Altbatterien

Altbatterien k?nnen giftige Schwermetalle wie Quecksilber, Cadmium und Blei enthalten. Um Mensch und Umwelt zu schützen und Wertstoffe in hohem Ma?e wiederzugewinnen, müssen sie getrennt vom unsortierten Siedlungsabfall gesammelt und recycelt werden. Im Jahr 2019 konnte die Sammelmenge an Ger?tebatterien um 4.055 Tonnen bzw. 17,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden.

Inhaltsverzeichnis

 

Im Jahr 2019 hat Deutschland alle von der EU geforderten Mindestziele erreicht

Von 228.922 Tonnen (t) Altbatterien, die den speziellen Recyclingverfahren für Altbatterien zugeführt wurden, konnten 185.955 t (2018: 177.206 t) Sekund?rrohstoffe wiedergewonnen werden.

In den einzelnen Verfahren waren das insbesondere Blei, Schwefels?ure, Stahl, Ferromangan, Nickel, Zink, Cadmium sowie Quecksilber. Diese Rohstoffe k?nnen im Rahmen einer Kreislaufführung erneut zur Batterie- und Akkuherstellung eingesetzt werden.

Dies zeigt, dass auch im Berichtsjahr 2019 ein hoher Anteil der Wertstoffe in Altbatterien effizient wiedergewonnen wurde und Deutschland alle von der EU festgelegten Mindestziele für das Sammeln und Recyceln von Altbatterien erreichte.

Die Masse der Altbatterien, die den Recyclingverfahren zur stofflichen Verwertung zugeführt wurde, stieg im Vergleich zum Vorjahr leicht um 4,5 % an. Die Aufteilung der 228.922 t in die Kategorien

  • Blei-S?ure-Altbatterien (205.254 t),
  • Nickel-Cadmium-Altbatterien (1.353 t) und
  • sonstige Altbatterien (22.315 t)

zeigt den hohen Anteil der Blei-S?ure-Altbatterien am Gesamtmarkt der Altbatterien.

Unter die Kategorie ?sonstige Altbatterien“ fallen insbesondere Alkali-Mangan (AlMn)-, Zink-Kohle (ZnC)-, Lithium (Li)- und Lithium-Ionen (Li-Ion)- Altbatterien. Die Masse dieser Kategorie stieg im Jahr 2019 um 28,1 %: Nach 16.222 t im Jahr 2017 und 17.424 t im Jahr 2018 waren es 2019, 22.315 t Altbatterien, die einem Recyclingverfahren zugeführt wurden.

Für das Jahr 2019 wurden – entsprechend der Methodik der Recyclingeffizienzverordnung (EU) 493/2012 – folgende durchschnittliche Recyclingeffizienzen erzielt:

  • Verfahren der Recyclingbetriebe von Blei-S?ure-Batterien: 81,9 %,
  • Verfahren von Nickel-Cadmium-Batterien: 77,6 % und
  • Verfahren von sonstigen Batterien: 75,5 %.

Die Recyclingbetriebe von Blei-S?ure-Batterien erreichen mit knapp 82 % eine deutlich h?here Effizienz als die geforderte Mindestrecyclingeffizienz in H?he von 65 %. Bei den Recyclingbetrieben von sonstigen Batterien ist im Vergleich zu den Vorjahren ein Rückgang der Effizienz auf rund 76 % zu verzeichnen.

Die Recyclingeffizienz eines Recyclingverfahrens erh?lt man, indem die Masse der zurückgewonnenen Sekund?rrohstoffe (Outputfraktionen) zur Masse der Altbatterien, die dem Verfahren zugeführt wurde (Inputfraktionen), ins Verh?ltnis gesetzt wird.

Das Ziel der Recyclingeffizienzverordnung (EU) 493/2012, die im Jahr 2012 in Kraft trat, ist die Vergleichbarkeit der Recyclingeffizienzen der EU-Mitgliedstaaten durch eine einheitliche Berechnungsgrundlage. Die Begriffe Output- und Inputfraktion sind im Artikel 2 Abs. 1 Nr. 4 und Nr. 5 in Verbindung mit Anhang I dieser Verordnung definiert.

Zur Veranschaulichung der EU-Mindestrecyclingziele dient eine Abbildung, in der die ermittelten durchschnittlichen Recyclingeffizienzen den Mindestzielen gegenübergestellt werden (siehe Abb. ?Effizienzen der Recyclingverfahren für Altbatterien 2018 und 2019“).

