Qualit?t des Trinkwassers aus zentralen Versorgungsanlagen

Das Trinkwasser gr??erer Trinkwasserversorger besitzt eine gute bis sehr gute Qualit?t. Bis zu 120.000 Messungen pro Parameter und Jahr im Berichtszeitraum von 2014 bis 2016 zeigen, dass nahezu alle mikrobiologischen und chemischen Qualit?tsparameter mit Ausnahme weniger Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffe zu mehr als 99 Prozent eingehalten wurden. Grenzwerte wurden nur vereinzelt überschritten.

Inhaltsverzeichnis

 

Messdaten zur Trinkwasserqualit?t in Deutschland

Die Messdaten aus den Jahren 2014 bis 2016 zeigen: Das Trinkwasser hielt mit Ausnahme weniger Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffe zu mehr als 99 Prozent (%) alle Qualit?tsanforderungen ein (siehe Tab. ?Qualit?t des Trinkwassers aus gr??eren Wasserwerken Deutschlands“). Diese Daten haben das Bundesgesundheitsministerium und das Umweltbundesamt zu Beginn des Jahres 2018 auch im fünften Bericht des Bundesministeriums für Gesundheit und des Umweltbundesamtes an die Verbraucherinnen und Verbraucher über die Qualit?t von Wasser für den menschlichen Gebrauch (Trinkwasser) in Deutschland (2014 - 2016) ver?ffentlicht.


In den Jahren 2013 bis 2016 war die Qualit?t des Trinkwassers in 2.490 Wasserversorgungsgebieten gut. Das Wasser hielt alle 14 Parameter zu mehr als 99 Prozent ein. Grenzwerte wurden vereinzelt überschritten – so bei coliformen Bakterien und bei wenigen Pestizid-Wirkstoffen.
Tab: Qualit?t des Trinkwassers aus gr??eren Wasserwerken Deutschlands
Quelle: Umweltbundesamt Tabelle als PDF zur vergr??erten Darstellung
 

Mehr als 2.400 gro?e Wasserversorgungsgebiete

Die Beschaffenheit des Trinkwassers wird repr?sentativ nach einer von der Europ?ischen Union vorgegebenen Auswahl von Parametern beurteilt. Berücksichtigt werden dafür alle Wasserversorgungsgebiete, in denen mehr als 5.000 Einwohner mit Trinkwasser beliefert oder im Durchschnitt t?glich mehr als 1.000 Kubikmeter Trinkwasser verteilt werden. Im Jahr 2016 waren das 2.490 Wasserversorgungsgebiete. In ihnen wurden 72,4 Millionen Einwohner – das sind etwa 88 Prozent (%) der Bev?lkerung – mit 4.350 Millionen Kubikmeter Trinkwasser versorgt. Das Rohwasser für die Trinkwasseraufbereitung kommt zu 69 % aus Grundwasser, zu 16 % aus Oberfl?chenwasser und zu 15 % aus Quellen wie dem Uferfiltrat oder künstlich angereichertem Grundwasser.

 

Berichte der Bundesregierung zur Trinkwasserqualit?t

Die Bundesregierung informiert alle drei Jahre die Europ?ische Kommission über die Trinkwasserqualit?t. Das geschah zuletzt im Jahr 2018 mit dem ?Sektoralen Bericht über die Trinkwasserbeschaffenheit“. Dieser Bericht berücksichtigt die Messdaten aus den Jahren 2014 bis 2016 unter anderem zu 14 ausgew?hlten Parametern:

  • Der Geruch, die Trübung und die F?rbung müssen für Verbraucherinnen und Verbraucher annehmbar sein und dürfen keine anormalen Ver?nderungen aufweisen.
  • Die Leitf?higkeit muss als Ma? für den Salzgehalt im vorgeschriebenen Bereich liegen wie auch der ⁠pH-Wert⁠ als Ma? für den sauren oder alkalischen Charakter des Wassers.
  • Ein Liter Trinkwasser darf nicht mehr als 0,01 Milligramm (mg) Blei, 2 mg Kupfer, 0,02 mg Nickel und 50 mg Nitrat enthalten.
  • Ein Liter Trinkwasser darf von einem Pestizid nicht mehr als 0,1 Mikrogramm (μg) enthalten und die Gesamtkonzentration aller ⁠Pestizide⁠ darf 0,5 μg nicht überschreiten.
  • In 100 Milliliter (ml) Wasser dürfen weder die Darmbakterien Escherichia coli noch Enterokokken oder coliforme Bakterien vorkommen.
  • In einem ml Wasser am Zapfhahn einer Verbraucherin oder eines Verbrauchers dürfen nicht mehr als 20 Kolonien bildende Einheiten bei 22 °C auftreten.
In den Jahren 2013 bis 2016 war die Qualit?t des Trinkwassers in 2.490 Wasserversorgungsgebieten gut. Das Wasser hielt alle 14 Parameter zu mehr als 99 Prozent ein. Grenzwerte wurden vereinzelt überschritten – so bei coliformen Bakterien und bei wenigen Pestizid-Wirkstoffen.
Tab: Qualit?t des Trinkwassers aus gr??eren Wasserwerken Deutschlands
Quelle: Umweltbundesamt Tabelle als PDF zur vergr??erten Darstellung
 

