RO-R-2: Vorrang- und Vorbehaltsgebiete Grundwasser / Trinkwasser

Das Bild zeigt einen Bach, der durch eine Wiese flie?t. B?ume und Baumgruppen sind im Vorder- und Hintergrund zu sehen.  zum Vergr??ern anklicken
Raumordnerische Instrumente sichern eine das Trinkwasser und Grundwasser schonende Fl?chennutzung.
Quelle: alexlukin / stock.adobe.com

Monitoringbericht 2019 zur Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel

Inhaltsverzeichnis

 

RO-R-2: Vorrang- und Vorbehaltsgebiete Grundwasserschutz / Trinkwassergewinnung

Bei der Neuaufstellung einzelner Regionalpl?ne in den vergangenen Jahren wurden Vorrang- und Vorbehaltsgebiete nicht erneut oder nur noch in kleinerem Umfang ausgewiesen. In der Folge nahm die Fl?che von raumordnerischen Gebieten zum Trinkwasser- und Grundwasserschutz im Vergleich zum Jahr 2009 ab.

Eine Linie stellt die Fl?che der Vorrang- und Vorbehaltsgebiete Grundwasserschutz / Trinkwassergewinnung in Form von indexierten Werten dar. Das Jahr 2009 ist auf 100 gesetzt. Es gibt bis 2017 einen signifikant fallenden Trend. Zus?tzlich sind in einer S?ulenreihe die Anteile der Planungsregionen mit Vorrang- und Vorbehaltsgebieten Grundwasserschutz / Trinkwassergewinnung in Prozent abgebildet. Es gibt auch hier einen signifikant fallenden Trend. Die Werte bewegen sich um die 80 Prozent.
RO-R-2: Vorrang- und Vorbehaltsgebiete Grundwasserschutz / Trinkwassergewinnung

Eine Linie stellt die Fl?che der Vorrang- und Vorbehaltsgebiete Grundwasserschutz / Trinkwassergewinnung in Form von indexierten Werten dar. Das Jahr 2009 ist auf 100 gesetzt. Es gibt bis 2017 einen signifikant fallenden Trend. Zus?tzlich sind in einer S?ulenreihe die Anteile der Planungsregionen mit Vorrang- und Vorbehaltsgebieten Grundwasserschutz / Trinkwassergewinnung in Prozent abgebildet. Es gibt auch hier einen signifikant fallenden Trend. Die Werte bewegen sich um die 80 Prozent.

Quelle: Bundesinstitut für Bau- Stadt- und Raumforschung (ROPLAMO - Raumordnungsplan-Monitor)
 

Raumordnerischer Trinkwasser-- und Grundwasserschutz

Obwohl Deutschland ein wasserreiches Land ist und über ein insgesamt ausreichendes ⁠Wasserdargebot⁠ verfügt, gibt es regional begrenzt Wassermangelgebiete, in denen die nutzbaren Grundwasservorkommen gering sind und die Wassernachfrage in einzelnen Jahreszeiten mitunter nicht aus der Region gedeckt werden kann. Verteilungssysteme gleichen dort regionale Unterschiede in der Wasserverfügbarkeit aus. Durch den ⁠Klimawandel⁠ kann sich die schon aktuell ungünstige klimatische Wasserbilanz in einigen Regionen Deutschlands weiter verschlechtern. Ver?nderte Niederschlags- und Temperaturverh?ltnisse wirken sich auf alle Prozesse im Wasserhaushalt aus und beeinflussen somit auch die Grundwasserneubildungsrate sowie die Menge und Qualit?t von Grund- und Oberfl?chengew?ssern, die für die Trinkwassergewinnung genutzt werden. Aus einer zunehmenden Wasserknappheit und h?ufigeren Dürren k?nnen regional Konflikte um die Nutzung vor allem von oberfl?chennahen Wasserressourcen entstehen.

