Eintr?ge von N?hr- und Schadstoffen in die Oberfl?chengew?sser

Eintr?ge von N?hr- und Schadstoffen über Abwassereinleitungen konnten gezielt durch Verbesserungen der Reinigungsleistung der Kl?ranlagen reduziert werden. Eintr?ge aus Versickerungen, Abschwemmungen, Erosion oder Regenwassereinleitungen bleiben problematisch.

Inhaltsverzeichnis

 

N?hrstoffeintr?ge sinken wieder langsam

Von Ende der 1980er bis Ende der 1990er Jahre gingen die N?hrstoffeintr?ge aus kommunalen und industriellen Kl?ranlagen in die Gew?sser stark zurück (siehe Abb. ?Stickstoff- und Phosphoreintr?ge aus Punktquellen und diffusen Quellen in die Oberfl?chengew?sser in Deutschland“). Dann stagnierten die Eintr?ge bis zum Beginn der 2010er Jahre. Seit 2012 ist wieder ein leichter Rückgang der Eintr?ge zu beobachten.

Welche N?hrstoffmengen in die deutschen Oberfl?chengew?sser eingetragen werden und welches die wichtigsten Eintragsquellen sind, ermittelt das ⁠UBA⁠ mit dem Bilanzierungsmodell MoRE (Modelling of Regionalized Emissions).

Für den Zeitraum 1983 bis 2016 zeigt sich:

  • Stickstoff: Im Mittel der Jahre 2012 bis 2016 wurden in Deutschland rund 480 Kilotonnen pro Jahr in die Oberfl?chengew?sser eingetragen. Das sind ca. 50 % weniger als im Mittel der Jahre 1983 bis 1987.
  • Phosphor: Im Mittel der Jahre 2012 bis 2016 wurden rund 22 Kilotonnen pro Jahr in die Oberfl?chengew?sser eingetragen. Gegenüber den Vergleichsjahren 1983 bis 1987 reduzierten sich die Phosphoreintr?ge um etwa 75 %.

Die Eintr?ge aus kommunalen Kl?ranlagen sanken im Zeitraum 1983 bis 2016 um 70 % für Stickstoff und über 85 % für Phosphor.

Die Stickstoffeintr?ge aus landwirtschaftlich genutzten Fl?chen sanken in der gleichen Zeitspanne nur um etwa 35 %, die Phosphoreintr?ge um ca. 15 %. Diese Verringerung ist ma?geblich auf der Reduktion der Tierbest?nde zu Beginn der 1990er Jahre und auf einen effizienteren Umgang der Landwirte mit Dünger zurückzuführen. Die Verringerung von Stickstoffüberschüssen auf landwirtschaftlichen Fl?chen spiegelt sich nur verz?gert in der Qualit?t des Grundwassers und der Flie?gew?sser wider. Gründe dafür sind u.a. das langsame Durchqueren der Bodenpassage sowie z.T. hohe Aufenthaltszeit in Grundwasserleitern. Bis Wasser aus dem Grundwasserleiter in den Fluss gelangt k?nnen mehrere Jahre vergehen. Im Donaueinzugsgebiet kann das 5 bis 15 Jahre, im Rheineinzugsgebiet 10 bis 20 Jahre und im Elbeeinzugsgebiet sogar 30 Jahre dauern.

Diagramm: Die j?hrlichen Eintr?ge an Stickstoff und Phosphat sanken seit Ende der 80er Jahre deutlich: die an Stickstoff im Zeitraum 1983-2016 um ca. 50 Prozent, die von Phosphor im gleichen Zeitraum um ca. 70 Prozent.
Stickstoff- und Phosphoreintr?ge aus Punktquellen und diffusen Quellen in die Oberfl?chengew?sser...
Quelle: Umweltbundesamt Diagramm als PDF
 

Weniger Schwermetalleintr?ge

Trotz abnehmender Eintr?ge sind die Flie?gew?sser in Deutschland noch immer mit Schwermetallen belastet. Detaillierte Informationen zur aktuellen Belastungssituation finden Sie auf unserer Internetseite ?Metalle“.

