Humusstatus der B?den

Der Humusanteil ist eine entscheidende Gr??e für die Struktur und die biologischen wie ?kologischen Funktionen der B?den. Eine bundesweite Auswertung der organischen Substanz der Oberb?den zeigt ein differenziertes Muster nach Bodenausgangsgesteinen, Landnutzung und Klimaregionen.

Inhaltsverzeichnis

 

Humusfunktionen und -gehalte von B?den

Humus sichert eine Vielzahl von biologischen und ?kologischen Bodenfunktionen und tr?gt ma?geblich zur Ausbildung der Bodenstruktur bei. Au?erdem schafft er Lebensr?ume für Bodenorganismen und nimmt als Speichermedium für Kohlenstoff (C) eine zentrale Funktion im Kohlenstoff-Kreislauf ein. Humus ist Speicher-und Puffermedium für Wasser, N?hr-und Schadstoffe und steuert wesentlich das N?hr-und Schadstoffrückhalteverm?gen der B?den. Im Allgemeinen sind die Humusgehalte in Oberb?den gr??er als in Unterb?den und besonders empfindlich gegenüber nutzungsbedingten und/oder durch den ⁠Klimawandel⁠ ausgel?sten Ver?nderungen.

Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) hat in dem Projekt ?Gehalte an organischer Substanz in Oberb?den Deutschlands“ etwa 9.000 ⁠Bodenprofildaten⁠ aus den Jahren 1985 bis 2005 ausgewertet und die typischen Humusgehalte in Oberb?den ermittelt.

Für die drei Hauptlandnutzungen Acker, Grünland und Wald/Forst werden in der folgenden Abbildung die H?ufigkeitsverteilungen der Humusgehalte dargestellt. H?here Humusgehalte in den Oberb?den sind in der aufsteigenden Reihenfolge Acker – Forst – Grünland zu beobachten. Unter Ackernutzung liegen die Humusgehalte überwiegend bei 1-4 %, bei forstlicher Nutzung bei 2-8 % und unter Grünland bei 4-15 %. Dieses Muster zeigt sich auch in den Extremwerten: die Ackernutzung ist bei Humusgehalten kleiner als 1 % am h?ufigsten vertreten, bei Humusgehalten gr??er als 30 % findet sich haupts?chlich Grünland.

Die Grafik zeigt die relativen H?ufigkeiten der Gehalte an organischer Substanz für die drei Hauptlandnutzungen Acker, Grünland und Forst. Grunds?tzlich sind die niedrigsten Humusgehalte in den Oberb?den der ?cker, die h?chsten bei Grünland zu beobachten.
H?ufigkeitsverteilungen der Humusgehalte
Quelle: Düwel / Utermann Diagramm als PDF
 

Humusgehalte in Deutschland

Die Karte ?Gehalte an organischer Substanz in Oberb?den Deutschlands“ stellt die r?umliche Verteilung der Humusgehalte dar. Für diese quantitative Fl?cheninformation im bundesweiten Ma?stab wurden die Humusgehalten regional nach Bodenausgangsgesteinen, ⁠Landnutzung⁠ und Klimaregionen differenziert. H?here Humusgehalte sind an der niederschlagreichen Nordseeküste, den Mittelgebirgen und dem Alpenraum zu erkennen. Sie nehmen einem klaren Gradienten folgenden in Richtung des niederschlags?rmeren Ostens ab.

Die Karte zeigt die Grundzüge der Humusgehalte der B?den in Deutschland: Hohe Humusgehalte finden sich an der Nordseeküste, den Mittelgebirgen und dem Alpenraum; in Richtung des kontinentaleren Ostens nehmen sie ab.
Karte: Gehalte an organischer Substanz in Oberb?den Deutschlands
Quelle: Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe Hier klicken für vergr??erte Darstellung
 

B?den als Kohlenstoffspeicher

Organischer Kohlenstoff ist der Hauptbestandteil von Humus. Das Thünen-Institut hat aus den bundesweiten Bodenzustandserhebungen im Wald und in der Landwirtschaft eine nutzungsübergreifende Karte der Kohlenstoffvorr?te erstellt (siehe Karte: ?Nutzungsübergreifende Kohlenstoffvorr?te“). Die Vorr?te geben darüber Auskunft, welche Kohlenstoffmenge pro Hektar bis zu einer Tiefe von 1 Meter (90 cm im Wald) gespeichert ist. In Nord- und Süddeutschland treten die Gebiete mit den h?chsten Kohlenstoffvorr?ten im Boden in dunkelbraunen Farben hervor. Dies sind Moorb?den und weitere organische B?den, denen eine entscheidende Bedeutung zukommt: sie speichern besonders viel Kohlenstoff, der – solange er im Boden ist – nicht als klimawirksames Kohlendioxid (CO2) die ⁠Atmosph?re⁠ belastet. Und das Beste daran: diese ?kosystemleistung des Bodens ist v?llig kostenfrei. Darum gilt es, B?den mit sehr hohem Vorrat an organischem Kohlenstoff besonders zu schützen.

Das Thünen-Institut hat aus den bundesweiten Bodenzustandserhebungen im Wald und in der Landwirtschaft eine nutzungsübergreifende Karte der Kohlenstoffvorr?te erstellt. In Nord- und Süddeutschland treten die Gebiete mit den h?chsten Kohlenstoffvorr?ten im Boden in dunkelbraunen Farben hervor. Dies sind Moorb?den und weitere organische B?den, die es besonders zu schützen gilt. Sie speichern klimarelevanten Kohlenstoff.
Karte: Nutzungsübergreifende Kohlenstoffvorr?te
Quelle: Thünen-Institut
 

Ver?nderungen des Humusgehalts auf Ackerb?den

In einem Forschungsprojekt des Umweltbundesamtes wurden erstmals bundesweite Daten der Boden-Dauerbeobachtung und des Klimas zusammengeführt. Die Auswertungen von 171 Boden-Dauerbeobachtungsfl?chen (BDF) wiesen an insgesamt 39 Ackerfl?chen signifikante Humus-Ver?nderungen über die Zeit nach. Die Ergebnisse aus den Auswertungen der BDF und Dauerfeldversuchen zeigten, dass signifikante Humus-Ver?nderungen im Zeitverlauf durch das Humus-Ausgangsniveau und den Tongehalt der B?den der Versuchsfl?chen gesteuert werden.

Der Humus-Gehalt wird über den organischen Kohlenstoff (TOC: total organic carbon) im Boden bestimmt. Generell gibt es die h?chste Zunahme der TOC-Gehalte bei niedrigen TOC-Anfangsgehalten der Fl?chen von unter 2 % und bei Tongehalten ab ca. 30 %. Die gr??ten TOC-Abnahmen sind bei hohen TOC-Anfangsgehalten zwischen etwa 2 % und 3 % und bei Tongehalten unter 10 % zu verzeichnen. Der Einfluss l?ngerfristiger Klima?nderungen auf die Humus-Entwicklung kann jedoch nicht ausgeschlossen werden und muss noch weiter untersucht werden. Den Abschlussbericht zum Forschungsvorhaben finden Sie hier.