Qualit?t von Badegew?ssern

In deutschen Badegew?ssern l?sst es sich gut baden. Seit dem Jahr 2001 stuft die Europ?ische Union die Qualit?t von mehr als 90 Prozent dieser Gew?sser durchgehend als gut oder sehr gut ein. Im Jahr 2019 erreichten 92,5 Prozent aller Badegew?sser eine ausgezeichnete und 4,5 weitere Prozent eine gute Qualit?t. Lediglich etwa 0,3 Prozent aller Badegew?sser wurden als mangelhaft eingestuft.

Inhaltsverzeichnis

 

Qualit?t der Badegew?sser von 1992 bis 2019

Im Jahr 2019 wurden 2.291 Badegew?sser in Deutschland nach der EG-Badegew?sserrichtlinie 2006/7/EG überwacht. 367 davon lagen an der Nord- und Ostseeküste, 32 an Flüssen und 1.892 an Seen. Die hygienischen Daten dieser Badestellen wurden der Europ?ischen Union (EU) gemeldet, die daraus für jede Badestelle mit den Daten der vorhergehenden drei Jahre eine Qualit?tseinstufung vornahm.

Die Ergebnisse der Qualit?tsbewertung zeigen, dass die Qualit?t der deutschen Badegew?sser insgesamt sehr gut ist (siehe Abb. ?Badegew?sserqualit?t an den Küsten Deutschlands“ und Abb. ?Badegew?sserqualit?t an den Binnengew?ssern Deutschlands“). Im Jahr 2019 erfüllten rund 98 % der beurteilten Badegew?sser die Qualit?tsanforderungen der EU. 92,5 % der Badegew?sser erreichten sogar eine ausgezeichnete und weitere 4,5 % eine gute Qualit?t.

Mangelhaft war in der Saison 2019 die hygienische Qualit?t von nur 8 Badegew?ssern (rund 0,3 % aller Badegew?sser). In der Saison 2019 waren 105 Badegew?sser zeitweise oder ganz geschlossen. Die Gründe für die Schlie?ungen waren in 53 F?llen Probleme mit ⁠Cyanobakterien⁠ (Blaualgen) und in 27 F?llen eine schlechte Badegew?sserqualit?t, h?ufig ausgel?st durch Sturm- und Starkregenereignisse, die Schmutzwasser in die Gew?sser eingetragen haben. L?ngerfristige Schlie?ungen gab es haupts?chlich aufgrund von Sanierungsarbeiten oder wegen fehlender bzw. wechselnder Betreiber. Vier Badegew?sser blieben gem?? den Vorgaben der EG-Badegew?sserrichtlinie geschlossen, weil sie in der Saison 2018 eine mangelhafte Qualit?t aufwiesen und keine Ma?nahmen zur Verbesserung der Situation ergriffen wurden.

Rückblickend verbesserte sich die Qualit?t der Badegew?sser zwischen 1992 und 2001 stark. Seit 2001 ist die Qualit?t der Badegew?sser auf hohem Niveau konstant. Im Durchschnitt erfüllten in den letzten vier Jahren 98,1 % der Badegew?sser an Seen und Flüssen die mikrobiologischen Anforderungen der Richtlinie; 93,4 % erreichten sogar eine ausgezeichnete Wasserqualit?t. Bei Küstenbadegew?ssern waren es 97,6 % beziehungsweise 83,8 %.

Informationen zur aktuellen Badegew?sserqualit?t in den einzelnen Bundesl?ndern erhalten Sie über die Deutschlandkarte auf der ⁠UBA⁠-Themenseite "Wasserqualit?t in Badegew?ssern".

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Erkrankungsrisiko beim Baden

Baden kann mit Risiken für die Gesundheit verbunden sein. Badegew?sser an der Küste oder an Seen und Flüssen sind nicht nur zum Baden da. Sie sind wie alle Gew?sser vielf?ltigen Einflüssen und Nutzungen und damit auch Verschmutzungsrisiken ausgesetzt. Wegen des Vorkommens bestimmter Krankheitserreger sind beim Baden in freien Gew?ssern Erkrankungen, die mit Fieber, Durchfall und Erbrechen einhergehen, nicht auszuschlie?en. Eine solche Gefahr entsteht haupts?chlich nach ⁠Starkregen⁠ durch Mischwasserüberl?ufe aus Kl?ranlagen oder durch Abschwemmungen aus landwirtschaftlich genutzten Fl?chen. Ein weiteres Problem resultiert aus der überh?hten Einleitung von N?hrstoffen (wie Phosphor- und Stickstoffverbindungen), die zu einer Massenentwicklung von ⁠Cyanobakterien⁠ führen k?nnen. Diese auch ?Blaualgen“ genannten Bakterien bilden Algentoxine und Allergene, die akute Gesundheitsst?rungen wie Bindehautentzündung und Hautausschlag ausl?sen oder die Leber sch?digen k?nnen.

