FW-I-3: Holzzuwachs

Das Bild zeigt ein Holzlager entlang eines Waldweges. zum Vergr??ern anklicken
Je nach Witterungsbedingungen k?nnen die Holzertr?ge in den Jahren sehr unterschiedlich hoch sein.
Quelle: Andreas Bolte / Thünen-Institut

Monitoringbericht 2019 zur Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel

Inhaltsverzeichnis

 

FW-I-3: Holzzuwachs

Der Zuwachs im Zeitraum 2008 bis 2012 fiel für alle Hauptbaumarten geringer aus als im vorhergehenden Zeitraum 2002 bis 2008. Dies deutet darauf hin, dass einzelne Trockenjahre bisher nicht dominant die Zuw?chse bestimmten, denn die besonders warmen und trockenen Jahre 2003 und 2006 fielen in den ersten Zeitraum mit den noch h?heren Zuw?chsen.

In der Grafik sind Punkte für den j?hrlichen Grundfl?chenzuwachs (Zuwachs an Derbholz mit Rinde) in Quadratmeter pro Hektar und Jahr für Fichte, Buche, Eiche und Kiefer jeweils für den Zeitraum 2002-2008 und 2008-2012 angegeben. Die Werte betragen für 2002-2008 bei der Fichte 0,81, der Kiefer 0,65, der Buche 0,64 und der Eiche 0,58; für 2008-2012 bei Fichte 0,75, Kiefer 0,53, Buche 0,57,  und Eiche 0,53.
FW-I-3: Holzzuwachs

In der Grafik sind Punkte für den j?hrlichen Grundfl?chenzuwachs (Zuwachs an Derbholz mit Rinde) in Quadratmeter pro Hektar und Jahr für Fichte, Buche, Eiche und Kiefer jeweils für den Zeitraum 2002-2008 und 2008-2012 angegeben. Die Werte betragen für 2002-2008 bei der Fichte 0,81, der Kiefer 0,65, der Buche 0,64 und der Eiche 0,58; für 2008-2012 bei Fichte 0,75, Kiefer 0,53, Buche 0,57, und Eiche 0,53.

Quelle: Thünen-Institut für Wald?kosysteme (Auswertungen auf der Basis der BWI)
 

Ver?nderungen im Zuwachs

Wie schnell B?ume wachsen und wie viel Holzvolumen je Zeiteinheit gebildet wird, ist wesentlich von der N?hrstoff- und Wasserversorgung ihrer Standorte sowie von den vorherrschenden Temperaturen abh?ngig. In Berglagen oder kalten Senken, die bisher w?rmelimitiert sind, k?nnen sich Temperaturerh?hungen positiv auf den Zuwachs der dort stockenden B?ume auswirken. In Bereichen wie beispielsweise der Oberrheinebene, in denen das Wachstum schon heute vielerorts durch Hitze und Trockenheit begrenzt ist, werden sich weitere Temperaturerh?hungen und zunehmende Trockenheit infolge des Klimawandels dagegen nachteilig auf die Holzzuw?chse auswirken. Insgesamt wird erwartet, dass sich die mit dem ⁠Klimawandel⁠ einhergehenden Witterungsver?nderungen standortsund bestandsspezifisch unterschiedlich auf den Holzzuwachs auswirken werden.

Viel diskutiert wird neben den Witterungseinflüssen auch der düngende Effekt erh?hter KohlendioxidKonzentrationen in der ⁠Atmosph?re⁠. Er kann sich grunds?tzlich produktivit?tssteigernd auswirken, wenn gleichzeitig andere wichtige Wachstumsfaktoren nicht begrenzt sind. Ein weiterer bedeutender Einflussfaktor ist die Altersstruktur der Best?nde, denn die Zuwachsleistung der B?ume ist abh?ngig von ihrem Alter. Junge B?ume mit einem Alter von unter 20 Jahren weisen einen geringen Volumenzuwachs auf. Dieser steigt dann in den Folgejahren stark an und sinkt im Alter in Abh?ngigkeit von der Baumart wieder ab. Analysen von Zuwachsdaten müssen daher stets das Alter berücksichtigen.

Das Zusammenwirken aller Einflussfaktoren ist komplex und l?sst sich in seinen Auswirkungen für den künftigen Zuwachs nur schwer voraussagen. Klar ist aber bereits, dass es im Wald in Abh?ngigkeit von den jeweiligen Standortverh?ltnissen Gewinner und Verlierer des Klimawandels geben wird. Grunds?tzlich ist der produktive Holzzuwachs neben der Qualit?t des Holzes für die Forstwirtschaft eine relevante Gr??e, denn er entscheidet letztendlich über die H?he der erzielbaren Holzertr?ge. Sinken in Wirtschaftsw?ldern u. a. infolge ungünstigerer Witterungsverh?ltnisse die Zuw?chse best?ndig in erheblichem Umfang, werden gezielte forstliche Managementma?nahmen erforderlich, um die Produktionsfunktion des Waldes aufrechtzuerhalten. Der Holzzuwachs ist au?erdem insofern von Bedeutung, als er Voraussetzung für die Funktion des Waldes als Kohlenstoffspeicher ist. Je mehr Holz in einem Bestand zuw?chst, desto mehr Kohlendioxid wird der Atmosph?re entzogen und in Form von Kohlenstoff im Holz festgelegt. Man geht davon aus, dass in jedem Kubikmeter Holz rund 250 kg Kohlenstoff gebunden sind. Damit leisten W?lder mit positiver Kohlenstoffbilanz auch einen bedeutenden Beitrag zum ⁠Klimaschutz⁠.

Die bisher verfügbaren Ergebnisse der Bundeswaldinventur stellen Startpunkte für den Aufbau einer l?ngeren Zeitreihe zum Holzzuwachs dar. Ab 2002 stehen bundesweite Inventurdaten zur Verfügung. Die Daten lassen vor allem Schlussfolgerungen zu den Wirkungen extremer Witterungssituationen im jeweiligen Beobachtungszeitraum zu. So lie?en sich die hohen durchschnittlichen Holzzuw?chse der W?lder, die bis zum Ende des 20. Jahrhunderts ermittelt wurden, im Zeitraum 2002 bis 2008 in den alten Bundesl?ndern vor allem für die Fichte nicht mehr in diesem Umfang ermitteln. Es wird davon ausgegangen, dass insbesondere die hei?en und trockenen Jahre 2003 und 2006 zu Produktivit?tseinbu?en geführt haben. Aber auch im Folgezeitraum 2008–2012 ohne Trockenjahre sind die Holzzuw?chse im bundesweiten Mittel bei den vier Hauptbaumarten weiter zurückgegangen, am st?rksten bei der Kiefer, gefolgt von der Buche.

Die Ergebnisse der Zwischeninventur zur Erfüllung der Treibhausgasberichterstattung (CI 2017) lagen bei der Erstellung des ⁠DAS⁠-Monitoringberichts 2019 noch nicht vor. Daher k?nnen die Zuw?chse im Zeitraum 2012– 2017 noch nicht dargestellt werden. Mit einer l?ngeren Zeitreihe werden sich künftig die l?ngerfristig wirkenden Effekten des Klimawandels auf den Holzzuwachs abbilden lassen.

 

Schnittstellen

LW-I-2: Ertragsschwankungen

 

Ziele

Sicherstellung der Produktion von Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft; Deckung des steigenden inl?ndischen Holzbedarf auch nach 2020 überwiegend aus heimischer Erzeugung (Waldstrategie 2020, S. 7)