Kunststoffe

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Plastikgranulat wird aus Plastikabfall hergestellt - neue Plastikgegenst?nde entstehen daraus
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Viele Produkte bestehen komplett oder teilweise aus Kunststoffen, zum Beispiel Verpackungen, Elektroger?te und Autos. Irgendwann werden diese Produkte zu Abfall. Damit die Kunststoffe dann nicht verloren gehen, existieren verschiedene Regelungen unter dem Dach der Produktverantwortung. Diese sollen dafür sorgen, dass die Kunststoffe m?glichst hochwertig verwertet werden.

Kunststoffabf?lle in Deutschland

2013 fielen in Deutschland 5,68 Millionen Tonnen Kunststoffabf?lle an. Der überwiegende Teil sind Produktabf?lle, die beim privaten Endverbraucher oder im Gewerbe anfallen: etwa 4,75 Millionen Tonnen. Der Rest sind Produktions- und Verarbeitungsabf?lle: 0,93 Millionen Tonnen. Die meisten Kunststoffabf?lle stammen aus dem Verpackungsbereich: 1,4 Millionen Tonnen.

Gesetzliche Grundlagen

Für die Sammlung und Verwertung von Kunststoffen existiert kein eigenes gesetzliches Regelwerk. Allerdings sind ab 2015 Kunststoffabf?lle getrennt zu sammeln. Das Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) legt fest, dass ab 2020 mindestens 65 Gewichtsprozent des gesamten Siedlungsabfalls für die Wiederverwendung aufbereitet oder recycelt werden sollen (§ 14 Abs. 2). Siedlungsabf?lle enthalten jedoch neben Kunststoffen auch andere Materialien. Auch für einzelne Abfallstr?me existieren allgemeine Vorgaben zum Umgang mit Kunststoffen. So müssen beispielsweise laut Elektro- und Elektronikger?te-Gesetz aus Elektroaltger?ten solche Kunststoffe entfernt werden, die bromierte Flammschutzmittel? enthalten. Gem?? Altfahrzeug-Verordnung müssen gro?e Kunststoffbauteile aus Altfahrzeugen, wie zum Beispiel Sto?f?nger, Radkappen und Kühlergrille so getrennt werden, dass eine stoffliche Verwertung m?glich ist (§ 12 Abs. 3.2.3.3.). Das Verpackungsgesetz?gibt für Kunststoffverpackungen spezifische Verwertungsziele vor. Danach sind diese zu mindestens 90 Masseprozent einer Verwertung zuzuführen, wovon wiederum 65 Prozent - ab 2022: 70 Prozent - in werkstoffliche Verfahren gehen müssen.

Recycling und Verwertung

Die anfallenden Kunststoffe werden nahezu vollst?ndig verwertet (in 2013 zu 99 Prozent). Dabei überwiegt die energetische Verwertung mit 57 Prozent. Der werkstofflichen Verwertung werden 41 Prozent der Kunststoffabf?lle zugeführt, die rohstoffliche Verwertung liegt bei 1 Prozent. Eine übersicht über das gesamte Aufkommen von Kunststoffabf?llen und die Entsorgungswege im Jahr 2013 zeigt die folgende Tabelle ?Aufkommen und Verbleib von Kunststoffabf?llen nach Anfallorten in Deutschland 2013“.

Um das Recycling von Kunststoffabf?llen zu f?rdern und deren getrennte Erfassung nach KrWG umzusetzen, erm?glicht das Verpackungsgesetz die Einführung einer Wertstofferfassung auf kommunaler Ebene. Dieses er?ffnet Kommunen und Landkreisen die M?glichkeit, Verpackungen gemeinsam mit anderen Produktabf?llen aus Kunststoff und Metall (sogenannten ?stoffgleichen Nichtverpackungen“) zu erfassen. In verschiedenen Kommunen und Landkreisen wurden Projekte der sogenannten Wertstofftonne bereits umgesetzt, beispielsweise die Gelbe Tonne Plus in Leipzig oder die Wertstofftonne in Berlin. Wird die Sammlung von Leichtverpackungen zu einer Wertstoffsammlung ausgeweitet, k?nnen weitere Stoffstr?me für die stoffliche Verwertung generiert werden. Das entlastet die Umwelt. Das Umweltbundesamt hat mit mehreren Forschungsvorhaben die wissenschaftlichen Grundlagen für die Einführung einer umfassenderen Wertstoffsammlung und zur Anpassung der Verwertungsvorgaben bereitgestellt. Die Ergebnisse k?nnen Sie unter Publikationen einsehen.

Ein hohes Potenzial für die werkstoffliche Verwertung bieten vor allem gewerbliche Kunststoffabf?lle, die?nach der im Jahr 2017?novellierten Gewerbeabfallverordnung vorrangig getrennt zu sammeln, um sie anschlie?end hochwertig recyceln zu k?nnen.?Ausnahmesweise anfallende Gemische sollen grunds?tzlich in Sortieranlagen mit einem technischen Mindeststandard sortiert werden, um die hierin enthaltenen Wertstoffe für eine werkstoffliche Verwertung zu erschlie?en.?

Alle Mengenangaben sind der industrieseitig erarbeiteten Studie ?Produktion, Verarbeitung und Verwertung von Kunststoffen in Deutschland 2013“ (Consultic GmbH) entnommen.

Tabelle: Im Jahr 2019 wurden von den 6,28 Millionen Tonnen Gesamt-Kunststoffabf?llen 46,6 Prozent stofflich und 52,8 Prozent energetisch verwertet sowie 0,6 Prozent beseitigt. Von den 5,35 Millionen Tonnen Kunststoffabf?llen aus dem privaten und dem gewerblichen Endverbrauch – den sogenannten Post-Consumer-Abf?llen – wurden 38,6 Prozent stofflich und 60,8 Prozent energetisch verwertet sowie 0,6 Prozent beseitigt.
Tab: Aufkommen und Verbleib von Kunststoffabf?llen in Deutschland 2019
Quelle: CONVERSIO Market & Strategy GmbH Tabelle als PDF zur vergr??erten Darstellung