Abf?lle privater Haushalte

Vermeiden, Trennen, Verwerten, dies sind die wichtigsten Ratgeber, um die t?glich anfallenden Abfallmengen in den privaten Haushalten zu verringern. Schon wenige Tipps helfen: Einkaufstasche statt Plastiktüte, Mehrweg statt Einweg, Lebensmitteleinkauf – besonders bei Obst, Gemüse und Fleisch – richtig einsch?tzen, Papierverbrauch einschr?nken sowie aufladbare Batterien verwenden.

Inhaltsverzeichnis

 

Nur geringer Rückgang beim Hausmüll

über den Zeitraum von 2004 bis 2018 stieg das Aufkommen an Haushaltsabf?llen leicht an. Betrug es im Jahr 2004 37,3 Millionen Tonnen (Mio. t), so waren es im Jahr 2018 nach Angaben der Abfallstatistik des Statistischen Bundesamtes 37,8 Mio. t oder 455 Kilogramm (kg) pro Kopf (siehe Abb. ?Haushaltsabf?lle 2018, ohne Elektroaltger?te“). Gleichzeitig stieg der Anteil an Haushaltsabf?llen, die verwertet wurden. Wurden im Jahr 2004 etwa 57 % der Haushaltsabf?lle verwertet, waren es 2018 bereits 93,1 %

über die ?ffentliche Müllabfuhr werden Restabf?lle wie nicht gef?hrlicher Hausmüll und nicht gef?hrliche hausmüll?hnliche Gewerbeabf?lle sowie Sperrmüll eingesammelt. Die Menge dieser Abf?lle lag im Jahr 2018 bei rund 15,6 Mio. t oder 187 kg pro Kopf und damit etwa gleichauf mit den Vorjahren. Im Jahr 2004 waren es hingegen mit 17,0 Mio. t noch deutlich mehr. Damit ging die Menge an Haus- und Sperrmüll um ca. 1,4 Mio. t oder etwa 8 % zurück.

Die übrigen, von Haus- und Sperrmüll getrennt eingesammelten Abf?lle – das sind Abf?lle aus der Biotonne, Garten- und Parkabf?lle sowie Wertstoffe und andere getrennt gesammelte Fraktionen – machten im Jahr 2018 insgesamt ca. 22 Mio. t oder 266 kg pro Kopf aus, rund 2 Mio. t mehr als im Jahr 2004.

Diagramm: Im Jahr 2018 fielen pro Kopf 455 Kilogramm Hausmüll an. Davon: 157 kg Hausmüll, 31 kg Sperrmüll, 146 kg getrennt erfasste Wertstoffe, 120 kg getrennt erfasste Bioabf?lle und 2 Kilogramm Sonstige Abf?lle.
Haushaltsabf?lle 2018, ohne Elektroaltger?te
Quelle: Statistisches Bundesamt Diagramm als PDF
 

Zu viel biologische Abf?lle im Restmüll

Dies zeigt eine vom Umweltbundesamt beauftragte, repr?sentative Analyse von Siedlungsrestabf?llen in Deutschland (ver?ffentlicht im Jahr 2020). Demnach landet viel zu viel Bioabfall in der Restmülltonne; im Schnitt 39,3 %. Diese Abf?lle k?nnten bei sauberer Trennung vollst?ndig recycelt werden. Der Abfall, der tats?chlich in die Restmülltonne geh?rt, hat laut Studie insgesamt einen Anteil von 32,6 %.

Des Weiteren landen noch immer zu viele Wertstoffe, wie zum Beispiel Altpapier, Altglas, Kunststoffe, Alttextilien, Holz und Elektroaltger?te im Restmüll. Diese sogenannten trockenen Wertstoffe haben einen Anteil von 27,6 % im Restmüll. Problemabf?lle kommen zu einem geringen Anteil von 0,5 % vor.

In der Studie konnte belegt werden, dass die Wohnsituation einen gro?en Einfluss auf die Menge und die Zusammensetzung des Restmülls hat. In st?dtisch gepr?gten Gebieten mit vielen Mehrfamilienh?usern und gemeinsam genutzten Mülltonnen ist die Restmüllmenge insgesamt h?her und es verbleiben mehr Wertstoffe in der Restmülltonne als In l?ndlichen Gebieten und Vororten.

