Wasserressourcen und ihre Nutzung

Deutschland ist ein wasserreiches Land. Im Jahr 2016 wurden mit rund 24 Milliarden Kubikmetern Wasserentnahme nur 12,8 % des Wasserdargebots genutzt. Wasserstress ist in Deutschland im Allgemeinen nicht zu befürchten. Allerdings nutzen Produzent/-innen und Konsument/-innen indirekt Wasser, das bei der Herstellung von Gütern – oft im Ausland – verbraucht worden ist: Deutschlands ?Wasserfu?abdruck“.

Inhaltsverzeichnis

 

Wassernachfrage

Die Wasserentnahmen des verarbeitenden Gewerbes, der ?ffentlichen Wasserversorgung, der Energieversorgung, des Bergbaus und der Landwirtschaft geh?ren zu den wichtigsten Wassernutzungen in Deutschland. Nach Erhebungen des Statistischen Bundesamtes haben diese Nutzergruppen im Jahr 2016 zusammen rund 24 Milliarden Kubikmeter Wasser aus den Grund- und Oberfl?chengew?ssern entnommen (siehe Abb. "Wassergewinnung der ?ffentlichen Wasserversorgung, Bergbau, verarbeitendes Gewerbe, der Energieversorgung und der Landwirtschaft 2016“).

Diagramm: Deutschland ben?tigte 2016 rund 24 Milliarden Kubikmeter Wasser, davon ?ffentliche Wasserversorgung 20,8 %, Bergbau und verarbeitendes Gewerbe 23,2 %, Energieversorgung 54,8 %, Landwirtschaft 1,2 %.
Wassergewinnung der ?ffentlichen Wasserversorgung, Bergbau, verarbeitendes Gewerbe ... 2016
Quelle: Statistisches Bundesamt Diagramm als PDF
 

Die Wassernutzer

Die Wasserentnahmen des verarbeitenden Gewerbes sind seit 1991 rückl?ufig. Die Wasserentnahmen der ?ffentlichen Wasserversorgung sind seit dem Jahr 1991 bis 2016 insgesamt rückl?ufig, stagnieren aber in den Jahren 2007, 2010 und 2013. Die Daten für das Jahr 2016 zeigen eine leichte Erh?hung.? Die Entnahmen der Energieversorgung sanken ebenfalls im Jahr 2013 deutlich. Im Jahr 2016 ist eine weitere Abnahme erkennbar (siehe Abb. ?Wassergewinnung der ?ffentlichen Wasserversorgung, Bergbau, verarbeitendes Gewerbe, der Energieversorgung und der Landwirtschaft“). 2016 entnahm die ?ffentliche Wasserversorgung 21,7 % der Gesamtmenge von 24 Milliarden Kubikmeter (Mrd. m3). 77,1 % des Wassers wurde für den industriellen Bereich (Bergbau, verarbeitendes Gewerbe und Energieversorgung) entnommen. Davon nutzen Energieversorger vor allem für Kühlzwecke 52,9 %. Das bedeutet in absoluten Zahlen:

  • Energieversorger entnahmen 12,7 Mrd. m3 Wasser für die Eigenversorgung und nutzen dies zum Beispiel für Kühlwasser.
  • Als zweitgr??ter Wassernutzer entnahmen Bergbau und Verarbeitendes Gewerbe zirka 5,8 Mrd. m3 für industrielle Zwecke.
  • Auf die ?ffentliche Wasserversorgung entfielen 2016 etwa 5,2 Mrd. m3.
  • Die Wasserentnahmen für die landwirtschaftliche Beregnung sind in Deutschland mit etwa 0,3 Mrd. m3 bisher gering.
Diagramm: Deutschland ben?tigte 2016 rund 24 Milliarden Kubikmeter Wasser, über 45 Prozent weniger als 1991. Bergbau und verarbeitendes Gewerbe brauchten gut 47 Prozent, die Energieversorgung gut 52 % und die ?ffentlichen Wasserversorgung 20 % weniger Wasser.
Wassergewinnung der ?ffentlichen Wasserversorgung, Bergbau, verarbeitendes Gewerbe ...
Quelle: Statistisches Bundesamt Diagramm als PDF
 

Wasserreiches Deutschland

Der Entnahmemenge von rund 24 Milliarden Kubikmeter (Mrd. m3) steht in Deutschland ein potentielles Dargebot von 188 Mrd. m3 Wasser (Zeitperiode 1961-1990) gegenüber. Damit ist Deutschland ein wasserreiches Land. Das ⁠Wasserdargebot⁠ gibt an, welche Mengen an Grund- und Oberfl?chenwasser potentiell genutzt werden k?nnen.