Bei der Darstellung von durchschnittlichen Recyclingeffizienzen, die der Prüfung der EU-Mindestziele dienen, kann es vorkommen, dass einzelne ineffiziente Recyclingverfahren die Zielanforderungen nicht erreichen und aufgrund der Systematik unerkannt bleiben. Unsere Einzelfallbetrachtung zeigt, dass alle Recyclingverfahren die Mindestziele erfüllen oder sogar weit übertreffen. Einzig die Recyclingverfahren für Nickel-Cadmium-Batterien liefern ein differenziertes Bild: So z?hlen die Verfahren mit 77,6 % zwar zu den effizientesten Recyclingverfahren – im Vergleich zu den gesetzlichen Vorgaben in H?he von 75 % wurden die Mindestziele jedoch nur sehr knapp übertroffen.

Ferner haben die Rücknahmesysteme für Ger?te-Altbatterien (GRS Batterien, CCR REBAT, ERP Deutschland, ECOBAT Logistik GmbH und ?corecell) ausführliche Daten zu den Verwertungsergebnissen der Ger?te-Altbatterien im Rahmen des j?hrlichen Erfolgskontrollberichts an das ⁠UBA⁠ übermittelt. Die ECOBAT Logistics GmbH mit Sitz in Braubach (Rheinland-Pfalz) legte für das Berichtsjahr 2019 erstmalig eine Erfolgskontrolle vor, da das herstellereigene Rücknahmesystem für Ger?te-Altbatterien durch das Ministerium für Umwelt, Energie und Ern?hrung Rheinland-Pfalz am 28.03.2019 zugelassen wurde. Neben der Batterieart ?Ger?te-Altbatterien“ (Batterien, die im Haushalt eingesetzt werden) untergliedern sich Altbatterien au?erdem in Fahrzeug- und Industrie-Altbatterien.

Die Masse der Ger?te-Altbatterien, die einem Recyclingverfahren zur stofflichen Verwertung zugeführt wurde, betrug im Jahr 2019 27.625 t (2018: 23.792 t). Die Verwertungsquote für Ger?te-Altbatterien, die ausdrückt, wieviel von den gesammelten Altbatterien tats?chlich einer stofflichen Verwertung zugeführt wurden, stieg leicht von 100,9 % im Jahr 2018 auf nun 102,5 %. Dies bedeutet, dass im Jahr 2019 etwas mehr Batterien einer stofflichen Verwertung zugeführt (28.262 t) als gesammelt (27.625 t) wurden. Wie erkl?rt sich eine Verwertungsquote von unter oder über 100 %? Da sich die Verwertungsquote auf die Sammlung und die Verwertung von Altbatterien eines Kalenderjahres bezieht, resultieren Verwertungsquoten unter oder über 100 % gr??tenteils aus dem Auf- oder Abbau von Lagerbest?nden der Rücknahmesysteme oder der Sortierer. Im Jahr 2019 wurden keine Altbatterien einer Deponierung oder Verbrennung zugeführt.

Im Ergebnis belegen die aktuellen Daten, dass nahezu alle Ger?te-Altbatterien sowohl den Recyclingbetrieben zugeführt als auch hochwertig stofflich verwertet werden.

Diagramm: Die Recyclingverfahren von Blei-S?ure-Altbatterien erreichten 2019 eine durchschnittliche Effizienz von 81,9 %, von Nickel-Cadmium-Altbatterien 77,6 % und von den sonstigen Batterien durchschnittlich 75,5 %.
Effizienzen der Recyclingverfahren für Altbatterien 2018 und 2019
Quelle: Recyclingbetriebe von Altbatterien entsprechend den Vorgaben der EU-Verordnung zur Berechnung der Recyclingeffizienzen für Altbatterien (493/2012) Diagramm als PDF
 

Die Sammelquote für Ger?tebatterien stieg im Jahr 2019 erstmals über 50 Prozent

Jedes der fünf Rücknahmesysteme für Ger?te-Altbatterien muss seit dem Berichtsjahr 2016 eine Mindestsammelquote von 45 % erreichen und dauerhaft sicherstellen.

