Wassernutzung privater Haushalte

Im Schnitt nutzte jede Person in Deutschland im Jahr 2016 t?glich rund 123 Liter Trinkwasser im Haushalt. Weitere 3.900 Liter Wasser pro Tag werden für die Herstellung von Lebensmitteln, Bekleidung und anderen Bedarfsgütern verwendet. Ein Gro?teil dieses indirekt genutzten Wassers wird für die Bew?sserung von Obst, Gemüse und Getreide ben?tigt.

Inhaltsverzeichnis

 

Direkte und indirekte Wassernutzung

Jede Person in Deutschland verwendete im Jahr 2016 im Schnitt t?glich 123 Liter Trinkwasser,?etwa für?K?rperpflege, Kochen, Trinken, W?schewaschen oder auch das Putzen (siehe Abb. ?Wasserverwendung im Haushalt 2017“). Darin ist auch die Verwendung von Trinkwasser im Kleingewerbe zum Beispiel in Metzgereien, B?ckereien und Arztpraxen enthalten. Der überwiegende Anteil des im Haushalt genutzten Trinkwassers wird für Reinigung, K?rperpflege und Toilettenspülung verwendet. Nur geringe Anteile nutzen wir tats?chlich zum Trinken und für die Lebensmittelzubereitung.

Die t?gliche Trinkwassernutzung im Haushalt und Kleingewerbe ging in den letzten 20 Jahren stetig zurück. Gegenüber dem Jahr 1991 fiel sie von 144 Liter je Einwohner und Tag um 21 Liter (siehe Abb. ?T?gliche Wasserverwendung pro Kopf“).

Doch wir nutzen Trinkwasser nicht nur direkt. In Lebensmitteln, Kleidungstücken und anderen Produkten ist ebenfalls Wasser enthalten oder wurde als Prozess- oder Bew?sserungswasser zu deren Erzeugung eingesetzt. Dieses indirekt genutzte Wasser wird als virtuelles Wasser bezeichnet. Virtuelles Wasser zeigt an, wie viel Wasser für die Herstellung von Produkten und Gütern ben?tigt wurde.

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Deutschlands Wasserfu?abdruck

Das virtuelle Wasser ist Teil des "Wasserfu?abdrucks", der die verbrauchte Wassermenge einer Person, eines Unternehmens oder Landes angibt. Das Besondere an diesem Konzept ist, dass es unseren Konsum mit dem Wasserverbrauch in den Herstellerregionen verbindet. Der Wasserfu?abdruck zeigt auf, dass sich unser Konsum auf die Wasserressourcen weltweit auswirkt und macht deutlich, dass wir mit Produkten und Gütern immer auch Wasser ein- beziehungsweise ausführen. Der Wasserfu?abdruck eines Landes wird wie folgt berechnet (in den Klammern werden die aktuellen Werte, Jahr 2010, für Deutschland ausgewiesen):

Nutzung heimischer Wasservorkommen (58,0 Mrd. m3)
+ Import virtuellen Wassers (125,0 Mrd. m3)
– Export virtuellen Wassers (65,8 Mrd. m3)
= Wasserfu?abdruck (117,2 Mrd. m3)

Bei einem Wasserfu?abdruck von 117,2 Milliarden Kubikmetern (Mrd. m3) hinterl?sst jede Person in Deutschland einen Wasserfu?abdruck von rund 1.426 m3 j?hrlich – das sind 3,9 m3 oder 3.900 Liter t?glich. Allein der Wasserfu?abdruck für Baumwolltextilien und Kleidung, die aus Baumwolle hergestellt wird, betrug im Jahr 2010 knapp 78 m3 pro Kopf.

 

Virtuelles Wasser in Baumwolle und Lebensmitteln

Bei landwirtschaftlichen Produkten, die zur Herstellung von Textilien und Lebensmitteln genutzt werden, ist Deutschland ein so genannter Nettoimporteur von virtuellem Wasser. Das hei?t, um unseren Bedarf an Ern?hrung und Kleidung zu decken, ben?tigen wir mehr Wasser im Ausland als im Inland. Zwei Beispiele sollen dies verdeutlichen:

  • Für Textilien und Kleidung aus Baumwolle, die im Jahr 2010 importiert wurden, wurden im Ausland für Anbau und Herstellung circa 10,6 Milliarden Kubikmeter (Mrd. m3) Wasser verwendet. Für die im selben Jahr in Deutschland produzierten und exportierten Baumwollerzeugnisse etwa 4,2 Mrd. m3. Damit hat Deutschland einen Nettoimport von knapp 6,4 Mrd. m3 Wasser (Nettoimporte = Importe minus Exporte).
  • Das für die Herstellung unsere Ern?hrungsgüter ben?tigte Wasser wird zunehmend im Ausland genutzt, da wir viele Rohprodukte und verarbeitete Nahrungsmittel importieren. So wurden im Jahr 2000 für Erzeugnisse pflanzlichen und tierischen Ursprungs im Ausland knapp 80 Milliarden Kubikmeter (Mrd. m3) Wasser verwendet, im Jahr 2010 waren es bereits mehr als 103 Mrd. m3. Im gleichen Zeitraum stieg die ben?tigte Wassermenge für exportierte pflanzliche und tierische Produkte von fast 47 auf knapp 66 Mrd. m3 an.
 

Grünes und blaues Wasser

Beim Wasserfu?abdruck wird zwischen ?grünem“ und ?blauem“ Wasser unterschieden. Als ?grün“ gilt natürlich vorkommendes Boden- und Regenwasser, welches Pflanzen aufnehmen und verdunsten. Als ?blau“ wird Wasser bezeichnet, das zur Herstellung von Produkten wie Lebensmittel, Textilien gezielt aus Grund- und Oberfl?chengew?ssern entnommen wird. Zum blauen Wasser z?hlt auch Wasser, mit dem Landwirte Felder und Plantagen bew?ssern.

Bei den nach Deutschland eingeführten Agrarrohstoffen und Baumwollerzeugnissen sind die Anteile an grünem und blauem Wasser unterschiedlich hoch:

  • Bei Agrarrohstoffen wie Getreide, ?lsaaten, Futterpflanzen, Obst oder Gemüse geh?ren 95 % des importierten Wassers zum grünen Wasser (siehe Abb. ?Importiertes blaues und grünes Wasser von Agrarrohstoffen“).
  • Bei Baumwollerzeugnissen liegt hingegen der Anteil blauen Wassers, also des zur Bew?sserung eingesetzten Wassers bei etwa 69 % und der des grünen Wassers bei 31 % (siehe Abb. ?Importiertes blaues und grünes Wasser von Baumwollerzeugnissen“).

Bei der Entnahme von blauem Wasser zur Bew?sserung von Plantagen kann es zu ?kologischen Problemen und lokalen Nutzungskonflikten kommen. Ein bekanntes Beispiel ist der Aralsee: Der einstmals viertgr??te Binnensee der Erde mit einer Fl?chenausdehnung von 68.000 km2, etwas kleiner als das Bundesland Bayern, bedeckt heute aufgrund gigantischer Wasserentnahmen für den Baumwollanbau weniger als die H?lfte seiner ehemaligen Fl?che (29.680 km2). Bis 1997 verlor er 90 % seines Wasservolumens bei einem gleichzeitigen Anstieg des Salzgehalts.

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