N?hrstoffeintr?ge über Flüsse und Direkteinleiter in die Ostsee

N?hrstoffe k?nnen über Flüsse und Direkteinleiter in die Ostsee eingetragen werden. über deutsche Flüsse gelangten 2018 ca. 20.873 t Stickstoff und ca. 558 t Phosphor in die Ostsee. Weitere Stickstoff- und Phosphoreintr?ge stammen aus Kl?ranlagen und Industrieanlagen. Im Vergleich zum Jahr 2008 haben sich die Stickstoff- und Phosphorfrachten über Flüsse und Direkteinleiter wenig ver?ndert.

Inhaltsverzeichnis

 

Zustandsbewertung der Ostsee

Die neun Vertragsstaaten des Helsinki-übereinkommens zum Schutz der Meeresumwelt Ostsee (HELCOM) bewerten alle sechs Jahre den Zustand der Ostsee (siehe Karte ?Einzugsgebiet Ostsee unterteilt nach den HELCOM-Vertragsstaaten“) und ver?ffentlichen j?hrlich die ⁠Frachten⁠ von Stickstoff- und Phosphorverbindungen. Diese Frachten führen zur ⁠Eutrophierung⁠ und beeintr?chtigen die biologische Vielfalt.

Die Karte zeigt in dem schwarz umrandeten Gebiet, wie gro? das Einzugsgebiet ist, aus dem die HELCOM-Vertragsstaaten in die Ostsee entw?ssern. In der Karte kann gesehen werden, das Deutschland ein relativ kleines Gebiet hat, welches in die Ostsee entw?ssert. ? HELCOM
Karte: HELCOM Einteilung der Ostseegebiete
Quelle: HELCOM
 

Daten zu N?hrstoffeintr?gen aus den HELCOM Vertragsstaaten

2018 wurden über die Flüsse insgesamt rund 662.266 Tonnen (t) Stickstoff und rund 23.515 t Phosphor aus den HELCOM-Vertragsstaaten in die Ostsee eingetragen (siehe Abb. ?Gesamtstickstoff Flusseintr?ge (beobachtete- und unbeobachtete Gebiete) in die Ostsee, alle HELCOM-Vertragsstaaten“ und Abb. ?Gesamtphosphor Flusseintr?ge (beobachtete- und unbeobachtete Gebiete) in die Ostsee, alle HELCOM-Vertragsstaaten “). Zus?tzlich haben die Direkteinleiter (z.B. Kl?ranlage Ostseebad Damp, Schleswig Holstein) aller HELCOM-Vertragsstaaten rund 17.683 t Stickstoff und 778 t Phosphor in die Ostsee eingeleitet (siehe Abb. ?Gesamtstickstoff Direkteintr?ge in die Ostsee, alle HELCOM-Vertragsstaaten“ und Abb. ?Gesamtphosphor Direkteintr?ge in die Ostsee, alle HELCOM-Vertragsstaaten“).

Aufgrund des kleinen Ostseeeinzugsgebietes betr?gt der Anteil Deutschlands an den gesamten N?hrstoffeintr?gen in die Ostsee nur etwa 2-3 %. Der Anteil von Polen als Ostseeanrainer mit einem Ostseeeinzugsgebiet von etwa 765.000 Quadratkilometer betr?gt etwa 25-31 %. Die N?hrstoffbelastungen der Ostsee stammen aus der Landwirtschaft, aus kommunalen und industriellen Kl?ranlagen sowie aus der ⁠Atmosph?re⁠ (Stickstoff). Die hohen N?hrstoffeintr?ge führen zur Eutrophierung der Ostsee, welche durch den geringen Wasseraustausch mit der Nordsee besonders empfindlich gegenüber überm??igen N?hrstoffeintr?gen ist (siehe ⁠Indikator?Eutrophierung von Nord- und Ostsee durch Stickstoff“.

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HELCOM-Ostseeaktionsplan

Bei der Umsetzung des HELCOM-Ostseeaktionsplans orientieren sich die Reduktionsziele der Ostseeanrainerstaaten für Stickstoff und Phosphor an wissenschaftlich abgeleiteten Zielwerten für eine Reihe von Eutrophierungsindikatoren (z.B. Sauerstoff, Sichttiefe, Chlorophyll, N?hrstoffe).

Deutschland hat sich verpflichtet, die j?hrlichen N?hrstoffeintr?ge gegenüber dem Referenzzeitraum 1997-2003 um 7.670 t Stickstoff und 163 t Phosphor zu reduzieren. Die letzte Bestandsaufnahme in 2014 zeigte, dass bisher nur 7 t Phosphor j?hrlich reduziert wurden. Bis zur letzten Bestandsaufnahme in 2014 konnte keiner der HELCOM-Vertragsstaaten seine N?hrstoffreduktionsziele erreichen. Zum Erreichen der Zielwerte müssen die Vertragsstaaten die Gesamteintr?ge in die Ostsee gegenüber dem Referenzzeitraum 2017 noch um 100.723 t Stickstoff und 8.218 t Phosphor reduzieren.

 

Eintr?ge der Zuflüsse aus Deutschland

Aus Deutschland tragen neben den gr??eren Flüssen Warnow und Peene 29 meist kleinere Flüsse N?hrstoffe aus einem ⁠Einzugsgebiet⁠ von rund 29.000 Quadratkilometern (m2) in die Ostsee ein.

  • Die Eintr?ge aus 24 Flüssen werden durch chemische Analytik erfasst (beobachtetes Gebiet).
  • Die Eintr?ge aus 7 Flüssen mit einem Einzugsgebiet von circa 7.200 m2 werden durch Hochrechnung der direkten Einleitungen aus kommunalen Kl?ranlagen und Industriebetrieben ermittelt (unbeobachtetes Gebiet).

