FW-R-1: Mischbest?nde

Das Bild zeigt das bunte Kronendach eines Waldes, der sich aus verschiedenen Laub- und Nadelbaumarten zusammensetzt.zum Vergr??ern anklicken
Klimavorhersagen sind unsicher:mit Baumartenmischung sind F?rster/Waldbauern auf der sicheren Seite.
Quelle: RuZi / stock.adobe.com

Monitoringbericht 2019 zur Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel

Inhaltsverzeichnis

 

FW-R-1: Mischbest?nde

Angesichts unsicherer Vorhersagen zur künftigen Klimaentwicklung ist die F?rderung der Arten- und Strukturvielfalt im Wald eine geeignete Strategie, das Risiko zu streuen. Mischw?lder aus zwei und mehr Baumarten bedeckten im Jahr 2002 knapp 54,9 %, in 2012 bereits 57,8 % der Waldfl?che. L?sst man den Anteil naturnaher Reinbest?nde au?er Acht, lie?e sich noch auf etwa einem Viertel der gesamten Waldfl?che der Mischwaldanteil weiter steigern.

Dargestellt sind zwei Stapels?ulen zum prozentualen Fl?chenanteil der Mischungsformen an der Gesamtwaldfl?che für die Jahre 2002 und 2012. Es ist differenziert in die Kategorien Mischwald mit 2, 3, 4 und mehr Baumarten sowie in naturnahen und nicht-naturnahen Reinbestand. Ferner gibt es die Kategorie Wald ohne Bestockungsangabe. Zwischen den Jahren gibt es geringfügige Ver?nderungen. Beide Reinbestandsformen haben abgenommen. Eine Zunahme gab es vor allem in der Kategorie des Mischwalds mit 3 Baumarten.
FW-R-1: Mischbest?nde

Dargestellt sind zwei Stapels?ulen zum prozentualen Fl?chenanteil der Mischungsformen an der Gesamtwaldfl?che für die Jahre 2002 und 2012. Es ist differenziert in die Kategorien Mischwald mit 2, 3, 4 und mehr Baumarten sowie in naturnahen und nicht-naturnahen Reinbestand. Ferner gibt es die Kategorie Wald ohne Bestockungsangabe. Zwischen den Jahren gibt es geringfügige Ver?nderungen. Beide Reinbestandsformen haben abgenommen. Eine Zunahme gab es vor allem in der Kategorie des Mischwalds mit 3 Baumarten.

Quelle: Thünen-Institut für Wald?kosysteme (Auswertungen der Bundeswaldinventur)
 

Mischw?lder – Vielfalt streut das Risiko

Unter Waldexperten besteht übereinstimmung, dass sich der ⁠Klimawandel⁠ ab der zweiten H?lfte des 21. Jahrhunderts besonders stark auf den Wald auswirken wird. Die m?glichen Klimawandel-Szenarien sehen aber durchaus unterschiedlich aus. Das bedeutet, dass die Forstwirtschaft mit erheblichen Planungsunsicherheiten umgehen muss. Gleichwohl ist es m?glich, die verschiedenen Wahrscheinlichkeiten der zukünftigen Klimaentwicklung im Planungsprozess zu berücksichtigen. Die Baumartenmischung ist ein wichtiger Ansatzpunkt, um die Best?nde stabiler und vitaler zu machen und damit die wichtigen Waldfunktionen auch für die Zukunft sicherzustellen. Die Steuerung der Baumartenmischung bedarf allerdings aufgrund der Langlebigkeit der Waldb?ume weit vorausschauender Waldumbaustrategien.

Mit der gezielten F?rderung von Mischw?ldern verfolgen die Forstwirte eine Strategie der Risikostreuung unter dem Motto: Je mehr unterschiedliche B?ume eine Waldgemeinschaft bilden und je vielf?ltiger die Waldstrukturen sind, desto geringer wird das Risiko sein, dass im Falle einer schleichenden oder pl?tzlichen Ver?nderung der Standortbedingungen der gesamte Wald von Sch?den betroffen sein wird oder gar ganz zusammenbricht. Es wird dann immer einzelne Arten geben, die auch mit den neuen Bedingungen gut zurechtkommen und die Grundlage einer neuen Bestandsentwicklung bilden k?nnen. Au?erdem ist Baumartenvielfalt meist auch mit einem hohen Ma? an Struktur- und Lebensraumvielfalt verbunden. Damit einhergehen vielf?ltige Lebensr?ume für Gegenspieler von Schaderregern und in der Folge geringere Ausbreitungs- und Befallsm?glichkeiten als in homogenen Reinbest?nden. Die Anf?lligkeit von Mischbest?nden gegenüber Schaderregern ist daher h?ufig geringer. Dies gilt insbesondere auch für neue Schadorganismen, die teilweise nur auf eine oder wenige Baumarten spezialisiert sind. Aus Produktionsgesichtspunkten kann eine Diversifizierung im Baumbestand auch eine geeignete Antwort auf unsichere zukünftige Holzpreise sein.

