GE-R-1 + 2: Hitzewarndienst und Fallstudie zu Erfolgen

Monitoringbericht 2019 zur Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel

Inhaltsverzeichnis

 

GE-R-1: Hitzewarndienst

Der ?Newsletter Hitzewarnungen“ des ⁠DWD⁠ informiert, wenn für den aktuellen und den n?chsten Tag mit einer mindestens ?starken W?rmebelastung“ von i. d. R. 32 bis 38 °C Gefühlter Temperatur (Hitzewarnung Stufe I) oder einer ?extremen W?rmebelastung“ mit mehr als 38 °C Gefühlter Temperatur (Stufe II) gerechnet werden muss. In den zurückliegenden Jahren hat sich die Zahl der Newsletter-Abonnenten (station?re Einrichtungen und Privatpersonen) kontinuierlich erh?ht.

Die S?ulen-Grafik stellt die Anzahl der Abonnenten im Hitzewarndienst ab 2008 dar. Die Anzahl ist signifikant steigend.
GE-R-1: Hitzewarndienst

Die S?ulen-Grafik stellt die Anzahl der Abonnenten im Hitzewarndienst ab 2008 dar. Die Anzahl ist signifikant steigend.

Quelle: DWD (Hitzewarndienst
 

GE-R-2: Erfolge des Hitzewarnsystems – Fallstudie

In den station?ren Einrichtungen der Alten- und Behindertenhilfe beispielsweise in Hessen l?sen die Hitzewarnungen pr?ventive Ma?nahmen aus. Die stichprobenhafte Kontrolle von Einrichtungen an Hitzetagen deckt zwar nach wie vor M?ngel auf, die jedoch in den letzten vier Jahren rückl?ufig waren.

Die S?ulen-Grafik stellt seit 2009 den Anteil der in Hessen überprüften Einrichtungen w?hrend Hitzeperioden dar. Die Zahlen bewegen sich zwischen 80 und 340 Einrichtungen. Der Anteil von Einrichtungen mit kostenloser Getr?nkeausgabe an Mitarbeitende steigt signifikant. Beim Anteil von Einrichtungen mit festgestellten M?ngeln gibt es keinen Trend, der Anteil lag aber in allen Jahren unter 18%.
GE-R-2: Erfolge des Hitzewarnsystems – Fallstudie

Die S?ulen-Grafik stellt seit 2009 den Anteil der in Hessen überprüften Einrichtungen w?hrend Hitzeperioden dar. Die Zahlen bewegen sich zwischen 80 und 340 Einrichtungen. Der Anteil von Einrichtungen mit kostenloser Getr?nkeausgabe an Mitarbeitende steigt signifikant. Beim Anteil von Einrichtungen mit festgestellten M?ngeln gibt es keinen Trend, der Anteil lag aber in allen Jahren unter 18%.

Quelle: Hessische Betreuungs- und Pflegeaufsicht (Heimaufsichtliche Prüfungen)
 

Rechtzeitige Hitzewarnungen – Voraussetzung für gute Pr?vention

Insbesondere in Einrichtungen der station?ren Alten-und Behindertenhilfe führte die Hitzeperiode des Hitzesommers 2003 zu vermehrten Krankenhauseinweisungen von Bewohnerinnen und Bewohnern infolge von Flüssigkeitsmangel oder zu erh?hten Sterblichkeitsraten durch überhitzung. Um den station?ren Einrichtungen und alleinlebenden Personen die M?glichkeit zu geben, sich auf Hitzewellen vorzubereiten und rechtzeitig Vorsorge-und Schutzma?nahmen zu ergreifen, hat der ⁠DWD⁠ im Jahr 2005 ein Hitzewarnsystem eingerichtet. Differenziert für Warnkreise, die im Wesentlichen dem Zuschnitt der Landkreise entsprechen, werden t?glich Hitzewarnungen für den aktuellen und den folgenden Tag ausgesprochen, sobald die Gefühlte Temperatur definierte Schwellenwerte erreicht und weitere Faktoren,wie Innenraumtemperaturen, bestimmte Hitzebelastungen für ?ltere Menschen und besondere thermische Situationen in St?dten gegeben sind.