Die Eintr?ge aus dem deutschen Odereinzugsgebiet werden über Messungen in Polen erfasst und für die Internationale Kommission zum Schutz der Oder (MKOO IKSO) berichtet.

Die Stickstoff- und Phosphoreintr?ge über Flüsse aus dem deutschen Ostseeeinzugsgebiet blieben im Zeitraum von 2008 bis 2018 relativ konstant: Jahr 2008 waren es 21.544 t Stickstoff und 538 t Phosphor, 2018 waren es 20.873 t Stickstoff und 558 t Phosphor (siehe Abb. ?Gesamtstickstoff Flusseintr?ge (beobachtete- und unbeobachtete Gebiete) in die Ostsee, Deutschland“ und Abb. ?Gesamtphosphor Flusseintr?ge (beobachtete- und unbeobachtete Gebiete) in die Ostsee, Deutschland“).

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Eintr?ge der Direkteinleiter aus Deutschland

12 Kl?ranlagen sowie 2 industrielle Anlagen leiten gereinigtes Abwasser direkt in die Ostsee ein. Diese machen circa 2 % der Stickstoffeintr?ge und etwa 3 % der Phosphoreintr?ge aus dem deutschen Ostseeeinzugsgebiet aus.

Auch die Stickstoff- und Phosphoreintr?ge über Direkteinleiter blieben von 2008 bis 2018 relativ stabil. Direkteinleiter aus dem deutschen Ostseeeinzugsgebiet trugen 2008 596 t Stickstoff und rund 539 t Phosphor und 2018 rund 841 t Stickstoff und 558 t Phosphor in die Ostsee ein. (siehe Abb. ?Gesamtstickstoff Direkteintr?ge in die Ostsee, Deutschland“ und Abb. Gesamtphosphor Direkteintr?ge in die Ostsee, Deutschland“. Gr??ere Reduktionen von Stickstoff- und Phosphoreintr?gen durch Direkteinleiter aus dem deutschen Ostseeeinzugsgebiet wurden zuletzt in den 1990er Jahren erreicht.

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Weniger N?hrstoffe in die Ostsee

Für den Vergleich von N?hrstofffrachten aus unterschiedlichen Jahren sollten die ⁠Frachten⁠ immer in Relation zum j?hrlichen ⁠Abfluss⁠ gesetzt werden (?Abflussnormalisierung“). Die Betrachtung der Frachten in Relation zum j?hrlichen Abfluss ist für ein aussagekr?ftiges Ergebnis wichtig, weil,

  • bei hohen Niederschl?gen Phosphorgehalte aufgrund des Verdünnungseffekts sinken und
  • ergiebige Niederschl?ge die Stickstoffeintr?ge erh?hen. Es werden mehr Stickstoffverbindungen aus landwirtschaftlichen Fl?chen herausgewaschen und in die Flüsse abgeschwemmt.

Deutschland hat seine abflussnormalisierten Flussfrachten in die Ostsee im Zeitraum von 1994 bis 2006 für Stickstoff um 16 % und Phosphor um 9 % reduziert. Im Zeitraum von 2006 bis 2018 verringerten sich die abflussnormalisierten Frachten für Stickstoff um 2% und Phosphor um 14 % (siehe Abb. ?Gesamtstickstoff Flusseintr?ge (beobachtete Gebiete) in die Ostsee, Deutschland“ und Abb. ?Gesamtphosphor Flusseintr?ge (beobachtete Gebiete) in die Ostsee, Deutschland“). Damit konnte Deutschland zwar seine Phosphoreintr?ge im Vergleich von 1994-2006 und 2006-2018 um 5 % reduzieren, aber die Stickstoffeintr?ge haben sich um 14 % erh?ht. Diese Daten deuten an, dass Deutschland die Stickstoffeintr?ge zwischen 1994-2006 st?rker als von 2006-2018 reduzieren konnte und die Reduktionsanstrengungen stagnieren. Für Phosphor konnten die Eintr?ge im Vergleich von 1994-2006 und 2006-2018 minimal verringert werden. Gr??ere Reduktionen von Stickstoff- und Phosphoreintr?gen wurden zuletzt durch die Einführung phosphatfreier Waschmittel und der dritten Reinigungsstufe bei Kl?ranlagen vor 1995 erreicht.

Für weitere Reduktionen der N?hrstoffeintr?ge in die Ostsee bedarf es zus?tzlicher Ma?nahmen. Zum Beispiel die Reduktion der Eintr?ge aus der Landwirtschaft. Diese k?nnten durch das Einhalten der novellierten Düngeverordnung (01. Mai 2020 in Kraft getreten) erreicht werden. Kl?ranlagen in Deutschland setzen bereits fl?chendeckend die bestverfügbare Technik (BAT) ein. Somit sind weitere Reduzierungen nur über Optimierung der Betriebsabl?ufe bestehender Anlagen oder zus?tzliche Reinigungsstufen (Membrane, Pulverkohle, Ozonierung mit nachgeschalteter biologischer Stufe/⁠GAK⁠ Filtration) erreichbar. Die nationalen Verpflichtungen aus dem G?teborg-Protokoll von 1999 zur Reduzierung von Luftschadstoff-Emissionen und aus der novellierten NEC-Richtlinie (EU) 2016/2284, die sich als Depositionen sowohl in den Einzugsgebieten als auch in der Ostsee wiederfinden, werden auch zu Reduzierungen der Stickstoffbelastung der Ostsee beitragen.

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