Deponierung und Lagerung

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Deponien sind die letzte abfallwirtschaftliche Option, wenn Abf?lle nicht verwertet werden k?nnen.
Quelle: Bernd Engelmann / Umweltbundesamt

Die Beseitigung von Abf?llen auf Deponien erfolgt als letzte abfallwirtschaftliche Option nur dann, wenn die Abf?lle nicht verwertet werden k?nnen. Die Beseitigung erfolgt in Deutschland auf sicheren Deponien. Die zu lagernden Abf?lle müssen je nach Deponieklasse bestimmte Eigenschaften einhalten. Hierzu werden sie gegebenenfalls vorbehandelt.

Deponien gestern und heute

Rechtliche Regelungen von gestern bis heute

Am 16. Juli 2009 liefen die übergangsfristen der europ?ischen Deponierichtlinie (1999/31/EG) aus. Von diesem Tag an sollten alle in Europa betriebenen Deponien den gemeinsamen Anforderungen genügen oder stillgelegt sein. Deutschland hat dieses Ziel gr??tenteils schon 2005 erfüllt.

Die 1999 verabschiedete Deponierichtlinie regelt die umweltvertr?gliche Ablagerung von Abf?llen auf Deponien. Sie enth?lt zum Beispiel Anforderungen an den Standort und an die Abdichtungssysteme für jede Deponieklasse. Die Richtlinie regelt die Organisation des Betriebes und stellt Anforderungen an das Personal, an die finanzielle Sicherheit sowie an die Sickerwasser- und Deponiegasfassung. Darüber hinaus regelt sie die erforderlichen Bau- und überwachungsma?nahmen bei der Stilllegung und der Nachsorge von Deponien. Der Rat der Europ?ischen Union hat 2002 mit einer Entscheidung erg?nzende Kriterien und Verfahren für die Annahme von Abf?llen auf Deponien festgelegt (2003/33/EG). So gibt es zum Beispiel für jede Deponieklasse unterschiedlich hohe Grenzwerte für Schadstoffe.

?hnliche Regelungen galten zwar in Deutschland schon seit Anfang der 1990er-Jahre mit den Verwaltungsvorschriften TA Abfall und TA Siedlungsabfall. Die europ?ischen Vorgaben mussten aber als Verordnungen umgesetzt werden. Dies geschah in den Jahren 2001 und 2002 mit der Abfallablagerungsverordnung und der Deponieverordnung. 2005 wurde zus?tzlich eine Verordnung über die Verwertung von Abf?llen auf Deponien erlassen. Viele der miteinander verbundenen Regelungen zu Deponien in Deutschland waren schwer zu durchdringen. Dies führte 2009 zu einer Zusammenfassung mit grunds?tzlichen Vereinfachungen in einer einzigen neuen Deponieverordnung (vom 27. April 2009). Diese wurde bereits mehrfach aktualisiert und an Anforderungen im übergeordneten Recht angepasst. Die letzten ?nderungen traten am 04.03.2016 in Kraft.

Altdeponien, die den Anforderungen nicht genügten, waren aus Umweltschutzgründen nachzurüsten. Sie mussten die betrieblichen Anforderungen erfüllen und Sickerwasserreinigungsanlagen einrichten. Daneben gab es haupts?chlich bei der Deponiegasfassung und -verwertung Nachholbedarf. Dabei wird das in den Deponien entstehende ⁠Treibhausgas⁠ Methan erfasst und zerst?rt – üblicherweise durch Gewinnung von Energie aus dem Gas. Bereits verfüllte Deponieabschnitte werden abgedeckt, um die Gasemissionen zu kontrollieren. So kann auch kein Niederschlagswasser in die Deponie eindringen und der Sickerwasseranfall wird minimiert.

Deponien, die technisch nicht angepasst werden konnten, waren nach dem strengeren deutschen Recht überwiegend zum Juli 2005 zu schlie?en. Es k?nnen zum Beispiel in wirtschaftlicher Weise keine nachtr?glichen Abdichtungen an der Deponiebasis eingebaut oder der Untergrund in seinen Eigenschaften ver?ndert werden. Unter bestimmten Voraussetzungen war ein Weiterbetrieb bis sp?testens Juli 2009 (europ?ischer Fristauslauf) zul?ssig. Die vorzeitigen Schlie?ungen gef?hrdeten wider Erwarten nicht die Entsorgungssicherheit. Im Gegenteil: Die vorzeitige Stilllegung und Sanierung ungeeigneter Deponien hat erhebliche Entlastungen von Boden, Grundwasser und ⁠Atmosph?re⁠ zur Folge und kommt Mensch und Umwelt zugute. Zus?tzlich verringerte die ebenfalls seit 2005 in Deutschland erforderliche Vorbehandlung hausmüllartiger Abf?lle und die stetig vermehrte Abfallverwertung stark die auf Deponien abzulagernden Abfallmengen.

