Trends der Lufttemperatur

Global setzt 2020 die Reihe der sehr warmen Jahre fort. Gemeinsam mit dem w?rmsten Jahr 2016 traten somit die sechs w?rmsten Jahre seit Beobachtungsbeginn 1880 in direkter Folge auf. Mit einer Mitteltemperatur von 10,3 °C war 2019 in Deutschland das bisher zweitw?rmste Jahr seit 1881. Die sechs w?rmsten Jahre seit 1881 liegen alle im 21. Jahrhundert.

Inhaltsverzeichnis

 

Steigende Durchschnittstemperaturen weltweit

Obwohl es prinzipiell nicht m?glich ist, anhand weniger Jahre Aussagen über den durch den Menschen verursachten ⁠Klimawandel⁠ abzuleiten, passt die Entwicklung der letzten Jahre sehr gut in das Bild eines langfristigen globalen Temperaturanstiegs.

2020 war weltweit das zweitw?rmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Damit stellen die letzten 6 Jahre die 6 weltweit w?rmsten Jahre dar (siehe Abb. ?Abweichung der globalen Lufttemperatur vom Durchschnitt der Jahre 1850 bis 1900“). Die Jahre 2016 und 2015 waren, neben dem Klimawandel, durch ein au?ergew?hnlich starkes El-Ni?o-Ereignis gepr?gt, das hohe globale Temperaturen begünstigt. 2017, 2018, 2019 und 2020 waren die bisher w?rmsten Jahre seit Beginn der Aufzeichnungen 1880, die nicht in einem El-Ni?o-Ereignis lagen. Dies ergaben Analysen mehrerer unabh?ngiger Datens?tze.

Ein Diagramm zeigt die Abweichung der weltweiten Lufttemperatur zwischen 1850 und 2020 vom Durchschnitt der globalen Lufttemperatur 1850 bis 1900, eine der üblichen Vergleichsperioden. 2020 war 1,2 Grad Celsius w?rmer als der Durchschnitt dieser Vergleichsperiode.
Abweichung der globalen Lufttemperatur vom Durchschnitt der Jahre 1850 bis 1900
Quelle: Met Office Hadley Centre Diagramm als PDF
 

2019 – bisher zweitw?rmstes Jahr in Deutschland

Mit einer Mitteltemperatur von 10,3 °C war das Jahr 2019 zusammen mit dem Jahr 2014 das bisher zweitw?rmste in Deutschland beobachtete Jahr seit dem Beginn regelm??iger Aufzeichnungen im Jahr 1881. Gegenüber der international gültigen Klimareferenzperiode 1961-1990 ergibt sich eine Abweichung von +2,0 K. In den Bundesl?ndern Berlin-Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen wurde das bisher w?rmste Jahr beobachtet. In Sachsen-Anhalt belegte das Jahr 2019 zusammen mit dem Jahr 2018 den ersten Platz. Die Monate Januar bis April wiesen eine positive Temperaturanomalie auf. Der Mai (-1,1 K) war kühler als im vielj?hrigen Mittel. In diesem Monat endete eine 13-Monate andauernde Periode zu warmer Monate. Der Juni 2019 stellte einen neuen Monatsrekord auf. Ab Juni waren dann wieder alle Monate überdurchschnittlich warm. Alle Jahreszeiten waren w?rmer als normal (siehe Abb. ?J?hrliche mittlere Tagesmitteltemperatur in Deutschland“ und Tab ?Lineare Trends der Lufttemperatur zwischen 1881 und 2019“).

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Hei?e Tage in Deutschland

Schon in der letzten Aprildekade 2019 wurden die ersten Hei?en Tage (Tage mit Temperaturen über 30°C) beobachtet, zum Teil wurden auch im September 2019 noch ⁠Hei?e Tage⁠ registriert. Insgesamt wurden deutschlandweit 17 Hei?e Tagen beobachtet. Nach den Jahren 2018, 2003 und 2015 war 2019 das Jahr mit den viertmeisten Hei?en Tagen seit 1951.

Zwar schwanken die Jahreswerte dieses Indikators deutlich. Insgesamt ist der ⁠Trend⁠ seit Beginn der Aufzeichnungen aber deutlich steigend. Klimamodellierungen zeigen, dass zukünftig in Deutschland mit einer steigenden Anzahl hei?er Tage im Sommer und l?nger anhaltenden Hitzeperioden zu rechnen ist. Das kann zu erh?hten gesundheitlichen Risiken für bestimmte Personengruppen führen.

