LW-I-1: Verschiebung agrarph?nologischer Phasen

Das Bild zeigt mit Eis umhüllte Blüten eines Apfelbaums.zum Vergr??ern anklicken
Zum Schutz vor Sp?tfrostsch?den führen Obstbaubetriebe Frostschutzberegnungen durch.
Quelle: L?mpel | Wikimedia Commons/CC BY-SA 3.0

Monitoringbericht 2019 zur Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel

Inhaltsverzeichnis

 

LW-I-1: Verschiebung agrarph?nologischer Phasen

Ver?nderungen des jahreszeitlichen Witterungsverlaufs bringen neue Herausforderungen für die landwirtschaftliche Bewirtschaftungsplanung. Apfel und Winterraps blühen aufgrund der h?heren W?rmesummen im Frühjahr immer früher.

Die Linien-Grafik zeigt die Entwicklung des beobachteten mittleren Zeitpunktes des Blühbeginns von Winterraps und vom frühreifenden Apfel als kalendarischer Tag ab Jahresbeginn. Beide Zeitreihe zwischen von 1970 bis 2017 zeigen mit j?hrlichen Schwankungen einen signifikant fallenden Trend. Die Linien liegen sehr dicht beieinander, teilweise auch übereinander.
LW-I-1: Verschiebung agrarph?nologischer Phasen

Die Linien-Grafik zeigt die Entwicklung des beobachteten mittleren Zeitpunktes des Blühbeginns von Winterraps und vom frühreifenden Apfel als kalendarischer Tag ab Jahresbeginn. Beide Zeitreihe zwischen von 1970 bis 2017 zeigen mit j?hrlichen Schwankungen einen signifikant fallenden Trend. Die Linien liegen sehr dicht beieinander, teilweise auch übereinander.

Quelle: DWD (Ph?nologisches Beobachtungsnetz)
 

Neue Herausforderungen durch ver?nderte jahreszeitliche Witterungsverl?ufe

Die landwirtschaftliche Nutzung ist wie kaum eine andere Nutzung in die natürlichen jahreszeitlichen Rhythmen eingebunden. Die Landwirtinnen und Landwirte müssen mit der Bewirtschaftung der jeweiligen Kulturen auf die j?hrlich wechselnden Witterungsbedingungen und die jeweils aktuellen Wetterverh?ltnisse reagieren. Witterungsver?nderungen k?nnen sich sowohl positiv als auch negativ auf die Kulturen auswirken. So f?rdern h?here W?rmesummen bei ausreichender Wasserversorgung das Wachstum bestimmter Kulturarten. Zu hohe Temperaturen oder Trockenheit wiederum k?nnen Ertrags- oder Qualit?tseinbu?en beispielsweise durch ein zu frühes Abreifen von Getreide zur Folge haben.

Der ⁠Klimawandel⁠ hat Auswirkungen auf den jahreszeitlichen Witterungsverlauf und dies wiederum beeinflusst den jahreszeitlichen Entwicklungsgang landwirtschaftlicher Kulturen. Für das Frühjahr werden steigende Temperaturen erwartet, die Sommer sollen trockener und hei?er, die Winter w?rmer und feuchter werden. Vereinfachte Rückschlüsse auf die H?he, Qualit?t und Stabilit?t von Ertr?gen lassen sich daraus nicht ziehen, denn je nach landwirtschaftlicher Kultur und Fruchtfolge k?nnen die Auswirkungen der klimatischen Ver?nderungen unterschiedlich sein. Vor allem gibt es auch gro?e regionale Unterschiede.

Die Ver?nderung natürlicher jahreszeitlicher Rhythmen und die damit verbundenen zeitlichen Verschiebungen in der Entwicklung von Pflanzen werden seit vielen Jahren anhand sogenannter ph?nologischer Beobachtungen dokumentiert. Erfasst wird dabei bundesweit das Eintreten bestimmter periodisch wiederkehrender biologischer Erscheinungen wie Blatt- und Knospenaustrieb, Blüte, Fruchtreife oder Blattfall. Das ph?nologische Beobachtungsnetz des ⁠DWD⁠ schlie?t neben Wildpflanzen auch landwirtschaftliche Kulturen und Bewirtschaftungsg?nge ein und gibt damit Hinweise auf die Folgen für die landwirtschaftliche Bewirtschaftung, denn aus den Ver?nderungen der jahreszeitlichen Witterungsverl?ufe ergeben sich neue Herausforderungen für die Landwirtinnen und Landwirte. Sie müssen die Wahl der Fruchtart und -sorte, die Fruchtfolgen und die Terminierung der Bewirtschaftungsg?nge auf die neuen Verh?ltnisse abstimmen.

Der Beginn der Blüte von Apfel und Winterraps markiert in Deutschland den Frühlingsbeginn. Beide Blühzeitpunkte sind unabh?ngig von vorherigen Einflüssen der landwirtschaftlichen Bewirtschaftung wie beispielsweise dem Zeitpunkt der Aussaat. ?pfel sind Dauerkulturen, und der Winterraps wird bereits im Vorjahr, sp?testens Anfang September, ges?t. Der Blühzeitpunkt steht daher in unmittelbarem Zusammenhang mit klimatischen Faktoren, vor allem den W?rmesummen, die in den ersten Monaten des neuen Jahres erzielt werden.
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Je nach Witterungsverlauf schwanken die Zeitpunkte des Blühbeginns von Apfel und Winterraps von Jahr zu Jahr teilweise erheblich. Die Unterschiede zwischen den Jahren k?nnen bis zu drei Wochen betragen. über die letzten mehr als vierzig Jahre betrachtet, zeigt sich aber bei beiden Kulturen ein signifikanter ⁠Trend⁠ zu einem früheren Blühbeginn. Im Vergleich zu den 1970er Jahren blühen heute Apfel und Winterraps rund zwanzig Tage früher. Im Obstbau kann die frühe Blüte das Risiko von Sp?tfrostsch?den erh?hen. Vielerorts reagieren die Obstb?uerinnen und -bauern bereits auf diese Entwicklung und führen vermehrt Frostschutzberegnungen durch, bei denen die Pflanzen gezielt mit sehr feinen Wassertr?pfchen besprüht werden. Beim Gefrieren des Wassers wird Kristallisationsw?rme freigesetzt, die Bl?tter und Blüten vor Frostsch?den schützt.

Beim Winterraps dagegen kann die frühe Blüte mit Vorteilen für das Schaderregermanagement und die Fruchtfolge verbunden sein. Landwirtinnen und Landwirte bevorzugen aus diesem Grunde auch zunehmend frühblühende Winterrapssorten. Da bei den ph?nologischen Beobachtungen aber die jeweilige Sorte nicht berücksichtigt werden kann, schlagen sich die Effekte von Sortenver?nderungen auch in den beiden ph?nologischen Beobachtungen erfassten Blühzeitpunkten nieder. Der Vergleich mit dem Verlauf beim Apfel, bei dem eine frühere Blüte nicht Züchtungsziel ist, macht jedoch deutlich, dass die Witterungseinflüsse auf die Verfrühung der Blüte erheblich sind.

 

Schnittstellen

LW-R-1: Anpassung von Bewirtschaftungsrhythmen

LW-R-6: Landwirtschaftliche Beregnung

BD--I--1: Ph?nologische Ver?nderungen bei Wildpflanzenarten