Elektroaltger?te

Alte Fernsehger?te und Computermonitore auf einem Haufen. zum Vergr??ern anklicken
Alte Elektroger?te sind nicht einfach nur Abfall - sie enthalten wertvolle Ressourcen
Quelle: Gerhard Kotschik / UBA

Elektroaltger?te enthalten wertvolle Metalle und andere Stoffe, die wiederverwendet werden k?nnen. Das schont Ressourcen und Umwelt. H?ufig enthalten Elektroger?te aber auch Schadstoffe. Diese gef?hrden bei nicht fachgerechter Entsorgung Gesundheit und Umwelt. Daher werden Elektroaltger?te getrennt gesammelt.

Inhaltsverzeichnis

 

Elektronikaltger?te in Deutschland

Im Jahr 2018 wurden in Deutschland etwa 853.124 Tonnen Elektroaltger?te gesammelt. Der weit überwiegende Teil waren Altger?te aus privaten Haushalten im Sinne des Elektro- und Elektronikger?tegesetzes (ca. 772.934 Tonnen). Das entspricht 9,31 Kilogramm pro Einwohner und Jahr. Die restlichen Mengen (ca. 80.190 Tonnen) kamen von anderen Nutzern als privaten Haushalten.

Gesetzliche Grundlagen

Eine ordnungsgem??e Entsorgung von Elektroaltger?ten – also solchen Elektroger?ten, die bereits Abfall geworden sind – vermeidet eine Gef?hrdung der Umwelt und erm?glicht das Recyceln von Wertstoffen. Um dies europaweit einheitlich zu regeln, existiert seit 2003 die Elektro- und Elektronik-Altger?te-Richtlinie (WEEE-Richtlinie, alte? Fassung: Richtlinie 2002/96/EG). Sie wurde in Deutschland 2005 durch das Elektro- und Elektronikger?te-Gesetz (ElektroG) umgesetzt. Im Juli 2012 wurde die EU-Richtlinie neu gefasst – aktuell gültige Fassung Richtlinie 2012/19/EU (sogenannte WEEE II). Diese wurde in nationales Recht durch die Novellierung des Gesetzes über das Inverkehrbringen, die Rücknahme und die umweltvertr?gliche Entsorgung von Elektro- und Elektronikger?ten, kurz ElektroG, vom 20. Oktober 2015 umgesetzt.

In Deutschland wurde für die Entsorgung von Elektroaltger?ten die so genannte geteilte Produktverantwortung eingeführt. Dies bedeutet, dass wesentliche Pflichten zum einen bei den ?ffentlich-rechtlichen Entsorgungstr?gern (?rE), zum anderen bei den Herstellern von Elektro(nik)ger?ten liegen. Die ?rE sind verpflichtet, Sammelstellen für Elektroaltger?te einzurichten und diese dort grunds?tzlich kostenlos zurückzunehmen. Dies geschieht derzeit an rund 2.400 kommunalen Sammelstellen, wie beispielsweise den Wertstoffh?fen, Schadstoffmobilen oder Depot-Sammelcontainern. Die Hersteller k?nnen au?erdem freiwillig Altger?te zurücknehmen zum Beispiel in Form von eigenen Rücknahmesystemen.

Seit Juli 2016 sind Vertreiber (H?ndler) mit einer Verkaufsfl?che für Elektro- und Elektronikger?te von mindestens 400 Quadratmetern verpflichtet, kleine Altger?te, deren Kantenl?nge nicht gr??er ist als 25 Zentimeter unentgeltlich zurückzunehmen (sog. 0:1 Rücknahme). Bei Altger?ten mit einer Kantenl?nge gr??er als 25 Zentimeter, ist der H?ndler verpflichtet, dieses bei Neukauf eines Ger?ts der gleichen Ger?teart unentgeltlich zurückzunehmen (sog. 1:1 Rücknahme). Sofern Sie sich ein Neuger?t (nach Hause) anliefern lassen und m?chten, dass Ihr Altger?t im Gegenzug mitgenommen wird, muss dies dem H?ndler bereits bei Abschluss des Kaufvertrags mitgeteilt werden. Gleiche Regelungen gelten auch für Versandh?ndler, die eine Lager- und Versandfl?che von mindestens 400 Quadratmetern für Elektroger?te besitzen. Diese k?nnen zum Beispiel kostenlose Rücksendem?glichkeiten anbieten oder mit dem station?ren Handel kooperieren. Auch kleinere Einzelh?ndler dürfen freiwillig Elektroaltger?te kostenfrei zurücknehmen. Die Verbraucherinnen und Verbraucher sind verpflichtet, Elektroaltger?te auf einem dieser Wege abzugeben und dürfen diese keinesfalls im Hausmüll entsorgen.

