Einführung

Ausschnitt des Titelbildes für den DAS-Monitoringbericht 2019, es wird eine Lupe dargestellt die Buchstaben und Symbole vergr??ert darstellt mit dem Schriftzug Monitoringbericht 2019
© DAS-Monitoringbericht 2019 / KomPass

Monitoringbericht 2019 zur DAS - Einführung


Inhaltsverzeichnis

 

Welche Auswirkungen hat der Klimawandel und wie bereiten wir uns vor?

Der ⁠Klimawandel⁠ und seine Folgen sind bereits in Deutschland spürbar: Die hei?en und trockenen Sommer 2019 und 2018 sowie die Starkregenereignisse in den Jahren 2016 und 2017 bringen den Klimawandel st?rker ins ?ffentliche Bewusstsein. Folgen für die menschliche Gesundheit, die Land- und Forstwirtschaft sowie für private und ?ffentliche Geb?ude und Infrastrukturen werden offensichtlicher; der Klimawandel l?st auch in der Natur dynamische Anpassungsprozesse aus (etwa die Verdr?ngung oder Einwanderung von Tier- und Pflanzenarten), die ihrerseits Auswirkungen für den Menschen und seine wirtschaftlichen Aktivit?ten haben. Für den Sommer 2018 ermittelte das Robert-Koch-Institut (⁠RKI⁠) für Berlin und Hessen insgesamt etwa 1.200 hitzebedingte Sterbef?lle. Die Trockenheit traf auch die Landwirtschaft: Bund und L?nder haben Dürrehilfen in H?he von 340 Millionen Euro bereitgestellt. Gleichzeitig gibt der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e. V. (⁠GDV⁠) für das Jahr 2018 2,6 Milliarden Euro an versicherten Sch?den an H?usern, Gewerbe- und Industriebetrieben durch Stürme, Hagel und ⁠Starkregen⁠ an.

Diese Sch?den machen den dringenden Handlungsbedarf sowohl im Hinblick auf den ⁠Klimaschutz⁠ als auch die Anpassung an die Folgen des Klimawandels deutlich. Denn selbst wenn es gelingt, die Erderw?rmung entsprechend den Pariser Klimazielen zu begrenzen, wird sich das ⁠Klima⁠ weiter ver?ndern. Es bedarf einer gemeinschaftlichen Anstrengung und eines koordinierten Handelns auf allen staatlichen Ebenen, um die Voraussetzungen für eine Anpassung an die Folgen des Klimawandels in Deutschland zu schaffen.

Die Bundesregierung hat daher bereits im Jahr 2008 unter der Federführung des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit die Deutsche ⁠Anpassungsstrategie⁠ an den Klimawandel (⁠DAS⁠) vorgelegt und seitdem kontinuierlich weiterentwickelt. Sie bildet den strategischen Rahmen des Bundes für die Politik der Klimaanpassung. Ziel ist es, die ⁠Verletzlichkeit⁠ der deutschen Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt zu verringern und die ⁠Anpassungsf?higkeit⁠ des Landes zu steigern. In 15 zentralen Handlungsfeldern werden die wesentlichen Handlungserfordernisse benannt und (innerhalb der jeweiligen Zust?ndigkeiten) die konkreten Schritte und Ma?nahmen des Bundes beschrieben (in alphabetischer Reihenfolge): Bauwesen, ⁠Biologische Vielfalt⁠, Boden, Energiewirtschaft, Finanzwirtschaft, Fischerei, Wald und Forstwirtschaft, Industrie und Gewerbe, Landwirtschaft, menschliche Gesundheit, Tourismuswirtschaft, Verkehr und Verkehrsinfrastruktur, Wasserhaushalt, Wasserwirtschaft, Küsten- und Meeresschutz sowie die Querschnitt-Handlungsfelder Bev?lkerungsschutz und ⁠Raumordnung⁠, Regional- und ⁠Bauleitplanung⁠. Dies erfolgte im engen Schulterschluss mit L?ndern und Kommunen.

