Umweltzustand 2020: Umweltbundesamt zieht gemischte Bilanz

Nur wenige Indikatoren werden positiv bewertet

Traktor mit Gülleanh?ngerzum Vergr??ern anklicken
Gülleausbringung
Quelle: Hans van der beele / Thinkstock

Der ?Umweltmonitor 2020“ des Umweltbundesamtes (UBA) zeichnet ein gemischtes Bild zum Zustand der Umwelt in Deutschland. Er bildet zehn zentrale Themenfelder von Klima, Wasser, Luft bis hin zu Energie und Verkehr mit jeweils drei Schlüsselindikatoren ab. Gab es bei der Luftqualit?t oder den Treibhausgasen zuletzt Verbesserungen, stehen andere Indikatoren schlecht da. ?Kurzfristige Verbesserungen wie zum Beispiel gesunkene Treibhausgasemissionen dürfen nicht vergessen lassen, dass es noch erheblichen Handlungsbedarf im Umweltschutz gibt, zum Beispiel beim Zustand der Gew?sser“, sagte UBA-Pr?sident Dirk Messner. Im Themenfeld Wasser zeigt der Umweltmonitor in allen drei Indikatoren ?rot“ an.

Nur sieben Prozent der Flüsse sind in einem guten ?kologischen Zustand, das Ziel der ⁠Wasserrahmenrichtlinie⁠ wird damit weit verfehlt. An knapp 16 Prozent der Messstellen wird der Grenzwert zur Nitratbelastung des Grundwassers überschritten, und das seit Jahren. Grund ist vor allem die immer noch zu hohe N?hrstoffbelastung der Gew?sser, vor allem verursacht durch die Landwirtschaft. In welchem Umfang die seit Mai 2020 geltende neue Düngeverordnung die Belastung verringern wird , wird sich im Rahmen des vorgesehenen Wirkungsmonitorings zeigen. Das Umweltbundesamt empfiehlt, statt pauschaler Fl?chenpr?mien über die EU-Agrarf?rderung ?kologische Leistungen, wie ⁠Gew?sserrandstreifen⁠ und ?kologische Bewirtschaftung zu honorieren. Auch die Ausweitung des ?kolandbaus h?tte positive Wirkungen auf die Gew?sserqualit?t. Derzeit wird das Ziel eines 20% Anteils an der gesamten Landwirtschaft noch weit verfehlt. Wichtiger Ansatzpunkt für weniger Stickstoffeintr?ge aus der Landwirtschaft w?re auch ein geringerer Fleischkonsum.

Auch beim Themenfeld Fl?che und Land-?kosysteme zeigt der Umweltmonitor Orange- und Gelbschattierungen. Der Anstieg der Siedlungs- und Verkehrsfl?che soll bis 2030 auf 20 Hektar pro Tag begrenzt werden. Von 2015 bis 2018 wurden durchschnittlich 56 Hektar pro Tag für Siedlungs- und Verkehrsfl?che neu in Anspruch genommen. Bei Fortsetzung des Trends der letzten Jahre würde das Ziel bis 2030 erreicht werden. Doch die ?kosysteme an Land sind gef?hrdet. 68 Prozent der Fl?che empfindlicher ?kosysteme Deutschlands waren 2015 durch zu hohe Stickstoffeintr?ge bedroht. Und: Der ⁠Indikator⁠ zur Artenvielfalt und Landschaftsqualit?t hat sich in den letzten 10 Jahren sogar verschlechtert.

In anderen Feldern sieht es besser aus. So hat sich die Luftqualit?t in den letzten Jahren stetig verbessert, 2020 gab es zum zweiten Mal keine überschreitung des Feinstaubgrenzwertes. Doch sieht das Umweltbundesamt die Grenzwerte als nicht ausreichend für den Schutz der Gesundheit an und empfiehlt eine überarbeitung.

Im Themenfeld ⁠Klima⁠ stehen die Indikatoren ?Hei?e Tage“ und ?Globale Lufttemperatur“ auf Rot. Zwar sind zuletzt die Treibhausgasemissionen gesunken, der Corona-Effekt war jedoch gro?. Vor allem im Verkehrsbereich ist?wieder mit steigenden Emissionen zu rechnen, wenn nach der Pandemie die Mobilit?t wieder auf das Vorkrisenniveau ansteigt.

?Sich auf kurzfristigen Effekten auszuruhen, ist für die Bew?ltigung globaler Umweltkrisen keine gute Strategie. Natur und ⁠Atmosph?re⁠ erholen sich nicht kurzfristig. Entscheidend ist das Erreichen der langfristigen Umweltziele. Wichtig ist es jetzt, ?kologisch vertr?gliche und richtungsweisende Entwicklungen anzusto?en. Die Krise er?ffnet auch eine Chance für einen ?kologischen Umbau. Eine zentrale Weichenstellung sehe ich darin, den Wiederaufbau nach der Corona-Krise mit dem Kampf gegen den ⁠Klimawandel⁠ und gegen die anderen Umweltkrisen zu verbinden“, so ⁠UBA⁠-Pr?sident Dirk Messner.

Die Bewertung der weiteren Themenfelder und Indikatoren k?nnen Sie dem gesamten Bericht entnehmen.

Teilen:
Artikel:
Drucken Senden
Schlagworte:
 Daten zu Umwelt  Umweltmonitor