Für die Berechnung der Sammelquote ist als in Verkehr gebrachte Masse die Masse der Batterien heranzuziehen, die im Durchschnitt des betreffenden und der beiden vorangegangenen Kalenderjahre in Verkehr gebracht wurde.

Im Jahr 2019 wurden in Deutschland 55.905 t Ger?tebatterien in Verkehr gebracht. Gegenüber dem Vorjahr war das ein Anstieg um 3.746 t beziehungsweise um 7,2 %.

Die fünf Rücknahmesysteme konnten im vergangenen Jahr die Masse der zurückgenommenen Ger?te-Altbatterien erneut steigern. Die Sammelmenge erh?hte sich gegenüber dem Vorjahr um 4.056 t auf 27.624 t. Dies entspricht einer Steigerung von 17,2 % und somit einer Sammelquote von 52,2 % (siehe Abb. ?Ger?tebatterien: Gesetzliche Sammelquote wird auch im Berichtsjahr 2019 erreicht“).

Das Diagramm bildet die Entwicklung der Sammelquote von 2010 bis 2019 ab. In 2019 stieg die Sammelquote deutlich auf über 52 Prozent an.
Ger?tebatterien: Gesetzliche Sammelquote wird auch im Berichtsjahr 2019 erreicht
Quelle: Erfolgskontrollberichte der Rücknahmesysteme für Ger?te-Altbatterien Diagramm als PDF
 

Ger?tebatteriemarkt: Masse der Lithium-Sekund?rbatterien stieg wie im Jahr zuvor st?rker als jedes andere Batteriesystem an

Die Ger?tebatterien unterteilen sich in die Prim?r- und die Sekund?rbatterien. Als Prim?rbatterien (nicht wiederaufladbar) bezeichnet man die herk?mmlichen Einwegbatterien. Sekund?rbatterien (wiederaufladbar) werden in der Regel Akkus genannt und k?nnen nach Gebrauch mit einem Ladeger?t mit neuer Energie versorgt werden.

Prim?rbatterien:

  • Der Anteil der im Berichtsjahr 2019 in Verkehr gebrachten Prim?rbatterien am Gesamtvolumen der Ger?tebatterien betrug 69 % (siehe Abb. ?Ger?tebatterien: Anteil der in Verkehr gebrachten Akkus betr?gt im Jahr 2019 31 Prozent“). Im Vergleich zu den vorangegangenen Berichtsjahren (2011 bis 2017) ist dieser Wert wie auch im Berichtsjahr 2018 erneut leicht gestiegen. Schaut man sich aber den aktuellen ⁠Trend⁠ der letzten Jahre an, stellt man fest, dass der Anteil der Prim?rbatterien zugunsten der Akkus weiterhin schrumpft: Im Jahr 2010 waren noch 76 %, im Jahr 2009 sogar noch 81 % aller Ger?tebatterien Prim?rbatterien (siehe Abb. ?Ger?tebatterien: Entwicklung der in Verkehr gebrachten Prim?r- und Sekund?rbatterien und der gr??ten Batteriesysteme).
  • Im Jahr 2019 wurden 32.146 t Alkali-Mangan (AlMn)-Batterien in Verkehr gebracht. Gegenüber 2018 ist das ein Anstieg um 2.735 t. Der Anteil am Gesamtmarkt der Ger?tebatterien betr?gt 58,0 %. Im Jahr 2009 betrug er noch 71 %, seit 2012 ist der Wert fast unver?ndert.
  • Zink-Kohle (ZnC)-Batterien wurden im Jahr 2019 ca. 4.300 t in Verkehr gebracht. Das entsprach in etwa 7,8 % aller Ger?tebatterien.
  • Die Masse der in Verkehr gebrachten Lithium-Prim?rbatterien (Li) stieg in 2019 gegenüber dem Vorjahr leicht an. Im Jahr 2019 sind es 1.320 t, im Jahr zuvor waren es noch 1.276 t.

Sekund?rbatterien:

Im Jahr 2019 wurden 31,0 % der Ger?tebatterien als Akkus in Verkehr gebracht. Im Jahr 2019 betrug die Masse der Akkus 17.359 t. Somit stieg die Masse der Sekund?rbatterien erneut um 2.324 t.