Die DAS ist als Daueraufgabe etabliert. Sie stützt sich auf ein übergreifendes Beh?rdennetzwerk aus 28 Bundesbeh?rden, z. B. dem Umweltbundesamt (⁠UBA⁠), dem Deutschen Wetterdienst (⁠DWD⁠), dem Bundesamt für Bev?lkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR), der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (⁠THW⁠) und der Bundesanstalt für Gew?sserkunde (BfG). Es verfügt über ein kontinuierliches Berichtswesen.

Im Rahmen der DAS legt die Bundesregierung nunmehr den zweiten Monitoringbericht 2019 vor. Er unterlegt die Wirkungen des Klimawandels mit wissenschaftlich gesicherten Daten und informiert die ?ffentlichkeit sowie Entscheidungstr?gerinnen und -tr?ger in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens über die beobachteten Folgen des Klimawandels. Der Monitoringbericht 2015 wird hierdurch fortgeschrieben, weitere Aktualisierungen sollen künfig alle vier Jahre erfolgen. Anhand von durch Expertinnen und Experten ausgew?hlten Indikatoren und gemessenen Daten aus den 15 Handlungsfeldern zeigt der Bericht auf, welche Ver?nderungen sich durch den Klimawandel heute schon in Deutschland feststellen lassen und welche Gegenma?nahmen bereits greifen. Die Folgen der Klimaerw?rmung zeigen beispielsweise bereits deutliche Wirkungen in unbewirtschafteten ?kosystemen (z. B. Ver?nderung der ph?nologischen Jahreszeiten mit Verl?ngerung der ⁠Vegetationsperiode⁠, erste Ver?nderungen der Baumartenzusammensetzung in Naturwaldreservaten). Der Monitoringbericht belegt auch die Vorsorgeanstrengungen durch den Bund gegenüber den steigenden Risiken. Deutlich wird jedoch auch, dass die Anstrengungen zum Klimaschutz intensiviert werden müssen, um die Auswirkungen des Klimawandels zu begrenzen, und dass gleichzeitig die Ma?nahmen zur ⁠Anpassung an den Klimawandel⁠ verst?rkt werden müssen, um den mit den unvermeidbaren Auswirkungen verbundenen ?kologischen, sozialen und wirtschaftlichen Risiken effektiv zu begegnen und Sch?den zu mindern.

Die Bundesregierung überprüft daher die DAS regelm??ig und entwickelt sie im Rahmen von Fortschrittsberichten weiter, die etwa alle fünf Jahre vom Kabinett beschlossen werden. Zusammen mit den Fortschrittsberichten werden die Ma?nahmen der Aktionspl?ne vereinbart. Der n?chste Fortschrittsbericht zur DAS wird voraussichtlich im Herbst 2020 vorgelegt; die Ergebnisse des ⁠Monitoring⁠-berichts 2019 werden darin einflie?en.

Die Begleitung und Abstimmung der Arbeiten erfolgte innerhalb der Bundesregierung unter Federführung des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (⁠BMU⁠) über die Interministerielle Arbeitsgruppe Anpassung an den Klimawandel (IMAA). In ihr sind nahezu alle Bundesministerien und die ihnen zugeordneten wissenschaftlichen Beh?rden eingebunden. Der Bericht sowie das zugrundeliegende Indikatorensystem wurden unter Beteiligung zahlreicher Expertinnen und Experten aus den zust?ndigen Bundes- und L?nderbeh?rden sowie aus wissenschaftlichen Einrichtungen und privaten Institutionen entwickelt. Die Arbeiten wurden vom UBA, Fachgebiet ⁠KomPass⁠ – ⁠Klimafolgen⁠ und Anpassung in Deutschland, in der Funktion einer Gesch?ftstelle organisiert.

