Abfallaufkommen

Das Netto-Abfallaufkommen sank zwischen den Jahren 2000 und 2018 um rund 11 Prozent. Das liegt neben statistischen Effekten haupts?chlich an der konjunkturell bedingten Abnahme der Bau- und Abbruchabf?lle. Die Abf?lle aus Haushalten nahmen zu. Der Gro?teil des anfallenden Abfalls wird verwertet.

Inhaltsverzeichnis

 

Deutschlands Abfall

Im Jahr 2018 betrug das ⁠Brutto-Abfallaufkommen⁠ in Deutschland 417,2 Mio. t und blieb somit im Vergleich zum Vorjahr auf ann?hernd gleichem Niveau (2017: 412,2 Mio. t). Das in diesem enthaltene ⁠Netto-Abfallaufkommen⁠ von 362,3 Mio. t sank im Vergleich zu 2000 um rund 11 %. Dieser Rückgang ist haupts?chlich auf die Abnahme der Bau- und Abbruchabf?lle zurückzuführen (siehe Abb. und Tab. ?Abfallaufkommen“).

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Bau-, Abbruch-, Gewerbe- und Bergbauabf?lle

Bau- und Abbruchabf?llen, Gewerbe- sowie Bergbauabf?llen kommt beim Abfallaufkommen eine besondere Bedeutung zu (siehe Abb. und Tab. ?Abfallaufkommen“).

  • Bau- und Abbruchabf?lle: Der Abfallgruppe der ?Bau- und Abbruchabf?lle (einschlie?lich Stra?enaufbruch)“ kommt eine Schlüsselrolle für eine geschlossene Kreislaufwirtschaft zu. Sie machte im Jahr 2018 mit rund 228,1 Mio. t den Gro?teil (54,7 %) des Brutto-Abfallaufkommens aus. Den gr??ten Anteil an dieser Abfallgruppe hat der Bodenaushub, der mit 85 % überwiegend verwertet wurde. Auch die restlichen mineralischen Bauabf?lle wurden zu einem erheblichen Teil verwertet. Die Entwicklung der Bau- und Abbruchabf?lle verlief weitgehend parallel zur konjunkturellen Entwicklung im Baugewerbe.
  • Gewerbeabf?lle: Nach den Bauabf?llen waren die ?übrigen Abf?lle (insbesondere aus Produktion und Gewerbe)“ im Jahr 2018 die bedeutendste Abfallgruppe. Mit rund 55,1 Mio. t Abf?llen stammten 13,2 % aller Abf?lle aus dieser Abfallgruppe. Bis zum Jahr 2008 hie? diese Abfallgruppe noch ?Abf?lle aus Produktion und Gewerbe“.
  • Bergbauabf?lle: Die Abfallgruppe ?Abf?lle aus Gewinnung und Behandlung von Bodensch?tzen“ machten im Jahr 2018 mit 28,9 Mio. t etwa 6,9 % des Abfallaufkommens aus. Diese Abf?lle stammen überwiegend aus dem Steinkohlebergbau. Der gr??te Teil des Materials wurde auf Halden gelagert. Lediglich 3 % dieses Abfalls konnte verwertet werden. Bis zum Jahr 2008 hie? diese Abfallgruppe ?Bergematerial aus dem Bergbau“.
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Siedlungsabf?lle / Haushaltstypische Siedlungsabf?lle

Bei einem relativ konstanten Anfall an Siedlungsabf?llen von ca. 50 Mio. t pro Jahr stieg das Aufkommen der haushaltstypischen Siedlungsabf?lle (in der Abfallbilanz bis 2011 als ?Haushaltsabf?lle“ bezeichnet) von 37,6 Mio. t im Jahr 2000 auf 44,4 Mio. t im Jahr 2018 stark an. Pro Einwohner waren das im Jahr 2000 noch 458 kg, 2018 waren es 535 kg/Ew. Gleichzeitig stieg der verwertete Anteil. Wurden im Jahr 2000 nur etwa 51 % verwertet, waren es 2018 bereits 99 %, davon 69 % mit stofflicher Verwertung. Das Aufkommen der haushaltstypischen Siedlungsabf?lle ging die letzten Jahre stetig und leicht zurück

Das Aufkommen der in den haushaltstypischen Siedlungsabf?llen enthaltenen Fraktion ?Hausmüll und hausmüll?hnliche Gewerbeabf?lle“ sank zwischen 2000 und 2018 von 18,0 Mio. t auf 13,5 Mio. t. Das Aufkommen der getrennt gesammelten Fraktionen - u.a. Glas, Papier, gemischte Verpackungen - stieg in diesem Zeitraum von 13,5 Mio. t auf 18,2 Mio. t (Quelle: Abfallbilanzen des Statistischen Bundesamtes, siehe auch "Ablagerungsquoten der Hauptabfallstr?me", ?Verwertungsquoten der wichtigsten Abfallarten“ und Abb. ?Zusammensetzung der haushaltstypischen Siedlungsabf?lle 2018“).?