Seit Mitte der 1980er Jahre verringerten sich die Schwermetalleintr?ge deutlich. Besonders Direkteintr?ge aus Industrie und kommunalen Kl?ranlagen gingen deutlich zurück. Auch der Rückgang industrieller Emissionen in die ⁠Atmosph?re⁠ sowie Emissionen aus dem Verkehr wirken sich aus. In Siedlungen gewinnen durch die verbesserte Kl?rtechnik kommunaler Kl?ranlagen die Eintr?ge aus Kanalisationssystemen (Regenwassereinleitungen und Einleitungen über Mischwasserüberl?ufe) stetig an Bedeutung (siehe Abb. ?Eintr?ge der priorit?ren Schwermetalle Quecksilber, Nickel, Cadmium und Blei aus Punktquellen und diffusen Quellen in die Oberfl?chengew?sser in Deutschland“ und Abb. ?Eintr?ge der Schwermetalle Zink, Kupfer und Chrom aus Punktquellen und diffusen Quellen in die Oberfl?chengew?sser in Deutschland“).

W?hrend für Quecksilber, Nickel, Kupfer und Chrom die Eintr?ge seit Beginn der 2010er Jahre weiter sanken, blieben die Eintr?ge für Cadmium, Blei und Zink auf gleichbleibendem Niveau. Allerdings ist bei den Schwermetallen die Datenlage für einige Eintragspfade in der Vergangenheit mit gro?en Unsicherheiten behaftet.

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Eintr?ge von N?hr- und Schadstoffen – rechtlicher Rahmen

Die Europ?ische Union (EU) hatte sich mit der Wasserrahmenrichtlinie (2000/60/EG) vorgenommen, für alle Gew?sser bis 2015 einen guten ?kologischen und chemischen Zustand zu erreichen. Das Ziel für 2015 wurde in Deutschland für die meisten Flüsse deutlich verfehlt (siehe ??kologischer Zustand der Flie?gew?sser“ und ?Chemischer Zustand der Flie?gew?sser“). Um bis sp?testens 2027 die anspruchsvollen Ziele noch zu erreichen müssen auch die Eintr?ge von N?hr- und Schadstoffen zum Teil noch deutlich gesenkt werden.

Für den Schutz der Meere hat die EU mit der Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie (2008/56/EG) auch Vorgaben für N?hr- und einige Schadstoffe verankert. Deutschland hat sich dazu verpflichtet, die N?hr- und Schadstoffeintr?ge über die Flüsse weiter zu reduzieren. Auch die internationalen übereinkommen zum Schutz der Meeresumwelt des Nordostatlantiks (OSPAR) und zum Schutz der Meeresumwelt der Ostsee (HELCOM) enthalten Reduktionsziele für Stoffe.

Die Vorgabe von OSPAR, die Stickstoff- und die Phosphoreintr?ge in die Nordsee im Vergleich zum Referenzjahr 1985 bis 2020 zu halbieren, konnte Deutschland knapp erfüllen. Dies reicht jedoch nicht aus, um einen guten Zustand hinsichtlich ⁠Eutrophierung⁠ in der Nordsee zu erreichen. OSPAR wird voraussichtlich in 2021 die Erarbeitung neuer N?hrstoffreduktionsziele beschlie?en. Die N?hrstoffreduktionsziele des HELCOM-Ostseeaktionsplans, die bis 2021 erreicht werden sollen (Reduktion von 7.670 Tonnen Stickstoff und 170 Tonnen Phosphor gegenüber dem Referenzzeitraum 1997-2003), werden für Stickstoff voraussichtlich knapp eingehalten, für Phosphor werden sie jedoch deutlich verfehlt. Die Ziele werden im neuen Ostseeaktionsplan fortgeschrieben, der 2021 verabschiedet wird.

