?kologischer Zustand der Flie?gew?sser

Die Europ?ische Union führte mit der Wasserrahmenrichtlinie eine umfassende Bewertung des ?kologischen Zustandes der Flüsse und B?che ein. Im Jahr 2015 wurden nur sieben Prozent der deutschen Flüsse und B?che in einen ?guten“ oder ?sehr guten“ ?kologischen Zustand beziehungsweise ein ?gutes“ ?kologisches Potenzial eingestuft.

Inhaltsverzeichnis

 

?kologischer Zustand der Flüsse und B?che

Die Europ?ische Union (EU) verfolgt mit der Wasserrahmenrichtlinie (2000/60/EG) aus dem Jahr 2000 ein ganzheitliches Schutz- und Nutzungskonzept für die europ?ischen Gew?sser. Die Bundesl?nder erstellen Bewirtschaftungspl?ne, in denen Ma?nahmen zur Verbesserung der Gew?sserqualit?t festgelegt werden. Ziel ist die Herstellung des guten oder sehr guten ?kologischen Zustands natürlicher Flie?gew?sser. Etwa die H?lfte der Flüsse und B?che wurden in Deutschland als ?erheblich ver?ndert“ oder ?künstlich“ ausgewiesen. Für diese Gew?sser gilt, im Gegensatz zu den natürlichen Gew?ssern, nicht der gute ?kologische Zustand als Ziel, sondern das gute ?kologische Potenzial. Die Ziele sollten alle Flie?gew?sser m?glichst im Jahr 2015 erreichen. Da das Ziel verfehlt wurde, gilt es nun die beiden noch folgenden Bewirtschaftungszyklen zu nutzen, um bis sp?testens 2027 die anspruchsvollen Ziele der EG-WRRL zu erreichen.

Wasserk?rper⁠ sind von den Beh?rden festgelegte Abschnitte von Flüssen und B?chen. Ein Fluss- oder Bachwasserk?rper hat ein ⁠Einzugsgebiet⁠, das mindestens zehn Quadratkilometer gro? ist. Er entspricht einem bestimmten Gew?ssertyp mit einer bestimmten naturgem??en Besiedlung und weist einen bestimmten ?kologischen Zustand auf. Beispiele für unterschiedliche Gew?ssertypen sind kiesgepr?gte Str?me und grobmaterialreiche, kalkarme B?che im Mittelgebirge oder sandgepr?gte B?che und Str?me im Tiefland. In Deutschland haben die Bundesl?nder rund 9.000 Wasserk?rper festgelegt. Sie haben zusammen eine Gesamtflie?l?nge von über 130.000 Kilometern (km) (siehe Karte ??kologischer Zustand / ?kologisches Potenzial“).

In den 2. Bewirtschaftungspl?nen von 2015 werden etwa sieben Prozent (%) der  deutschen Flie?gew?sser-Wasserk?rper in einen ?guten“ oder ?sehr guten“ ?kologischen Zustand beziehungsweise ein gutes ?kologisches Potenzial eingestuft (siehe Abb. ?Anteil der Wasserk?rper in Flie?gew?ssern in mindestens gutem Zustand oder mit mindestens gutem Potenzial“).

Die h?ufigsten Ursachen, dass ein ?guter ?kologischer Zustand“ nicht erreicht wird, sind:

  • die zu hohen, meist aus der Landwirtschaft stammenden Belastungen durch N?hrstoffe, Feinsedimenteintr?ge und Pflanzenschutzmittel sowie
  • hydromorphologische Degradation der Gew?sser durch Verbauung und Begradigung sowie die durch Wehre unterbrochene Durchg?ngigkeit der Flie?gew?sser.
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Methode

Der ?kologische Zustand ergibt sich aus dem Vergleich der im Wasser lebenden Organismen mit dem Bestand, der natürlicherweise dort vorhanden sein sollte. Die Lebensgemeinschaft eines Gew?ssers spiegelt alle Einflussfaktoren und St?rgr??en wider. Gew?sserbiologen nutzen dazu vier Gruppen von Lebewesen: am Gew?sserboden lebende wirbellose Tiere (⁠Makrozoobenthos⁠), Wasserpflanzen (Makrophyten) und am Gew?sserboden anhaftende Algen (Phytobenthos), schwebende Algen (Phytoplankton) sowie Fische. Für diese Gruppen, welche die ⁠Wasserrahmenrichtlinie⁠ (WRRL) als biologische Qualit?tskomponenten bezeichnet, werden die Artenzusammensetzung und die H?ufigkeiten der einzelnen Arten bestimmt.

Je gr??er die Abweichung der Lebensgemeinschaft vom natürlichen Zustand desto schlechter die Einstufung in die fünf Zustandsklassen. Die beste Klasse mit der geringsten Abweichung ist ?sehr gut“. Es folgen ?gut“, ?m??ig“, ?unbefriedigend“ und ?schlecht“. Es gilt das ?Worst-Case-Prinzip“:

  • Die biologische Qualit?tskomponente mit der schlechtesten Bewertung bestimmt den Gesamtzustand eines Wasserk?rpers.
  • Wird die nationale Umweltqualit?tsnorm (UQN) eines flussgebietsrelevanten Schadstoffes überschritten, kann der ?kologische Zustand bestenfalls als m??ig bewertet werden. Für die Bewertung und zur Indikation der Belastungen werden erg?nzend physikalisch-chemische Parameter wie der N?hrstoffgehalt, die Temperatur oder der Salzgehalt sowie hydromorphologische Kenngr??en herangezogen.
 

?Erheblich ver?nderte“ und ?künstliche" Gew?sser

In der Gew?sserbewertung gibt es Sonderf?lle. Das sind:

  • ?künstliche“ Gew?sser wie Kan?le sowie
  • ?erheblich ver?nderte“ Flüsse und B?che, deren natürliche Struktur sehr stark durch den Menschen ver?ndert wurde und die auch heute noch intensiv genutzt werden z.B. für die Landentw?sserung, die Schifffahrt oder für die Trinkwassergewinnung.

Die Europ?ische Union (EU) berücksichtigt damit, dass nicht auf jegliche Gew?ssernutzung verzichtet werden kann und dadurch die natürlicherweise vorkommenden Lebensr?ume nur zum Teil wieder hergestellt werden k?nnen.

 

Regelm??iges Monitoring

Die EU-Mitgliedsstaaten dokumentieren den ?kologischen Zustand der Gew?sser regelm??ig in Bewirtschaftungspl?nen. Diese orientieren sich am sechsj?hrigen Bewirtschaftungszyklus der ⁠Wasserrahmenrichtlinie⁠.

  • Der erste Bewirtschaftungszyklus begann am 22. Dezember 2009. Er endete im Dezember 2015. Innerhalb dieser Zeitspanne wurden jedes Jahr ein Teil der Gew?sser bewertet.
  • Danach folgen zwei weitere Zyklen von jeweils sechs Jahren.

Bereits vor dem ersten Bewirtschaftungszyklus wurde die ?kologische Qualit?t aller Gew?sser einmal bewertet und damit ein erster Bewirtschaftungsplan und ein erstes Ma?nahmenprogramm zur Verbesserung des Zustandes erstellt. Seit Ende 2015 liegen die zweiten Bewirtschaftungspl?ne und Ma?nahmenprogramme vor.