BS-R-4: Aktive Katastrophenschutzhelfer

Das Bild zeigt einen jungen, freudestrahlenden Feuerwehrmann, der einen Spritzschlauch bet?tigt. Hinter ihm steht ein ?lterer Feuerwehrmann, der ihn offensichtlich anleitet. zum Vergr??ern anklicken
Wachsende Einsatzanforderungen erfordert die Ausbildung junger Einsatzkr?fte um gewappnet zu sein.
Quelle: Kzenon / stock.adobe.com

Monitoringbericht 2019 zur Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel

Inhaltsverzeichnis

 

BS-R-4: Aktive Katastrophenschutzhelfer

Die Zahl der Einsatzkr?fte war im Zeitraum von 2000 bis 2016 vor allem wegen eines Rückgangs der Mitgliederzahlen bei den Feuerwehren signifikant rückl?ufig. Das wachsende Engagement weiblicher Einsatzkr?fte, dem auch mit Blick auf die ausgesetzte Wehrund Zivildienstpflicht immer mehr Bedeutung zukommt, kann den Rückgang an m?nnlichen Freiwilligen nur teilweise abfedern.

In einer S?ulen-Reihe sind in der Zeitreihe von 2000 bis 2016 die Anzahlen der aktiven Katastrophenschutzkr?fte in 1000 abgetragen. In 2000 lag der Wert bei 128, in 2016 bei rund 125. Der Trend ist signifikant fallend. Eine Linie stellt die aktiven Katastrophenschutzhelferinnen und -helfer dar. Die Werte sind indexiert und für das Jahr 2000 auf 100 gesetzt. Die Anzahl sinkt mehr oder weniger kontinuierlich bis 2016 auf ungef?hr 96.
BS-R-4: Aktive Katastrophenschutzhelfer

In einer S?ulen-Reihe sind in der Zeitreihe von 2000 bis 2016 die Anzahlen der aktiven Katastrophenschutzkr?fte in 1000 abgetragen. In 2000 lag der Wert bei 128, in 2016 bei rund 125. Der Trend ist signifikant fallend. Eine Linie stellt die aktiven Katastrophenschutzhelferinnen und -helfer dar. Die Werte sind indexiert und für das Jahr 2000 auf 100 gesetzt. Die Anzahl sinkt mehr oder weniger kontinuierlich bis 2016 auf ungef?hr 96.

Quelle: Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (Helferstatistik)
 

Gehen uns die (Einsatz-)Kr?fte aus?

Für den Bev?lkerungsschutz in Deutschland ist das Ehrenamt die ma?gebliche Stütze: Rund 1,7 Millionen ehrenamtliche Helferinnen und Helfer engagieren sich in den verschiedenen Hilfsorganisationen. Beim ⁠THW⁠ üben ca. 99 % der Angeh?rigen ihre T?tigkeit ehrenamtlich aus. Rund 95 % der Feuerwehrmitglieder in Deutschland sind in Freiwilligen Feuerwehren organisiert. Die im Bev?lkerungsschutz eingebundenen Akteurinnen und Akteure betonen daher regelm??ig, dass ohne die Bereitschaft zur ehrenamtlichen Mitarbeit in den Organisationen die Einsatzf?higkeit der Einheiten bedroht ist. Auch für die weitere Entwicklung des Bev?lkerungsschutzes mit Blick auf den ⁠Klimawandel⁠ ist ein zumindest stabiler Bestand an haupt- und ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern notwendig. Nicht nur, weil sich durch die erwarteten ?nderungen der klimatischen Rahmenbedingungen m?glicherweise mehr und l?ngere Eins?tze und damit h?here Belastungen ergeben k?nnen, sondern auch, weil die Verfügbarkeit von Einsatzkr?ften z. B. wegen der gesundheitlichen Auswirkungen von Hitzewellen eingeschr?nkt ist.

Betrachtet man die Entwicklung der Jahre von 2000 bis 2016, so ist ein signifikanter Rückgang der aktiven Einsatzkr?fte bei THW und Feuerwehren zu verzeichnen. Ihre Zahl ging in diesem Zeitraum um etwa 50.000 von etwa 1,17 Millionen auf 1,12 Millionen Aktive zurück. Der Rückgangstrend spiegelt vor allem die negative Entwicklung bei den Freiwilligen Feuerwehren wider. W?hrend Berufsfeuerwehren sowie Werks- und Betriebsfeuerwehren steigende oder zumindest konstante Mitgliederzahlen vorweisen, z?hlen die Freiwilligen Feuerwehren 2016 rund 74.000 weniger Ehrenamtliche als noch zehn Jahre zuvor. Insgesamt engagierten sich 2016 mehr als 250.000 junge Menschen ehrenamtlich in Jugendfeuerwehren.