Berechnet wird das Wasserdargebot als langj?hriges statistisches Mittel für eine in der Regel drei?igj?hrige Zeitperiode sowie als so genannte erneuerbare Wasserressource für Einzeljahre. Grundlage ist zum einen die gebietsbürtige (interne) Wasserressource, die sich aus der Wasserbilanz, das hei?t aus der Differenz von Niederschlag und ⁠Evapotranspiration⁠, also der ⁠Verdunstung⁠ von Boden und Pflanzendecke, ergibt (siehe Tab. ?Wasserbilanz für Deutschland“). Zum anderen addieren sich die Zuflüsse aus den Nachbarl?ndern, die aus den Abflüssen grenznaher Pegel bestimmt werden, zu der internen Wasserressource.

Die erneuerbaren Wasserressourcen unterliegen betr?chtlichen j?hrlichen Ver?nderungen, die um das potentielle Dargebot schwanken. Da die Bewirtschaftung der Gew?sser sowohl durch kurzfristige Ma?nahmen als auch durch langfristige Planungen gesteuert wird, sind beide Gr??en von Bedeutung (siehe Abb. ??nderung der erneuerbaren Wasserressourcen in Deutschland“). Die ausgewiesenen j?hrlichen gebietsbürtigen Abflussanteile, die oberirdisch das Bundesgebiet verlassen, geben in Verbindung mit dem Zufluss von Oberliegern zus?tzlich einen Hinweis auf die tats?chlich in den Gew?ssern abgeflossenen Wassermengen. Diese k?nnen auf Grund der jahresübergreifenden Speichereffekte in Form von Schnee, Boden- und Grundwasser h?her oder niedriger ausfallen als die erneuerbaren Wasserressourcen.

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Der Wassernutzungs-Index

Um die Auswirkungen der Wasserentnahmen auf die Gew?sser beurteilen zu k?nnen, wird die Wassernachfrage dem ⁠Wasserdargebot⁠ gegenübergestellt. übersteigen die Entnahmen 20 % des verfügbaren Wasserdargebotes, ist dies ein Zeichen von Wasserstress. Der Wassernutzungs-Index von Deutschland liegt seit dem Jahr 2004 unter dieser kritischen Marke (siehe Abb. ?Wassernutzungs-Index“). Aufgrund des Rückgangs der Wasserentnahmen durch die Energieversorger 2013 ist der Wassernutzungs-Index gegenüber 2010 noch einmal deutlich auf 13,3 % gesunken. 2016 ist der Wassernutzungsindex nur leicht auf 12,8 % gesunken, dies resultiert aus den leicht fallenden Entnahmen durch Bergbau und verarbeitendes Gewerbe, sowie die Energieversorgung denen geringfügige Erh?hungen der Wasserentnahme durch die ?ffentliche Wasserversorgung und die gegenüberstehen.

Das Gesamtvolumen der Wasserentnahme 2016 von 24 Milliarden Kubikmetern entspricht damit etwa 12,8 % des potentiellen Wasserdargebots. Mehr als 87,2 % des Wasserdargebots blieben ungenutzt. Wie sich im Jahr 2016 die Anteile der Hauptwassernutzer bezogen auf das potenzielle Dargebot verteilen, zeigt die Abbildung ?Wasserdargebot und Wassernutzung 2016“.

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Deutschlands ?Wasserfu?abdruck“

Wer trinkt, kocht, sich oder seine Kleidung w?scht, ben?tigt Wasser – das ist die direkte Wassernutzung. Auch bei der Herstellung von Lebensmitteln, PKW oder Mobiltelefonen wird Wasser genutzt – das ist der indirekte Wasserverbrauch. Die in Produkten sozusagen versteckte Wassermenge wird h?ufig als virtuelles Wasser bezeichnet. Es verbindet jede Nutzerin und jeden Nutzer eines Lebensmittels oder Produktes mit der Region oder den Regionen, wo es erzeugt wird.

Wie viel an Wasser eine Person nun tats?chlich – also direkt und virtuell – ben?tigt, erfassen Fachleute mit dem ⁠Indikator⁠ ?Wasserfu?abdruck“. Es gibt ihn auch für Produkte, Unternehmen oder L?nder wie Deutschland (siehe Themenseite ?Wasserfu?abdruck“).

Die Infobox informiert über den Wasserfu?abdruck Deutschlands. Der Wasserfu?abdruck betr?gt insgesamt 117,2 Milliarden Kubikmeter. Pro Kopf waren das 3.900 Liter t?glich.
Wasserfu?abdruck Deutschlands 2013
Quelle: Umweltbundesamt Infobox als PDF