Die Ausgabe von Hitzewarnungen erfolgt auf unterschiedlichen Wegen, über das Internet, über das Abonnement des ?Newsletter Hitzewarnungen“ oder seit Juli 2013 auch überSmartphone-Apps. Einrichtungen des Gesundheitswesens wurden bis Ende 2010 aktiv über e-Mail, ftp oder Fax informiert. Im Jahr 2011 hat der DWD das System für die Einrichtungen des Gesundheitswesens mit dem Ziel umgestellt, den Newsletter als alleinigen Informationskanal zu etablieren. Die Umstellung auf die Newsletter-Abonnements konnte im Laufe des Jahres 2011 nahezu komplett vollzogen werden. Der Newsletter wird zunehmend auch von Privatpersonen genutzt. Die Zahl der Abonnements ist in den zurückliegenden Jahren kontinuierlich gestiegen. Um tats?chlich wirksam zu werden, müssen den Hitzewarnungen aber auch konkrete Ma?nahmen folgen. Hierzu geh?ren die Vermeidung starker k?rperlicher Anstrengungen, die Aufnahme von genug Flüssigkeit, die Sicherstellung des Elektrolytausgleichs sowie Ma?nahmen zur aktiven und passiven Kühlung der R?ume. In Einrichtungen der Alten- und Behindertenhilfe leben Menschen, die diese Ma?nahmen nicht in jedem Falle selbst?ndig ergreifen k?nnen. Die Betreuungs- und Pflegepersonen müssen hier aktive Unterstützung leisten, also nach Bekanntwerden einer Hitzewarnung angemessene Vorsorgema?nahmen treffen.

Eine systematische bundesweite Prüfung, welche Ma?nahmen von den Hitzewarnungen tats?chlich ausgel?st werden, findet derzeit noch nicht statt. In Hessen führt die Betreuungs- und Pflegeaufsicht seit 2009 an Hitzetagen gezielt stichprobenhafte Kontrollen in den station?ren Einrichtungen durch. Sie prüft, ob in angemessenem Umfang pr?ventive Ma?nahmen durchgeführt werden, ber?t im Falle von M?ngeln und trifft ggf. Anordnungen zur M?ngelbeseitigung. Seit 2009 erstrecken sich die Kontrollen j?hrlich auf rund 10 bis 25 % aller Einrichtungen. In Jahren mit mehr Hitzetagen wie beispielsweise in 2010, 2013 und 2015 kommt es zu umfangreicheren Kontrollen. Geprüft wird nach einem einheitlichen Kriterienkatalog. Wenn Einrichtungen an Hitzetagen ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern kostenlos Getr?nke anbieten, l?sst sich daraus schlussfolgern, dass eine Sensibilisierung für die nachteiligen Auswirkungen von Hitzewellen stattgefunden hat. Wird die Leistungsf?higkeit der Mitarbeitenden aufrechterhalten, stellt dies letztendlich auch die angemessene Versorgung der Bewohnerinnen und Bewohner sicher. Zu einer kostenlosen Getr?nkeausgabe an die Bewohnerinnen und Bewohner selbst sind die Einrichtungen im Rahmen einer bedarfsangemessenen Versorgung verpflichtet. Im Jahr 2017 hat eine solche kostenlose Getr?nkeausgabe an die Mitarbeitenden bereits in fast 98 % aller geprüften Heime stattgefunden. In den letzten Jahren konnte eine deutliche Verbesserung erreicht werden.

 

Schnittstellen

GE-I-1: Hitzebelastung + Bewusstsein in der Bev?lkerung

GE-I-2: Hitzebedingte Todesf?lle

 

Ziele

F?rderung der zielorientierten, sachgerechten Aufkl?rung der Bev?lkerung, von Risikogruppen, Multiplikatorinnen und Multiplikatoren wie dem Personal in Medizin und Katastrophenschutz; st?rkere Vernetzung zwischen dem ⁠DWD⁠, den informierten Stellen auf L?nder- und Landkreisebene sowie Einrichtungen des Gesundheitswesens, des Katastrophenschutzes oder Einrichtungen wie Schulen und Kinderg?rten, um vor Ort vorbeugende und akute Ma?nahmen ergreifen zu k?nnen (⁠DAS⁠, Kap. 3.2.1)