Gewerbliche Siedlungsabf?lle

Ein Müllcontainer steht auf der Stra?e, daneben steht ein Bürostuhlzum Vergr??ern anklicken
Gro?er Müllcontainer und ein vergessener Bürostuhl - Sinnbild für gewerbliche Siedlungsabf?lle
Quelle: eyetronic / Fotolia.com

Die Verwertung von Abf?llen schont Ressourcen und st?rkt die Abfallwirtschaft. Gerade Siedlungsabf?lle haben ein hohes Recyclingpotenzial. Das UBA erforscht L?sungsans?tze zur Nutzung dieser Potenziale.

Bestandteile und Entsorgung

Abfallrechtliche Regelungen sollen die Kreislaufwirtschaft voranbringen. Es gilt, natürliche Ressourcen zu schonen sowie den Umwelt- und Gesundheitsschutz in der Abfallwirtschaft zu gew?hrleisten. Die in Paragraf sechs Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) verankerte fünfstufige Abfallhierarchie legt die Rangfolge der Ma?nahmen zur Vermeidung und Bewirtschaftung von Abf?llen fest.

Danach sind Abf?lle:

  1. zu vermeiden
  2. wiederzuverwenden
  3. zu recyceln
  4. zu verwerten (insbesondere energetisch) oder
  5. zu beseitigen.

Durch das Schlie?en von Kreisl?ufen und die Nutzung insbesondere der stofflichen Potenziale von Abf?llen, werden wertvolle Prim?rrohstoffe ersetzt und damit geschont.

Gewerbliche Siedlungsabf?lle sind gewerbliche und industrielle Abf?lle. Sie ?hneln Abf?llen aus privaten Haushaltungen aufgrund ihrer Beschaffenheit oder Zusammensetzung. Sie k?nnen sowohl getrennt vom Hausmüll (in Wechselbeh?ltern) oder gemeinsam mit Hausmüll als sogenannter ?Gesch?ftsmüll“ (in Umleerbeh?ltern) gesammelt werden. Die Gewerbeabfallverordnung (GewAbfV) regelt den Umgang mit diesen Abf?llen und stellt Anforderungen an eine hochwertige Verwertung dieser Abf?lle fest.

Für die im Gewerbebereich getrennt gesammelten Abfallfraktionen liegen keine statistischen Mengenangaben vor. Gem?? der Statistik ?Abfallentsorgung“ des Statistischen Bundesamtes wurden bei Abfallbehandlungsanlagen im Jahr 2010 insgesamt circa 3,45 Millionen Tonnen (t) gemischte gewerbliche Siedlungsabf?lle, drei Millionen t gemischte Bau- und Abbruchabf?lle und 2,35 Millionen t Verpackungsabfallgemische angeliefert.

Die Entsorgung von gemischten gewerblichen Siedlungsabf?llen war und ist immer wieder Anlass abfallwirtschaftlicher Diskussionen. Vor allem weil die Daten- und Wissensgrundlage zu diesen mengen- und ressourcenrelevanten Abf?llen lückenhaft ist. Die Entsorgungswege erscheinen aus Umwelt- und Ressourcenschutzsicht oft optimierungswürdig. In einem Forschungsprojekt wurden daher verfügbare Daten und Informationen zur Zusammensetzung, zum Mengengerüst und zu den Entsorgungsstrukturen der Abf?lle zusammengetragen. Der in gemischten gewerblichen Siedlungsabf?llen enthaltene Wertstoffgehalt (Holz, Kunststoff, Metalle, PPK) liegt bei circa 52 Prozent. Weil derzeit nur circa 43 Prozent der 6,4 Millionen t Siedlungsabfall überhaupt mechanischen Vorbehandlungsanlagen zugeleitet werden und oft auf ?einfachste Weise“ sortiert wird, betr?gt die derzeitige Quote aussortierter Wertstoffe lediglich 16,5 Prozent.

Basierend auf der gesch?tzten derzeitig aussortierten Wertstoffmenge von 0,46 Millionen t einerseits und den Wertstoffgehalten der Abf?lle andererseits ergeben sich gro?e Optimierungspotenziale. Sie liegen in einer Spannbreite von 1,1 bis maximal 3,2 Millionen t. Der stofflichen Nutzung von 1,1 Millionen t pro Jahr entsprechen circa 13 kg/E*a. Basierend auf diesen Daten wurden L?sungsans?tze zur Nutzung der Optimierungspotenziale erarbeitet und Ans?tze für eine m?gliche Weiterentwicklung der Gewerbeabfallverordnung skizziert. Die Ergebnisse sind abrufbar unter ?Aufkommen, Verbleib und Ressourcenrelevanz von Gewerbeabf?llen“.

Die Fragestellung, welcher Entsorgungsweg (stofflich/energetisch) für die in Gewerbeabfallgemischen enthaltenen Stoffe (z.B. Kunststoffe, PPK) der aus ?kologischer Sicht am besten geeignet ist, verfolgen wir derzeit in einem UFOPLAN-Projekt. Das Projekt startete 2012 und endet Anfang 2014. Informationen dazu finden Sie in der Projektdarstellung.

Grafik Gewerbeabfallgemische
Entsorgungspfade von gewerblichen Siedlungsabfallgemischen
Quelle: Umweltbundesamt