Bioabfallbehandlung

Ein gelber Radlader setzt in einer Kompostieranlage Kompost um.zum Vergr??ern anklicken
Radlader beim Umsetzen von Kompost
Quelle: Tim Hermann / UBA

Aus Bioabfall k?nnen hochwertige Komposte und G?rreste für die Landwirtschaft oder den Gartenbau gewonnen werden. Um dies zu erreichen, müssen Bioabf?lle getrennt gesammelt und kompostiert werden - mit m?glichst geringen Belastungen für die Umwelt.

Inhaltsverzeichnis

 

Kompostierung und Verg?rung

Komposte und G?rrückst?nde aus Bioabf?llen eignen sich hervorragend als organischer Dünger für die Landwirtschaft. Sie bieten zudem eine sehr gute M?glichkeit, den Humusgehalt der B?den zu stabilisieren oder zu verbessern. Voraussetzung hierfür ist jedoch die getrennte Erfassung der Bioabf?lle. Nur aus getrennt erfassten Bioabf?llen lassen sich hochwertige Komposte und G?rrückst?nde produzieren, die für die Nutzung in Landwirtschaft und Garten geeignet sind. Darüber hinaus k?nnen sie als Ersatz für Torf im Gartenbau eingesetzt werden. Das schont das ⁠Klima⁠ und erh?lt den Lebensraum von Tieren und Pflanzen. Die behandelten Bioabf?lle müssen jedoch den Qualit?tsanforderungen genügen und der Behandlungsprozess muss m?glichst schonend für die Umwelt erfolgen.


Vor etwa 25 Jahren wurde in Deutschland begonnen, biogene Abf?lle getrennt zu sammeln und anschlie?end zu kompostieren. Seitdem ist die Menge der verwerteten Bioabf?lle kontinuierlich angestiegen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurden in Deutschland im Jahr 2011 etwa 14 Millionen Tonnen biogene Abf?lle kompostiert oder in Biogasanlagen vergoren und anschlie?end auf B?den verwertet.


Diese Menge umfasst Bioabf?lle aus Haushalten, Garten- und Parkabf?lle sowie Abf?lle aus der Lebensmittelverarbeitung, aus Gastst?tten und Gro?küchen und einige Rückst?nde aus der Landwirtschaft, die in Kompostierungs- oder Verg?rungsanlagen gelangen. Allein über die Biotonne haben ?ffentliche und private Entsorger im Jahr 2011 etwa vier Millionen Tonnen Bioabf?lle eingesammelt. Die Menge an Garten- und Parkabf?llen betrug etwa fünf Millionen Tonnen. Der Gro?teil des Bioabfalls wird heute noch kompostiert, nur ein kleinerer Teil in Biogasanlagen vergoren.


2008 gab es etwa 1.000 Kompostierungsanlagen und 85 Verg?rungsanlagen, in denen Bioabf?lle aus Haushalten und Gewerbe sowie Garten- und Parkabf?lle eingesetzt wurden. Dies ergab die Studie ?Aufwand und Nutzen einer optimierten Bioabfallverwertung“, die im Auftrag des ⁠UBA⁠ erarbeitet wurde. Eine umfassende Auflistung der in Deutschland betriebenen Kompostierungs- und Verg?rungsanlagen befindet sich im ?Handbuch Bioabfallbehandlung“, das im Jahr 2012 im Auftrag des UBA erstellt wurde.


Die aus Bioabf?llen erzeugten Komposte und G?rreste stellen einen wertvollen Dünger und Humuslieferanten dar. Die im Auftrag des UBA durchgeführte Studie ?Optimierung der Verwertung organischer Abf?lle“ kommt zu dem Ergebnis, dass die getrennte Erfassung und Verwertung von Bioabf?llen umweltfreundlicher ist als ein anderer Umgang mit Bioabf?llen. Zu den untersuchten Alternativen z?hlen zum Beispiel der Verbleib des Bioabfalls im Restabfall und die entsprechende Behandlung in einer Verbrennungsanlage oder mechanisch-biologischen Behandlungsanlage. Voraussetzung für den ?kologischen Vorteil der Bioabfallverwertung ist allerdings, dass die Bioabf?lle nach dem Stand der Technik behandelt werden und einer m?glichst hochwertigen Verwertung zugeführt werden. Wann immer dies technisch m?glich ist, sollten Bioabf?lle vergoren werden. Denn hierbei wird der Energieinhalt der Bioabf?lle als Biogas genutzt. Der nach der Verg?rung übrigbleibende G?rrest kann entweder als flüssiges G?rprodukt oder nach einer anschlie?enden Kompostierung als festes G?rprodukt vermarktet werden. So entsteht eine Kaskadennutzung, in der zun?chst der Energiegehalt und anschlie?end die stofflichen Eigenschaften des Bioabfalls genutzt werden.


