FW-I-7: Waldzustand

Das Bild zeigt eine Kiefernkrone mit starken Trockensch?den.zum Vergr??ern anklicken
Auch trockentolerante Kiefern leiden unter zu gro?er Trockenheit wie die Schwarzkiefern bei Würzburg
Quelle: Tanja Sanders / Thünen-Institut

Monitoringbericht 2019 zur Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel

Inhaltsverzeichnis

 

FW-I-7: Waldzustand

Bis 2017 gibt es keine Anzeichen, dass sich der Waldzustand aufgrund von Klimaver?nderungen kontinuierlich verschlechtert. Die Auswirkungen besonders hei?er und trockener Jahre wie des Jahres 2003 ?u?ern sich aber – mit Ausnahme der Kiefer – bei allen Hauptbaumarten in deutlichen Nadel- und Blattverlusten. Bei den Laubb?umen sind gr??ere Schwankungen der Kronenverlichtung zu verzeichnen.

Dargestellt ist in einer Linien-Grafik die mittlere Kronenverlichtung in Prozent für den Gesamtwald sowie die Baumarten Fichte, Kiefer, Buche und Eiche für den Zeitraum 1991 bis 2017. Für die Buche gibt es einen signifikant steigenden Trend, für die Eiche ist er quadratisch fallend. Für die übrigen Baumarten und den Gesamtwald gibt es keinen Trend.
FW-I-7: Waldzustand

Dargestellt ist in einer Linien-Grafik die mittlere Kronenverlichtung in Prozent für den Gesamtwald sowie die Baumarten Fichte, Kiefer, Buche und Eiche für den Zeitraum 1991 bis 2017. Für die Buche gibt es einen signifikant steigenden Trend, für die Eiche ist er quadratisch fallend. Für die übrigen Baumarten und den Gesamtwald gibt es keinen Trend.

Quelle: BMEL (Bundesweite Waldzustandserhebung)
 

Kronenverlichtung durch Klimawandel?

Der Kronenzustand galt viele Jahre als geeigneter ⁠Indikator⁠, um die Auswirkungen von Schadstoffbelastungen auf die Vitalit?t der Waldb?ume abzubilden. Heute wei? man, dass die Ursachen vielf?ltiger sind und in komplexer Weise zusammenwirken. Das Witterungsgeschehen ist inzwischen st?rker ins Blickfeld geraten, denn Zusammenh?nge zwischen dem zeitlichen Verlauf der Nadel- und Blattverluste und dem sommerlichen Witterungsverlauf sind offensichtlich geworden.

In allen Statistiken zur Entwicklung des Waldzustands der vergangenen Jahre stechen die Folgen des Hitzejahrs 2003 mit verst?rkten Blatt- und Nadelverlusten bei den Hauptbaumarten besonders hervor. Lediglich bei der trockenheitstoleranten Kiefer zeigten sich im Folgejahr 2004 keine signifikanten Ver?nderungen gegenüber den Vorjahren. Blatt- und Nadelverluste k?nnen dabei direkte Folge von Trockenheit und Hitze sein oder auch indirekt durch verst?rkten Sch?dlingsbefall zustande kommen. Aufgrund der beschriebenen Zusammenh?nge liegt es nahe, einen Einfluss des Klimawandels auf den Kronenzustand der Waldb?ume zu diskutieren.

Wenn B?ume ihre Bl?tter und Nadeln verlieren, dann bedeutet das allerdings nicht zwangsl?ufig, dass sie gesch?digt sind. Bei Laubb?umen ist die spontane Reduzierung der Blattmasse unter ungünstigen Bedingungen zumeist eine angemessene Anpassungsreaktion. Die B?ume k?nnen auf diese Weise zu gro?en Wasserverlusten vorbeugen. Kritisch wird es nur dann, wenn infolge einer H?ufung von Jahren mit ⁠Trockenstress⁠ die Kronenverlichtung zum Dauerzustand wird. Dann wird es zwangsl?ufig zu Produktivit?tseinbu?en oder gar zum Absterben von B?umen kommen. Bei Nadelb?umen ist die Situation etwas anders, denn Nadelb?ume reagieren weniger spontan mit Nadelverlusten, da sie mehr in ihre dauerhafteren Nadeln investieren müssen. In diesen F?llen liegt es daher n?her, von einer Sch?digung der B?ume auszugehen, wenn die Krone lichter wird.

Noch schwieriger wird die Interpretation von Nadel- und Blattverlusten, wenn man zus?tzlich die Zusammenh?nge mit der Fruchtbildung berücksichtigt. Auch diese kann erheblichen Einfluss auf den Kronenzustand nehmen. In sogenannten Mastjahren mit besonders starker Fruchtbildung investieren die B?ume weniger in ihre Blatt- und Nadelmasse. Die Krone erscheint dann transparenter.

über die Gesetzm??igkeiten der Fruchtbildung gibt es aber bislang nur wenige Informationen, auch wenn Zusammenh?nge mit dem ⁠Klimawandel⁠ diskutiert werden. W?hrend es beispielsweise bei der Buche und Eiche früher nur rund alle sechs bis sieben Jahre zu Mastjahren kam, liegt die H?ufigkeit heute zwischen zwei und drei Jahren. Erwiesen ist ein Zusammenhang mit dem Klimawandel aber noch nicht.

Bis 2017 gab es noch keine Anzeichen dafür, dass sich der Waldzustand infolge der Klimaver?nderungen kontinuierlich verschlechtert. Es ist aber nachweisbar, dass widrige Witterungseinflüsse, insbesondere hei?e und trockene Sommer, zu Nadel- und Blattverlusten führen. 2018 wurde lokal beobachtet, dass auch bei Kiefern starke Sch?digungen aufgrund der Trockenheit aufgetreten sind. Sollten sich diese Extrembedingungen in Zukunft vermehrt einstellen und der Umbau des Waldes zu trocken- und hitzetoleranteren Best?nden nicht schnell genug voranschreiten, k?nnte dies tats?chlich verst?rkte Waldsch?den zur Folge haben.

 

Schnittstellen

FW-I-5: Schadholzaufkommen durch Buchdrucker – Fallstudie

 

Ziele

Steigerung der Stabilit?t und Vielfalt der W?lder (Waldstrategie 2020, S. 23)