Wesentliche Ergebnisse

Der Berichtszeitraum 2014–2017 des zweiten Monitoringbericht 2019 zur DAS war als Reihung sehr warmer Jahre gepr?gt von langen Trockenperioden und Extremereignissen wie Stürmen und heftigen Starkregen. Im Monitoringbericht 2019 zur DAS sind die Daten aus den Jahren 2018 und 2019 noch nicht systematisch berücksichtigt, da die Aufbereitung statistisch gesicherter, bundesweiter Daten eine zeitliche Verz?gerung bedingt. Ziel des fortlaufenden Monitorings im Rahmen der DAS ist weniger eine Darstellung der jeweils aktuellsten Entwicklung, sondern die systematische Beobachtung von Klimawirkungen und Anpassung aufgrund statistisch fundierter Zeitreihen. Wo schon m?glich wird in den Berichtstexten jedoch eine erste Einsch?tzung auf die Entwicklungen in 2018/19 gegeben.

Ansteigende Hitzebelastung

Die Sommer in den Jahren 2003, 2018 und 2019 waren in Deutschland die w?rmsten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Das Jahresmittel der Lufttemperatur ist im Fl?chenmittel von Deutschland von 1881 bis 2018 statistisch gesichert um 1,5 °C angestiegen. In den zurückliegenden Jahrzehnten zeichnet sich ein ⁠Trend⁠ zunehmender Hitze-Extrema ab. Insbesondere die Zahl der ?Hei?en Tage“, an denen die h?chste gemessene Temperatur 30 °C oder mehr betr?gt, hat signifikant zugenommen (⁠Indikator⁠ GE-I-1). Auf der Grundlage bundesweiter Daten zeigt sich, dass im Jahr 2003 etwa 7.500 Menschen mehr gestorben sind als ohne ⁠Hitzewelle⁠ zu erwarten gewesen w?re. Für die Jahre 2006 und 2015 ergeben sich jeweils etwa 6.000 zus?tzliche Todesf?lle (GE-I-2). Neben gesundheitspr?ventiven Ma?nahmen werden planerische und bautechnische Anpassungen umgesetzt, um die W?rmebelastung vor allem in St?dten zu mindern (BAU-I-1, BAU-I-2, BAU-R-1, BAU-R-2, RO-R-4). Auch das Bewusstsein in der Bev?lkerung für gesundheitliche Folgen von Hitzeperioden nimmt zu, wie die Nutzung von Warn- und Informationsdiensten und die Ergebnisse repr?sentativer Umfragen zeigen (HUE-2, GE-I-1, GE-R-1, GE-R-3, BS-R-1).

Beeintr?chtigung der Wassernutzungen durch zunehmende Erw?rmung und vermehrte Sommertrockenheit

Die Daten bundesweit ausgew?hlter Grundwasserst?nde zeigen im Vergleich zum langj?hrigen Mittel, dass Monate mit unterdurchschnittlich niedrigen Grundwasserst?nden signifikant h?ufiger werden (WW-I-1). Vor allem über mehrere Jahre hintereinander auftretende Niederschlagsdefizite führten zu sinkenden Grundwasserst?nden oder verringerten Quellschüttungen, wie zwischen 2013 und 2017 zu beobachten war. Aufgrund der ausgepr?gten Trockenperiode lassen die Daten für das Jahr 2018 eine ?hnliche, voraussichtlich sogar noch extremere Situation erwarten.

Die Zeitreihe seit den 1960er Jahren zeigt für die mittlere Abflussh?he an 80 über die Flussgebiete Deutschlands verteilten Pegeln deutliche Schwankungen zwischen den Jahren. Für das hydrologische Winterhalbjahr von Anfang November bis Ende April war kein statistisch signifikanter Trend des mittleren Abflusses zu beobachten. Im Sommerhalbjahr geht die mittlere Abflussh?he jedoch signifikant zurück. Dies deutet auf eine Abnahme der sommerlichen Wasserverfügbarkeit hin (WW-I-2). Die bereits 2015 berichteten problematischen Entwicklungen bei der Bodenwasserversorgung (BO-I-1) setzen sich fort. Angepasste landwirtschaftliche Bewirtschaftungsweisen sind notwendig, mit denen der Humusvorrat im Boden und die Bodenwasserversorgung gef?rdert werden k?nnen, um auf Dürreperioden besser vorbereitet zu sein. Auswirkungen des Klimawandels finden im Zeitraum zwischen 2000 und 2017 zunehmend Eingang in die Landschaftsplanung und in anderen Fachplanungen wie z. B. bei der Ausweisung von Fl?chen für den vorbeugenden Hochwasserschutz (BD-R-1, RO-R-3).