Die Zahl der aktiven Helferinnen und Helfer beim THW liegt im Vergleich zu den Feuerwehren um ein Vielfaches niedriger. Daher haben Steigerungen der Anzahl von THW-Helferinnen und -Helfer nur einen geringen Einfluss auf die Gesamtzahl der Entwicklung der aktiven Einsatzkr?fte. Die Zahl der aktiven THW-Helferinnen und -Helfer lag im Mittel der Jahre 2000 bis 2014 bei rund 41.000 Personen, 2015 stieg die Zahl auf 66.000 aktive THW-Helferinnen und -Helfer und blieb 2016 und 2017 auf diesem Niveau. Beim THW ist der Anteil von Frauen seit 1999 kontinuierlich um fast 7.000 Frauen angestiegen. Waren es 1999 knapp 4 %, betrug der Anteil aktiver THW-Helferinnen im Jahr 2017 13,5 %. Die Mitgliedszahlen bei der THW-Jugend sind in den letzten Jahren auf hohem Niveau stabil.

Es sind verschiedene Entwicklungen, die den Rückgang der Mitgliederzahlen bei den Freiwilligen Feuerwehren bedingen. Die Aussetzung der Wehrpflicht seit dem Jahr 2011 hatte eine wichtige Bedeutung für die Rekrutierung von Helferinnen und Helfern in der Altersgruppe der 20- bis 25-J?hrigen. Für die Sicherung des Bestands an Einsatzkr?ften sind etwa beim THW j?hrlich etwa 5.200 neue Helferinnen und Helfer notwendig. Bis zum Jahr 2011 konnten hiervon j?hrlich 2.500 Personen über die Freistellung vom Wehrdienst verpflichtet werden.

Auch die Auswirkungen des demografischen Wandels auf den Bev?lkerungsschutz sind unübersehbar. Die Ver?nderungen in der Alterspyramide reduzieren den Pool an potenziellen Helferinnen und Helfern ebenso wie die zunehmende Konzentration der Bev?lkerung in den St?dten. Vor allem in dünn besiedelten l?ndlichen Bereichen mit einer vergleichsweise ?lteren Bev?lkerung k?nnen trotz einer im Vergleich zu den St?dten h?heren Bereitschaft zu bürgerschaftlichem Engagement personelle Engp?sse entstehen. Verschiedene Studien beurteilen die Zukunft diesbezüglich sehr kritisch und werfen die Frage auf, wie die bestehenden Strukturen fortgeführt werden und verl?sslich funktionieren k?nnen.

Um die ehrenamtlichen Strukturen des Bev?lkerungsschutzes und eine ausreichende Zahl an Helferinnen und Helfern zu erhalten, wollen sich die im Bev?lkerungsschutz t?tigen Organisationen z. B. st?rker um die Einbeziehung von Menschen mit Migrationshintergrund bemühen oder auch Senioren ihren M?glichkeiten entsprechend einbinden. Zumindest ist es in den letzten Jahren schon gelungen, den Frauenanteil bei den eher technisch ausgerichteten Organisationen zu steigern: Im Jahr 2000 waren es 5,7 %, bis 2016 stieg der Anteil ehrenamtlicher Helferinnen auf 9,2 %. Auch bei den Jugendfeuerwehren ist der Anteil junger Frauen von 2000 bis 2016 von 22 % auf 27 % langsam angestiegen. Bei den Feuerwehren sind heute 30.000 Frauen mehr aktiv als im Jahr 2000.

Darüber hinaus er?ffnen gesellschaftliche und technische Entwicklungen aber auch neue Wege. So wurde beispielsweise w?hrend der Hochwasser 2013 und 2016 in vielen betroffenen Gebieten Hilfe schnell und unbürokratisch über soziale Netzwerke organisiert. M?glicherweise l?sst sich so die nach wie vor bestehende Bereitschaft zu Engagement und Hilfeleistung, die sich aber weniger als früher in festen Strukturen binden m?chte, auch für den Bev?lkerungsschutz nutzen.

 

Schnittstellen

BS-I-1: Einsatzstunden bei wetter- und witterungsbedingten Schadenereignissen

 

Ziele

Anpassung des bestehenden effektiven Krisenmanagements und der Notfallvorsorge an aktuelle Erfordernisse und künftige Entwicklungen wie den ⁠Klimawandel⁠ (⁠DAS⁠, Kap. 3.2.14)