 

Lebensmittelverluste und -abf?lle stoppen

Das Thema "Lebensmittelverluste und -abf?lle" ist ins Blickfeld der ?ffentlichkeit geraten. Zurzeit liegen dazu mehrere Studien vor. Es besteht jedoch weiterer Forschungsbedarf, um belastbare Daten zu ermitteln, die aufgrund gleicher Methoden und Definitionen erhoben werden.

Die Weltern?hrungsorganisation (FAO) legte 2011 in einer Studie dar, dass weltweit rund ein Drittel aller für den menschlichen Konsum produzierten Nahrungsmittel verloren oder weggeworfen werden. Das entspricht 1,3 Milliarden Tonnen (Mrd. t) pro Jahr. Die Verschwendung dieser gro?en Lebensmittelmengen ist sowohl aus ethischen als auch ?kologischen Gründen nicht zu verantworten. In vielen armen L?ndern der Erde ist die Versorgung mit Nahrungsmitteln unter anderem schwierig, weil Ackerfl?chen für den Lebensmittelexport und damit für unsere Ern?hrungsgewohnheiten belegt werden. Die enormen Mengen an j?hrlich vernichteten Nahrungsmitteln durch Verluste und Verschwendung sind letztendlich ein starker Treiber von zunehmender Ressourcenverknappung und Umweltbelastungen, daher müssen sie dringend einged?mmt werden.

Das Johann-Heinrich von Thünen-Institut ver?ffentlichte 2019 eine Studie zu Lebensmittelabf?llen in Deutschland für das Jahr 2015, welche als Baseline im Rahmen der nationalen Strategie zur Reduzierung von Lebensmittelverschwendung der Bundesregierung dient.

Nach dieser Studie fielen in Deutschland im Jahr 2015 (letzte vorliegende Daten) 11,68 Mio. t an Lebensmittelabf?llen in Haushalten an, das hei?t, pro Person etwa 142 kg. Diese 11,68 Mio. t umfassen Lebensmittelabf?lle entlang der gesamten Wertsch?pfungskette, inklusive Handel und Au?er-Haus-Verzehr sowie ?vermeidbare“ und ?nicht vermeidbare“ Abf?lle. Lebensmittelabf?lle, welche über die Kanalisation entsorgt wurden, sind hier nicht erfasst.

Aus ?kologischer Sicht werden unter ?Lebensmittelabfall“ die Teile eines Lebensmittels verstanden, die im Laufe seines Lebenswegs – also von Beginn der landwirtschaftlichen Erzeugung über die Verarbeitung, den Handel bis zu den Konsument/innen - nicht dem menschlichen Verzehr zugeführt werden. Dies schlie?t Rohwaren, die auf dem Acker verbleiben und nicht geerntet werden ebenso ein wie Verluste in der Lebensmittelverarbeitung, die keiner weiteren Verwendung zugeführt werden oder Speisereste in Haushalten. Ebenso sind hier Lebensmittelreste eingeschlossen, die nicht verzehrt werden k?nnen – wie beispielsweise Bananenschalen – oder aufgrund der Zubereitungsart nicht verzehrt werden, wie beispielsweise Kartoffelschalen, wenn Salzkartoffeln gekocht wurden. Um begriffliche Klarheit zu schaffen und eine Abgrenzung zum umweltrechtlichen Abfallbegriff vorzunehmen, wird im Rahmen der Absch?tzung der Umweltrelevanz der Begriff Lebensmittelverluste gew?hlt.

 

Was bedeuten Lebensmittelverluste für die Umwelt?

Zum einen belasten Lebensmittel das ⁠Klima⁠ durch ⁠Treibhausgas⁠-Emissionen. So verursachen die Lebensmittelabf?lle von einhundert Menschen mehr Treibhausgas-Emissionen, als ein PKW auf seiner Fahrt um den ?quator aussto?en würde. Auch wird für die Erzeugung von Lebensmitteln sehr viel Wasser verbraucht und Fl?che in Anspruch genommen. Analysen zeigen, dass Produkte tierischen Ursprungs für die betrachteten Wirkungskategorien h?here potenzielle Umweltwirkungen verursachen als pflanzliche Produkte. Für die Erzeugung tierischer Lebensmittel wird pro Kilogramm Produkt acht Mal mehr Land ben?tigt, als zur Erzeugung von pflanzlichen Produkten. Auch hinsichtlich der Treibhausgas-Emissionen - sie sind vier Mal so hoch - sind die Unterschiede deutlich.