Für die Schwermetalle hat Deutschland die Vorgaben der übereinkommen für Nord- und Ostsee erreicht:

  • Die Eintr?ge von Blei, Cadmium und Quecksilber sanken von 1983 bis 2016, wie in beiden übereinkommen vereinbart, um mehr als 70 %.
  • Die Eintr?ge von Chrom, Kupfer, Nickel und Zink sanken von 1983 bis 2016, wie in beiden übereinkommen vereinbart, um mehr als 50 %.
 

Weniger Eintr?ge – ein Blick nach vorn

Die in die Gew?sser eingetragenen Stoffe stammen u.a. aus Siedlungen, landwirtschaftlicher Nutzung, dem Verkehr und industrieller Produktion.

Aus Siedlungen gelangen die N?hr- und Schadstoffe mit dem Abwasser aus Haushalten und Gewerbe in die Kanalisation und kommunale Kl?ranlagen. Auch werden Stoffe mit dem Regenwasser von D?chern und H?userfassaden ausgewaschen und gelangen zusammen mit den auf versiegelten Fl?chen abgelagerten Stoffen (z.B. aus dem Verkehr durch Verbrennungsprozesse und Reifenabrieb) in die Kanalisation. Entweder wird das angereicherte Regenwasser in kommunalen Kl?ranlagen behandelt oder wird über Regenüberl?ufe in ein Gew?sser eingeleitet.

Um die Stoffeintr?ge aus Siedlungsgebieten zu senken, sind u.a. folgende Ma?nahmen n?tig:

  • weniger schadstoffhaltige Produkte im Haushalt und in st?dtischen Au?enbereichen (z.B. Hausd?cher und H?userfassaden) verwenden,
  • Reinigungsleistung der Kl?ranlagen für N?hrstoffe und Schadstoffe (4. Reinigungsstufe) verbessern,
  • weniger Kfz-Verkehr und
  • Reinigung st?dtischer Regenabw?sser verbessern.

Die Abwasserbehandlung in Deutschland ist weit entwickelt. Allerdings sind auch weiterhin Anstrengungen notwendig die N?hr- und Schadstoffeintr?ge aus Siedlungsgebieten weiter zu reduzieren. Bei der geplanten überarbeitung der EU-Kommunalabwasserrichtlinie sollen zukünftig auch kleinere Siedlungsgebiete und Regenwassereinleitungen st?rker in den Fokus rücken. Auch gehen einzelne Bundesl?nder bei der Aufrüstung von kommunalen Kl?ranlagen mit der 4. Reinigungsstufe voran.

Aus der Landwirtschaft gelangen die N?hr- und Schadstoffe u.a. auf folgenden Wegen ins Gew?sser:

  • durch ineffizienten und hohen Einsatz von Düngern und Pflanzenschutzmitteln,
  • durch die Reinigung von Ger?ten auf Hoffl?chen, mit denen Dünger oder Pflanzenschutzmittel ausgebracht werden,
  • wenn tierpathogene Krankheitserreger und Tierarzneimittel von mit Gülle, Jauche oder G?rresten gedüngten Fl?chen abgeschwemmt werden sowie
  • wenn Ammoniakgase bspw. aus der Viehhaltung und der Wirtschaftsdüngerausbringung mit dem Regen auf die B?den niederschlagen.

Um diffuse N?hrstoff- und Schadstoffeintr?ge aus der Landwirtschaft zu senken, müssen Landwirte die Grunds?tze der guten fachlichen Praxis in der Landwirtschaft und im Bodenschutz einhalten, wie auch die Vorschriften der Düngeverordnung (DüV) und Düngemittel-Verordnung (DüMV)). Mit der neuen Düngeverordnung im Jahr 2020 wurde hier ein wichtiger Schritt getan.