Wie geht es weiter?

Die heute vorhandenen Deponiekapazit?ten reichen im Durchschnitt noch für circa 20 Jahre. In einzelnen Regionen kommt es jedoch vorwiegend bei den Deponien der Klasse I zu Engp?ssen, die durch Neubau ausgeglichen werden müssen. Bei der Anlieferung der Abf?lle an der Deponie wird überprüft, ob der Abfall die für die jeweilige Deponieklasse geltenden Schadstoffgrenzwerte (Zuordnungswerte) einh?lt. Dies gilt für inerte, nicht gef?hrliche oder gef?hrliche Abf?lle gleicherma?en. Manche Abfallarten müssen zuerst behandelt werden, um die Zuordnungswerte einhalten zu k?nnen. In Deutschland trifft dies aufgrund der strengen Begrenzung des organischen Abfallanteils zum Beispiel auf alle hausmüll?hnlichen Abf?lle zu.

Biologisch abbaubare Abf?lle bilden Deponiegas, das etwa zur H?lfte aus dem stark klimarelevanten Methan besteht. Die Vorbehandlung erfolgt zum Beispiel durch Verbrennung mit Energierückgewinnung in Müllverbrennungsanlagen oder durch mechanisch-biologische Behandlung?mit Erzeugung von Ersatzbrennstoffen. Die Verringerung der ⁠Emission⁠ von Deponiegas ist auch ein Ziel der EU-Deponierichtlinie. Die Mitgliedsstaaten mussten der europ?ischen Kommission ihre Strategien mitteilen, wie sie in drei Stufen bis 2016/2020 die Ablagerung biologisch abbaubarer Abf?lle verringern wollen. Die Realisierung muss mit abfallwirtschaftlichen Ma?nahmen belegt und berichtet werden.

Der Hauptzweck der Deponien besteht in der Beseitigung der Abf?lle. Jedoch k?nnen bei baulichen Ma?nahmen auf der Deponie auch Abf?lle verwertet werden, insbesondere wenn hierdurch Prim?rrohstoffe ersetzt werden. Solche Bauma?nahmen sind zum Beispiel die Herstellung der Abdichtungs- und Dr?nageschichten, des erforderlichen Oberfl?chenprofils oder der Rekultivierungsschicht. Verwertet werden hierbei überwiegend mineralische Abf?lle wie Bauabf?lle, Bodenaushub oder Stra?enaufbruch. Nahezu 200 der ehemaligen Hausmülldeponien (mehr als die H?lfte) wurden 2005 stillgelegt. Sie ben?tigen noch heute gro?e Materialmengen für den umweltvertr?glichen Deponieabschluss. Entsprechende Regelungen der Deponieverordnung sorgen für eine ordnungsgem??e und schadlose Verwertung der Abf?lle, so dass Scheinverwertungen verhindert werden.

Deponien werden auch weiterhin Bestandteil einer funktionierenden Abfallwirtschaft sein – auch über das Jahr 2020 hinaus. Aus Umweltschutz- und Wirtschaftsgründen ist es nicht immer m?glich, eine vollst?ndige Verwertung von Abf?llen zu gew?hrleisten. Die in den Produkten/Abf?llen enthaltenen Schadstoffe sollen im Wirtschaftskreislauf nicht angereichert, sondern m?glichst zerst?rt oder ausgeschleust werden. Die Schadstoffsenke Deponie ist hier oftmals die einzige wirtschaftlich vertretbare M?glichkeit.

Sollen Abf?lle nicht endgültig auf Deponien beseitigt, sondern vorerst l?nger als ein Jahr lang gelagert werden, handelt es sich um ein sogenanntes ?Langzeitlager“. Nach Paragraf 23 der Deponieverordnung sind bei Errichtung und Betrieb eines Langzeitlagers die gleichen Anforderungen wie bei Deponien einzuhalten. Praktisch sind Langzeitlager Deponien mit begrenzter Lagerzeit.