Für die ordnungsgem??e Entsorgung der zurückgenommenen Elektroaltger?te sind wiederum die Hersteller verantwortlich. Sie tragen die finanzielle Produktverantwortung für die Entsorgung der in Verkehr gebrachten Elektroger?te. Zus?tzlich regelt die Richtlinie zur Beschr?nkung der Verwendung bestimmter gef?hrlicher Stoffe in Elektro- und Elektronikger?ten, die so genannte RoHS-Richtlinie den Einsatz bestimmter umweltgef?hrdender Stoffe in Elektro- und Elektronikger?ten. Sie wird in Deutschland durch die Elektrostoff-Verordnung umgesetzt. Diese trat am 9. Mai 2013 in Kraft. Demnach k?nnen insbesondere die? Stoffe Blei, Quecksilber, Cadmium, Sechswertiges Chrom, Polybromierte Biphenyle (PBB) und Polybromierte Diphenylether (PBDE), auch bekannt als bromierte Flammschutzmittel, in neuen Elektroger?ten nur noch stark eingeschr?nkt verwendet werden.

Recycling und Verwertung

Die zurückgegebenen Elektroaltger?te werden an kommunalen Sammelstellen in sechs Sammelgruppen sortiert. Dadurch kann bei der Vorbereitung zur Wiederverwendung und Behandlung besser auf die Anforderungen der unterschiedlichen Ger?te eingegangen werden. So werden beispielsweise gro?e Altger?te getrennt von kleinen sowie batteriehaltige Ger?te gesondert gesammelt, damit die Altger?te sowie m?gliche enthaltene Batterien nicht zerst?rt bzw. besch?digt werden. W?rmeübertr?ger wie beispielsweise Kühlger?te werden aufgrund der in ihnen noch h?ufig enthaltenen Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKWs) auch gesondert gesammelt und behandelt. Zudem werden Gasentladungslampen wegen des enthaltenen Quecksilbers in einer eigenen Sammelgruppe gemeinsam mit LED-Lampen (quecksilberfrei) getrennt erfasst. Hintergrund der Getrennterfassung aller Lampen ist die oftmals nicht eindeutige Identifizierbarkeit von quecksilberhaltigen und quecksilberfreien Lampen.

Die Behandlungs- und Verwertungsverfahren sind je nach Ger?teart teilweise sehr unterschiedlich. Bei Kühlger?ten beispielsweise findet zuerst eine Absaugung des Kühlmittel-?l-Gemisches aus dem Kühlkreislauf statt. Anschlie?end werden die Geh?use maschinell zerkleinert. Dabei werden die in dem Isoliermaterial enthaltenen Gase (bei ?lteren Ger?ten auch ⁠FCKW⁠) abgesaugt und anschlie?end schadlos entsorgt.

Kompaktleuchtstofflampen (Energiesparlampen) werden ebenfalls maschinell zerkleinert und anschlie?end in einem Nass- oder Trockenverfahren behandelt. Dabei wird das Quecksilber abgesaugt und über Aktivkohle gefiltert beziehungsweise reichert sich im Sedimentschlamm an. In weiteren Schritten ist eine Rückgewinnung des Quecksilbers m?glich.

Computerbildschirme/ -monitore und Fernsehbildschirme werden in der Regel zun?chst manuell zerlegt. Dabei entfernen Fachkr?fte schadstoffhaltige Bauteile wie Batterien, Kondensatoren, die teils noch quecksilberhaltige Hintergrundbeleuchtung von Flachbildschirmen oder auch noch die stark bleihaltigen Kathodenstrahlr?hren von alten R?hrenfernsehern. Ebenfalls werden wertvolle Bauteile wie Leiterplatten oder Kunsstoffstreuscheiben ausgebaut. Die verbleibenden Bauteile werden mechanisch zerkleinert und anschlie?end durch Sortier- und Trennverfahren in verschiedene Fraktionen sortiert. Auch automatische Schneide- und Trennverfahren zur Separation von schadstoff- und wertstoffhaltigen Bauteilen sind in der Bildschirmbehandlung etabliert.

