Forstwirtschaft

Wald bedeckt rund ein Drittel der Landesfl?che Deutschlands und ist somit ein pr?gendes Element unserer Kulturlandschaft. W?lder dienen als Naherholungsr?ume und erfüllen eine Vielzahl von ?kologischen Funktionen. Darüber hinaus werden sie auch forstwirtschaftlich genutzt. Als Lieferant des Rohstoffes Holz kommt ihnen auch heute noch eine gro?e ?konomische Bedeutung zu.

Inhaltsverzeichnis

 

Wirtschaftliche Bedeutung des Waldes

Die Waldfl?che in Deutschland betr?gt nach der letzten Kohlenstoffinventur 2017 rund 11,4 Millionen Hektar (Mio. ha), was etwa einem Drittel der Gesamtfl?che des Landes entspricht (Thünen-Institut: Wald in Deutschland – Wald in Zahlen). Bezogen auf die Fl?che stellt die Forstwirtschaft nach der Landwirtschaft die bedeutendste Landnutzungsform in Deutschland dar. Die W?lder erfüllen vielf?ltige ?kologische Funktionen und haben einen hohen Wert für eine intakte Umwelt. Abgesehen davon sind sie auch von gro?er wirtschaftlicher Bedeutung. Sie stellen unverzichtbare Rohstoffe wie Holz und andere Naturmaterialien bereit und bilden die Grundlage für die Besch?ftigung von rund 1,1 Mio. Menschen im Cluster ?Forst und Holz“ (Thünen-Institut: Clusterstatistik Forst & Holz 2017).

Im Jahr 2019 wurden insgesamt 63,1 Millionen Kubikmeter (Mio. m3) Holz (ohne Rinde) eingeschlagen (Statistisches Bundesamt: Holzeinschlagstatistik). Damit war der Holzeinschlag 2019 ein wenig niedriger als 2018, aber immer noch deutlich h?her als in den Jahren 2008 bis 2017 (siehe Abb. ?Holzeinschlag in Deutschland“). Der vergleichsweise hohe Holzeinschlag im Jahr 2019 kann unter anderem auf eine Zwangsnutzung wegen Sturm, Trockenheit und vermehrten Insektenbefall zurückgeführt werden, der Schadholzanteil lag in diesem Jahr bei rund 67 % oder 42,6 Mio. m3 (Statistisches Bundesamt: Holzeinschlagsstatistik). Dabei ist besonders auff?llig, dass der durch Insekten bedingte Schadholzanteil in 2018 und 2019 im Vergleich zum Vorjahr stark zugenommen hat und im Jahr 2019 die Hauptursache darstellt (siehe Abb. ?Durch Sch?den bedingter Holzeinschlag“). Dies ist im Wesentlichen durch die Hitze sowie Trockenheit der Jahre 2018 und 2019 und der damit einhergehenden Anf?lligkeit bestimmter Baumarten für Sch?dlinge wie etwa den Borkenk?fer bedingt. 69 % des gesamten Holzeinschlags entfielen auf Nadelh?lzer wie Fichte, Tanne, Douglasie, Kiefer und L?rche, 15 % auf Buche und sonstiges Laubholz und nur etwa 2 % auf Eiche und Roteiche. Etwa 47 % des Einschlags fanden im Privatwald, 35 % im Landeswald und 18 % im ⁠K?rperschaftswald⁠ statt. Nur etwa 1 % des Holzeinschlags entfielen auf den Bundeswald. Damit spiegelt der Holzeinschlag in etwa auch die Waldeigentumsverh?ltnisse in Deutschland wider. Deutschland belegt somit im europ?ischen Vergleich einen der Spitzenpl?tze, was die Rund- und Schnittholzproduktion betrifft (FAO: Forestry Production and Trade).

Das eingeschlagene Holz wird auf vielf?ltige Art und Weise genutzt. Abh?ngig von Holzsorte und Holzqualit?t kann es als Baumaterial, Brennstoff, Werkstoff, in der Papierherstellung sowie bei der Produktion von Verpackungen verwendet werden. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lag der Anteil des überwiegend stofflich genutzten Holzes (Stamm- und Industrieholz) am gesamten Holzeinschlag bei etwa 79 %. Etwa 16 % des Holzes waren Energieholz, das für eine direkte energetische Nutzung (privat oder gewerblich) vorgesehen ist. Rund 5 % waren nicht verwertetes Derbholz, das im Wald verbleibt, obwohl es bereits bearbeitet wurde (siehe Abb. ?Holzeinschlag nach Holzsorten 2019“). Die tats?chliche Holznutzung in Deutschland weicht aber teilweise erheblich von der amtlichen Holzeinschlagsstatistik ab. Aus diesem Grund hat das Bundesministerium für Ern?hrung und Landwirtschaft (⁠BMEL⁠) mit dem von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V., gef?rderten Forschungsprojekt "Rohstoffmonitoring aller Stoffstr?me auf der Basis von Holz" (2015 bis 2018) versucht, die Erfassungslücke zwischen amtlicher Holzeinschlagsstatistik und tats?chlicher j?hrlicher Holznutzung zu schlie?en, insbesondere hinsichtlich der energetischen Holzverwendung (FNR: Rohstoffmonitoring Holz). Nach den Ergebnissen dieser Studie lag das tats?chlich dem Wald entnommene Holz im Jahr 2016 bei 62,5 Mio. m3 und damit rund 10 Mio. m3 über der in der Holzeinschlagsstatistik angegebenen Menge. Auch die energetische Nutzung lag mit 17,1 Mio. m3 deutlich über der laut Holzeinschlagsstatistik ausgewiesenen Energieholzmenge von 9,9 Mio. m3 im Jahr 2016.

