Stickstoffdioxid-Belastung

Die Jahresmittelwerte der Stickstoffdioxid-Belastung zeigen seit 1995 eine Abnahme. An fast vierzig Prozent der verkehrsnahen Stationen überschreiten die gemessenen Stickstoffdioxid-Konzentrationen den seit 2010 einzuhaltenden Grenzwert.

Inhaltsverzeichnis

 

Belastung durch Stickstoffdioxid

Ballungsr?ume und St?dte sind im Vergleich zum Umland st?rker von Luftschadstoffbelastungen betroffen, da die Emissionen in dicht besiedelten Gebieten erwartungsgem?? h?her sind. Dabei ist die Belastung nicht im gesamten Gebiet einer Stadt einheitlich. Die h?chsten Stickstoffdioxid (NO2) Konzentrationen werden nahe der Hauptemissionsquelle, an viel befahrenen Stra?en, gemessen. Je nach Lage der Messstation werden verkehrsnah NO2-Jahresmittelwerte zwischen 30 und 60 Mikrogramm pro Kubikmeter (μg/m3), vereinzelt sogar noch darüber gemessen. Mit zunehmender Entfernung zu verkehrsreichen Stra?en verringert sich die NO2-Konzentration in der Luft. Da jedoch neben dem Verkehr weitere Stickstoffoxid-Quellen (z.B. aus dem ⁠verarbeitenden Gewerbe⁠ und Haushalten) über das gesamte Stadtgebiet verteilt sind, entsteht eine Grundbelastung über dem Stadtgebiet, die als st?dtische Hintergrundbelastung bezeichnet wird und als typisch für st?dtische Wohngebiete anzusehen ist. Hier liegen die NO2-Jahresmittelwerte im Bereich von 20 bis 30 μg/m3. Mit Jahresmittelwerten um 10 μg/m3 wird die deutlich niedrigere NO2-Belastung entfernt von Emissionsquellen in l?ndlichen Gebieten gemessen (siehe Abb. ?Trend der Stickstoffdioxid-Jahresmittelwerte“). Seit 1995 ist in allen beschriebenen Belastungsregimen ein Rückgang erkennbar. An den Messstationen des Umweltbundesamtes, die weit entfernt von lokalen Schadstoffquellen liegen, um weitr?umig und grenzüberschreitend transportierte Luftmassen zu untersuchen, werden NO2-Konzentrationen noch deutlich unter 10 μg/m3 gemessen (siehe Karten ?Stickstoffdioxid (NO2) - Jahresmittelwerte“).

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überschreitung von Grenzwerten

In der EU-Richtlinie 2008/50/EG – in deutsches Recht mit der 39. BImSchV umgesetzt – ist für den Schutz der menschlichen Gesundheit ein Jahresgrenzwert von 40 μg/m3 im Jahresmittel festgelegt, der seit 2010 einzuhalten ist (siehe Tab. ?Grenzwerte für die Schadstoffe Stickstoffdioxid und Stickstoffoxide“). 20 % der st?dtischen verkehrsnahen Luftmessstationen registrierten 2019 überschreitungen dieses Jahresgrenzwertes. An st?dtischen Hintergrundmessstellen traten keine überschreitungen auf (siehe Abb. ?Prozentualer Anteil der Messstationen mit überschreitung des Stickstoffdioxid-Jahresgrenzwertes“). Der ebenfalls seit 2010 einzuhaltende 1-Stunden-Grenzwert für Stickstoffdioxid (200 μg/m3 dürfen nicht ?fter als 18-mal überschritten werden) wird an den st?dtischen Hintergrundmessstellen eingehalten. In den vergangenen Jahren wurde der 1-Stunden-Grenzwert vereinzelt, vor allem an stark befahrenen Stra?en mit Schluchtcharakter überschritten. 2019 wurde deutschlandweit keine überschreitung des 1-Stunden-Grenzwertes für Stickstoffdioxid (NO2) festgestellt.

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Stickstoffdioxid und Stickstoffoxide

Stickstoffoxide (NOx) k?nnen als Stickstoffdioxid (NO2) oder Stickstoffmonoxid (NO) auftreten. überwiegend wird Stickstoffmonoxid (NO) emittiert. NO tritt aber gro?r?umig nicht in Erscheinung, da dieses Gas relativ schnell von Luftsauerstoff (O2) und Ozon (O3) zu NO2 oxidiert wird.

 

Herkunft

Stickstoffoxide entstehen als Produkte unerwünschter Nebenreaktionen bei Verbrennungsprozessen. Die Hauptquellen von Stickstoffoxiden sind Verbrennungsmotoren und Feuerungsanlagen für Kohle, ?l, Gas, Holz und Abf?lle. In Ballungsgebieten ist der Stra?enverkehr die bedeutendste NOx-Quelle.

 

Gesundheitliche Wirkungen

Stickstoffdioxid ist ein ?tzendes Reizgas, es sch?digt das Schleimhautgewebe im gesamten Atemtrakt und reizt die Augen. Durch die dabei auftretenden Entzündungsreaktionen verst?rkt es die Reizwirkung anderer Luftschadstoffe zus?tzlich. In der Folge k?nnen bei hohen Konzentrationen Atemnot, Husten, Bronchitis, Lungen?dem, steigende Anf?lligkeit für Atemwegsinfekte sowie Lungenfunktionsminderung auftreten. Nimmt die NO2-Belastung der Au?enluft zu, leiden daher besonders Menschen mit vorgesch?digten Atemwegen und Allergien darunter. In epidemiologischen Studien konnte ein Zusammenhang zwischen der zeitnahen Belastung mit NO2 und der Zunahme der Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie der Sterblichkeit in der Bev?lkerung beobachtet werden. Diese Effekte sind bei langfristiger Belastung noch deutlich ausgepr?gter darstellbar.??

Nachgefragt: Welche Gesundheitsgefahren bestehen durch langfristige Stickstoffdioxid-Belastung?

Nachgefragt: Welche Gesundheitsgefahren bestehen durch langfristige Stickstoffdioxid-Belastung?

 

Messdaten

Derzeit wird in Deutschland an etwa 500 Stationen NO2 gemessen.