Bei einer Betrachtung über einen l?ngeren Zeitraum von 2010-2019 zeigt sich: Die Masse der Akkus erh?hte sich bis heute um über 70 %. (siehe Abb. ?Ger?tebatterien: Entwicklung der in Verkehr gebrachten Prim?r- und Sekund?rbatterien und der gr??ten Batteriesysteme"). Unter ?kologischen Aspekten ist eine weitere Steigerung des Akku-Anteils wünschenswert. Akkus k?nnen mehrfach wiederaufgeladen werden und verbessern so ihre Umwelt- und Energiebilanz. Ersetzt man beispielsweise Prim?rbatterien der Baugr??e AA durch Akkus gleicher Baugr??e, l?sst sich etwa ein halbes Kilogramm klimarelevantes Kohlendioxid pro Servicestunde der Batterie sparen (climatop 2009). Die Klimabelastung pro Servicestunde l?sst sich weiter senken, wenn der Akku jeweils langsam aufgeladen und das Ladeger?t nach Gebrauch vom Stromnetz getrennt wird.

  • Die Masse der in Verkehr gebrachten Lithium-Ionen-Akkus (Li-Ion) stieg auch 2019 – nach kontinuierlichen Zuw?chsen seit 2010 – stark um über 16 % an. Im Jahr 2019 waren es 12.739 t, die in Verkehr gebracht wurden, gegenüber dem Vorjahr ist das eine Steigerung um 2.055 t. Im Vergleich der Batteriesysteme k?nnen Li-Ion-Akkus die h?chsten j?hrlichen Zuwachsraten vorweisen.
  • Im Jahr 2019 wurden 2.180 t Nickel-Metallhydrid-Akkus (NiMH) in Verkehr gebracht. Die Masse ist gegenüber dem Vorjahr leicht gesunken.
  • Die in Verkehr gebrachte Masse der Nickel-Cadmium-Akkus (NiCd) sank auch im Jahr 2019 erneut auf nun nur noch 150 t. Gegenüber dem Jahr 2018 ist das ein Rückgang um ca. 35 % bzw. 39 t. Die überwiegenden Gründe für diese erfreuliche Entwicklung sind die im Batteriegesetz seit 2009 verankerten Grenzwerte für gesundheitsgef?hrdende Schwermetalle (Cadmiumverbot) sowie ein ver?ndertes Verbraucherverhalten.
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Das Melderegister für Batteriehersteller (BattG-Melderegister)

Alle Hersteller von Batterien, die in Deutschland Batterien in Verkehr bringen wollen, müssen dies vorab dem Umweltbundesamt (⁠UBA⁠) in einem Online-Formular anzeigen. Wollen diese Unternehmen Ger?tebatterien in Verkehr bringen, müssen sie unter anderem das Rücknahmesystem für Ger?te-Altbatterien benennen, das von ihnen eingerichtet wurde oder an dem sie beteiligt sind.

Fahrzeug- und Industriebatterie-Hersteller hingegen best?tigen, dass eine den Anforderungen des § 8 BattG entsprechende Rückgabem?glichkeit eingerichtet wurde. Ferner ist von ihnen schriftlich zu hinterlegen, wie die kostenfreie Rückgabem?glichkeit für die zurückgenommenen/angefallenen Fahrzeug- und Industrie-Altbatterien bei Vertreibern und Behandlungseinrichtungen ausgestaltet ist. Zur kostenfreien Rückgabem?glichkeit geh?rt auch die Sicherstellung, dass alle zurückgenommenen Altbatterien nach dem Stand der Technik behandelt und stofflich verwertet werden.

Die M?glichkeit der Beseitigung von Fahrzeug- und Industrie-Altbatterien durch Verbrennung oder Deponierung ist gesetzlich untersagt.

Aktuell (Stichtag: 31. August 2020) erkl?ren im BattG-Melderegister ca. 8.000 Batteriehersteller, dass sie auf dem deutschen Markt t?tig sind (siehe Abb. ?Das BattG-Melderegister des Umweltbundesamtes“). Die im Register hinterlegten Angaben zeigen auch, dass 83 % der angezeigten Hersteller Ger?tebatterien, 13 % Industriebatterien und 5 % Fahrzeugbatterien in Verkehr bringen (siehe Abb. ?Anzahl der Hersteller von Ger?te-, Fahrzeug- und Industriebatterien im BattG-Melderegister des Umweltbundesamtes“).

Zur Startseite des BattG-Melderegister gelangen Sie hier: Ein Teil der Daten kann ?ffentlich eingesehen werden.

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