Emissionsminderung bei Gro?feuerungsanlagen

Gro?feuerungsanlagen haben aufgrund der gro?en Brennstoffmengen eine erhebliche Umweltrelevanz. Seit den 1980er Jahren ist es in Deutschland gelungen, die durch sie hervorgerufene Umweltbelastung - insbesondere ihre Emissionen an Staub, Schwefel- und Stickstoffoxiden und Schwermetallen - erheblich zu senken.

Technische Ma?nahmen erfolgreich

In den letzten Jahrzehnten wurden gro?e Anstrengungen unternommen, um die in gro?en industriellen Anlagen zur Energieumwandlung wie Kraftwerken, Heizkraftwerken und Heizwerken entstehenden Mengen an luftverunreinigenden Stoffen zu senken oder zu vermeiden. Der Vollzug der Verordnung über Gro?feuerungsanlagen (13. BImSchV) aus dem Jahre 1983 hat in den 1980er Jahren in den alten und in den 1990er Jahren in den neuen Bundesl?ndern zu einer erheblichen Verbesserung der Umweltsituation beigetragen. Die Betreiber von Altanlagen konnten durch umfangreiche Nachrüstungsma?nahmen die Emissionen von Schwefeloxiden (SOx) und Stickstoffoxiden (NOx) sowie von Staub einschlie?lich der an ihm anhaftenden Schwermetalle mindern. Neue Anlagen werden von Anfang an mit hochwirksamen Einrichtungen zur Begrenzung dieser Emissionen ausgestattet.

Entwicklung der Emissionen von Luftschadstoffen

Schwermetalldepositionen werden auch im Luftmessnetz des Umweltbundesamtes (⁠UBA⁠) bestimmt. Betreiber von Gro?feuerungsanlagen - das sind Feuerungsanlagen mit einer Feuerungsw?rmeleistung von 50 Megawatt oder mehr - müssen seit 2004 zus?tzlich zu den j?hrlichen Emissionsfrachten von SOx, NOx und Staub auch die Brennstoffeins?tze berichten. Darauf aufbauend übermittelt Deutschland im Rahmen EU-rechtlicher Vorgaben alle drei Jahre eine Zusammenfassung dieser Daten an die EU-Kommission. Der Geltungsbereich der Verordnung wurde 2004 auf Gasturbinenanlagen und 2013 auf Verbrennungsmotoranlagen mit jeweils 50 Megawatt Feuerungsw?rmeleistung oder mehr ausgedehnt. Erstmals zum Berichtsjahr 2016 verpflichtet die 17. BImSchV auch die abfallmitverbrennenden Gro?feuerungsanlagen zur Berichterstattung an den Bund. So hat sich der Kreis der berichtspflichtigen Anlagen stufenweise vergr??ert.

Die Abbildungen ?Entwicklung der j?hrlichen Emissionsfrachten von Schwefeloxiden aus Gro?feuerungsanlagen“ und ?Entwicklung der j?hrlichen Emissionsfrachten von Stickstoffoxiden aus Gro?feuerungsanlagen“ zeigen die Wirksamkeit der in den 1980er und 1990er Jahren ergriffenen Ma?nahmen zur Emissionsminderung. Den Abbildungen liegen Datenerhebungen zugrunde, die ab dem Jahr 1992 regelm??ig j?hrlich erhoben werden. Zu diesem Zeitpunkt war in Westdeutschland die Nachrüstung von bestehenden Gro?feuerungsanlagen mit Einrichtungen zur Minderung der SO2- und NOx-Emissionen bereits weitgehend abgeschlossen. Deutschlandweit sanken die Emissionen von Schwefeldioxid zwischen 1992 und 2018 nochmals um knapp 95 % von rund 2,5 Millionen Tonnen (Mio. t) auf rund 0,13 Mio. t, die Stickstoffoxid-Emissionen nahmen im gleichen Zeitraum um fast 45 % von rund 0,45 Mio. t auf rund 0,20 Mio. t ab. Der Anstieg der NOx-⁠Frachten⁠ zum Jahr 2004 ist auf die ab diesem Zeitpunkt wirksame Einbeziehung von Gasturbinenanlagen in die Berichterstattungspflicht zurückzuführen. Die Einbeziehung der Emissionen von Verbrennungsmotoranlagen ab dem Jahr 2013 wirkt wegen der bundesweit sehr geringen Anzahl solcher Anlagen im Geltungsbereich der Verordnung nicht signifikant. Der Anstieg der SO2 und der NOx-Frachten zum Jahr 2016 ist darauf zurückzuführen, dass abfallmitverbrennende Gro?feuerungsanlagen erstmals für das Jahr 2016 zur Berichterstattung ihrer Emissionen verpflichtet sind; zum Teil haben diese Anlagen in den Jahren davor auf freiwilliger Basis ihre Emissionen berichtet. Der in den Jahren 2017 und 2018 erkennbare beachtliche Rückgang der Emissionen um insgesamt mehr als 15 % gegenüber 2016 wurde durch zwei Faktoren begünstigt: Zum einen ging in den Kraftwerken der Einsatz von Steinkohle in beiden Jahren merklich zurück, und im Jahre 2018 gab es auch einen Rückgang beim Einsatz von Braunkohle bei leicht anziehendem Einsatz von Erdgas. Zum anderen mussten zahlreiche Gro?feuerungsanlagen ab 1.1.2016 strengeren emissionsbegrenzenden Anforderungen der 13. und 17. BImSchV entsprechen. Aktuelle Angaben zu den j?hrlichen Emissionsfrachten - auch von anderen Schadstoffen - von Standorten mit einer oder mehreren Gro?feuerungsanlagen finden sich auf der Webseite Thru.de, die Informationen zu Schadstofffreisetzungen und der Entsorgung von Abf?llen sowie zu Emissionen aus diffusen Quellen zusammenführt.

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