Abfallvermeidung

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Müllcontainer Entleerung
Quelle: Kadmy / Fotolia.com

Abf?lle vermeiden schont Ressourcen und schützt Mensch und Umwelt. Es ist daher vorrangiges Ziel der Abfallwirtschaft. Am 31. Juli 2013 verabschiedete das Bundeskabinett das Abfallvermeidungsprogramm des Bundes unter Beteiligung der L?nder. Es wurde mit fachlicher Unterstützung des Umweltbundesamtes erarbeitet. Es setzt europ?ische Vorgaben um.

Ressourcenschonung und Schutz von Mensch und Umwelt

Abfallpolitisches Ziel ist es, die Kreislaufwirtschaft zur Schonung der natürlichen Ressourcen zu f?rdern und den Schutz von Mensch und Umwelt bei der Erzeugung und Bewirtschaftung von Abf?llen sicherzustellen. Dabei sind das Wirtschaftswachstum und die mit der Abfallerzeugung verbundenen Auswirkungen auf Mensch und Umwelt m?glichst zu entkoppeln. Um die nach Paragraf sechs Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) vorrangig anzustrebende Abfallvermeidung zu erreichen, sind folgende Ziele anzustreben:

  • Verringerung der Abfallmenge,
  • Verringerung der sch?dlichen Auswirkungen des Abfalls auf die Umwelt und die menschliche Gesundheit,
  • Verringerung des Gehalts an sch?dlichen Stoffen in Materialien und Produkten.

Die EU-Mitgliedstaaten sind nach Artikel 29 der Abfallrahmenrichtlinie (2008/98/EG-AbfRRL) verpflichtet, bis Dezember 2013 Abfallvermeidungsprogramme zu erstellen. Paragraf 33 des Kreislaufwirtschaftsgesetzes setzt diese Forderung auf nationaler Ebene um.

Ergebnisse von Forschungsprojekten lieferten ma?gebliche wissenschaftlich-technische Grundlagen für das Abfallvermeidungsprogramm. Basierend auf den Ergebnissen eines ersten Projektes??Erarbeitung der wissenschaftlich- technischen Grundlagen für die Erstellung eines bundesweiten Abfallvermeidungsprogramms“, das erstmals existierende Ma?nahmen in einer Beispielsammlung zusammenfasst, wurden im Folgeprojekt "Inhaltliche Umsetzung von Art. 29 der Richtlinie 2008/98/EG" ausgew?hlte Abfallvermeidungsma?nahmen auf staatlicher Ebene (d.h. auf Bundes-, L?nder- und kommunaler Ebene) vertiefend untersucht. So konnten Aussagen zum Abfallvermeidungspotenzial und zur ?kologischen Wirkung der Ma?nahmen getroffen werden. Darüber hinaus werden m?gliche Indikatoren zur Messung und überprüfung des Abfallvermeidungserfolges diskutiert. Dabei berücksichtigen die Ma?nahmen alle Lebenszyklusstufen von Produkten, zum Beispiel Abfallvermeidung in Produktionsanlagen, abfallvermeidende Produktgestaltung, Abfallvermeidung durch Steigerung der Lebensdauer von Produkten. Unten stehende Abbildung zeigt die betrachteten Stufen der Wertsch?pfungskette.

Im Ergebnis wurden Ma?nahmen empfohlen, die ein relevantes Abfallvermeidungspotenzial aufweisen oder die Rahmenbedingungen für Abfallvermeidung positiv beeinflussen (z. B. durch Information und Sensibilisierung). Darüber hinaus sollten den Ma?nahmen bei ihrer Umsetzung keine gravierenden negativen ?kologischen, sozialen oder ?konomischen Effekte entgegenstehen.
In vielen F?llen führen nicht einzelne Abfallvermeidungsma?nahmen, sondern das Zusammenwirken verschiedener Instrumente zur erfolgreichen Vermeidung von Abf?llen. Denn viele Ma?nahmen unterstützen oder erg?nzen sich gegenseitig.

Basierend auf diesen wissenschaftlichen Erkenntnissen des ⁠UBA⁠ erstellte das Bundesumweltministerium?das erste bundesweite, am 31.07.2013?durch das Bundeskabinett beschlossene?Abfallvermeidungsprogramm.

Die Europ?ische Woche der Abfallvermeidung (EWAV)

Die j?hrlich im November stattfindende Europ?ischen Woche der Abfallvermeidung (EWAV) bietet eine Plattform für vielf?ltige Aktionen von Kommunen, Unternehmen, privaten Initiativen und Umweltverb?nden, um das Thema Abfallvermeidung st?rker ins Bewusstsein der ?ffentlichkeit zu bringen. Die vielgestaltigen Aktionen pr?sentieren praktische L?sungen und Impulse und zeigen das breite Spektrum der Ma?nahmen zur Abfallvermeidung: von Beratungs- und Bildungsangeboten über Webseiten bis hin zu Tausch- und Verschenkb?rsen und vieles mehr. Offizieller Partner der EWAV ist das ⁠BMUB⁠. Koordiniert wird die EWAV sowie der EU-weite Aktionstag gegen Littering ?Let’s clean-up Europe“ seit August 2014 vom Verband kommunaler Unternehmen (VKU).

Die EWAV 2017 findet vom 18. bis 26. November 2017 statt und steht unter dem Motto ?Gib Dingen ein zweites Leben“. Deutschland beteiligt sich auch in diesem Jahr an Europas gr??ter Kommunikationskampagne zum Thema ?Abfallvermeidung“.? Im Rahmen der Auftaktveranstaltung am 20. November 2017 gehen Akteure und Expertinnen und Experten im Bundespresseamt Berlin der Frage nach, wie Reparatur in Deutschland gest?rkt werden kann, um Abf?lle besser zu vermeiden und damit die natürlichen Ressourcen im Sinne der Kreislaufwirtschaft und des Klimaschutzes zu schonen. Dabei werden grunds?tzliche Aspekte wie ein nachhaltiges Produktdesign ebenso er?rtert wie konkrete politische Wege zur F?rderung der Reparatur und Ans?tze zur Unterstützung der Verbraucherinnen und Verbraucher.

Die F?rderung nachhaltiger Konsum- und Produktionsweisen und der Austausch zwischen allen gesellschaftlichen Gruppen werden auch über die EWAV hinaus durch die weitere Umsetzung des Nationalen Programms für nachhaltigen Konsum der Bundesregierung verst?rkt unterstützt. Das neu beim Umweltbundesamt eingerichtete Kompetenzzentrum Nachhaltiger Konsum koordiniert die Umsetzung des Programms und baut z. B. das Nationale Netzwerk Nachhaltiger Konsum weiter auf.

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