Landes- und Regionalplanung k?nnen Vorrang- und Vorbehaltsgebiete für den Trinkwasser- und Grundwasserschutz ausweisen, um dadurch Wasserressourcen planerisch zu sichern, zwischen unterschiedlichen Nutzungsansprüchen zu moderieren und Konflikte zu vermeiden oder abzuschw?chen. Knapp 80 % der Planungsregionen machen von dieser M?glichkeit Gebrauch. Der hohe Anteil der ausweisenden Planungsregionen macht deutlich, dass die raumordnerischen Instrumente nicht nur in Planungsregionen genutzt werden, die tendenziell von einem Wassermangel betroffen sind. Vielmehr kommt dem Schutz und der Sicherung der Wasserressourcen auch in wasserreichen Gebieten eine hohe Bedeutung zu, auch weil deren Wasservorr?te z. T. für die Versorgung der wasserarmen Gebiete mit in Anspruch genommen werden.

In welchem Umfang in den einzelnen Planungsregionen die verschiedenen Gebietskategorien zum Schutz von Grund- und Trinkwasser zur Anwendung gelangen, h?ngt neben einer unterschiedlichen Planungspraxis vor allem von der jeweiligen naturr?umlichen Ausstattung der Regionen ab, z. B. von der Bodenbeschaffenheit und den geologischen Ausgangsbedingungen sowie der Naturn?he und Nutzungsintensit?t der Vegetation. Deutschlandweit waren 2017 ca. 39.000 Quadratkilometer Fl?che als Vorrang- oder Vorbehaltsgebiete für den Trinkwasser- und Grundwasserschutz ausgewiesen, d. h. mehr als 10 % des Bundesgebiets. Auch wenn die Fl?chenausdehnung allein keine Rückschlüsse erlaubt, ob Gebiete in angemessenem Umfang und angemessener Qualit?t ausgewiesen sind, zeigt dieser Anteil die hohe Bedeutung, die dem Schutz der Wasserressourcen durch die ⁠Raumordnung⁠ beigemessen wird.

Regionalpl?ne werden i. d. R. alle zehn bis 15 Jahre neu aufgestellt oder fortgeschrieben. Die Planungsregionen k?nnen dabei die Festlegungen in den Pl?nen aktualisieren, wodurch es zu Ver?nderungen der Fl?chenausweisungen kommen kann. Zudem k?nnen die Pl?ne auch an eine ver?nderte Rechtslage oder eine ge?nderte Rechtsprechung angepasst werden.

Insbesondere in trockeneren Regionen des Bundesgebiets sind bei der Fortschreibung von Raumordnungspl?nen bereits Festsetzungen zum klimawandelbedingten Grundwasserschutz vorgesehen. Seit 2009 nahm die für den Schutz der Wasserressourcen ausgewiesene Fl?che dennoch um ca. 3.700 Quadratkilometer ab. Grund hierfür war, dass Raumordnungsgebiete für die Trinkwassersicherung oder zum Schutz von Grundwasserkommen bei der Neuaufstellung einzelner Regionalpl?ne nicht erneut festgelegt oder in ihrer Fl?chenausdehnung reduziert wurden.

 

Schnittstellen

WW-I-1: Mengenm??iger Grundwasserzustand

WW-R-1: Wassernutzungsindex

 

Ziele

Verst?rkte raumordnerische Sicherung von Wasserressourcen und planerisches Hinwirken auf angepasste Nutzungen (⁠DAS⁠, Kap. 3.2.14)

Verst?rkte Sicherung von Wasserressourcen insbesondere auch zur dauerhaften, langfristigen Sicherung über den gegenw?rtigen Nutzungsbedarf hinaus (Reservegebiete); Unterstützung der Erhaltung bzw. Verbesserung des Wasserhaushalts der B?den (Erh?hung der Wasserspeicherf?higkeit, Verbesserung des Infiltrationsverm?gens) in den empfindlichen Bereichen der Grundwassereinzugsgebiete; vorausschauende Lenkung stark wasserverbrauchender Nutzungen in den von Trockenheit besonders betroffenen Gebieten (Handlungskonzept ⁠Klimawandel⁠, ⁠MKRO⁠ 2013, Kap. 3.5)