Das ⁠UBA⁠ hat Informationen zu den wichtigsten Fragen und Antworten rund um die Themen Coronaviren in der Umwelt, Coronaviren und Badegew?sser sowie zu antibiotikaresistenten Bakterien in Badegew?ssern auf mehreren übersichtsseiten zusammengestellt.

 

Europ?ische Union regelt Qualit?t der Badegew?sser

Damit Menschen ungetrübt ihre Badefreuden in natürlichen Gew?ssern genie?en k?nnen, hat die Europ?ische Union (EU) mit der EG-Richtlinie über die Qualit?t der Badegew?sser (2006/7/EG) einzuhaltende Werte für ausgezeichnete, gute und ausreichende hygienische Qualit?t für Badegew?sser festgelegt. Diese Richtlinie gilt in den Mitgliedstaaten seit dem 24. M?rz 2008 und ersetzt die Richtlinie 76/160/EWG aus dem Jahre 1975.

 

Zwei Bakterien zeigen, wie sauber es ist

In Deutschland wird die hygienische Qualit?t von Badegew?ssern seit 2008 nach den Vorgaben der neuen Badegew?sserrichtlinie überwacht. Danach werden zum Schutz der Badenden vor Infektionskrankheiten zwei mikrobiologische Parameter als Indikatoren für Krankheitserreger regelm??ig untersucht: zum einen Bakterien der Art ?Escherichia coli“ (E. coli) und zum anderen die Gruppe der ?Intestinalen Enterokokken“. Diese Bakterien gelangen mit f?kalbelasteten Abw?ssern in die Gew?sser und zeigen dort an, dass diese hygienisch belastet sind. Badegew?sser dürfen für eine ausreichende Qualit?t eine Maximalkonzentration dieser Bakterien nicht überschreiten.

 

Badegew?sserprofile zeigen, wo die Verschmutzung herkommt

Die zust?ndigen L?nderbeh?rden erstellen für jedes Badegew?sser zudem regelm??ig ein Badegew?sserprofil. Es nennt alle Verschmutzungsquellen, die die Qualit?t des Wassers beeinflussen k?nnten, und zeigt m?gliche Probleme mit ⁠Cyanobakterien⁠ (Blaualgen) an. Damit k?nnen Gesundheitsgefahren bereits im Vorfeld erkannt und rechtzeitig Abhilfema?nahmen eingeleitet werden. Die ?ffentlichkeit wird über diese Profile auf den Internetseiten der Bundesl?nder zu den Badegew?ssern informiert.

 

Neue Ma?nahmen zur überwachung und Verbesserung der Wasserqualit?t in Badegew?ssern

Die überwachung der Qualit?t der Badegew?sser wird in Deutschland durch Verordnungen der L?nder geregelt. Die Europ?ische Union (EU) hat mit der EG-Badegew?sserrichtlinie von 2006 viele positive Neuerungen eingeführt:

  • Die überwachungsparameter wurden auf die hygienisch relevanten Indikatoren begrenzt.
  • Die Nachweisverfahren wurden EU-weit vereinheitlicht.
  • Die zust?ndigen L?nderbeh?rden müssen Badegew?sserprofile, die u.a. alle Verschmutzungsquellen aufzeigen, erstellen und bei Bedarf Abhilfema?nahmen ergreifen.
  • Eine Versch?rfung der Grenzwerte für Küstengew?sser erh?ht den Schutz der dort Badenden.

Au?erdem fordert die neue Richtlinie, die ?ffentlichkeit umfassend zu informieren. Der ?ffentlichkeit muss die M?glichkeit gegeben werden, Vorschl?ge, Bemerkungen und Beschwerden, insbesondere bei der Aktualisierung der ?Badegew?sserlisten“, vorzubringen. Das sind Listen mit allen aktuellen Badegew?ssern, die die L?nder am Anfang jeder Badesaison an die EU melden und auf ihren Internetseiten ver?ffentlichen.