Am Ende des Behandlungsprozesses sind aus den Elektroaltger?ten viele verschiedene Fraktionen entstanden. Die Metallfraktionen – beispielsweise Eisen, Stahl, Kupfer, Aluminium oder Messing – werden in Metallhütten für die Produktion neuer Metalle eingesetzt. Leiterplatten und zum Beispiel Stecker mit vergoldeten Kontakten gehen in der Regel in bestimmte Kupferhütten, die auch auf die Rückgewinnung von Edel- und Sondermetallen spezialisiert sind. Die Kunststofffraktionen werden zum Teil energetisch aber auch stofflich verwertet.

Sammel- und Verwertungsquoten für Elektroaltger?te

Die WEEE-Richtlinie enth?lt neben? Sammelzielen von Elektroaltger?ten (Mindestsammelquote) auch spezifische Recycling- und Verwertungsquoten. Deutschland ist seit 2006 verpflichtet, der EU-Kommission über die Einhaltung dieser Quoten zu berichten. Seit 2016 gibt die WEEE-Richtlinie relative Sammelquoten vor. Der Wert betr?gt zun?chst 45 Prozent (%) des Durchschnittsgewichts der in den drei Vorjahren in Verkehr gebrachten Elektro(nik)ger?te. Ab 2019 müssen 65 % gesammelt werden (nach der gleichen Berechnungsmethode). Im Jahr 2018 erreichte Deutschland eine Sammelquote von 43,1 %.

Darüber hinaus geben die WEEE-RL und das ElektroG spezielle Quoten für das Recycling und die Verwertung der verschiedenen Ger?tekategorien vor. Für alle Altger?te sind je nach Kategorie Verwertungsquoten zwischen 75 und 85 % und Quoten für die Vorbereitung zur Wiederverwendung und das Recycling von zusammen zwischen 55 und 80 % zu erreichen. Im Jahr 2018 hat Deutschland alle Verwertungsquoten eingehalten.

Schaubild Elektro- und Elektronikger?tegesetz
Schaubild Elektro- und Elektronikger?tegesetz
Quelle: Umweltbundesamt schaubild_elektrog.pdf
 

Aktuelle Herausforderungen

Sammelmenge erh?hen

Die geltende Sammelquote von 45 % hat Deutschland 2018 knapp verfehlt (43,1 %). Um die ab 2019 gültige Sammelquote von 65 Prozent einzuhalten, sind jedoch noch deutliche Anstrengungen notwendig. Wichtig ist hierbei die Sicherstellung einer kostenfreien fl?chendeckenden haushaltsnahen Erfassung von Elektroaltger?ten unter anderem durch einen Ausbau der Rückgabem?glichkeiten. Zudem müssen die Erfassung durch nicht erfassungsberechtigten Akteure,? illegale Abgriffe und illegale Exporte von Altger?ten und Bauteilen einged?mmt werden sowie die Mitteilungspflichten zu in Verkehr gebrachten und erfassten Mengen durch die Akteure der Entsorgungskette eingehalten werden. Auch eine kontinuierliche Information seitens der Hersteller, ?ffentlich rechtlichen Entsorgungstr?ger und Vertreiber über legale Rückgabem?glichkeiten für Altger?te sowie die Aufkl?rung der Verbraucherinnen und Verbraucher über die Gründe der Getrenntsammlung von Elektroaltger?ten, wie Ressourcenschonung oder Reduktion von Schadstoffemissionen müssen verst?rkt stattfinden.

Ressourcenrelevante Ger?te besser erfassen

Bei der Behandlung und Verwertung von Elektroaltger?ten sind die Recyclingausbeuten für Massemetalle (Eisen, Kupfer, Aluminium) sehr gut. Die Rückgewinnung von Edel- und Sondermetallen, insbesondere aus bestimmten Ger?ten der Informations- und Telekommunikationstechnik (IKT), ist dagegen noch deutlich ausbaubar. Vor allem hochtechnisierte Ger?te wie Laptops, Handys, Smartphones, Computer und ?hnliches enthalten viele ressourcenrelevante Metalle. Diese Metalle sind h?ufig nur in geringen absoluten Mengen pro Ger?t enthalten, ergeben aber für den gesamten Abfallstrom hohe Gesamtfrachten. So sind zum Beispiel in einer Tonne Handys etwa 250 Gramm Gold enthalten – zum Vergleich: Eine Tonne Golderz enth?lt etwa fünf Gramm Gold. Da die Prim?rgewinnung von Gold und anderen ressourcenrelevanten Metallen h?ufig mit sehr hohen Umweltbelastungen verbunden ist, müssen diese Rohstoffe konsequent recycelt werden. Dazu müssen in einem ersten Schritt die entsprechenden Altger?te besser erfasst werden. Durch die Vermischung mit anderen, weniger ressourcenrelevanten Elektroaltger?ten (zum Beispiel Drucker, Kopierer) sinkt der relative Anteil der wertvollen Metalle im Abfallstrom.