Gleichf?rmige und artenarme Best?nde stehen aus den genannten Gründen im besonderen Fokus forstwirtschaftlicher Bemühungen zum Waldumbau; hier wird die gr??te Handlungsnotwendigkeit gesehen.

Grunds?tzlich besteht das Ziel, diese Best?nde in vielf?ltigere Best?nde mit überwiegend heimischen Baumarten umzuformen und damit die erwünschte Risikostreuung zu erreichen. Gleichzeitig müssen jedoch die spezifischen stand?rtlichen Voraussetzungen, Ertragsaspekte und andere Waldfunktionen im Blick bleiben. Auf bestimmten Standorten stellen sich von Natur aus Reinbestockungen mit B?umen einer Art wie beispielsweise der Buche ein, auf anderen entwickeln sich natürlicherweise Mischbestockungen sehr unterschiedlicher Auspr?gung. Grunds?tzlich gilt, dass dem Anteil von Mischbest?nden natürlicherweise Grenzen gesetzt sind, allerdings ist das Optimum an Mischung in den deutschen W?ldern noch lange nicht erreicht.

Die Mischbestandsfl?che nimmt in den deutschen W?ldern zu, und mit Blick auf Anpassungserfordernisse geht die Entwicklung in die richtige Richtung. Die Bundeswaldinventur aus dem Jahr 2002 ergab, dass knapp 55 % der Waldfl?che gemischt und rund 45 % ungemischt bestockt sind. Zu den restlichen knapp 5 % lagen keine Bestockungsangaben vor. Die Ergebnisse aus der Folgeinventur im Jahr 2012 zeigen, dass sich der Anteil der Mischwaldfl?che auf knapp 58 % erh?ht hat. Die Fl?che der naturnahen Reinbest?nde ist bis 2012 mit 11 % stabil geblieben. Die nicht-naturnahen Reinbest?nde, die vor allem aus Fichte und Kiefer bestehen und auf die sich die Bemühungen zum Waldumbau konzentrieren, sind im genannten Zeitraum um 3 Prozentpunkte zurückgegangen.

Für die Bewertung des Ergebnisses ist nicht relevant, ob die Zunahme der ⁠Mischbest?nde⁠ letztendlich Ergebnis zielgerichteter Waldumbauma?nahmen ist oder sich diese Ver?nderungen spontan, d. h. im Zuge natürlicher Sukzessionsprozesse, vollziehen. Die Ergebnisse der n?chsten Bundeswaldinventur werden 2022 vorliegen.

 

Schnittstellen

FW-R-2: F?rderung des Waldumbaus

FW-R-4: Erhaltung forstgenetischer Ressourcen

FW-R-3: Umbau gef?hrdeter Fichtenbest?nde

 

Ziele

Die Waldeigentümer sollten den Waldumbau von Reinbest?nden in standortgerechte, risikoarme ⁠Mischbest?nde⁠ voranbringen (⁠DAS⁠, Kap. 3.2.7)

Begründung vielf?ltiger, stabiler und ertragsstarker Mischw?lder (Waldstrategie 2020, S. 23)

Erhaltung der Waldfl?che in Deutschland und Steigerung der Stabilit?t, Vielfalt und Naturn?he der W?lder. Der Anbau standortgerechter und überwiegend heimischer Baumarten leistet hierzu einen wichtigen Beitrag. (Waldstrategie 2020, S. 23)

Anpassung der W?lder an die Herausforderungen des Klimawandels z. B. durch Anbau m?glichst vielf?ltiger Mischbest?nde (⁠NBS⁠, Kap. B 1.2.1)

Kontinuierliche Reduktion des Anteils nicht standort-heimischer Baumarten (NBS, Kap. B 1.2.1)

Erhaltung und Entwicklung der natürlichen und naturnahen Waldgesellschaften (NBS, Kap. B 1.2.1)