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Auswirkungen der Forstwirtschaft auf die Umwelt

Im internationalen Vergleich ist die Waldwirtschaft in Deutschland als nachhaltig zu betrachten. Dennoch hat die weitr?umige forstwirtschaftliche Nutzung der W?lder auch Auswirkungen auf die Umwelt. Menschliche Nutzungsformen k?nnen sich negativ auf den Waldzustand auswirken und die natürliche Leistungsf?higkeit der W?lder überfordern. Dies trifft umso mehr zu, da viele W?lder einer intensiven Bewirtschaftung unterliegen und teilweise einem hohen Nutzungsdruck ausgesetzt sind. Je nach Ernteverfahren (etwa Vollbaumernte) und Verwertbarkeit der Holzbiomasse werden dem Wald?kosystem neben Derbholz auch ?ste, Rinde sowie Nadeln oder Bl?tter entnommen. Diese Entnahme von ⁠Biomasse⁠ entzieht den W?ldern zum Teil gro?e Mengen an N?hrstoffen und stellt an vielen Standorten die ⁠Nachhaltigkeit⁠ der Nutzung in Frage. Auch das Roden von gr??eren Best?nden kann Schneisen und gest?rte Oberfl?chen in den W?ldern hinterlassen, die nicht nur mit einer erh?hten Windanf?lligkeit der benachbarten Kulturen, sondern auch mit Bodenerosion, St?rung des Wasserkreislaufs und Biodiversit?tsverlust einhergehen k?nnen.

Neben Umweltproblemen, die auf eine intensivierte forstwirtschaftliche Nutzung zurückzuführen sind, sind auch ?kologische Probleme bekannt, die mit dem Ausbringen von Insektiziden aus der Luft in Verbindung stehen. Diese k?nnen wertvolle Nützlinge abt?ten, wobei unter Umst?nden auch benachbarte Lebensr?ume von Pflanzen und Tieren betroffen sind.

Weitere ?kologische Probleme, die mit der forstwirtschaftlichen Nutzung verbunden sind, ergeben sich durch den Anbau von Monokulturen oder nicht standortheimischen Baumarten. Auch heute noch werden zum Beispiel Fichten zu einem gro?en Teil in Monokultur au?erhalb ihrer natürlichen Standorte bewirtschaftet, nicht zuletzt auch um die holzverarbeitende Industrie mit ausreichend Rohstoffen beliefern zu k?nnen. H?ufig beobachtbare Folgen hiervon sind die Ausbreitung des Borkenk?ferbefalls oder eine hohe Windbruch- und Windwurfanf?lligkeit der Baumbest?nde.

 

Ziele einer umweltfreundlichen Forstwirtschaft

Um die Leistungsf?higkeit und die Qualit?t der W?lder zu erhalten, ist es entscheidend, die Regenerationsf?higkeit des Wald?kosystems nicht durch Intensivierungsma?nahmen zu überfordern. Angestrebt werden daher eine umwelt- und standortgerechte Nutzung der W?lder und eine nachhaltige Waldwirtschaft. Eng mit diesen Zielen verbunden ist der Umbau von Monokulturen zu Mischw?ldern, die konsequente Vorsorge gegen Waldbr?nde und Sturmereignisse, eine ad?quate Anpassung der forstwirtschaftlichen Nutzung an den ⁠Klimawandel⁠, ein sinnvolles Sch?dlings- und Risikomanagement sowie eine ausgewogene Wasserbewirtschaftung. Aber auch die Weiterentwicklung von ?kologisch nachhaltigen Waldbausystemen, die St?rkung von alternativen Waldnutzungsformen und die Berücksichtigung von Recyclingkreisl?ufen in der holzverarbeitenden Industrie k?nnen wichtige Beitr?ge zu einer umweltfreundlichen Waldbewirtschaftung leisten.