Im Gro?teil der Behandlungsanlagen werden die Altger?te mechanisch zerkleinert und anschlie?end durch Sortiertechnologien in verschiedene Fraktionen getrennt. Dabei gelangen viele Edel- und Sondermetalle in Fraktionen, aus denen sie nicht mehr zurückgewonnen werden. Die Ausbeute an diesen Metallen kann durch die Optimierung der Schredder- und Sortiertechnologien verbessert werden. Besser ist es jedoch, entsprechende Bauteile wie Leiterplatten oder Stecker vor der mechanischen Zerkleinerung manuell zu demontieren. Aufgrund der derzeit hohen Erl?se wird dies für besonders werthaltige Bauteile auch in vielen Anlagen bereits umgesetzt. Aber auch hier gibt es noch Verbesserungspotenzial. Das Umweltbundesamt hat in mehreren Forschungsvorhaben konkrete Empfehlungen für die Sammlung, Behandlung und Verwertung von ressourcenrelevanten Elektroaltger?ten untersuchen und erarbeiten lassen.

Konkrete Verbesserungen der Verwertung bestimmter Ger?tegruppen notwendig

Trotz der guten Gesamtsituation beim Recycling von Elektroaltger?ten l?sst sich die umweltgerechte Entsorgung einiger Ger?tegruppen noch optimieren. Bei Kühlschr?nken oder Bildschirmger?ten sind die Erfassungs- und Behandlungsmethoden noch immer nicht optimal eingestellt. So werden die FCKWs aus alten Kühlschr?nken nicht immer restlos zurückgewonnen und vernichtet. Insbesondere die illegale Entnahme der kupfer- und damit werthaltigen Kompressoren stellt ein gravierendes Problem dar. Dadurch wird der Kühlkreislauf zerst?rt und die ⁠FCKW⁠-haltigen Kühlmittel entweichen ungehindert in die ⁠Atmosph?re⁠. Vor allem, wenn Ger?te bei Sperrmüllsammlungen über Nacht auf die Stra?e gestellt werden, besteht die Gefahr solcher Diebst?hle. Da darüber hinaus manche Recyclinganlagen unter dem Druck stehen, eine m?glichst kostengünstige Entsorgung anzubieten, ist eine vollst?ndige Entnahme der FCKWs nicht immer sichergestellt.

Klarer Verbesserungsbedarf herrscht ebenso bei den gro?en Bildschirmger?ten (Kathodenstrahl- und LCD-Fernseher und -Monitore). Sie werden beim Sammeln in gro?en Containern h?ufig besch?digt oder zerst?rt. Dies erschwert die weitere Verwertung und birgt die zus?tzliche Gefahr von Schadstoffkontaminationen (beispielsweise durch Quecksilber aus der LCD-Hintergrund-Beleuchtung). In naher Zukunft wird auch das Entsorgen und Recyceln von Photovoltaikmodulen an Relevanz gewinnen. Die zu entsorgenden Mengen sind aufgrund der langen Lebensdauer der Module bislang noch sehr gering, werden im kommenden Jahrzehnt jedoch stark ansteigen. Hierfür müssen rechtzeitig ausreichende Kapazit?ten beim Recycling geschaffen sowie ein geeignetes Erfassungssystem aufgebaut werden.