Sch?den durch Starkregen und Sturzfluten in urbanen R?umen

Im DAS Monitoringbericht 2019 werden erstmals auch Starkregenereignisse in Siedlungsbereichen erfasst und abgebildet (BAU-I-4). Damit wird das DAS Monitoring pr?ziser auf die Ergebnisse der ⁠Vulnerabilit?tsanalyse⁠ ausgerichtet, die 2015 Starkregen und Sturzfluten in urbanen R?umen als handlungsleitenden Schwerpunkt identifizierte. Eine Vorsorge gegenüber Sch?den durch Starkregen und Sturzfluten wird im DAS Monitoring über die Versicherungsdichte der erweiterten Elementarschadenversicherung erfasst. Die Daten zeigen, dass die Versicherungsdichte in den letzten Jahren zwar signifikant gestiegen ist, allerdings im bundesweiten überblick mit 43 % bei der Geb?udeversicherung und 24 % bei der Hausratsversicherung noch immer gering ausf?llt.

Hochwasser und Flussüberschwemmungen

Die Entwicklung der Hochwassertage zeigt für die Zeitreihe weder für das Sommer- noch für das Winterhalbjahr einen signifikanten Trend (WW-I-3). Die Entstehung des Hochwassers h?ngt stets mit besonderen Witterungskonstellationen zusammen, die aber bisher nicht systematisch und regelm??ig wiederkehrend auftreten. Ein Beispiel hierfür sind sogenannte Vb Wetterlagen, die z. B. zum Elbehochwasser 2002 und anderen Hochwasserereignissen geführt haben. Auch zur Verteilung der Hochwassertage auf das hydrologische Winter- und Sommerhalbjahr l?sst sich bisher kein Trend feststellen. Neben dem Klimawandel beeinflussen allerdings auch zahlreiche andere Entwicklungen das Hochwassergeschehen.

Meeresspiegelanstieg und Sturmfluten

Die im DAS Monitoring 2019 erfassten Pegel der Nord-und Ostsee zeigen einen überwiegend signifikanten Anstieg für den Meeresspiegel (WW-I-8). Die Erh?hung der Intensit?t von Sturmfluten (WW-I-9) ist weitgehend auf den Meeresspiegelanstieg zurückzuführen. Dies bedeutet für Küstenregionen, vor allem für ?stuare und tiefliegende Küstenebenen, eine langsam zunehmende Gef?hrdung.

Ver?nderung der Artenzusammensetzung und natürlicher Entwicklungsphasen durch einen graduellen Temperaturanstieg

Steigende Temperaturen haben auch Einfluss auf natürliche Systeme. So hat sich seit dem ersten DAS-Monitoringbericht 2015 die Dauer der Vegetationsperiode weiter verl?ngert (BD-I-1). Im Vergleich setzen beispielsweise charakteristische Entwicklungsstadien von Wildpflanzen (z. B. Blattentfaltung, Blüten- oder Fruchtbildung, Laubfall) im Frühling, Sommer und Frühherbst früher ein und solche im Vollherbst, Sp?therbst und Winter beginnen sp?ter. Die ver?nderten jahreszeitlichen Witterungsverl?ufe k?nnen sich in der Landwirtschaft sowohl positiv als auch negativ auswirken. Beispielsweise ist mit einer früher eintretenden Apfelblüte ein h?heres Risiko von Sp?tfrostsch?den verbunden, die zu Ernteausf?llen führen k?nnen (LW-I-1).

