FW-R-3: Umbau gef?hrdeter Fichtenbest?nde

Das Bild zeigt einen herbstlichen Fichtenwald, an dessen Boden zahlreiche junge Buchen aufwachsen. zum Vergr??ern anklicken
Beim Waldumbau müssen die besonders risikoreichen Fichtenreinbest?nde Priorit?t haben.
Quelle: AVTG / stock.adobe.com

Monitoringbericht 2019 zur Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel

Inhaltsverzeichnis

 

FW-R-3: Umbau gef?hrdeter Fichtenbest?nde

Der Waldumbau von Fichtenreinbest?nden schreitet voran. Die Umbauma?nahmen konzentrierten sich zwischen 2002 und 2012 aber noch nicht systematisch auf die Gebiete mit besonders warm-trockenen Klimaverh?ltnissen, in denen das Anbaurisiko deutlich erh?ht bis sehr hoch ist.

Die Risikogruppen in der Abbildung sind wie folgt definiert:

  • sehr geringes Risiko = Fichte als führende Baumart m?glich
  • geringes Risiko = als führende Baumart mit ausreichender Beimischung andrer Baumarten m?glich
  • erkennbares Risiko = als Mischbaumart in hohen Anteilen m?glich
  • mittelhohes Risiko = als Mischbaumart in mittleren Anteilen m?glich
  • deutlich erh?htes Risiko = als Mischbaumart in m??igen Anteilen m?glich
  • hohes Risiko = als Mischbaumart in geringen Anteilen m?glich
  • sehr hohes Risiko = als Mischbaumart in sehr geringen Anteilen m?glich
Das Balkendiagramm zeigt den prozentualen Rückgang der Fichtenfl?che in sieben Risikogruppen (von sehr hohes Risiko bis sehr geringes Risiko) im Zeitraum  2002 bis 2012. Am geringsten ist der Rückgang mit 3,5 Prozent in der Kategorie sehr geringes Risiko, am st?rksten in der vierten Kategorie mittelhohes Risiko mit 12,7 Prozent und der dritten Kategorie deutlich erh?htes Risiko mit 12,2 Prozent.
FW-R-3: Umbau gef?hrdeter Fichtenbest?nde

Das Balkendiagramm zeigt den prozentualen Rückgang der Fichtenfl?che in sieben Risikogruppen (von sehr hohes Risiko bis sehr geringes Risiko) im Zeitraum 2002 bis 2012. Am geringsten ist der Rückgang mit 3,5 Prozent in der Kategorie sehr geringes Risiko, am st?rksten in der vierten Kategorie mittelhohes Risiko mit 12,7 Prozent und der dritten Kategorie deutlich erh?htes Risiko mit 12,2 Prozent.

Quelle: Thünen-Institut für Wald?kosysteme
 

Gef?hrdete Nadelholzbest?nde gezielt reduzieren

Im Fokus des Waldumbaus stehen insbesondere reine Nadelholzbest?nde auf Fl?chen, auf denen sie bereits heute nicht standortgerecht sind oder dies durch den ⁠Klimawandel⁠ bedingt künftig nicht sein werden. Im zentralen und südlichen Deutschland und in h?heren Lagen wurden Reinbest?nde der Fichte angebaut. Forstwirtschaftliche und ?kologische Probleme mit nicht standortgerechten Fichtenbest?nden gibt es insbesondere auf den warm-trockenen Standorten. Aus diesem Grunde sollte sich der Waldumbau mit erster Priorit?t auch auf diejenigen Standorte konzentrieren, die als kritisch einzustufen sind und auf denen sich mit Blick auf die Klimaprojektionsergebnisse die Anbauprobleme voraussichtlich noch weiter versch?rfen werden.

