Emissionsminderung bei Kleinfeuerungsanlagen

Kleinfeuerungsanlagen sind eine wichtige Quelle von Luftbelastungen. Besonders problematisch sind ?ltere Holzfeuerungsanlagen. Der Einsatz modernster und emissionsarmer Anlagentechnik zahlt sich aus Umweltsicht aus. Im Folgenden werden unter Kleinfeuerungsanlagen alle Anlagen mit einer Feuerungsw?rmeleistung unter 1000 kW verstanden, die in der 1. Bundesimmissionsschutzverordnung geregelt sind.

Inhaltsverzeichnis

 

Feinstaub-Emissionen von Kleinfeuerungsanlagen

Die Feinstaub-Emissionen (⁠PM10⁠) aus allen Kleinfeuerungsanlagen (?l, Gas, Kohle und Holz) liegen bei ungef?hr 20 Tausend Tonnen (Tsd. t). Hiervon machen Holzkleinfeuerungsanlagen mit 17,4 Tsd. t den gr??ten Anteil der Feinstaubemissionen aus und übersteigen in Deutschland mittlerweile die Auspuffemissionen von Lkw und Pkw (Auspuffemissionen Stra?enverkehr ca. 7,3 Tsd. t PM10). Dies liegt vor allem am stetig abnehmenden Dieselru?aussto? des Kraftverkehrs (Nationales Emissionsinventar für Luftschadstoffe, Submission 2020). Die Emissionen von Kleinfeuerungsanlagen sind stark von der ⁠Witterung⁠ der Wintermonate abh?ngig. In kalten Wintermonaten ergeben sich h?here Emissionen aufgrund des h?heren Brennstoffeinsatzes (siehe Abb. ?Feinstaub-Emissionen (PM10) aus Kleinfeuerungsanlagen“).

Bei dem noch kleineren Feinstaub (⁠PM2,5⁠) liegen die Emissionen aus allen Kleinfeuerungsanlagen (?l, Gas, Kohle und Holz) bei ungef?hr 18,7 Tausend Tonnen (Tsd. t). Auch hier machen Holzkleinfeuerungsanlagen mit 16,4 Tsd. t den gr??ten Anteil der Feinstaubemissionen aus und übersteigen in Deutschland mittlerweile die Auspuffemissionen von Lkw und Pkw deutlich (Auspuffemissionen Stra?enverkehr ca. 7,3 Tsd. t PM2,5) (siehe Abb. ?Feinstaub-Emissionen (PM2,5) aus Kleinfeuerungsanlagen“).

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Emissionen unterschiedlicher Feuerungssysteme

Bei Holzfeuerungen in privaten Haushalten ist zwischen Einzelraumfeuerungsanlagen wie Kamin- oder Kachel?fen, die einzelne R?ume beheizen, und Zentralheizungskesseln, die Wohnungen oder H?user mit W?rme versorgen, zu unterscheiden. Einzelraumfeuerungsanlagen verbrennen entweder Scheitholz, das von Hand in die Feuerungsanlage eingebracht werden muss oder Holzpellets, die mechanisch in die Feuerungsanlage eingebracht werden. Bei Festbrennstofffeuerungen gibt es neben Pellet- und Scheitholzkesseln auch noch automatisch betriebene Hackschnitzelkessel, dabei werden Holzhackschnitzel mechanisch dem Brennraum zugeführt.

Ein besonderes Problem stellen die – zumeist ?lteren – Einzelraumfeuerungen dar. Sie verursachen bei gleichem (Prim?r-) Energieeinsatz um ein Vielfaches h?here Feinstaub-Emissionen als moderne Festbrennstoffkessel. Wie hoch diese Emissionen tats?chlich sind, h?ngt nicht nur von Art und Alter der Anlage ab. Auch die Art der Brennstoffzufuhr (automatisch oder manuell), der Wartungszustand der Anlagen sowie die Auswahl und Qualit?t des genutzten Holzes spielen eine Rolle.

Gas- und ?lfeuerungen sto?en bei gleichem Energiebedarf sehr viel weniger Feinstaub aus als Feststoffkessel: So liegen die ⁠PM10⁠-Emissionen aller Gasheizungen, die in der 1. ⁠BImSchV⁠ geregelt sind, bei 40 t und die PM10-Emissionen aller ?lfeuerungen bei 510 t (Emissionsberichterstattung 2020).

 

Anforderungen an Holzfeuerungsanlagen

Für die Begrenzung der Emissionen aus Kleinfeuerungsanlagen gilt in Deutschland die 1. Bundesimmissionsschutzverordnung (1. ⁠BImSchV⁠). Sie gibt vor, welche Emissionsgrenzwerte Feuerungsanlagen insbesondere der Haushalte und Kleinverbraucher einhalten müssen und welche Brennstoffe in solchen Anlagen zul?ssig sind. Diese Vorschrift wurde im Jahr 2010 novelliert. Es gelten nun Emissionsgrenzwerte, die nur mit moderner Technik eingehalten werden k?nnen. Auch für kleinere Heizkessel ab vier Kilowatt (kW) gelten Emissionsgrenzwerte und überwachungspflichten. Alte ?fen und Kessel mit hohen Emissionen müssen die Betreiber nach entsprechenden übergangsfristen nachrüsten oder stilllegen.

Angesichts des hohen Aussto?es an Feinstaub sollte bei Holzfeuerungen nur modernste Anlagentechnik mit m?glichst niedrigen Emissionen zum Einsatz kommen. Relativ niedrige Emissionsgrenzwerte gelten für Holzpelletheizungen. Besonders emissionsarme Holzpelletkessel und -?fen erfüllen die Anforderungen des Umweltzeichens ?Blauer Engel“.

 

Anteil an den Stickstoffoxid-Emissionen

Die Emissionen von Stickstoffoxiden aus Kleinfeuerungsanlagen machten 2018 mit rund 72 Tausend Tonnen etwa 6 % der Gesamtemissionen in Deutschland aus (Nationales Emissionsinventar für Luftschadstoffe, Submission 2020). Hier bestehen zwischen Anlagen mit unterschiedlichen Brennstoffen geringere Unterschiede als bei den Staubemissionen. Doch zahlt sich auch hier moderne Anlagentechnik, gerade bei ?l- und Gasfeuerungen, aus: Moderne Anlagen sto?en deutlich weniger Stickstoffoxide als durchschnittliche Kessel aus.

Die Kohlendioxid-Emissionen aus Kleinfeuerungsanlagen lagen für 2017 mit 112,9 Millionen Tonnen - korrespondierend mit dem Energieverbrauch - etwas niedriger als im Jahr davor (Nationales Treibhausgasinventar, Submission 2019).