Auch in derzeit direkt vom Menschen wenig beeinflussten ?kosystemen zeigt die H?ufung von warmen und trockenen Jahren eine deutliche Wirkung. So hat der Anteil der Buche gegenüber besser trockenheitsangepassten Arten in warm-trockenen Naturwaldreservaten abgenommen (FW-I-1). Der aktuelle Zustand des Waldes und seine Ver?nderung seit der letzten Bundeswaldinventur im Jahre 2012 werden erst nach der n?chsten Bundeswaldinventur 2022 im dritten Monitoringbericht berücksichtigt werden k?nnen. Wirkungen der zunehmenden Erw?rmung zeigen sich auch in signifikant angestiegenen Wassertemperaturen von Seen (WW-I-5) und der Nordsee (WW-I-7).

Auch wenn die Jahresmitteltemperaturen kontinuierlich ansteigen, bleiben Witterungseinflüsse von langen, kalten Wintern auf ?kosysteme wirksam. Das illustriert die Entwicklung der Vogelartengemeinschaften (BD-I-2). Seit 1990 hat sich die Zusammensetzung der Vogelartengemeinschaft zugunsten von w?rmeliebenden Arten verschoben. In den Jahren 2009/10 bis 2012/13 gab es eine Reihe strenger Winter mit negativen Auswirkungen auf die Best?nde vieler Brutv?gel. Sie wirkten sich besonders auf Arten aus, die aus dem Süden eingewandert sind.

Abbildung 1: Durchschnittstemperatur für Deutschland zwischen 1881 und 2018 (jeder Streifen steht für ein Jahr, Basis ist der Datensatz des DWD)
Abbildung 1: Durchschnittstemperatur Deutschland zwischen 1881 und 2018

Durchschnittstemperatur für Deutschland zwischen 1881 und 2018 (jeder Streifen steht für ein Jahr, Basis ist der Datensatz des DWD)

Quelle: Ed Hawkins / showyourstripes.info
 

Methodik des DAS-Monitoring-Indikatorensystems

Indikatoren

Für den zweiten Monitoringbericht 2019 wurde das Indikatorensystem des Monitorings von 2015 überprüft und weiterentwickelt. Die Mehrzahl der Indikatoren wurden dabei in der bereits 2015 verwendeten Methodik fortgeschrieben. Insgesamt 21 Indikatoren wurden überarbeitet bzw. neu entwickelt.

Insbesondere die Indikatoren für die Handlungsfelder Menschliche Gesundheit, Wasserhaushalt, Wasserwirtschaft, Küsten- und Meeresschutz, Bauwesen sowie Verkehr und Verkehrsinfrastruktur wurden verbessert und um wesentliche Themenfelder erg?nzt.

Im Handlungsfeld Wasserhaushalt, Wasserwirtschaft, Küsten- und Meeresschutz erfolgte eine enge Zusammenarbeit von Expertinnen und Experten aus Bund und L?ndern in der Bund/L?nder-Arbeitsgemeinschaft Wasser (⁠LAWA⁠) sowie der entsprechenden Arbeitsgruppe (⁠LAWA⁠ AK). Die Indikatoren wurden zum Teil mit fl?chendeckenden Daten unterlegt, die von Beh?rden der Bundesl?nder bereitgestellt wurden. Ziel war es, ein abgestimmtes Indikatoren System für die Wasserwirtschaft zu entwickeln, das neben der Klimafolgenberichterstattung des Bundes auch von den L?ndern für ihre eigenen Berichtssysteme genutzt werden kann.

Insgesamt umfasst das ⁠DAS⁠-⁠Monitoring⁠-Indikatorensystem nach der Weiterentwicklung 105 Monitoring Indikatoren, 56 davon beschreiben Auswirkungen des Klimawandels (Impact-Indikatoren), 44 Anpassungs-ma?nahmen oder Aktivit?ten und Bedingungen, die den Anpassungsprozess unterstützen (Response-Indikatoren). Hinzu kommen 5 handlungsfeldübergreifende Monitoring-Indikatoren, die nicht in Impact und Response Kategorien gefasst werden.