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    Frühling und Sommer signifikant w?rmer

    Der langfristige Temperaturanstieg im Frühling und im Sommer unterscheidet sich 2019 mit 1,6 °C bzw. 1,5 °C seit 1881 kaum vom ⁠Trend⁠ der Jahresmitteltemperaturen. Speziell die Jahre seit Ende der 1980er Jahre waren besonders warm. Die fünf bisher w?rmsten Frühjahre finden sich mit den Jahren 2018, 2014, 2011, 2007 und 2000 im 21. Jahrhundert.

    Der Sommer 2019 war nach dem Sommer 2003 und 2018 mit einer Durchschnittstemperatur von 19,2 °C der drittw?rmste Sommer seit 1881. Schon im April wurden die ersten Sommertage (Tage mit Tmax >= 25°C) beobachtet. Auch der Oktober konnte mit Sommertagen aufwarten. Im Jahr 2019 wurde mit 52 Tagen die 3.-h?chste Anzahl von Sommertagen beobachteten (2018: 74 Tage, 2003: 62 Tage). Sowohl in der letzten Juni- als auch in der letzten Julidekade wurden sehr hohe Temperaturen registriert, diese überstiegen oft die 30 °C-Marke. Au?ergew?hnlich war insbesondere das erstmalige überschreiten der 40 °C-Schwelle an drei aufeinanderfolgenden Tagen (24.-26. Juli 2019) an zahlreichen Messstationen in westlichen Teilen Deutschlands und das Einstellen eines neuen deutschen Temperaturrekordes (42,6 °C am 25. Juli in Lingen) (siehe Abb. ?Mittlere Tagesmitteltemperatur im Frühling in Deutschland“ und Abb. ?Mittlere Tagesmitteltemperatur im Sommer in Deutschland“).

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    Mildere Herbste und Winter

    Alle drei Herbstmonate 2019 (September, Oktober und November) waren w?rmer als die jeweiligen vielj?hrigen Mittelwerte. Das Gebietsmittel der Temperatur betrug 10,0 °C. Damit liegt die Abweichung zum internationalen klimatologischen Referenzzeitraums 1961-1990 bei 1,2 °C. Somit war der Herbst 2019 der zehntw?rmste seit 1881 (siehe Abb. ?Mittlere Tagesmitteltemperatur im Herbst in Deutschland“).

    Der Winter 2018/2019 war sehr mild. Jeder der drei Wintermonate war w?rmer als die vielj?hrigen Monatsmittel. W?hrend im Januar das Gebietsmittel der Lufttemperatur nur gering über den vielj?hrigen Mitteln lag, überschritten die Monatsmittel im Dezember 2018 und Februar 2019 jeweils deutlich die vielj?hrigen Mittelwerte. Der Winter 2018/2019 war mit einer positiven Abweichung von 3,9 °C vom vielj?hrigen Temperaturmittel der Wintermonate 1961-1990 der bisher zweitw?rmste Winter seit 1881 (siehe Abb. ?Mittlere Tagesmitteltemperatur im Winter in Deutschland“).

    Wir danken dem Deutschen Wetterdienst für die Bereitstellung der Temperaturdaten und deren Interpretation.

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    Auswirkungen auf die Tier- und Pflanzenwelt

    Die Jahre werden nicht nur w?rmer, in der Folge verschiebt sich der jahreszeitliche Entwicklungsgang von Pflanzen und Tieren (Ph?nologie). So blühen beispielsweise Schneegl?ckchen, die den Eintritt des Vorfrühlings anzeigen, und Apfelb?ume, die den Vollfrühling anzeigen, früher (fast fünf Tage/Jahrzehnt). Waldb?ume treiben in vielen L?ndern Europas eher aus (ca. fünf Tage/Jahrzehnt). Dies belegt, dass sich durch ein ver?ndertes Temperaturniveau die Eintrittszeit und die Dauer der einzelnen Jahreszeiten ver?ndert hat.

    Die Auswirkungen der Verschiebungen ph?nologischer Phasen auf die Best?nde von Tieren und Pflanzen sind komplex und bisher erst in Ans?tzen gekl?rt. So reagieren etwa bestimmte Vogelarten mit erh?htem Bruterfolg infolge kürzerer Winter. Bei Pflanzenarten und ihren Best?ubern oder Fra?feinden und in R?uber-Beute-Systemen kann sich die Ver?nderung in der zeitlichen Abstimmung hingegen negativ auf die Bestandsentwicklung von Arten auswirken.