Grünlandumbruch

Grünland (Wiesen und Weiden) sind ?kologisch wertvolle Fl?chen in der Agrarlandschaft und Bestandteil einer multifunktionalen Landwirtschaft. Als Dauergrünland gelten Wiesen und Weiden, die mehr als fünf Jahre nicht als Acker genutzt wurden. Der Fl?chenanteil hat seit Anfang der 1990er Jahre abgenommen. Der Verlust wurde nun gestoppt, jedoch muss Dauergrünland erhalten werden, damit das so bleibt.

Inhaltsverzeichnis

 

Gef?hrdung des Grünlands

Grünlandfl?chen wie M?h- und Streuwiesen sowie Weiden werden intensiv oder extensiv zur Nahrungs- und Futtermittelherstellung sowie zur Biomassegewinnung für die Energieerzeugung bewirtschaftet und sind wichtig für den Naturschutz. In den Jahren vor 2013 ist das Grünland in Deutschland stark unter Druck geraten, denn es wurde h?ufig zu Ackerland umgebrochen (umgepflügt). Erst ab 2014 sind die Dauergrünlandfl?chen und ihr Anteil an der landwirtschaftlich genutzten Fl?che wieder leicht gestiegen. Dies liegt an der EU-Agrarreform 2013, die den Erhalt von Dauergrünland über sogenannte ?Greening“-Auflagen regelt. über eine allgemeine Genehmigungspflicht für den Umbruch und ein vollst?ndiges Umwandlungs- und Pflugverbot für besonders schützenswertes Dauergrünland soll der Verlust gestoppt werden. Nach wie vor sind die Ursachen des Grünlandumbruchs jedoch nicht beseitigt. Dies gilt besonders für den Bedarf an ackerbaulichen Futtermitteln, die F?rderung des Anbaus von Energiepflanzen sowie die Nutzungsaufgabe, also das Einstellen der Bewirtschaftung. Deshalb ist davon auszugehen, dass das Grünland auch zukünftig unter Druck stehen wird und die Nutzung weiter intensiviert wird. Ein wirksamer Grünlandschutz bleibt damit von herausragender Bedeutung.

Die Abbildung ?Gesamtfl?che von Dauergrünland und Anteil an der landwirtschaftlich genutzten Fl?che“ zeigt den Rückgang des Dauergrünlands absolut und als Anteil an der landwirtschaftlich genutzten Fl?che (LF) in Deutschland. W?hrend 1991 noch über 5,3 Millionen Hektar (Mio. ha), beziehungsweise 31,1 % der LF als Dauergrünland bewirtschaftet wurden, waren es 2019 nur noch rund 4,8 Mio. ha bzw. 28,5 % der LF. Gegenüber 2018 ist die Gesamtfl?che des Dauergrünlands um etwa 3.800 ha gestiegen (+0,8 %) – mit erheblichen Unterschieden zwischen den Bundesl?ndern (siehe Tab. ?Dauergrünlandfl?chenanteil und Ver?nderung in den Bundesl?ndern“).

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?kologische Bedeutung des Grünlands

Das Grünland erfüllt über die landwirtschaftliche Produktion hinaus vielf?ltige Funktionen in der Agrarlandschaft. Es bietet M?glichkeiten für Freizeit und Erholung und hat einen hohen ?sthetischen Naturwert. Auf Grünlandstandorten kommen über die H?lfte aller in Deutschland beobachteten Tier- und Pflanzenarten vor. Damit haben sie gro?e Bedeutung für den Artenschutz und den Erhalt der Artenvielfalt (⁠Biodiversit?t⁠). Extensiv bewirtschaftetes Grünland mit n?hrstoffarmen B?den ist ein wichtiger Lebensraum für artenreiche, seltene Pflanzengesellschaften und daran angepasste, zum Teil gef?hrdete Tierarten. Rund 40 % aller in Deutschland gef?hrdeten Farn- und Blütenpflanzen kommen im Grünland vor (BfN 2014).

Wegen der ganzj?hrigen Vegetation ist der Boden im Grünland gegenüber Austrocknung und ⁠Erosion⁠ durch Wind und Wasser geschützt und verfügt über besonders hohe Humusgehalte sowie eine hohe Wasserspeicherkapazit?t. Aufgrund der guten Aggregatstabilit?t des Humus und des hohen Makroporenanteils des Bodens neigen Grünlandstandorte weniger zu Verschl?mmungen. Das Niederschlagswasser kann auch bei ⁠Starkregen⁠ gut versickern. Dies ist insbesondere vor dem Hintergrund sich wandelnder Klimaverh?ltnisse mit extremen Witterungsereignissen wichtig.

 

Bedeutung für den Boden- und Klimaschutz

Dauergrünlandfl?chen sind wichtig für den Boden- und Gew?sserschutz und leisten einen wichtigen Beitrag zum ⁠Klimaschutz⁠. Der Humusanteil des Bodens speichert Kohlenstoff (der damit der ⁠Atmosph?re⁠ entzogen wird) und dient als Kohlenstoffsenke. Der Erhalt und die Ausdehnung von Dauergrünland in empfindlichen Lagen, wie landwirtschaftlich genutzten Hangbereichen oder überschwemmungsgebieten, schützt den Boden vor Abschwemmung. Im Randbereich von Gew?ssern übernimmt Grünland Pufferfunktionen, verhindert den Eintrag von N?hr- und Schadstoffen und tr?gt so zum Schutz der Oberfl?chengew?sser und zum Trinkwasserschutz bei. Ein Umbruch des Grünlands zu Ackerfl?chen belastet die Hydro- und Atmosph?re, da er mit dem Humusabbau verst?rkt Nitrat (NO3-), Lachgas (N2O) und Kohlendioxid (CO2) freigesetzt werden.

 

Schutz des Grünlands

Seit der EU-Agrarreform im Jahr 2013 wird der Erhalt von Dauergrünland über ?Greening“-Auflagen als Voraussetzung für fl?chengebundene Direktzahlungen geregelt. Mit Verpflichtungen wie Fruchtartendiversit?t, Dauergrünlanderhalt und Bereitstellung ?kologischer Vorrangfl?chen regeln sie den Dauergrünlanderhalt auf Betriebsebene. Dies bedeutet jedoch, dass das Grünland von Betrieben die keine Agrarf?rderung in Anspruch nehmen sowie das Grünland von ?kolandbaubetrieben nicht unter die ?Greening“-Verpflichtungen fallen und keinem Umwandlungsverbot unterliegen. Um die ?Greening“-Verpflichtungen zu erfüllen, darf in den Bundesl?ndern der Grünlandanteil im Verh?ltnis zur Ackerfl?che im Vergleich zum Jahr 2012 um nicht mehr als 5 % abnehmen. Ausschlie?lich für sensibles Dauergrünland auf sogenannten ⁠Natura-2000⁠-Fl?chen in FFH-Gebieten (⁠Flora⁠-⁠Fauna⁠-⁠Habitat⁠-Gebieten) gilt ein absolutes Umwandlungs- und Pflugverbot.

Mit der Einführung des ?Greenings“ wurde der Grünlandverlust gestoppt. Auch die n?chste Reform der Europ?ischen Agrarpolitik muss mit ihren F?rdermechanismen das Grünland konsequent schützen und f?rdern.

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