Strukturdaten: Chemikalien und chemisch-pharmazeutische Industrie

Die chemisch-pharmazeutische Industrie geh?rt in Deutschland zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen. Gleichzeitig geh?rt sie auch zu den gr??ten Energieverbrauchern und Erzeugern von Abwasser und gef?hrlichen Abf?llen. Am Gesamtumsatz hatten die Produktionsbereiche ?Chemische Grundstoffe“ und pharmazeutische Produkte den gr??ten Anteil.

Inhaltsverzeichnis

 

Die chemisch-pharmazeutische Industrie in Deutschland

Unternehmen, die in Deutschland Chemikalien oder aus ihnen chemische Produkte wie Arzneimittel, Biozide, Pflanzenschutzmittel, Chemiefasern, Farben, Kitte, Wasch- und Reinigungsmittel, K?rperpflegemittel, Duftstoffe oder Seifen herstellen, setzten im Jahr 2018 mit diesen Produkten mehr als 202 Milliarden (Mrd.) Euro um. In der Chemie- und Pharmaindustrie arbeiteten 2018 etwa 463.000 Menschen. Das sind rund ein Prozent aller Erwerbst?tigen. Damit geh?rt der Wirtschaftszweig zu den wichtigsten Industriesektoren in Deutschland (siehe Abb. ?Besch?ftigte im ⁠verarbeitenden Gewerbe⁠ in Deutschland 2018“ und Abb. ?Umsatz im verarbeitenden Gewerbe in Deutschland 2018“).

Zur chemisch-pharmazeutischen Industrie geh?rt der Bereich ?Chemische Grundstoffe“, der im Jahr 2018 einen Umsatz von ca. 96,4 Mrd. Euro erwirtschaftete. Das entspricht 46,5 % des Gesamtumsatzes (siehe Abb. ?Gesamtumsatz der chemisch-pharmazeutischen Industrie in Deutschland 2018“).

Unter dem Industriezweig ?Chemische Grundstoffe“ wird die Herstellung von anorganischen Grundstoffen wie Industriegasen und Düngemitteln, von organischen Grundstoffen und Chemikalien wie Petrochemikalien und Polymeren sowie von Fein- und Spezialchemikalien erfasst.

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Chemisch-pharmazeutische Industrie belastet die Umwelt

In der Chemie- und Pharmaindustrie fielen im Jahr 2017 etwa 8 % der gef?hrlichen Abf?lle und nach vorl?ufigen Zahlen 2016 fast zw?lf Prozent des gesamten Abwassers der deutschen Wirtschaft an (siehe Abb. ?Gef?hrliche Abf?lle nach Erzeugergruppen in Deutschland 2017“ und Abb. ?Abwasser nach Emittentengruppen in Deutschland 2016“). Die Branche hatte im Jahr 2017 einen hohen Ressourcenverbrauch und nutzte 10,9 % der gesamten Prim?renergie Deutschlands. Rund 3,2 % der Kohlendioxid-Emissionen stammten aus der Herstellung chemischer und pharmazeutischer Erzeugnisse (siehe Abb. ?Prim?renergieverbrauch nach Sektoren in Deutschland 2017“ und Abb. ?Kohlendioxid-Emissionen nach Sektoren in Deutschland 2017).

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Chemikalien in der Europ?ischen Union

Wie viele verschiedene Chemikalien verwendet werden, ist nicht bekannt. Im Einstufungs- und Kennzeichnungsverzeichnis (Classification Labeling & Packaging-Verordnung) der Europ?ischen Chemikalienagentur (ECHA) sind 147.500 Stoffe verzeichnet. Dazu kommen noch Stoffe für die keine Meldepflicht ins Verzeichnis besteht (insbesondere nicht nach ⁠REACH⁠ registrierungspflichtige Stoffe soweit diese nicht als gef?hrlich im Sinne der ⁠CLP⁠-VO einzustufen sind).

Bis zum Jahr 2018 mussten Chemikalienhersteller und -importeure schrittweise fast all jene Chemikalien registrieren, von denen sie innerhalb der Europ?ischen Union (EU) mehr als eine Tonne j?hrlich herstellen oder in die EU einführen. Bis zum 01.04.2020 wurden fast 23.000 verschiedene Stoffe bei der ECHA in Helsinki registriert bzw. gelten als registriert. Deutsche Unternehmen haben davon 11.121 Stoffe (mit-)registriert (ECHA Registrierungsstatistik).

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 Chemikalien  Chemische Industrie  Verarbeitendes Gewerbe  Pharmaindustrie