Diagramm: In Deutschland fielen im Jahr 2018 circa 44,4 Millionen Tonnen Haushaltsabf?lle an. Hausmüll und ?hnliche gewerbliche Abf?lle stellten davon 30,4 %, Papier, Pappe, Kartonagen 17 % sowie Leichtverpackungen und Kunststoffe 12 %.
Zusammensetzung der haushaltstypischen Siedlungsabf?lle 2018
Quelle: Statistisches Bundesamt Diagramm als PDF
 

Gef?hrliche Abf?lle

Gef?hrliche Abf?lle werden ab dem Jahr 1999 in der Abfallbilanz lediglich nachrichtlich als Summe ausgewiesen. Rund 6 % des Abfallaufkommens geh?rten im Jahr 2018 diesem Abfallstrom an. Sie fielen vor allem in der Industrie und dem Baugewerbe an und gingen zu 66 % in die Verwertung.

 

Beseitigte Abf?lle

Der nicht verwertbare Anteil des anfallenden Abfalls muss unter Vermeidung von Umweltsch?den und Gesundheitsbeeintr?chtigungen für die Bürger beseitigt werden. Vor der endgültigen Ablagerung sind organische Abf?lle grunds?tzlich mechanisch-biologisch oder thermisch zu behandeln. Damit sollen sie unsch?dlich gemacht (das hei?t inertisiert) werden. Ziel ist es, aus Deponien weniger Sickerw?sser und Deponiegas freizusetzen. Seit Mitte 2005 ist die Ablagerung (das hei?t Deponierung) nicht vorbehandelter organischer Abf?lle nicht mehr zul?ssig. Für Verbrennungsanlagen gelten strenge Standards zur Luftreinhaltung (siehe ?Ablagerungsquoten der Hauptabfallstr?me“).

 

Abfallintensit?t

Die Abfallintensit?t ist ein ⁠Indikator⁠ für die Entkopplung des Abfallaufkommens von der Wirtschaftsleistung. Sie sank zwischen den Jahren 2000 und 2018 um 29,4 Prozentpunkte (siehe Abb. ?Entkopplung des Abfallaufkommens von der Wirtschaftsleistung“).

Weitere Informationen gibt es aus der Abfallstatistik des Statistischen Bundesamtes.

Diagramm: Das Abfallaufkommen ist von der Wirtschaftsleistung weitgehend entkoppelt. Der Indikator dazu, die Abfallintensit?t, ist in Deutschland zwischen den Jahren 2000 bis 2018 um 29,4 % gesunken.
Entkopplung des Abfallaufkommens von der Wirtschaftsleistung (Abfallintensit?t)
Quelle: Statistisches Bundesamt Diagramm als PDF
 

Deutschlands Abfallbilanzen ab dem Jahr 2000

Bei der Interpretation der Daten zu den einzelnen Hauptabfallstr?men ist zu beachten, dass die Abfallstatistik nicht auf eine unmittelbare Erfassung des Abfallaufkommens ausgerichtet ist. Erfasst werden seit dem Jahr 1996 in erster Linie die bei den Betreibern von Abfallentsorgungsanlagen jeweils eingesetzten Abfallmengen.

Das Statistische Bundesamt führte bis zum Jahr 2005 diese Abfallmengen mit Hilfe eines Rechenmodells zum Gesamtabfallaufkommen – der Abfallbilanz – zusammen. Das Bundesamt zog vom gesamten Input an Abfallentsorgungsanlagen den Output zur Abfallverwertung und Abfallbeseitigung im Inland ab. Fachleute sprechen hier vom Nettoprinzip. Dabei konnten Doppelz?hlungen nicht g?nzlich vermieden werden.

Seit dem Jahr 2006 gilt daher das Bruttoprinzip. Das Statistische Bundesamt zieht seitdem Sekund?rabf?lle – also Abf?lle, die bereits in anderen Abfallentsorgungsanlagen behandelt wurden – nicht mehr vom Input der Anlagen ab. Diese Sekund?rabf?lle (siehe Europ?isches Abfallverzeichnis / EAV 19) werden nun getrennt ausgewiesen.

 

Ge?nderte statistische Erfassung

Die Abfallbilanzen sind über die Jahre nicht direkt vergleichbar, weil sich die Erfassung der Abf?lle mehrfach ?nderte:

  • Ab 2002: Im Jahr 2002 l?ste das Europ?ische Abfallverzeichnis (EAV) den Europ?ischen Abfallkatalog (EAK) ab. Diese ?nderung führte zu Verschiebungen innerhalb der Siedlungsabf?lle sowie zwischen nicht gef?hrlichen und gef?hrlichen Abf?llen. Die gef?hrlichen Abf?lle werden im Gegensatz zu früheren Jahren ab 1999 als Bestandteil der im Folgenden dargestellten Abfallarten betrachtet. Sie werden lediglich nachrichtlich gesondert als Summe ausgewiesen.
  • Ab 2006: Ein weiterer Bruch in der Zeitreihe ist durch das ab dem Jahr 2006 auf die Abfallbilanz angewendete Bruttoprinzip entstanden. Mit den früheren Angaben ann?hernd vergleichbar ist ab 2006 das Nettoabfallaufkommen: Es enth?lt keine Abf?lle aus Abfallbehandlungsanlagen.