Fünf Indikatoren k?nnen nicht mehr berichtet werden, da die zugrunde liegenden Daten nicht mehr zur Verfügung stehen. Dies betrifft die DAS-Monitoring-Indikatoren (2015): GE-I-4 Gef?hrdung durch Eichenprozessionsspinner, BO-R-3 Fl?che organischer B?den, WW-I-6 Dauer der Stagnationsperiode in stehenden Gew?ssern, LW-I-3 Qualit?t von Ernteprodukten, EW-I-4 Potenzieller und realer Windenergieertrag.

Grunds?tzlich haben alle Monitoring-Indikatoren zum Ziel, bundesweite Entwicklungen abzubilden. Regionale Differenzierungen sind nur in wenigen Ausnahmef?llen Inhalt der Darstellungen. Für thematische Aspekte, zu denen keine bundesweiten Daten für die Indikatorenbildung zur Verfügung stehen, lie?en sich teilweise sogenannte Fallstudien entwickeln. Sie zeigen anhand konkreter r?umlich begrenzter Datens?tze stellvertretend, welche Aussagen sich bei entsprechender Datenverfügbarkeit auch bundesweit generieren lie?en.

Umgang mit Unsicherheiten

Nicht alle relevanten Prozesse und Handlungsans?tze lassen sich im Rahmen einer quanitativen Analyse mit Monitoring-Indikatoren abbilden. Viele Datenerhebungen stehen erst am Anfang, und es bedarf l?ngerer Zeitreihen zur Interpretation der Entwicklungen. Die Beschr?nkungen der Datenverfügbarkeit haben auch zur Folge, dass die derzeit verwendete Anzahl von Monitoring-Indikatoren nicht unbedingt die Bedeutung des jeweiligen Handlungsfelds bzw. Querschnittsthemas widerspiegelt.

Datenschluss für die Aktualisierung der Zeitreihen im vorliegenden zweiten Monitoringbericht war der 31.12.2017. Grunds?tzlich ist daher 2017 das letztgenannte Datum in den Grafiken. Wo schon m?glich wird in den Berichtstexten ein Ausblick auf die Entwicklungen in den Jahren 2018 und 2019 gegeben. In wenigen F?llen erfolgen die den Monitoring-Indikatoren zugrundeliegenden Erhebungen in einem gr??eren zeitlichen Turnus wie z. B. bei der zehnj?hrigen Bundeswaldinventur; hier wird eine Aktualisierung mit dem n?chsten Monitoringbericht erfolgen.

Bei vielen Monitoring-Indikatoren l?sst sich die Kausalit?t des Klimawandels zu beobachtbaren Ver?nderungen in der Umwelt, Gesellschaft oder Wirtschaft nicht oder nicht sicher bestimmen, da Ver?nderungsprozesse vielf?ltig beeinflusst werden. So sind beispielsweise bei der Beurteilung von Waldsch?den neben den Folgen des Klimawandels wie vermehrte sommerliche Hitze- und Trockenheitsperioden oder starke Stürme auch umfangreiche nicht klimatischen Wirkungskomplexe zu berücksichtigen, die die Baumgesundheit beeintr?chtigen, wie N?hrstoffeintr?ge, ⁠Versauerung⁠ und hohe Ozonkonzentrationen. Bei der Entwicklung des DAS-Monitoring-Indikatorensystems wurden Ursache-Wirkungsbeziehungen intensiv diskutiert.

Unsch?rfen der Interpretation ergeben sich auch bei der Zuordnung von Anpassungsma?nahmen. Zwar lassen sich viele spezifische Anpassungsma?nahmen wie beispielsweise der Betrieb des Hitzewarndiensts des ⁠DWD⁠ beschreiben. Andere Ma?nahmen, die zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels beitragen, dienen nicht allein diesem Zweck oder wurden sogar aus ganz anderen Motiven heraus ergriffen. Dennoch k?nnen sie einen wirkungsvollen Anpassungsprozess unterstützen.

