Landwirtschaft

Obwohl die Landwirtschaft einen sinkenden Anteil an der Wirtschaftsleistung hat, nimmt sie als gr??ter Fl?chennutzer Deutschlands erheblichen Einfluss auf B?den, Gew?sser, Luft, Klima, die biologische Vielfalt - und auf die Gesundheit der Menschen.

Inhaltsverzeichnis

 

Landwirtschaft heute

Etwa die H?lfte der Fl?che Deutschlands – rund 18,1 Millionen Hektar – wird landwirtschaftlich genutzt. Rund 266.000 landwirtschaftliche Betriebe erzeugen Nahrungs- und Futtermittel sowie nachwachsende Rohstoffe (vor allem Mais und Raps) zur stofflichen und energetischen Verwendung.

In den letzten 70 Jahren hat die Landwirtschaft in Deutschland ihre Produktion enorm gesteigert. W?hrend ein Landwirt bzw. eine Landwirtin im Jahr 1900 noch rund vier Personen mit Nahrungsmitteln versorgte, waren es 1950 zehn und 2017 bereits 140 Menschen – mit steigender Tendenz (Deutscher Bauernverband 2020).

Mit der intensiven landwirtschaftlichen Fl?chennutzung bei stetiger Produktionssteigerung sind Auswirkungen auf die Umwelt, das ⁠Klima⁠ und den Naturhaushalt verbunden.

Gleichzeitig stehen die Landwirtschaft und der l?ndliche Raum vor gro?en Herausforderungen durch demographische Ver?nderungen, globale Wettbewerbsbedingungen, ⁠Klimawandel⁠ und gesellschaftliche Erwartungen an eine umweltvertr?gliche, ressourcenschonende und tiergerechte Landwirtschaft mit gesunden Produkten. Eine Neuausrichtung der Landwirtschaftspolitik, die L?sungen zur Minimierung der Umweltauswirkungen und die aktuellen Herausforderungen bereith?lt, ist daher dringend erforderlich.??

Die Infografik zeigt verschiedene Aspekte zum Thema Landwirtschaft und Umwelt, wie z.B. die Entwicklung des ?kologischen Landbaus, den Beitrag der Landwirtschaft zu den Treibhausgas-Emissionen oder den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln.
Infografik: Umwelt und Landwirtschaft
Quelle: Umweltbundesamt / Bundesministerium für Ern?hrung und Landwirtschaft / Statistisches Bundesamt Infografik als PDF
 

Umweltwirkungen

Agrarlandschaften sind Lebensraum für zahlreiche Tiere und Pflanzen, dienen als Speicher und Filter für Wasser und pr?gen das Bild gewachsener Kulturlandschaften. Die Landwirtschaft hat erheblichen Einfluss auf verschiedene Schutzgüter. Der Einsatz von Maschinen zur Bodenbearbeitung und Ernte sowie die intensive Ausbringung von Pflanzenschutz- und Düngemitteln beeinflussen den Boden, das Wasser, die Luft und die in der Agrarlandschaft lebenden Tiere und Pflanzen. Die intensive Stickstoffdüngung (organisch und mineralisch) ist Verursacher klimasch?dlicher Treibhausgase, führt zu Nitratbelastungen des Grundwassers und tr?gt zur N?hrstoffüberversorgung (⁠Eutrophierung⁠) von Flüssen, Seen und Meeren bei.

Der Verlust der Artenvielfalt und der mit Landnutzungs?nderungen (insbesondere Grünlandumbruch und Moornutzung), Düngemittelausbringung, Bodenbearbeitung und Tierhaltung verbundene Aussto? klimawirksamer Treibhausgase sind weitere Folgen intensiver Landwirtschaft.

Die auf Ertragssteigerung ausgerichtete Intensivlandwirtschaft hinterl?sst eint?nige, ausger?umte Agrarlandschaften und tr?gt mit dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zum Verlust der ⁠Biodiversit?t⁠ bei; schwere Maschinen und die intensive Bodenbearbeitung k?nnen den Boden verdichten, Bodenunfruchtbarkeit verursachen und steigern die Gefahr für Wasser- und Winderosion.?

Nachgefragt: Umweltwirkungen durch die Landwirtschaft

Nachgefragt: Umweltwirkungen durch die Landwirtschaft

Das Video kann zu redaktionellen Zwecken kostenlos verwendet werden. Die Pressestelle des UBA stellt die Videodaten dazu auf Anfrage gerne zur Verfügung.

 

Ziele einer umweltfreundlichen Landwirtschaft

Die Landwirtschaft ist für den Erhalt und Schutz unserer natürlichen Ressourcen von gro?er Bedeutung. Ziel einer umweltfreundlich gestalteten Landwirtschaft muss es sein, Auswirkungen auf die Schutzgüter Boden, Wasser, Luft, ⁠Klima⁠ und ⁠Biodiversit?t⁠ zu minimieren, Kulturlandschaften zu erhalten und gleichzeitig die regionale Entwicklung zu f?rdern. Dies unterstützt auch die EU Kommission mit ihrer im Mai 2020 ver?ffentlichten ?Farm-to-Fork-Strategie“ (Vom Hof auf den Tisch – eine Strategie für ein faires, gesundes und umweltfreundliches Lebensmittelsystem). Die Strategie zielt darauf ab, das europ?ische Lebensmittelsystem in verschiedenen Dimensionen nachhaltiger zu gestalten und ist Teil des ?europ?ischen Green Deal“.

Bis 2030 sollen beispielsweise der Einsatz und das Risiko chemischer Pestizide um 50 % verringert und die Verwendung gef?hrlicherer Pestizide um 50 % reduziert werden. Der Verkauf von antimikrobiellen Mitteln für Nutztiere und Aquakultur soll in der EU bis 2030 ebenfalls halbiert werden. Auch der Einsatz von Düngemitteln soll bis 2030 um 20 % gesenkt und damit die N?hrstoffverluste um mindestens 50 % vermindert werden. Au?erdem soll der ?kologische Landbau gest?rkt und die ?kologisch bewirtschaftete Fl?che in der EU bis 2030 auf 25 % ausgeweitet werden. Ein weiteres Ziel ist es, dass mindestens 10 % der landwirtschaftlichen Fl?chen mit Elementen ausgestattet sind, die die Artenvielfalt f?rdern, darunter Blühstreifen, Hecken, Teiche oder Trockenmauern. Verbindliche Ma?nahmen, um diese Ziele zu erreichen, enth?lt die Strategie jedoch nicht.

Ein ambitioniertes nationales Ordnungsrecht und die künftige Ausgestaltung der europ?ischen und nationalen Agrarpolitik bieten M?glichkeiten, Umweltbelastungen durch die Landwirtschaft zu minimieren und eine umweltschonende Bewirtschaftung der Fl?chen zu gew?hrleisten. Dies kann einerseits über gesetzliche Vorschriften und deren Bindung an die EU-Direktzahlungen und andererseits über attraktive Anreize zur Erbringung h?herer Umweltleistungen gelingen. Die Gemeinsame Europ?ische Agrarpolitik (GAP) 2020 bietet hierfür verschiedene M?glichkeiten.

Hügelige Landschaft mit Wiesen und W?ldern
Hügelige Landschaft mit Wiesen und W?ldern
Quelle: CC Vision