Der Alpensee ist Gew?ssertyp des Jahres 2021

Fast alle deutschen Alpenseen sind in gutem ?kologischem Zustand – aber vom Klimawandel bedroht

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Der Eibsee, ein Alpensee
Quelle: Thomas Gürke

Chiemsee, Ammersee, Tegernsee, Starnberger See: beeindruckende Seen des Alpenvorlandes, die selbst überregional bekannt sind. Sie z?hlen zu insgesamt 14 Alpenseen in Deutschland. Allen gemeinsam ist das klare, kühle und vergleichsweise n?hrstoffarme Wasser. Zu starkes Algenwachstum gibt es in diesen Seen kaum. Dank der fl?chendeckenden Reinigung von Abw?ssern in Kl?ranlagen – und damit der Minimierung der Verunreinigungen – sind heute fast alle Alpenseen wieder in einem ?guten“ oder ?sehr guten“ ?kologischen Zustand. Klimaver?nderungen im Zuge des fortschreitenden Klimawandels werden in Zukunft jedoch auch die Alpenseen und die dortigen ?kosysteme belasten. Um ihre Widerstandsf?higkeit zu st?rken, müssen die übrigen Belastungen durch den Menschen wie diffuse Eintr?ge von N?hr- und Schadstoffen, Befestigung der Ufer oder Zerst?rung von Schilfs?umen so weit wie m?glich reduziert werden.

Alpenseen sind im Vergleich insbesondere zu Seen des Norddeutschen Tieflandes insgesamt geringer belastet. Vor allem die N?hrstoffeintr?ge sind niedriger, was ein geringes Algenwachstum und eine hohe Transparenz des Wassers zur Folge hat. Dies liegt in erster Linie an den alpinen Zuflüssen, die natürlicherweise n?hrstoffarm sind. Aber auch die mittlerweile fl?chendeckende Abwasserbehandlung durch Kl?ranlagen in Deutschland tr?gt zur Wasserqualit?t bei, die sich auch in einer vielf?ltigen Tier- und Pflanzenwelt zeigt. So finden sich in Alpenseen beispielsweise wieder bis in gro?e Wassertiefen am Seegrund wachsende Armleuchteralgen. Typisch sind zudem der in seinem Bestand in Deutschland als ?gef?hrdet“ eingestufte Edelkrebs sowie der Bergmolch.

Aufgabe in den kommenden Jahrzehnten ist es, die Alpenseen auch für künftige Generationen zu bewahren und ihr ?kologisches Gefüge zu schützen. Dafür sollten jegliche Stoffeintr?ge konsequent weiter reduziert und – wo m?glich – verbaute Uferbereiche renaturiert werden, sodass sich Flachwasserbereiche wieder naturnah entwickeln k?nnen. Die Klimaerw?rmung und die dadurch steigenden Wassertemperaturen ?ndern das Durchmischungsregime und die Wassermengen der Zuflüsse. Um die Seen gegenüber diesen ver?nderten Umweltbedingungen widerstandsf?higer zu machen, muss es oberstes Ziel sein, die übrigen anthropogenen Belastungen so weit wie m?glich zu reduzieren.

Der Internationale Weltwassertag

Bereits zum elften Mal benennt das Umweltbundesamt aus Anlass des Internationalen Weltwassertags der Vereinten Nationen am 22. M?rz den Gew?ssertyp des Jahres. Ziel ist, auch als Beitrag zur Wasserdekade 2018 bis 2028 der Vereinten Nationen, auf die Vielfalt der Gew?sser in Deutschland aufmerksam machen. Intakte Gew?sser sind die Lebensadern einer Landschaft und für die Menschen ?u?erst wertvoll. Ganz in diesem Sinne steht der diesj?hrige Weltwassertag unter dem Motto ?Valuing Water“ – ?Der Wert des Wassers“.

Die EU-⁠Wasserrahmenrichtlinie

Den Zustand der Gew?sser zu überwachen, Defizite zu identifizieren und Ma?nahmen zum Schutz der Gew?sser abzuleiten, wird in der Europ?ischen Union seit dem Jahr 2000 einheitlich durch die EU-Wasserrahmenrichtlinie geregelt. Viele Gew?sser in Deutschland verfehlen einen guten ?kologischen Zustand auf Grund von zu hohen stofflichen Belastungen und vielf?ltiger struktureller Ver?nderungen. Es bedarf einer stetigen Anstrengung, diese Defizite zu minimieren und die Gew?sser in einem ?kologisch intakten Zustand zu erhalten.

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 Gew?ssertyp des Jahres