 Prozent der Landesfl?che, Wald bedeckt circa 30 Prozent der Gesamtfl?che.

Die weltweite Fl?chenbelegung für nachwachsende Rohstoffe (Nawaro), die stofflich oder energetisch genutzt werden, betr?gt für das Jahr 2008 155,3 Millionen Hektar Ackerfl?chen und 3,95 Milliarden Hektar Waldfl?chen (Raschka, et al., 2012). Insgesamt werden Pflanzen oder Pflanzenteile von 4,1 Milliarden Hektar genutzt, was auf den dominanten Anteil des Holzes zurückzuführen ist. Die gr??ten Fl?chenanteile? für stofflich genutzte Rohstoffe haben mit 2,15 Milliarden Hektar neben dem Holz vor allem die St?rkepflanzen Mais und Weizen, die ?lpflanzen ?lpalme und Kokosnuss, das Zuckerrohr sowie die ausschlie?lich stofflich eingesetzte Baumwolle und der Naturkautschuk.
Für die Biomasse zur energetischen Nutzung werden derzeit fast zwei Milliarden Hektar beansprucht. Fl?chenm??ig spielen vor allem Holz, gefolgt von Mais und Zuckerrohr für Bioethanol eine Rolle, danach Bambus als Brennstoff und ?lpalmfrüchte für die Biodieselproduktion. Naturfasern und Kautschuk, die bei der stofflichen Nutzung mehr als 20 Prozent ausmachen, werden dagegen nicht energetisch eingesetzt.

Die Nutzung von biotischen Rohstoffen steht in engem Zusammenhang mit der Nutzung anderer Ressourcen wie Wasser, Fl?che/Boden, Luft, biologische Vielfalt und ?kosysteme. Daher ist es von besonderer Bedeutung, Umweltbelastungen bei der Nutzung dieser Ressourcen zu vermeiden.

Definition:

Der Begriff biotische Rohstoffe wird wie folgt definiert: Rohstoff, der aus Lebewesen (Pflanzen, Tieren) stammt und nicht in einen fossilen Rohstoff umgewandelt wurde. Wird h?ufig synonym zu nachwachsendem Rohstoff verwendet. In der wissenschaftlichen Definition werden unter ?Biomasse“ s?mtliche Stoffe organischer Herkunft verstanden, die nicht fossilen Ursprungs sind (Kaltschmitt et al, 2009). Biomasse beinhaltet damit die in der Natur lebende Phyto- und Zoomasse (Pflanzen und Tiere), die daraus resultierenden Rückst?nde (z.B. tierische Exkremente), abgestorbene (aber noch nicht fossile) Phyto- und Zoomasse (z.B. Stroh) sowie im weiteren Sinne alle Stoffe, die beispielsweise durch eine technische Umwandlung und/oder eine stoffliche Nutzung entstanden sind bzw. anfallen (z.B. Schlachthofabf?lle, organischer Hausmüll) (Raschka, 2012).

Quellen:
Kaltschmitt, M., Hartmann, M. und Hofbauer, H. , Hrsg. (2209):Energie aus Biomasse-Grundlagen, Techniken, Verfahren.2. Auflage. Heidelberg (2009)

Kaltschmitt, M., Hartmann, M. und Hofbauer, H. , Hrsg. (2209):Energie aus Biomasse-Grundlagen, Techniken, Verfahren.2. Auflage. Heidelberg (2009)

Teilen:
Artikel:
Drucken Senden
Schlagworte:
 Biotische Rohstoffe  Biomasse