Verpackungsabf?lle

In Deutschland fielen im Jahr 2018 18,9 Millionen Tonnen an Verpackungsabf?llen an. Der Anstieg auf diesen bisher h?chsten Wert ist vor allem auf ver?nderte Lebensbedingungen und die damit verbundenen Verzehr- und Konsumgewohnheiten zurückzuführen. 69,0 % der Verpackungsabf?lle gingen in das Recycling. Insgesamt wurden 96,9 % der Verpackungsabf?lle verwertet.

Inhaltsverzeichnis

 

Verpackungen überall

Verpackungen geh?ren unvermeidlich zum Alltag. Ware wird mit Transportverpackungen geliefert und mit Verkaufsverpackungen angeboten. Auf Um- und Verkaufsverpackungen werden Informationen über die Ware gegeben. Unternehmen nutzten im Jahr 2018 am h?ufigsten Verpackungen aus Papier, Pappe oder Karton. Danach folgten Verpackungen aus Holz, Kunststoff und Glas (siehe Tab. ?Entwicklung des Verpackungsaufkommens in Tausend Tonnen“).?

Tabelle: Die Menge an Verpackungen aus Papier, Pappe und Karton stieg vom Jahr 1991 zum Jahr 2018 von 5,395 auf 8,339 Millionen Tonnen (Mio. t), die Kunststoffverpackungen von 1,628 auf 3,236 Mio. t. Die Menge an Glasverpackungen sank von 4,637 auf 2,903 Mio. t.
Tab: Entwicklung des Verpackungsaufkommens in Tausend Tonnen
Quelle: Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung mbH Tabelle als PDF zur vergr??erten Darstellung
 

Steigender Anfall an Verpackungsabf?llen

Die Entwicklung seit dem Jahr 1991 zeigt einen leicht schwankenden Verlauf des Verpackungsverbrauchs (siehe Abb. ?Entwicklung des Verpackungsverbrauchs zur Entsorgung“). Die Menge des Verpackungsabfalls, die j?hrlich anfiel, bewegte sich zwischen 13,6 und 18,9 Millionen Tonnen (Mio. t) pro Jahr. Im Jahr 1991 waren es 15,6 Mio. t, 1996 nur noch 13,6 Mio. t. Seitdem gibt es eine steigende Tendenz mit einem Einbruch im Rezessionsjahr 2009 auf 15,1 Mio. t. Im Jahr 2018 stieg die Verpackungsabfallmenge auf den bislang h?chsten Stand von 18,9 Mio. t.

Diagramm: Das Verpackungsaufkommen sank von 15,6 Millionen Tonnen im Jahr 1991 bis 1996 auf 13,6 Millionen Tonnen. Seitdem mit Ausnahme eines Einbruchs in 2009 steigende Tendenz auf 18,9 Millionen Tonnen in 2018.
Entwicklung des Verpackungsverbrauchs zur Entsorgung
Quelle: Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung mbH Diagramm als PDF
 

Gründe für den Anstieg der Verpackungsabf?lle

Die Lebensbedingungen der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland und somit die Bedürfnisse als Konsumenten und Konsumentinnen ver?ndern sich. Der Anteil der Ein- und Zweipersonenhaushalte sowie von Senioren nimmt zu. Beides hat zur Folge, dass kleinere Füllgr??en und/oder vorportionierte Einheiten gekauft werden, was sich wiederum erh?hend auf den Verpackungsverbrauch auswirkt. Verpackungen übernehmen heute neben dem Schutz des Inhalts auch zunehmend Funktionen wie:

  • Dosierfunktion,
  • Portionierungsfunktion,
  • Aufbewahrungsfunktion und
  • Handhabungsfunktion.

Neben der Füllgr??e wirkt sich auch dies steigernd auf den Verpackungsverbrauch aus (siehe Tab. ?Einfluss von Füllgr??e und Struktur auf den Verpackungsverbrauch“).

Daneben haben sich die Verzehr- und Konsumgewohnheiten ver?ndert. Nahrungsmittel, Getr?nke und Heimtierfutter führten im Jahr 2017 zusammen zu etwa 62,3 % des Verpackungsverbrauchs privater Endverbraucher. Die Anstiege im Verbrauch von Nahrungsmitteln (siehe Abb. ?Verbrauch von Nahrungsmitteln“) und Getr?nken (siehe Abb. ?Verbrauch von Getr?nken, Milch und Milchgetr?nken“) haben damit gro?en Einfluss auf die Verpackungsmenge. Auch die Zunahme von Vertriebswegen des Au?er-Haus-Verbrauchs von Lebensmitteln, beispielsweise Fast Food und sonstige To-Go-Gastronomie (siehe Abb. ?Verbrauch von Serviceverpackungen der Gastronomie“) sowie der steigende Zubereitungsgrad gekaufter Lebensmittel und Fertiggerichte erh?hen den Verpackungseinsatz.

Der Versandhandel hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Dies wirkt sich erh?hend auf den Verpackungsverbrauch aus, wenn

  1. zus?tzlich zur Prim?rverpackung weitere Versandverpackungen eingesetzt werden,
  2. deren Gewicht h?her ist als die Versandverpackungen im Einzelhandel (pro Verkaufseinheit)
  3. und dies nicht durch den Wegfall von Tragetaschen kompensiert wird.

