FW-R-2: F?rderung des Waldumbaus

Das Bild zeigt einen auf einer Lichtung knienden jungen Mann, der einen Nadelbaumsetzling in seinen H?nden h?lt und diesen betrachtet. Im Hintergrund sieht man verschwommen einen Mann, der mit einem Spaten einen Baum einpflanzt. zum Vergr??ern anklicken
Um nicht standortgerechte W?lder anpassungsf?hig zu machen, werden gezielt Baumarten eingebracht.
Quelle: highwaystarz / stock.adobe.com

Monitoringbericht 2019 zur Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel

Inhaltsverzeichnis

 

FW-R-2: F?rderung des Waldumbaus

Der Waldumbau im Staats-, K?rperschafts- und Privatwald wird über F?rderungen mit EU-, Bundes- und Landesmittel sowie aus Haushaltsmitteln finanziert vorangetrieben. In den zurückliegenden Jahren bis 2017 sind im Schnitt j?hrlich rund 22.000 Hektar Wald umgebaut worden. In diesen Umbau sind Finanzmittel in H?he von durchschnittlich rund 82 Millionen Euro pro Jahr geflossen.

Die Stapels?ulengrafik stellt die Investitionen in den Waldumbau in Millionen Euro von 2000 bis 2017 dar. Es wird differenziert in Investitionen des Bundesforstes im Bundeswald, Aufwendungen der L?nder für Ma?nahmen  im Landeswald sowie in den EU-Mittel-Anteil, den Anteil der Bundesmittel und den Anteil der Landesmittel und zus?tzlicher ?ffentlicher Mittel an der GAK/EU-F?rderung. Die reine Landesf?rderung ist ebenfalls der zuletzt genannten Kategorie zugeordnet.
FW-R-2: F?rderung des Waldumbaus

Die Stapels?ulengrafik stellt die Investitionen in den Waldumbau in Millionen Euro von 2000 bis 2017 dar. Es wird differenziert in Investitionen des Bundesforstes im Bundeswald, Aufwendungen der L?nder für Ma?nahmen im Landeswald sowie in den EU-Mittel-Anteil, den Anteil der Bundesmittel und den Anteil der Landesmittel und zus?tzlicher ?ffentlicher Mittel an der GAK/EU-F?rderung. Die reine Landesf?rderung ist ebenfalls der zuletzt genannten Kategorie zugeordnet. Die Aufwendungen der L?nder für Ma?nahmen im Landeswald bilden die mit Abstand st?rkste Kategorie. Hier gibt es keinen Trend. Einen signifikant fallenden Trend gibt es bei den Investitionen des Bundesforstes und bei den Bundesmitteln in der GAK. Die EU-Mittel in der GAK zeigen einen quadratisch abnehmenden Trend. Keinen Trend zeigen die Landesmittel in der GAK.
Mit einer Linie ist au?erdem die umgebaute beziehungsweise in Umbau befindliche Waldfl?che in Hektar abgebildet. Diese Zeitreihe zeigt einen signifikant abnehmenden Trend. Im Jahr 2017 wurden knapp 20.000 Hektar umgebaut.

Quelle: BMEL (GAK-Berichterstattung des Bundes); Mitteilungen der für Forstwirtschaft zust?ndigen Ministerien der L?nder; BImA (Kosten- und Leistungsrechnung Bundesforst)
 

Aktiver Waldumbau – der Natur auf die Sprünge helfen

Naturverjüngung gilt i. d. R. als eine günstige und die natürlichste Form der Walderneuerung. Die forstlichen Eingriffe konzentrieren sich dabei auf die Entfernung hiebsreifer Einzelb?ume aus dem Bestand. Dadurch entstehen Lücken, die ausreichen, um den Keimlingen aus Samen der umstehenden B?ume ausreichend Licht zum Aufwachsen zur Verfügung zu stellen. Im traditionellen naturnahen Waldumbau wird zumeist ausschlie?lich mit dem Verfahren der Naturverjüngung gearbeitet.

Die Anpassung der W?lder an die ver?nderten Klimabedingungen erfordert allerdings in vielen F?llen einen zielgerichteten Umbau des existierenden Bestands. Naturverjüngung führt nicht immer zu einem Baumartenwechsel, vor allem wenn keine Samenb?ume von geeigneten Baumarten in der Umgebung zu finden sind. Ausnahmen bilden h?chstens Aufwüchse aus natürlichem Samenanflug mit sehr leichten Samen von beispielsweise Kiefern, Birke oder Pappeln, die auch aus gr??erer Entfernung in einen Bestand eingeweht werden k?nnen und durch H?hersaat oder Eichh?rnchen verbreitete Eichen und Buchen.

Um nicht standortgerechte Nadelholzbest?nde in Mischw?lder umzubauen oder auch gezielt w?rmetolerante Arten oder Herkünfte in Best?nde einzubringen, sind Verfahren der künstlichen Verjüngung zwingend erforderlich. Dabei werden die gewünschten Baumarten durch Saat oder Pflanzung in die Best?nde eingebracht und – wenn es aufgrund eines zu hohen Wildeinflusses notwendig ist – durch Schutzma?nahmen in ihrem Aufwuchs gesichert. Auf diesem Wege k?nnen auch gezielte Erg?nzungen der spontanen Naturverjüngung vorgenommen werden.

