Luftbelastung in Ballungsr?umen

Ballungsr?ume sind im Vergleich zu anderen Gebieten in Deutschland durch vielf?ltige menschliche Aktivit?ten (Industrie, Gewerbe, Verkehr) gepr?gt und am st?rksten durch Luftverunreinigungen belastet. Ein gro?er Teil der Stationen überschreitet Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Inhaltsverzeichnis

 

Entwicklung von 2000 bis 2019

Die Abbildung ?Abstand der durchschnittlichen Schadstoffkonzentrationen zu WHO-Empfehlungen im st?dtischen Hintergrund deutscher Ballungsr?ume“ zeigt, wie weit die Luftqualit?t in deutschen Ballungsr?umen im Mittel von den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für Feinstaub, Stickstoffdioxid und Ozon entfernt ist. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat für Feinstaub und Ozon sogenannte Luftgüteleitwerte definiert. Für Stickstoffdioxid (NO2) wurde in einem Forschungsbericht eine neue Empfehlung vorgeschlagen. Jenseits dieser Werte steigen die Gesundheitsrisiken deutlich. Diese Werte sind strenger als die Grenzwerte, welche die Luftqualit?tsrichtlinie der EU festlegt. Rund 35 % der Menschen in Deutschland leben in Ballungsr?umen und sind daher besonderen Gesundheitsrisiken durch Luftschadstoffe ausgesetzt. Die Daten zeigen die Belastung im ?st?dtischen Hintergrund“, also die Grundbelastung. An verkehrsreichen Standorten in St?dten kann die Belastung jedoch deutlich h?her sein.

Alle drei abgebildeten Schadstoffe überschritten bis 2018 die mittleren Konzentrationen der WHO-Empfehlungen, am st?rksten Ozon und Feinstaub, wobei Ozon mehr noch als Feinstaub sehr gro?e zwischenj?hrliche, witterungsbedingte Schwankungen aufweist. Bei Stickstoffdioxid und Feinstaub hat sich die Situation in den letzten 15 Jahren deutlich verbessert, so dass für Stickstoffdioxid 2019 erstmalig die neu vorgeschlagene WHO-Empfehlung im Durchschnitt aller Messstationen des st?dtischen Hintergrundes unterschritten wurde. Für Ozon ist nicht mit einem zeitnahen Einhalten bzw. Unterschreiten der Empfehlungen (Indikatorenwerte ≤ 0 %) zu rechnen.

Ein Diagramm stellt für drei Luftschadstoffe dar, wie stark zwischen 2000 und 2019 im st?dtischen Hintergrund von Ballungsr?umen im Durchschnitt WHO-Empfehlungen überschritten werden. Die Entwicklung der verschiedenen Schadstoffe ist unterschiedlich. Zwischen 2000 und 2019 liegen für Stickstoffdioxid die Werte zwischen 35,9 und -7,7 Prozent, für Ozon zwischen 71,0 und 73,5 Prozent und für Feinstaub (PM2,5) zwischen 77,3 und 4,1 Prozent.
Abstand der durchschnittlichen Schadstoffkonzentrationen zu WHO-Empfehlungen...
Quelle: Umweltbundesamt Diagramm als PDF
 

Bewertung der Belastung durch einen Indikator

Als Kenngr??e zur Beurteilung der langfristigen Entwicklung der Luftqualit?t wird der normierte Abstand der durchschnittlichen Konzentrationen im st?dtischen Hintergrund in Ballungsr?umen (siehe Tab. ?Ballungsr?ume in Deutschland“) zu den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation betrachtet .

Wegen ihrer gesundheitlichen Gefahren werden hierbei die Luftschadstoffe Feinstaub (⁠PM2,5⁠), Stickstoffdioxid (NO2) sowie Ozon (O3) berücksichtigt.

In einer Tabelle sind alle 35 Ballungsr?ume in Deutschland aufgelistet.
Tab: Ballungsr?ume in Deutschland
Quelle: Umweltbundesamt Tabelle als PDF
 

Bezugswerte für den Indikator

Feinstaub

Für Feinstaub (⁠PM2,5⁠) empfiehlt die WHO, eine Konzentration von 10 μg/m3 im Jahresmittel nicht zu überschreiten (WHO Air quality guidelines - global update 2005).

Stickstoffdioxid

Für Stickstoffdioxid (NO2) wird gem?? neuester Studien ein Wert von 20 μg/m3 im Jahresmittel diskutiert (HRAPIE project, WHO 2013). Eine überschreitung dieses Wertes ist daher zu vermeiden.

Ozon

Für Ozon empfiehlt die WHO, dass die t?glich maximalen 8h-Werte eine Konzentration von 100 μg/m3 nicht überschreiten (WHO Air quality guidelines - global update 2005).