Der Verbrauch von Papierverpackungen im Distanzhandel hat von 1996 bis 2017 um 607 % zugenommen (siehe Abb. ?Verbrauch von Papier/Pappe/Kartonagen-Verpackungen im Distanzhandel“).

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Einweg und Mehrweg

Obwohl in Deutschland Leitungswasser in der Regel in sehr guter Qualit?t zur Verfügung steht, nimmt der Verbrauch von verpackten Getr?nken zu. Aus Abfallvermeidungs- und Umweltgesichtspunkten ist dabei das Leitungswasser einem abgefüllten stillen Wasser vorzuziehen. Dort wo dennoch Getr?nke gekauft werden, k?nnen Mehrwegverpackungen den Anfall von Abf?llen stark reduzieren. Bei Getr?nken schneiden Mehrwegflaschen in regionalen Kreisl?ufen besonders gut ab, da auch die transportbedingten Umweltbelastungen verringert werden. W?hrend das Pfand im Segment Bier den Mehrweganteil auf hohem Niveau stabilisiert hat, ist der Mehrweganteil in den anderen Getr?nkesegmenten wesentlich niedriger. Im Jahr 2018 wurden insgesamt 42,8 % der pfandpflichtigen Getr?nke in Mehrweg- und ?kologisch vorteilhafte Einweggetr?nkeverpackungen abgefüllt (siehe Abb. ?Vergleich der Packmittelgruppen Getr?nke“). Die Anteile der unterschiedlichen Getr?nkeverpackungen am Verbrauch sind in einer Abbildung für das Jahr 2018 dargestellt (siehe Abb. ?Packmittelstruktur des Getr?nkeverbrauchs 2018“).

Plastiktüten werden h?ufig nur einmalig verwendet. Danach werden sie zu Abfall. Dabei lassen sich viele Plastiktüten vermeiden, wenn schon vor dem Einkauf an die Mitnahme von Tüten, Taschen oder K?rben gedacht wird. Am Ende der Lebensdauer von Plastiktüten k?nnen diese h?ufig noch als Müllbeutel verwendet werden. Keinesfalls sollten Plastiktüten oder andere Abf?lle in der Umwelt entsorgt werden. Durch eine ?nderung der Verpackungsrichtlinie sind die EU-Mitgliedstaaten verpflichtet, den Verbrauch von Plastiktüten bis Ende 2019 auf maximal 90 Stück pro Kopf und Jahr und bis Ende 2025 auf 40 Stück pro Kopf und Jahr zu reduzieren. In Deutschland soll dieses Ziel durch eine Vereinbarung zur Verringerung des Verbrauchs von Kunststofftragetaschen zwischen dem Handelsverband und dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit erreicht werden. Handelsunternehmen, die sich an der Vereinbarung beteiligen, erheben seit dem 01.07.2016 ein Entgelt bei der Abgabe von Kunststofftragetaschen. Der Verbrauch konnte dadurch bereits gesenkt werden. Lag der Pro-Kopf-Verbrauch im Jahr 2015 vor Beginn der Ma?nahme noch bei 45 Kunststofftragetaschen pro Jahr und das Gesamtaufkommen bei 5,6 Milliarden, fielen im Jahr 2017 nur noch etwa 29 Taschen und im Jahr 2018 nur noch durchschnittlich 24 Taschen aus Kunststoff pro Kopf an. Das entsprach 2018 insgesamt einer Menge von ca. 2,0 Milliarden Taschen (siehe Abb. ?Entwicklung des Plastiktütenverbrauchs“). Allerdings sind dünne Tüten, die in Selbstbedienungszonen zum Beispiel für Obst und Gemüse abgegeben werden, von der Regelung ausgeschlossen. Diese fallen daher zus?tzlich als Abfall an.

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EU-Vorgaben zur Verwertung werden erh?ht

Im Jahr 1994 hat die Europ?ische Union (EU) die Richtlinie über Verpackungen und Verpackungsabf?lle (Verpackungsrichtlinie) erlassen. Die EU orientierte sich hierbei an der deutschen Verordnung über die Vermeidung und Verwertung von Verpackungsabf?llen (Verpackungsverordnung) und gab Verwertungsquoten für Verpackungen in allen Mitgliedstaaten vor. Die Anforderungen wurden mit der Zeit erh?ht, so auch durch die Novelle vom 30. Mai 2018 (Richtlinie EU 2018/852). Sie lauten aktuell:

  • Von allen in einem EU-Mitgliedstaat in Verkehr gebrachten Verpackungen müssen bis 31.12.2030 mindestens 70 % stofflich verwertet werden. Diese Verwertungsquote wird von Deutschland erreicht.
  • Zun?chst müssen bis 31.12.2025 folgende stoffliche Verwertungsquoten für einzelne Materialien von den Mitgliedsstaaten erzielt werden: Von Holz müssen 25 %, von Kunststoffen und Aluminium jeweils 50 %, von eisenhaltigen Metallen und Glas jeweils 70 %, und von Papier, Pappe und Karton müssen jeweils 75 % recycelt werden.
  • Anschlie?end folgt eine weitere Erh?hung der stofflichen Verwertungsquoten von Verpackungen bis 31.12.2030, sodass von Holz 30 %, von Kunststoffen 55 %, von Aluminium 60 %, von Glas 75 %, von eisenhaltigen Metallen 80 % und von Papier, Pappe und Karton 85 % recycelt werden müssen.

