Fl?chenverbrauch für Rohstoffabbau

Der Abbau von Rohstoffen im Tagebau geht mit einer unwiderruflichen Zerst?rung von B?den und Landschaften einher. Wasserhaushalt und Wasserqualit?t k?nnen dauerhaft beeintr?chtigt werden. Durch den Abbau von Rohstoffen kamen 2019 pro Tag etwa 7,7 Hektar (ha) Fl?che "unter den Bagger", davon 3,8 ha für Baumineralien, 1,6 ha für Braunkohle, 1,7 ha für Torf und 0,6 ha für Industriemineralien.

Inhaltsverzeichnis

 

Inl?ndische Rohstoffentnahme

Nach Angaben der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe wurden 2019 insgesamt 703,98 Millionen Tonnen abiotische Rohstoffe im Tagebau abgebaut. Das sind fossile Energierohstoffe wie Kohle oder Erd?l, Baumineralien wie Sande, Kiese oder Steine sowie mineralische Industrierohstoffe wie Salze oder feuerfeste Tone. Statistisch gesehen wird Torf auch zu den abiotischen Rohstoffen gerechnet (siehe Abb. ?Inl?ndische Entnahme von Rohstoffen im Tagebau“).

Zwischen den Jahren 1994 und 2009 ging die Masse der im Tagebau entnommenen Rohstoffe um über ein Viertel oder 28,8 % zurück. Seit 2009 verharrt der Abbau von Baumineralien mit kleinen Schwankungen allerdings auf nahezu gleichem Niveau.

Diagramm: In Deutschland sank die Entnahme von Rohstoffen im Tagebau zwischen 1994 und 2019 um 30,4 Prozent von 1.012 auf 704 Millionen Tonnen.
Inl?ndische Entnahme von Rohstoffen im Tagebau
Quelle: Umweltbundesamt / BGR Diagramm als PDF
 

Neu in Anspruch genommene Fl?che durch Rohstoffabbau im Tagebau

Der Abbau von Rohstoffen im Tagebau ist mit einem unwiderruflichen Eingriff in Landschaften und B?den verbunden. Nach Berechnungen des Umweltbundesamtes (⁠UBA⁠) auf Basis aktueller Daten der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe und des Statistischen Bundesamtes wurde 2019 eine Fl?che von 2.816 Hektar (ha) neu vom Tagebau in Anspruch genommen (siehe Abb. ?Fl?chenverbrauch durch inl?ndische Entnahme von Rohstoffen im Tagebau“). Das entspricht einer t?glichen Fl?chenneuinanspruchnahme von 7,7 ha oder mehr als 10 Fu?ballfeldern.

Vom t?glichen Fl?chenverbrauch durch Tagebau entfielen im Jahr 2019 pro Tag rund 3,8 ha auf den Abbau von Baumineralien, 1,6 ha auf den Abbau von Braunkohle, 1,7 ha auf den Abbau von Torf und 0,6 ha auf den Abbau von Industriemineralien.

Gegenüber dem Fl?chenverbrauch 2018 ist dies eine Abnahme um 0,5 Hektar pro Tag. 1994 betrug der t?gliche Fl?chenverbrauch – also das Ausma? der t?glichen neu hinzukommenden Fl?chenbeeintr?chtigung oder Bodenzerst?rung durch den Rohstoffabbau – noch rund 9,3 ha. Seitdem ging der Fl?chenverbrauch nach Berechnungen des UBA basierend auf Daten der BGR um 17,2 % zurück. Damit f?llt der Rückgang bei der j?hrlichen Fl?chenneuinanspruchnahme geringer aus, als der Rückgang der Rohstoffentnahme vermuten l?sst.

Diagramm: Der t?gliche Fl?chenverbrauch durch den Abbau von Rohstoffen sank zwischen 1994 und 2019 um 17,2 Prozent von 9,3 auf 7,7 Hektar. Im Jahr 2019 waren es 3,8 Hektar für Baumineralien, 1,6 Hektar für Braunkohle, 1,7 Hektar für Torf und 0,6 ha für Industriemineralien.
Fl?chenverbrauch durch inl?ndische Entnahme von Rohstoffen im Tagebau
Quelle: Umweltbundesamt / BGR Diagramm als PDF
 

Gesamtfl?che, die durch Rohstoffabbau belegt ist

Zwischen der Neuinanspruchnahme von Fl?chen für den Rohstoffabbau und ihrer Aufgabe und Renaturierung oder Rekultivierung k?nnen Jahre oder Jahrzehnte vergehen. Die Fl?che, die aktuell durch den Rohstoffabbau belegt und überformt ist, ist deshalb wesentlich gr??er als die j?hrlich neu in Anspruch genommene Fl?che. Ausweislich der Fl?chenstatistik für das Jahr 2019 sind aktuell 150.585 ha (1.505,85 km2) durch Bergbaubetriebe, Steinbruch, Tagebau und Gruben belegt, also etwa 53 Mal so viel, wie j?hrlich neu in Anspruch genommen wird.

 

Berechnung des Fl?chenverbrauchs

Der Fl?chenverbrauch h?ngt wesentlich davon ab, mit welcher Abbaum?chtigkeit der jeweilige Rohstoff zur Verfügung steht. Sand- und Kiesschichten sind im Schnitt 15 Meter (m) m?chtig. Natursteine werden aus 25 m dicken Schichten gebrochen. Die M?chtigkeit der Braunkohlefl?ze ist regional unterschiedlich. Im rheinischen Revier sind die Braunkohlefl?ze im Mittel 35 m dick, in der Lausitz sowie im mitteldeutschen Revier lediglich 11 m. Torfschichten hingegen sind deutlich dünner: Ihre M?chtigkeit betr?gt meist nur etwa 1,5?– 2 m.

Wird zus?tzlich die Dichte des jeweiligen Rohstoffs berücksichtigt, l?sst sich schnell errechnen, wie viel Oberfl?che zerst?rt wird, um von einem Rohstoff eine Tonne abzubauen: Für Sand oder Kies liegt der entsprechende Wert bei 370 Quadratzentimetern (cm2), für Natursteine bei 154 cm2, für rheinische Braunkohle bei 220 cm2 und für mitteldeutsche Braunkohle bei 700 cm2.