Laut der Studie ?Aufwand und Nutzen einer optimierten Bioabfallverwertung“ steht nur etwa 46 Prozent der Verbraucherinnen und Verbraucher eine Biotonne zur Verfügung. Die anderen 56 Prozent k?nnen oder wollen Bioabf?lle nicht getrennt sammeln. Eine st?rkere Verbreitung der Biotonne k?nnte eine zus?tzliche Menge von zwei Millionen Tonnen Bioabf?lle liefern. Durch die Abtrennung der Bioabf?lle l?sst sich au?erdem die Restabfallmenge in den Haushalten um bis zu einem Drittel reduzieren. Die Trennung der Restabf?lle von nassen Bestandteilen erleichtert zudem eine sp?tere Behandlung, zum Beispiel eine maschinelle Sortierung.


Das Kreislaufwirtschaftsgesetz vom 24. Februar 2012 schreibt erstmals auf Bundesebene die verpflichtende getrennte Sammlung von Bioabf?llen vor. Diese muss laut Gesetz sp?testens bis zum 1. Januar 2015 eingeführt sein.


Die vom Bundesumweltministerium und vom Umweltbundesamt herausgegebene Broschüre ??kologisch sinnvolle Verwertung von Bioabf?llen“ gibt kommunalen Entscheidungstr?gern Hinweise zur Einführung und zur Optimierung der getrennten Bioabfallsammlung.

 

Anforderungen an Komposte und G?rreste

Anforderungen an die Beschaffenheit und Qualit?t von Komposten und G?rresten aus Bioabf?llen sind in der 2013 novellierten Bioabfallverordnung vom 21. September 1998 festgelegt. In der Bioabfallverordnung sind neben Schadstoff- und Hygieneparametern auch die zul?ssigen Einsatzstoffe für die Kompostherstellung sowie die überwachung und die maximalen Aufbringungsmengen geregelt. Zur Beurteilung der Qualit?t der erzeugten Komposte veranlasste das Umweltbundesamt die Untersuchung ?Neubewertung von Kompostqualit?ten“. In der Studie aus dem Jahr 2004 wurden die Schwermetallgehalte von Komposten in Deutschland erfasst und mit den Grenzwerten der Bioabfallverordnung verglichen. Die Studie wurde in Zusammenarbeit mit der Bundesgütegemeinschaft Kompost erarbeitet, die dafür anonymisierte Messdaten aus der freiwilligen Gütesicherung zur Verfügung stellte. Ergebnis der Studie ist, das die produzierten Komposte die Grenzwerte der Bioabfallverordnung in der Regel einhalten und für die untersuchten besonders sch?dlichen Schwermetalle sogar weit unterschreiten.

 

Anforderungen an den Betrieb von Kompost- und Verg?rungsanlagen

Anforderungen zur Emissionsminderung bei Kompostierungsanlagen enth?lt die ⁠TA Luft⁠. Dort sind unter Nummer 5.4.8.5 unter anderem Mindestabst?nde und Anforderungen an eine geschlossene Bauweise von Kompostierungsanlagen mit mehr als 3.000 Tonnen Jahresdurchsatz geregelt. Au?erdem enth?lt die TA Luft Emissionswerte für Geruchsstoff- und Staubemissionen aus Kompostanlagen. Unter Nr. 5.4.8.6 sind vergleichbare Anforderungen an Bioabfallverg?rungsanlagen beschrieben. Die in der TA Luft enthaltenen Anforderungen hatten die Betreiber der Altanlagen bis zum 31. Oktober 2007 umzusetzen.


Des Weiteren fordert die TA Luft, M?glichkeiten zur Minderung von Keimemissionen nach dem Stand der Technik zu prüfen. Diese Forderung war Bestandteil eines Fachgespr?chs mit dem Titel ?Mikroorganismen in der Umgebung von Bioabfallbehandlungsanlagen“, das unter Beteiligung von ⁠BMU⁠, ⁠BMBF⁠ und ⁠UBA⁠ am 30. September 2004 in Bonn stattfand. Die Ergebnisse dieses Fachgespr?chs stehen zum Download zur Verfügung.