Illegaler Export

Laut einer Studie von ?kopol im Auftrag des Umweltbundesamtes wurden im Jahr 2008 etwa 155.000 Tonnen Elektro-Altger?te aus Deutschland in L?nder wie Nigeria, Ghana, Indien oder Südafrika exportiert. Sie wurden als Gebrauchtger?te deklariert. Der weitaus gr??te Teil davon waren Fernseher und Monitore. Ein wesentlicher Teil befand sich in einem sehr schlechten Zustand. In den genannten L?ndern gibt es aber kaum professionelle Recyclingstrukturen. H?ufig gewinnen junge Menschen aus den nicht mehr funktionsf?higen Ger?ten einige wenige masserelevante Wertstoffe (Kupfer, Aluminium, einen Teil des Goldes). Dabei riskieren sie ihre Gesundheit und die Umwelt wird stark belastet. üblicherweise werden die Monitore auf den Boden geworfen, um sie zu zerst?ren. Die Kunststoffummantelung von Kupferkabeln wird weggeschmort. Dabei entwickeln sich giftige D?mpfe. Andere Ger?teteile werden ohne jeglichen Arbeitsschutz im S?urebad aufgel?st. Die Restteile werden verbrannt, wild deponiert oder in Flüssen abgelagert.

Um diese unhaltbare Situation zu verbessern, schreibt die neue WEEE-Richtlinie vor, dass vor dem Export die Funktionsf?higkeit der als gebraucht deklarierten Ger?te nachgewiesen werden muss. Durch diese Umkehr der Beweislast soll sichergestellt werden, dass nur noch intakte Ger?te exportiert werden. Denn diese schonen durch eine weitere Nutzung in den Empf?ngerl?ndern Ressourcen, da die Produktion von Neuger?ten vermieden wird. Parallel zu der Eind?mmung von illegalen Exporten müssen auch die Sammelstrukturen und Behandlungskapazit?ten in den potenziellen Empf?ngerl?ndern auf- und ausgebaut werden, um die enthaltenen Stoffe recyceln zu k?nnen. Denn auch in diesen L?ndern fallen zunehmend eigene Elektroaltger?te an. Hier muss eine gesundheits- und umweltvertr?gliche Entsorgung sichergestellt werden.

 

Vermeidung und lange Nutzung bieten die gr??ten Ressourcenschutzpotenziale

Ressourcen k?nnen jedoch nicht allein durch effizientes Recycling geschont werden. Denn die Recyclingtechnik muss sich immer wieder an Techniksprünge bei Elektro- und Elektronikprodukten anpassen. In der Zwischenzeit werden die enthaltenen Rohstoffe nicht optimal oder gar nicht zurückgewonnen. Teilweise stehen die Recyclingunternehmen auch unter einem hohen betriebswirtschaftlichen Druck, der es nicht immer zul?sst, alle Rohstoffe vollst?ndig wiederzugewinnen.

Aus Ressourcenschutzsicht ist grunds?tzlich eine Reduktion der anfallenden Gesamtmenge von Elektroaltger?ten anzustreben. Der wichtigste Ansatzpunkt dafür ist: Die Kauflust der Deutschen hat ihre Schattenseite. Für unseren Konsum werden (zu) viele Ressourcen in Anspruch genommen. Je mehr Produkte auf den Markt gebracht und gekauft werden, desto mehr Elektroaltger?te fallen an. Die Verbindung zwischen Produkt und Abfall kann nicht geleugnet werden. Au?erdem verbraucht die Neuproduktion viel Energie. Laut gesetzlich verankerter Abfallhierarchie steht die Vermeidung an erster Stelle vor der Vorbereitung zur Wiederverwendung und der Entsorgung. Doch in der Praxis sieht dies meist anders aus.

Mit der Vermeidung unn?tiger Konsumgüter kann jede und jeder einzelne etwas tun. So kann eine nachhaltige Ressourcenschonung erreicht und gleichzeitig die Lebensqualit?t gesteigert werden. Denn wenn wir nicht kritisch hinterfragen, was wir zum Leben brauchen, führt dies letztlich auch zu einer Minderung der Lebensqualit?t. Durch den Kauf unn?tiger Dinge entgehen uns viele Alternativen, unser Leben angenehm zu gestalten. Auch durch eine l?ngere Nutzung der Ger?te wird die absolute Abfallmenge ohne gr??ere Einschr?nkungen verringert. Hier ist jede Bürgerin und jeder Bürger selbst gefordert zu überlegen, ob ein Ger?t tats?chlich wieder ausgetauscht werden muss. Auch die Hersteller sind weiterhin gefordert, ihre Produkte so zu gestalten, dass einer langen Nutzung auf hohem Qualit?tsniveau nichts im Wege steht.