Bei der differenzierten Analyse der Entwicklung der Fichtenfl?che zwischen 2002 und 2012 wird deutlich, dass in diesem Zeitraum bundesweit gesehen noch keine systematischen und speziell auf die Hochrisikogebiete des Fichtenanbaus ausgerichteten Waldumbauma?nahmen stattgefunden haben. Legt man die mittlere klimatische Situation der Periode 1961–1990 zugrunde, an deren Ende mit dem gezielten Waldumbau begonnen wurde, lie?en sich im Jahr 2002 rund 6,6 % der Fichtenfl?che Gebieten mit einem hohen bis sehr hohen Fichtenanbaurisiko zuordnen. In diese Risikoklassen werden Gebiete mit einer j?hrlichen Durchschnittstemperatur von über 8 °C und einer Jahresniederschlagssumme von weniger als 800 mm eingestuft. Mit dem Ziel einer nachhaltigen forstlichen Bewirtschaftung sollte die Fichte in diesen Gebieten eigentlich nur als Mischbaumart in m??igen bis sehr geringen Anteilen in die Best?nde eingebracht werden. In den deutschen W?ldern war sie in 2002 innerhalb dieser vergleichsweise warm-trockenen Gebiete aber noch auf rund 196.700 Hektar Fl?che die Hauptbaumart, d. h. sie machte dort mehr als 90 % der Gesamtbestockung aus. Bis zum Jahr 2012 reduzierte sich diese Fl?che nur geringfügig auf rund 186.100 Hektar und hatte einen Anteil von 6,7 % an der gesamten Fichtenfl?che. Ursachen für den Rückgang k?nnen entweder gezielte Waldumbauma?nahmen sein oder Bestandszerst?rungen durch Kalamit?ten wie beispielsweise Borkenk?ferbefall. Dass der Rückgang in diesen zehn Jahren nur so gering ausgefallen ist, k?nnte zum einen daran liegen, dass viele Best?nde in diesen Risikoklassen die Hiebsreife noch nicht erreicht haben und aus wirtschaftlichen Gründen noch nicht mit dem gezielten Waldumbau begonnen wurde. Zum anderen ist es m?glich, dass die im Rahmen von Umbauma?nahmen unterpflanzten B?ume noch zu geringe Stammdurchmesser haben, um in der Inventur bereits erfasst zu werden.

Im bundesweiten Rahmen ist für den Zeitraum 2002 bis 2012 also noch nicht klar erkennbar, dass für die Gebiete mit deutlich erh?htem bis sehr hohem Fichtenanbaurisiko besonders intensive Bemühungen zur Abl?sung der Fichte durch standortangepasste und weniger schadanf?llige Arten unternommen worden w?ren. Die st?rkste absolute Reduzierung der Fichtenfl?che hat sich mit fast 108.100 Hektar sogar in Gebieten mit sehr geringem Risiko vollzogen, in denen die stand?rtlichen Verh?ltnisse den Anbau der Fichte als führende Baumart auch weiterhin m?glich machen. Allerdings ist diese Risikokategorie auch mit Abstand die fl?chenm??ig gr??te. Die durch den Risikoindikator nicht abgedeckten Sturmrisiken haben hier vermutlich eine wichtige Rolle bei der Umbauentscheidung gespielt.

In der Diskussion um einen klimagerechten Waldumbau stehen die standortgerechten Fichtenbest?nde im besonderen forstwirtschaftlichen Fokus. M?glicherweise ist bis zur n?chsten Inventur vielerorts die Verjüngung anderer Baumarten unter Fichtenaltbest?nden soweit aufgewachsen, dass sie dann im Hauptbestand mit erfasst wird und sich demensprechend 2022 ein anderes Bild zeigt.

 

Schnittstellen

FW-I-2: Gef?hrdete Fichtenbest?nde

FW-R-1: Mischbest?nde

 

Ziele

Die Waldeigentümer sollten den Waldumbau von Reinbest?nden in standortgerechte, risikoarme ⁠Mischbest?nde⁠ voranbringen. […] Bei der Wahl der Baumarten [...] muss darauf geachtet werden, dass sie dem Standort und seiner zu erwartenden Entwicklung angepasst sind. (⁠DAS⁠, Kap. 3.2.7)

Anbau standortgerechter und überwiegend heimischer Baumarten mit hoher Widerstandf?higkeit und Wuchsleistung (Waldstrategie 2020, S. 23)