In Anbetracht der diskutierten Unsicherheiten und Unsch?rfen ist vorgesehen, dass auch künftig das Monitoring-Indikatorensystem jeweils im Prozess der Fortschreibung überprüft und weiterentwickelt wird.
Auf die Nennung umfassender weiterführender Literatur wird bewusst verzichtet, weil sie angesichts der Bandbreite und Vielzahl der adressierten Themen den Rahmen des Monitoringberichts sprengen würde.

 

Bewertung der Entwicklungen

Die ⁠DAS⁠-⁠Monitoring⁠-Indikatoren sollen eine Bewertung der Entwicklung erm?glichen. Ma?stab ist die Zielsetzung der DAS, die ⁠Verwundbarkeit⁠ gegenüber den Folgen des Klimawandels zu verringern sowie die ⁠Anpassungsf?higkeit⁠ natürlicher und gesellschaftlicher Systeme an die unvermeidbaren Auswirkungen des Klimawandels zu erhalten und steigern. Die Politikziele der verschiedenen Handlungsfelder sollen auch unter sich ?ndernden klimatischen Rahmenbedingungen erreichbar sein. Die aufgenommenen Ziele referenzieren auf Ziele aus der DAS 2008 oder Ziele anderer politischer Strategien, Gesetze und Richtlinien.

Die DAS-Monitoring-Indikatoren selbst beinhalten keine spezifischen Ziele und Bewertungen. Die Bewertung beschr?nkt sich aus diesem Grunde auf die Ergebnisse der statistischen Trendberechnung und eine Beurteilung, ob der ⁠Trend⁠ im Hinblick auf die Ziele der DAS grunds?tzlich in die richtige Richtung weist.

Nicht in allen F?llen erscheint allerdings eine Bewertung der Trends sinnvoll, da die Konsequenzen der Ver?nderungen nicht immer bekannt sind. So ist eine frühere Blüte des Winterraps als Folge des Klimawandels zwar ein Zeichen dafür, dass der nicht erwünschte ⁠Klimawandel⁠ Auswirkungen auf die landwirtschaftlichen Kulturen hat, die frühere Blüte ist aber per se nicht zwangsl?ufig negativ zu bewerten. In solchen F?llen beschr?nkt sich die Darstellung lediglich auf das Ergebnis der Trendanalyse und es wird keine Bewertung vorgenommen.

Im Rahmen der statistischen Trendanalyse wurden die Zeitreihen bezüglich ihrer Trendverl?ufe klassifiziert. Die Analyse wurde für alle Indikatoren unter Anwendung des gleichen statistischen Verfahrens durch das Statistische Beratungslabor der Ludwig-Maximilians-Universit?t München vorgenommen. Dargestellt werden sowohl steigende und fallende Trends als auch Trends mit einer Trendumkehr (quadratischer Trend). Durch Letztere lassen sich insbesondere bei Betrachtung l?ngerer Zeitreihen auch Entwicklungsverl?ufe beschreiben, bei denen sich ursprünglich negativ zu bewertende Trends durch erfolgreich verlaufende Anpassungsma?nahmen in jüngerer Zeit zum Positiven gewendet haben.

Trends werden für alle Zeitreihen mit sieben und mehr Datenpunkten analysiert. In die Trendanalyse werden dabei alle Datenpunkte der verfügbaren Zeitreihe einbezogen. Datenreihen, die über zu wenige Datenpunkte verfügen oder die auf unregelm??igen und zeitlich weit auseinanderliegenden Erhebungen basieren, werden von der Analyse ausgeschlossen.

Tabelle zur Erkl?rung der Symbole zur Beschreibung und Bewertung von Trends
DAS-Monitoringbericht Trendsymbole
Quelle: Umweltbundesamt
 

ANHANG

Bearbeitung

Beteiligungen

weiterführende Informationen:

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