Sporadisch zu viele Bakterien

Grenzwertüberschreitungen gab es bei dem Parameter ?coliforme Bakterien“. Im Berichtsjahr 2014 wurden in 1,3 Prozent (%) der im Wasserwerk und Rohrnetz genommenen Proben coliforme Bakterien gefunden. In den Trinkwasserproben am ?Zapfhahn“ der Verbraucherinnen und Verbraucher waren lediglich noch 0,07 % aller Proben hinsichtlich coliformer Bakterien zu beanstanden. Dabei handelt es sich um Indikatorbakterien, deren Auftreten im Trinkwasser nicht immer als direkte Gesundheitsgefahr zu deuten ist. Sie zeigen oft eine allgemeine Verschlechterung der Wasserqualit?t und damit die Notwendigkeit an, weitere Untersuchungen als vorbeugende Ma?nahme zum Schutz der Gesundheit der Bev?lkerung einzuleiten. Es handelte sich oft um sporadische überschreitungen, die bei weiterer Untersuchung nicht best?tigt wurden.

 

Weniger Nitrat, weniger Blei

Wie schon in den Vorjahren blieben beim Parameter Nitrat Grenzwertüberschreitungen im Trinkwasser die seltene Ausnahme. Allerdings erlaubt dies weder einen unmittelbaren Rückschluss auf den Nitratgehalt der Rohw?sser, noch stellen die Befunde einen Widerspruch dar zu dem beobachteten Anstieg der Nitratkonzentration in Grundw?ssern durch Eintr?ge aus Landwirtschaft und Biomasseproduktion. Die bisherigen Erfolge bei der Einhaltung des Nitratgrenzwertes im Trinkwasser liegen nicht zuletzt in wirksamen Ma?nahmen zur Nitratminderung in den berichtspflichtigen Wasserversorgungsunternehmen begründet.

Grenzwertüberschreitungen beim Parameter Blei wurden haupts?chlich am Zapfhahn der Endverbraucherinnen und -verbraucher nachgewiesen. Sie sind ein Indiz für noch vorhandene Bleileitungen in der Trinkwasser-Installation oder für Armaturen, die nicht die allgemein anerkannten Regeln der Technik erfüllen. Ein Nichtbeachten allgemein anerkannter Regeln der Technik ist meist auch Ursache für die Nichteinhaltung der Parameterwerte für Nickel und Cadmium.

 

Regelungen zur Trinkwasserüberwachung

In Deutschland ist die Trinkwasserüberwachung durch die Trinkwasserverordnung (TrinkwV) geregelt. Die Bundesregierung hat mit dieser Verordnung die Vorgaben der Trinkwasserrichtlinie der Europ?ischen Union aus dem Jahr 1998 und die 2015 festgelegten ?nderungen in den Anh?ngen 2 und 3 in nationales Recht umgesetzt. Die deutsche Verordnung enth?lt Vorgaben zur Aufbereitung des Trinkwassers und zu dessen Beschaffenheit. Eine Grundanforderung ist, dass Trinkwasser rein und genusstauglich sein muss. Es darf keine Krankheitserreger aufweisen und keine Stoffe in gesundheitssch?digenden Konzentrationen enthalten. Die Verordnung nennt weitere Pflichten der Versorgungsunternehmen und gibt Beh?rden vor, was und wie sie die Trinkwasserqualit?t überwachen müssen.

Eine zusammenfassende übersicht über die Qualit?t des gesamten in Deutschland abgegebenen Trinkwassers kann aufgrund der inhomogenen Datenbest?nde nicht gegeben werden. Die Beschaffenheit des Trinkwassers wird daher repr?sentativ nach einer von der Europ?ischen Union vorgegebenen Auswahl von Parametern beurteilt.

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 Trinkwasser  Trinkwasserqualit?t  Nitrat  Blei  Grenzwertüberschreitungen