Schwermetall-Emissionen

Hochwirksame Staubminderungsma?nahmen und die Stilllegung veralteter Produktionsst?tten in den neuen Bundesl?ndern führten seit 1990 zu einer erheblichen Minderung der verbrennungsbedingten Schwermetall-Emissionen.

Inhaltsverzeichnis

 

Entwicklung seit 1990

Die Emissionen der wichtigsten Schwermetalle (Cadmium, Blei und Quecksilber) sanken seit 1990 deutlich. Die Werte zeigen Reduktionen von knapp 60 bis um die 90 %. Der Gro?teil der hier betrachteten Reduktion erfolgte dabei in den frühen 1990-er Jahren, wobei wesentliche Reduktionen auch schon vor 1990 stattfanden. Vor allem die dabei angewandten hochwirksamen Staub- und Schwefeldioxid (SO2) -Minderungsma?nahmen führten zu einer erheblichen Verringerung der Schwermetallemissionen zun?chst in den alten und, nach der Wiedervereinigung, auch in den neuen L?ndern, einhergehend mit Stilllegungen veralteter Produktionsst?tten. In den letzten Jahren sieht man, bis auf wenige Ausnahmen, kaum weitere Verringerungen der Schwermetall-Emissionen (siehe Abb. und Tab. ?Entwicklung der Schwermetall-Emissionen“).

W?hrend die Blei-Emissionen bis zum endgültigen Verbot von verbleitem Benzin im Jahre 1997 rapide zurückgingen, folgten Zink, Kupfer und Selen im Wesentlichen der Entwicklung der ⁠Fahrleistungen⁠ im Verkehrssektor, die im langfristigen ⁠Trend⁠ seit 1990 anstieg.

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Herkunft der Schwermetall-Emissionen

Schwermetalle finden sich – in unterschiedlichem Umfang – in den staub- und gasf?rmigen Emissionen fast aller Verbrennungs- und vieler Produktionsprozesse. Die in den Einsatzstoffen teils als Spurenelemente, teils als Hauptbestandteile enthaltenen Schwermetalle werden staubf?rmig oder gasf?rmig emittiert. Die Gesamtstaubemissionen aus diesen Quellen bestehen zwar in der Regel überwiegend aus relativ ungef?hrlichen Oxiden, Sulfaten und Karbonaten von Aluminium, Eisen, Kalzium, Silizium und Magnesium; durch toxische Inhaltsstoffe wie Cadmium, Blei oder Quecksilber k?nnen diese Emissionen jedoch ein hohes Gef?hrdungspotenzial erreichen.

 

Verursacher

Die wichtigste Quelle der meisten Schwermetalle ist der Brennstoffeinsatz im Energie-Bereich. Bei Arsen, Quecksilber und Nickel hat die Energiewirtschaft den gr??ten Anteil, gefolgt von den prozessbedingten Emissionen der Industrie, vor allem aus der Herstellung von Metallen. Cadmium stammt sogar gr??tenteils aus der Metall-Herstellung. Blei-, Chrom-, Kupfer- und Zink-Emissionen werden überwiegend durch den Abrieb von Bremsen und Reifen im Verkehrsbereich beeinflusst: die Trends korrelieren hier direkt mit der j?hrlichen ⁠Fahrleistung⁠. Selen hingegen stammt haupts?chlich aus der Mineralischen Industrie, gefolgt von den station?ren und mobilen Quellen der Kategorie Energie. Andere Quellen müssen noch untersucht werden, es wird jedoch erwartet, dass sie die Gesamtentwicklung kaum beeinflussen.

 

Verpflichtungen

Das 1998er Aarhus Protokoll über Schwermetalle unter dem CLRTAP ist Ende 2003 in Kraft getreten. Es wurde im Dezember 2012 revidiert und an den Stand der Technik angepasst. Es zielt auf drei besonders sch?dliche Metalle ab: Cadmium, Blei und Quecksilber. Laut einer der grundlegenden Verpflichtungen muss Deutschland seine Emissionen für diese drei Metalle unter das Niveau von 1990 reduzieren. Das Protokoll betrachtet die Emissionen aus industriellen Quellen (zum Beispiel Eisen- und Stahlindustrie, NE-Metall-Industrie), Verbrennungsprozessen (Stromerzeugung, Stra?enverkehr) und aus Müllverbrennungsanlagen. Es definiert Grenzwerte für Emissionen aus station?ren Quellen (zum Beispiel Kraftwerken) und verlangt die besten verfügbaren Techniken (BVT) für diese Quellen zu nutzen, etwa spezielle Filter oder W?scher für die station?re Verbrennung oder Quecksilber-freie Herstellungsprozesse. Das Protokoll verpflichtet die Vertragsparteien weiterhin zur Abschaffung von verbleitem Benzin. Es führt auch Ma?nahmen zur Senkung von Schwermetall-Emissionen aus Produkten auf (zum Beispiel Quecksilber in Batterien) und schl?gt Management-Ma?nahmen für andere quecksilberhaltige Produkte wie elektrische Komponenten (Thermostate, Schalter), Messger?te (Thermometer, Manometer, Barometer), Leuchtstofflampen, Amalgam, ⁠Pestizide⁠ und Farben vor.

Viele dieser Ma?nahmen wurden in Deutschland jedoch schon deutlich früher umgesetzt, so dass bereits in den frühen 90er Jahren deutliche Reduktionen der wichtigen Schwermetalle zu verzeichnen sind.