Wohnfl?che

In Deutschland werden immer mehr und immer gr??ere Wohnungen gebaut. Die beanspruchte Wohnfl?che pro Person steigt. Gründe liegen vor allem in der zunehmenden Zahl der Single-Haushalte und dem Anstieg der Wohnfl?che mit zunehmendem Alter.

Inhaltsverzeichnis

 

Zahl der Wohnungen gestiegen

Im Jahr 2019 gab es in Deutschland rund 42,5 Millionen (Mio.) Wohnungen in Wohn- und Nichtwohngeb?uden, einschlie?lich Wohnheimen. Das waren rund 1,9 Mio. Wohnungen mehr als im Jahr 2011 (+4,6 %). Im gleichen Zeitraum stieg die tats?chlich genutzte Wohnfl?che deutlich st?rker um 5,6 % an. Grund dafür war auch die im Vergleich zu 2011 gr??ere durchschnittliche Wohnfl?che der Wohnungen im Bestand von 2019. Die Wohnfl?che je Wohnung betrug 2019 im Durchschnitt 91,9 Quadratmeter und lag damit um 1 % h?her als im Jahr 2011 (siehe oben Tab. ?Wohnungen und Wohnfl?che“).

Da die meisten neuen Wohnungen in Neubauten entstehen, die zu einem erheblichen Teil in neu ausgewiesenen Baugebieten errichtet werden, zeigt sich das Wohnen als ein bedeutender Treiber der Fl?chen-Neuinanspruchnahme in Deutschland. Dies hat auch der Sachverst?ndigenrat für Umweltfragen in seinem Umweltgutachten ?Impulse für eine integrative Umweltpolitik“ festgestellt.

Das Statistische Bundesamt definiert die Wohnfl?che als die Fl?che aller Wohn- und Schlafr?ume sowie aller Küchen und Nebenr?ume. Unberücksichtigt bleiben dabei die nicht zum Wohnen bestimmten Boden-, Keller- und Wirtschaftsr?ume. Au?erdem wird die Wohnfl?che in Leerst?nden nicht erfasst.

Tabelle: Im Zeitraum 2011 bis 2019 stieg der Wohnungsbestand in Deutschland um rund 1,9 Millionen oder 4,6 Prozent. Die Wohnfl?che je Wohnung betrug 2019 im Durchschnitt 91,9 Quadratmeter und lag damit um 1,0 Prozent h?her als im Jahr 2011.
Tab: Wohnungen und Wohnfl?che
Quelle: Statistisches Bundesamt Tabelle als PDF zur vergr??erten Darstellung
 

Entwicklung von Bev?lkerung und Wohnungsbestand in Bundesl?ndern unterschiedlich

Zwischen 2011 und 2019 nahm die Zahl der Wohnungen in Deutschland um 4,6 % zu, w?hrend die Bev?lkerung im gleichen Zeitraum um rund 3,5 % wuchs. Hauptursache für den Bev?lkerungszuwachs war die Zuwanderung der letzten Jahre. Die Entwicklung verlief unterschiedlich: W?hrend in den meisten Bundesl?ndern die Bev?lkerung zunahm, schrumpfte sie in Sachsen-Anhalt (-3,6 %), Thüringen (-2,2 %) und im Saarland (-1,1 %). Im gleichen Zeitraum stieg der Wohnungsbestand jedoch in allen Bundesl?ndern, also auch in Thüringen (+2,2 %), im Saarland (+2,9 %), und geringfügig in Sachsen-Anhalt (+0,4 %). In Baden-Württemberg, Hessen und den drei Stadtstaaten w?chst die Bev?lkerung teilweise deutlich schneller als der Wohnungsbestand. Hingegen w?chst in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Schleswig-Holstein der Wohnungsbestand wesentlich schneller als die Bev?lkerung (siehe Abb. ?Ver?nderung Bev?lkerung und Wohnungsbestand in den Bundesl?ndern 2011 bis 2019“).

Diagramm: Von 2011 bis 2019 schrumpfte die Bev?lkerung in Sachsen-Anhalt (-3,6 %), Thüringen (-2,2 %) und im Saarland (-1,1 %). Im gleichen Zeitraum stieg der Wohnungsbestand in Thüringen (+2,2 %), im Saarland (+2,9 %), und in Sachsen-Anhalt (+0,4%).
Ver?nderung Bev?lkerung und Wohnungsbestand in den Bundesl?ndern 2011 bis 2019
Quelle: Statistisches Bundesamt Diagramm als PDF
 

Wohnfl?che pro Kopf gestiegen

Die Wohnfl?che pro Kopf nahm in Deutschland zwischen 2011 und 2019 von 46,1 Quadratmetern (m2) auf 47 m2 zu – trotz Zuwanderung, die nur vorübergehend in den Jahren 2015 und 2016 zu einem kleinen Rückgang der Pro-Kopf-Wohnfl?che führte. Ein Grund dafür ist die immer noch zunehmende Versorgung mit Eigenheimen und gro?en Wohnungen obwohl die Haushalte im Mittel immer kleiner und vor allem Ein-Personenhaushalte immer h?ufiger werden (siehe Abb. ?Wohnfl?che pro Kopf“). Im Mittel teilten sich 2019 nur noch zwei Menschen eine Wohnung, der Anteil der Ein-Personenhaushalte lag bei 39,7 %.

