Kleine Trinkwasserversorgungen

Umz?unter Brunnen mit Holzlatten auf grüner Wiese in Gro?aufnahme.zum Vergr??ern anklicken
Trinkwasser aus kleinen Wasserversorgungen

Umz?unter Brunnen zum Schutz vor Verunreinigungen des Trinkwassers.

Quelle: Bettina Rickert/UBA

Kleine Versorgungen sind wichtig für die sichere Versorgung vor allem l?ndlicher Gebiete mit Trinkwasser. Die Erfahrung zeigt, dass sie h?ufig Herausforderungen ausgesetzt sind, beispielsweise bezüglich Qualifikation der Betreibenden, Ressourcenschutz und überwachung. Daher ist die Schaffung guter Rahmenbedingungen für einen sicheren Betrieb wichtig.

Inhaltsverzeichnis

 

Ungeteilter Gesundheitsschutz bei Trinkwasser

In Deutschland müssen die Anforderungen an die Trinkwasserqualit?t in allen Trinkwasserversorgungsanlagen eingehalten werden ungeachtet ihrer Gr??e, der bereitgestellten Menge oder der Anzahl der versorgten Personen sowie ihrer Organisations- und Eigentumsstruktur. Deshalb gelten alle in der Trinkwasserverordnung aufgeführten Mindestanforderungen auch für dezentrale kleine Wasserwerke und Kleinanlagen zur Eigenversorgung (?Hausbrunnen“) sowie für kleine zentrale Wasserwerke. Diese Anlagen sind auch in die beh?rdliche überwachung eingeschlossen. Durch diesen Ansatz sichert Deutschland einen nicht diskriminierenden, ungeteilten Gesundheitsschutz beim Trinkwasser für alle Bürgerinnen und Bürger.

 

Ein Teil der l?ndlichen Bev?lkerung wird aus Hausbrunnen versorgt

In Deutschland waren 2013 etwa 99,3 % der Bev?lkerung an die zentrale ?ffentliche Wasserversorgung angeschlossen. W?hrend künftig eine geringfügige Zunahme beim Anschlussgrad an die zentrale Wasserversorgung zu erwarten ist, wird ein nicht zu vernachl?ssigender Teil der l?ndlichen Bev?lkerung weiterhin aus Hausbrunnen versorgt werden.

Da die meisten in der EG-Trinkwasserrichtlinie festgelegten Parameter zu 99,9 - 100 % eingehalten werden, ist die Trinkwasserqualit?t aus gro?en, zentralen ?ffentlichen Versorgungsanlagen insgesamt als ?sehr gut“ einzusch?tzen. Für kleine und mittlere zentrale Trinkwasserversorgungen, aus denen etwa 11 % der Bev?lkerung versorgt werden, liegt die Einhaltung mit 99 % nur geringfügig darunter. Die verfügbaren Daten für die Trinkwasserqualit?t aus Hausbrunnen deuten jedoch darauf hin, dass die Einhaltung bei mikrobiologischen und chemischen Qualit?tsanforderungen schwieriger ist als bei der zentralen Trinkwasserversorgung und dass hier daher Potenzial für Verbesserungen der Trinkwasserqualit?t besteht.

 

Hilfestellungen zum sicheren Betrieb kleiner Wasserversorgungen

Zu den festgestellten Defiziten, vor allem bezüglich Hausbrunnen, z?hlen mangelnde Fachkenntnisse der Inhaber und Inhaberinnen über rechtliche Pflichten, die sich aus der Trinkwasserverordnung ableiten, über m?gliche Gef?hrdungen der Trinkwasserqualit?t, über einen ordnungsgem??en Betrieb sowie eventuell erforderliche Sanierungsma?nahmen. Die DIN 2001-1 beschreibt für Kleinanlagen Anforderungen für Planung, Bau und Betrieb dieser Anlagen.

Die Umsetzung eines Trinkwassersicherheitsplans (englisch Water Safety Plan - WSP) unterstützt den sicheren Betrieb auch kleiner Trinkwasserversorgungen. Das ⁠UBA⁠ entwickelte für die praktische Umsetzung dieses Ansatzes gemeinsam mit dem TZW ein Kompendium ?Das Water-Safety-Plan-Konzept: Ein Handbuch für kleine Wasserversorgungen“, das sich an kleine Wasserversorgungen richtet.

 

Handlungsempfehlungen der Bund-L?nder Arbeitsgruppe

Zu Hausbrunnen existiert eine Bund-L?nder Arbeitsgruppe, die bei regelm??igen Sitzungen fortlaufend Aspekte der Verbesserung bei kleinen Wasserversorgungsanlagen er?rtert. Diese Arbeitsgruppe hat einen Ratgeber mit Handlungsempfehlungen und Informationen für den sicheren Betrieb von Hausbrunnen erarbeitet, der allgemeine Informationen zu verschiedenen Brunnenarten vermittelt, über gesetzliche Pflichten informiert, die Vorteile regelm??iger, selbst durchgeführter Kontrollen aufzeigt, über weit verbreitete Gef?hrdungen in der Umgebung von Brunnen und zu baulichen Sch?den informiert sowie M?glichkeiten zur Schadensbehebung, Kontrolle und überwachung aufzeigt. Damit die Gesundheits?mter in Bezug auf den sicheren Betrieb von Hausbrunnenanlagen fachlich kompetent beraten k?nnen, müssen die Anlagen dort überhaupt bekannt sein. Deshalb ist eine Meldepflicht auch für solche kleinen Trinkwasserversorgungsanlagen zur Eigenversorgung in der Trinkwasserverordnung verankert.

 

Dezentrale Wasserver- und entsorgungen. Thema in der internationalen Arbeit

In der internationalen Arbeit hat Deutschland unter dem Protokoll über Wasser und Gesundheit, zusammen mit Serbien, die Federführung für den Themenbereich kleine Wasserversorgungen und dezentrale Abwasserentsorgung übernommen.

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 WSP-Konzept  dezentrale Trinkwasserversorgung