Rohstoffnutzung und ihre Folgen

Weltweit werden Jahr für Jahr mehr abiotische Rohstoffe aus der Natur entnommen. Sie werden zu Rohmaterial aufbereitet und verarbeitet, um den stetig steigenden Bedarf der Weltwirtschaft zu stillen. Dieser Trend versch?rft globale Umweltprobleme wie den Klimawandel, die Bodendegradation oder den zunehmenden Verlust an biologischer Vielfalt vor allem in ?kologisch sensiblen Gebieten.

Umweltwirkungen der Rohstoffnutzung

Rohstoffnutzung bezeichnet jeglichen Zugriff des Menschen auf Rohstoffe. Sie beginnt mit der Entnahme der Rohstoffe, geht weiter mit deren Aufbereitung zu Rohmaterialien und deren Veredelung und Verarbeitung zu Produkten. Schlie?lich folgen die Phasen der Produktnutzung und Entsorgung, bei der die im Abfall enthaltenen Rohstoffe m?glichst zurückgewonnen und Stoffkreisl?ufe geschlossen werden. Die Umweltwirkungen der Rohstoffgewinnung, der Veredelung sowie der Rohstoffrückgewinnung lassen sich mit geeigneten Methoden den Rohstoffen zuordnen (Stichwort: ??kologische Rucks?cke“). Dies ist bei Produktherstellung und -nutzung nicht der Fall. Rohstoffe sind zwar Bestandteil der Produkte, doch die Umweltauswirkungen der Produktherstellungs- und Nutzungsphase beziehen sich auf das Produkt und nicht auf die Rohstoffe oder -materialien. Deshalb bezieht sich dieser Text zu den Umweltfolgen der Rohstoffnutzung ausschlie?lich auf die Entnahme und Aufbereitung der Rohstoffe zu Rohmaterialien sowie deren Veredelung.

Braunkohletagebau mit Bagger und F?rderbrücke und Gleisen
Braunkohle ist als abiotischer Rohstoff noch immer hei? begehrt
Quelle: Andreas F. / Fotolia.com

Umweltfolgen vor, w?hrend und nach dem Rohstoffabbau

Der Mensch greift beim Abbau von Rohstoffen vielf?ltig in Natur und Umwelt ein. Bedeutsam sind vor allem Eingriffe in den Wasserhaushalt sowie in den Naturhaushalt und deren Auswirkungen auf konkurrierende Nutzungen durch den Menschen und die biologische Vielfalt. Es wird Energie verbraucht, Schadstoffe gelangen in Wasser, Boden und Luft. Wichtig ist dabei auch, wie mit Bergbauabf?llen umgegangen wird.

Die Umweltwirkungen der Rohstoffgewinnung treten über einen langen Zeitraum – dem Lebenszyklus des Rohstoffprojektes – auf. Erst wird eine Lagerst?tte erkundet, dann erschlossen und meist über viele Jahre abgebaut. Die Rohstoffe werden zu Rohmaterialien aufbereitet und veredelt – wenn auch nicht notwendigerweise vor Ort. Am Ende wird die Lagerst?tte geschlossen und es findet idealerweise eine Nachsorge statt. In jeder dieser Phasen treten unterschiedliche Umweltwirkungen auf.

Beim Schritt von der Erkundungs- zur Erschlie?ungs- und Betriebsphase steigen in der Regel die Umweltwirkungen deutlich. Erfolgen diese T?tigkeiten vorsorgeorientiert und findet eine effektive Nachsorge statt, nehmen die Umweltwirkungen w?hrend der Schlie?ungs- und der Sanierungsphase in der Regel wieder ab. Eine erfolgreiche Nachsorge setzt ein funktionierendes Abfallmanagement in der Betriebsphase sowie die Festlegung konkreter Nachsorgeauflagen wie der Rekultivierung, der Standsicherheit und der Sanierung voraus. Diese Ma?nahmen müssen bereits bei der Genehmigung des Bergbauprojekts festgelegt werden.

Ausführliche Informationen am Beispiel des Erzbergbaus finden Sie hier.