Diagramm: Die Wohnfl?che pro Kopf nahm in Deutschland zwischen 2011 und 2019 um 0,9 Quadratmeter zu. 2011 betrug sie 46,1 Quadratmeter und 2019 47,0 Quadratmeter pro Kopf.
Wohnfl?che pro Kopf
Quelle: Statistisches Bundesamt Diagramm als PDF
 

Wohnfl?che pro Kopf in Ein-Personenhaushalten am gr??ten

Der ⁠Trend⁠ zu Haushalten mit weniger Personen führt dazu, dass die Bev?lkerung insgesamt mehr Wohnfl?che beansprucht. Im Jahr 2018 lag die Wohnfl?che pro Kopf in Ein-Personenhaushalten mit 68 Quadratmetern (m2) um mehr als ein Drittel h?her als die Wohnfl?che pro Kopf in Zwei-Personenhaushalten mit 49?m2. Die Mitglieder von Haushalten mit drei oder mehr Personen beanspruchten sogar nur eine durchschnittliche Fl?che von 33?m2. Ein wichtiger Grund für die geringere Wohnfl?chenbeanspruchung pro Person in Mehr-Personenhaushalten ist die gemeinsame Nutzung von Küche, Bad und Flur.

 

?ltere Haushalte belegen viel Wohnraum

Das zeigen Daten des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) und des Statistischen Bundesamtes. Der Grund dafür ist, dass Eltern nach Auszug der Kinder oft in der gro?en Familienwohnung bleiben. Vor allem Wohnungseigentümer sind wenig geneigt, nach der Familienphase in eine kleinere Wohnung zu ziehen. Laut Mikrozensus 2010 lebten in der Gruppe der über 65-j?hrigen 56 % im Wohneigentum. Zudem ist der Anteil ?lterer Haushalte, die im Eigentum wohnen, in den letzten Jahren stetig gestiegen, laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft seit 2010 um ca. 5 %. Nach Angaben des BBSR belegte ein Ein-Personenhaushalt in der Altersgruppe über 75 Jahre im Jahr 1978 noch 55 Quadratmeter (m2), im Jahr 2010 waren es bereits rund 78 m2. Die Wohnfl?chenbelegung junger Ein-Personenhaushalte ist hingegen seit 1978 – mit kleinen Schwankungen – nicht wesentlich gewachsen und blieb unter 50 m2.

 

Folgen der Fl?chennutzung durch Wohnen für die Umwelt

Jeder bewohnte Quadratmeter Fl?che in Geb?uden führt zu h?herem Energieverbrauch, denn die Fl?che wird beleuchtet, beheizt, mit Bodenbelag versehen und m?bliert, muss gereinigt und instand gehalten werden. Dies führt zu erh?htem Energie- und Ressourcenverbrauch und ggf. Schadstoffemissionen.

Haushalte und ihre Mitglieder belegen nicht nur Wohnfl?che innerhalb von Geb?uden, sondern ihnen ist allein oder anteilig auch die Grundstücksfl?che, auf der das Wohngeb?ude steht, zuzurechnen. Hinzu kommt weitere Bodenfl?che au?erhalb des Wohngrundstücks, zum Beispiel die Fl?che für Erschlie?ungsstra?en oder andere Infrastrukturen, wie Abwasserbeseitigungsanlagen oder Spiel-, Sport- und Grünfl?chen, die dem Wohnen dienen. Jede Nutzung von Bodenfl?chen durch den Menschen hat mehr oder weniger gro?e Auswirkungen auf die Umwelt. Das gilt auch für die Nutzung durch Siedlungsfl?chen und dadurch bedingt für die Fl?chen der Verkehrsinfrastruktur. Irreversibel wird etwa in die Fl?che eingegriffen, wenn natürliche Bodenstrukturen und -funktionen zum Beispiel durch überbauung und Versiegelung zerst?rt werden. Ziel muss es sein, knappe Fl?che nachhaltig und umweltschonend, ?konomisch effizient und sozial gerecht mit Rücksicht auf künftige Generationen zu nutzen.