Deutschland konnte die Anforderungen der Verpackungsrichtlinie bisher immer leicht erfüllen. Zur Erreichung des zweiten Zieles der Verpackungsrichtlinie müssen nun bis 2030 die stofflichen Verwertungsquoten stabil gehalten und bei Kunststoffen und Holz gesteigert werden. Die Daten zu Aufkommen und Verwertung von Verpackungsabf?llen in Deutschland werden j?hrlich im Auftrag des Umweltbundesamtes erhoben und ver?ffentlicht.

Von den im Jahr 2018 in Deutschland angefallenen Verpackungsabf?llen sind 96,9 % stofflich oder energetisch verwertet worden. Die Verwertungsquote aller Verpackungsabf?lle ist damit im Vergleich zum Vorjahr geringfügig um 0,1 % gesunken (siehe Tab. ?Verwertung von Verpackungen (stofflich und energetisch)“). Die stoffliche Verwertungsquote der Verpackungsabf?lle fiel in 2017 um 0,9 % auf 69,0 % (siehe Tab. ?Stoffliche Verwertung von Verpackungen“). Das ist im Vergleich zu anderen EU-Mitgliedsstaaten eine sehr gute Quote. Aufgrund der technischen Entwicklung und der fortschrittlichen Abfallwirtschaft in Deutschland sind die M?glichkeiten allerdings bei weitem noch nicht ausgesch?pft. Mengen, die in Abfallverbrennungsanlagen mit Energierückgewinnung verbrannt werden, welche das Energieeffizienzkriterium nach Kreislaufwirtschaftsgesetz einhalten, werden seit dem Jahr 2011 der energetischen Verwertung zugerechnet.

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Anspruchsvollere Verwertungsvorgaben durch das Verpackungsgesetz

Knapp die H?lfte (47,4 %) aller Verpackungsabf?lle fiel im privaten Endverbrauch an. Für diese Abf?lle galten bis 31. Dezember 2018 die Quoten der deutschen Verpackungsverordnung. Der Verordnungsgeber hat hiermit Vorgaben für die stoffliche Verwertung dieser Verpackungen aus Papier, Glas, Wei?blech, Aluminium, Kunststoff und Verbundstoffen vorgegeben.

Die Verwertungsvorgaben wurden bisher klar eingehalten. Insgesamt wurden im Jahr 2018 die beim privaten Endverbrauch angefallenen Verpackungen zu 94,5 % stofflich oder energetisch verwertet (siehe Tab. ?Verwertung von Verkaufsverpackungen – Private Endverbraucher“). Für einen Gro?teil der Verpackungen, die bei privaten Endverbrauchern anfallen, sind in Deutschland die dualen Systeme zust?ndig. Sie mussten die Quoten der deutschen Verpackungsverordnung bezogen auf die bei ihnen unter Vertrag stehenden Verpackungsmengen nachweisen. Die Verwertungsquoten der dualen Systeme lagen meist deutlich über den rechtlichen Vorgaben (siehe Tab. ?Verwertungsquoten der Dualen Systeme 2018“).

Am 1. Januar 2019 trat das neue Gesetz über das Inverkehrbringen, die Rücknahme und die hochwertige Verwertung von Verpackungen (Verpackungsgesetz) in Kraft und entwickelte die bis dahin bestehende Verpackungsverordnung im ?kologischen Sinn weiter. Neuerungen des Verpackungsgesetzes umfassen unter anderem eine deutliche Anhebung der Recyclingquoten:

  • Seit dem Jahr 2019 gelten folgende Verwertungsquoten: Verpackungen aus Glas, Aluminium und eisenhaltigen Metallen müssen zu 80 % recycelt werden, Verpackungen aus Kunststoff zu 58,5 % (werkstoffliche Verwertung) und aus Papier, Pappe und Karton zu 85 %.
  • Ab 1. Januar 2022 werden die Recyclingquoten weiter erh?ht und liegen für Glas, eisenhaltige Metalle, Aluminium und Papier, Pappe und Karton bei 90 %. Bei Kunststoffverpackungen müssen 63 % werkstofflich verwertet werden.
  • Erg?nzt werden die Recyclingvorgaben mit einer Recyclingquote von 50 % bezogen auf alle in der Sammlung der Leichtverpackungen erfassten Abf?lle.

Der aktuelle Bericht zu Aufkommen und Verwertung von Verpackungsabf?llen im Jahr 2018 widmet sich in einem Sonderkapitel Verpackungen für Bauprodukte. Es wird unter anderem eine übersicht über relevante Segmente, Anfallstellen der Verpackungsabf?lle, Materialfraktionen und das Verpackungsaufkommen im Bezugsjahr 2018 dargestellt.

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