Weltwassertag: Chemikalien in Gew?ssern reduzieren

Neues Bundeszentrum für Spurenstoffe beim UBA nimmt Arbeit auf

Ein Abflussrohr.zum Vergr??ern anklicken
Schadstoffe sollten gar nicht erst ins Abwasser gelangen.
Quelle: Bambuh / Fotolia.com

Arzneimittel, Waschmittel, Pestizide etc. – immer mehr Chemikalien belasten unsere Gew?sser. Wie es gelingen kann, dass solche Spurenstoffe m?glichst gar nicht mehr in die Gew?sser gelangen, ist das Thema der Spurenstoffstrategie des Bundes. Am heutigen Weltwassertag stellen das Bundesumweltministerium (BMU) und das Umweltbundesamt (UBA) in einer Fachkonferenz Ergebnisse der Pilotphase dieser Strategie vor. Das UBA wird die Arbeiten zur Spurenstoffstrategie nun in einem neu gegründeten Spurenstoffzentrum des Bundes weiter vorantreiben.

Das beim ⁠UBA⁠ angesiedelte neue ?Spurenstoffzentrum des Bundes“ mit Sitz in Leipzig nimmt in den kommenden Monaten sukzessive seine Arbeit auf und wird gemeinsam mit einem Expertengremium weitere relevante Spurenstoffe identifizieren. Unter Einbindung von Herstellern und der Wasserwirtschaft sollen an Runden Tischen weitere Ma?nahmen zur Eintragsminderung entwickelt und die L?nder bei der Einführung der 4. Reinigungsstufe in Kl?ranlagen beraten werden. Zum Aufgabenportfolio des Spurenstoffzentrums geh?rt auch, die Forschung im Bereich der Spurenstoffe weiter voranzutreiben und einen strukturierten Informationsaustausch zwischen L?ndern, Kommunen, Kompetenzzentren und Hochschulen hinsichtlich quellenorientierter und nachgeschalteter Minderungsma?nahmen zu entwickeln.

Denn der beste Ansatz ist, dass Spurenstoffe gar nicht erst ins Abwasser gelangen. Dafür muss man schon bei der Herstellung und der Anwendung von Produkten ansetzen, etwa in der Arzneimittel- und Bauindustrie. Unsere Gesellschaft setzt tagt?glich eine Vielzahl verschiedener Chemikalien ein. Dabei handelt es sich um Tier- und Humanarzneimittel, Wasch- und Reinigungsmittel, Biozide im Haushalts-, Gesundheits- und Baubereich, Industriechemikalien, Pflanzenschutzmittel und weitere Chemikalien. Die genaue Anzahl unterschiedlicher Stoffe ist weder bekannt noch konstant, da t?gliche neue Verbindungen entwickelt werden. Im Rahmen der ⁠REACH⁠-Verordnung sind derzeit etwa 22.000 verschiedene Chemikalien registriert. Allerdings umfasst diese Zahl keine Biozide, Pflanzenschutzmittel und Arzneimittel. Viele dieser Chemikalien gelangen über das Abwasser unserer Haushalte, von Industrieanlagen oder über landwirtschaftlich genutzte Fl?chen in unsere Gew?sser. Dort werden Sie zwar nur in geringen Konzentrationen von Nano- bis Milligramm nachgewiesen, k?nnen dort aber dennoch für die Trinkwasserversorgung eine Herausforderung darstellen oder die Wasserbewohner sch?digen mit entsprechend negativen Auswirkungen auf die Gew?sser?kosysteme.

Im Rahmen der nun abgeschlossenen Pilotphase zur Spurenstoffstrategie hat ein 15-k?pfiges Expertengremium aus Vertretern von Bundes- und Landesbeh?rden, Industrie, Umweltverb?nden, Wissenschaft, Apothekern und Wasserwirtschaft einige relevante Spurenstoffe identifiziert. Zu drei relevanten Spurenstoffen wurden durch die Hersteller und -Verb?nde Runde Tische eingerichtet, um hier schnell Minderungsma?nahmen zu entwickeln und umzusetzen. Die L?nder haben einen Orientierungsrahmen für nachgeschaltete Ma?nahmen zur Spurenstoffelimination angewendet und zahlreiche Kl?ranlagen identifiziert, bei denen eine 4. Reinigungsstufe zur Spurenstoffelimination sinnvoll sein kann. Unterstützt wurde die Pilotphase durch ISI Fraunhofer und dem Team der IKU-Dialoggestalter. Erg?nzt wurden diese Arbeiten durch die Aktivit?ten einzelner Akteure, die Bev?lkerung und Fachanwender über die Auswirkungen von Spurenstoffen in Gew?ssern zu informieren. Dafür haben diese Akteure das Logo der ⁠UN⁠-Wasserdekade (2018 - 2028) als übergeordnetes Kampagnendach durch das ⁠BMU⁠ erhalten.

Der Weltwassertag wurde von der UN-Generalversammlung beschlossen und findet seit 1993 immer am 22. M?rz statt. Der diesj?hrige Weltwassertag steht unter dem Motto ?Valuing Water“ - ?Wert des Wassers“.

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 Spurenstoffe