Der Waldumbau ist als Ziel und zu f?rdernde Ma?nahme inzwischen in zahlreichen forstlichen Strategien und Programmen auf Bundes- und Landesebene verankert. Sowohl von der EU als auch von Bund und L?ndern werden diesen Zielen entsprechend finanzielle Mittel für den Waldumbau im Privat- und ⁠K?rperschaftswald⁠ sowie im Staatswald bereitgestellt. Die Finanzierungsmechanismen sind in den einzelnen Bundesl?ndern sehr verschieden.

Für den Privat- und K?rperschaftswald bilden die aus der ⁠GAK⁠ und aus ⁠ELER⁠ bereitgestellten F?rdermittel den deutlich überwiegenden Teil der F?rderaktivit?ten ab. Dabei werden die EU-, Bundes- und Landesmittel von den einzelnen Bundesl?ndern unterschiedlich kombiniert. Zus?tzlich unterstützen wenige L?nder im Rahmen von Forst- oder Waldf?rderrichtlinien oder spezifischen Programmen Waldumbauma?nahmen mit alleinigen Landesmitteln. Zwischen den Jahren 2000 und 2017 sind auf diese Weise j?hrlich zwischen 25 und 41 Millionen Euro in den Umbau des Privat und K?rperschaftswalds geflossen.

Im Landeswald wird der Waldumbau nahezu ausschlie?lich im Rahmen der ?normalen“ forstwirtschaftlichen Bewirtschaftung, die aus Haushaltsmitteln finanziert ist, vorangetrieben. Aktive Umbauma?nahmen, die bei der Berechnung des Indikators berücksichtigt werden, dienen i. d. R. dem Ziel, standortgerechte Baumarten zu etablieren und eine gr??ere Baumartenmischung herbeizuführen. Hierzu z?hlen neben Ma?nahmen der Wiederaufforstung auch Ma?nahmen der Erg?nzung der Naturverjüngung in jungen Best?nden sowie des Vor- und Unterbaus. Mit dem Voranbau verschafft man den gewünschten Zielbaumarten einen Wuchsvorsprung im jungen Bestand. Dabei werden unter einem noch stockenden, in der Regel einschichtigen Hauptbestand neue Zielbaumarten gepflanzt oder einges?t. Ziel ist es, diese neuen Zielbaumarten nach Ernte des bestehenden Bestands in den neuen Hauptbestand zu übernehmen. Die L?nder haben in den Jahren 2000 bis 2017 zwischen 38 und 61 Millionen Euro j?hrlich in den Waldumbau investiert.

Der bundeseigene Wald umfasst in Deutschland nur 4 % der Waldfl?che. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um Wald auf (ehemaligen) Truppenübungspl?tzen sowie entlang von Bundeswasserstra?en und Autobahnen, die von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (⁠BImA⁠) mit ihrer Sparte Bundesforst betreut werden. Auch für den Bundeswald ist es ausdrückliches Ziel, nicht standortgerechte Best?nde in stabile und naturn?here ⁠Mischbest?nde⁠ umzubauen. Im Mittel hat der Bundesforst im betrachteten Zeitraum rund 3,2 Millionen Euro pro Jahr für Ma?nahmen des Waldumbaus aufgebracht.

Gemessen am bundesweiten Anteil des Landeswalds von 29 % an der gesamten Waldfl?che ist der Anteil der in den Umbau des Landeswalds flie?enden Mittel am bundesweiten Mitteleinsatz überproportional hoch. Im Schnitt der letzten Jahre betrug er fast 56 %. Der Anteil der Mittel zum Umbau der Privat- und K?rperschaftsw?lder, die rund 67 % der Gesamtwaldfl?che ausmachen, ist demgegenüber mit durchschnittlich 39 % geringer31. Dies hat seinen Grund auch darin, dass gerade im Privatwald viele Waldbesitzer Waldumbauma?nahmen durchführen, für die sie keine F?rderung beantragen und zu deren Umfang daher auch keine Informationen verfügbar sind.

31 - ⁠BMEL⁠ (Hrsg.) 2014: Der Wald in Deutschland – Ausgew?hlte Ergebnisse der dritten Bundeswaldinventur. Berlin, 56 S.

 

Schnittstellen

FW-R-1: Mischbest?nde

FW-R-3: Umbau gef?hrdeter Fichtenbest?nde

 

Ziele

Die Waldeigentümer sollten den Waldumbau von Reinbest?nden in standortgerechte, risikoarme ⁠Mischbest?nde⁠ voranbringen. (⁠DAS⁠, Kap. 3.2.7)

Anbau standortgerechter und überwiegend heimischer Baumarten mit hoher Widerstandf?higkeit und Wuchsleistung (Waldstrategie 2020, S. 23)

Anpassung der W?lder an die Herausforderungen des Klimawandels z. B. durch Anbau m?glichst vielf?ltiger Mischbest?nde (⁠NBS⁠, Kap. B 1.2.1)

Kontinuierliche Reduktion des Anteils nicht standortheimischer Baumarten (NBS, Kap. B 1.2.1)

Erhaltung und Entwicklung der natürlichen und naturnahen Waldgesellschaften (NBS, Kap. B 1.2.1)