Fragen und Antworten: Verpackungen und Verpackungsabf?lle

In verschiedene Kisten ordentlich sortierte Materialien wie Altpapier, Altglas und Plastikfalschenzum Vergr??ern anklicken
Nur sachgerecht getrennte Verpackungsabf?lle führen zu guten Recyclingergebnissen
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Unser Verpackungsverbrauch steigt j?hrlich an. Das merken wir t?glich an den Abf?llen im eigenen Haushalt. Aber woran liegt das eigentlich? Und wie k?nnen wir Verpackungsabf?lle vermeiden? Wer kümmert sich um die entsorgten Abf?lle? Welche Getr?nkeflaschen sind denn nun eigentlich Einweg und welche Mehrweg? Antworten auf diese und viele weitere Fragen finden Sie in unseren FAQ.

Inhaltsverzeichnis

 

1. Verbrauch und Verwertung von Verpackungen

 

1.1. Was ist eine Verpackung?

Im Verpackungsgesetz werden Verpackungen so definiert: Verpackungen sind ?aus beliebigen Materialien hergestellte Erzeugnisse zur Aufnahme, zum Schutz, zur Handhabung, zur Lieferung oder zur Darbietung von Waren, die […] vom Hersteller an den Vertreiber oder Endverbraucher weitergegeben werden“ (hierzu n?her § 3 Abs. 1 Verpackungsgesetz - VerpackG). Hierbei umfasst das Gesetz sowohl Verkaufsverpackungen, Serviceverpackungen, Versandverpackungen, Umverpackungen und Transportverpackungen. Weitere Informationen zu den unterschiedlichen Verpackungsarten finden Sie in den ?FAQ der Zentralen Stelle Verpackungsregister (ZSVR)“ (Verkaufsverpackung – s. 4.5, Serviceverpackung – s. 4.6, Versandverpackung – s. 4.7 Umverpackung – s. 7.3.7, Transportverpackung – s. 7.3.8).?

Weitere Informationen zum VerpackG finden Sie unter Punkt 2.

Hinweise zu weiteren Unterscheidungen, wie systembeteiligungspflichtige Verpackungen oder beispielsweise Einweg- und Mehrwegverpackungen sind nachfolgend zu finden.
Informationen vom Umweltbundesamt (⁠UBA⁠) zu Verpackungen finden Sie im Pressedossier.

 

1.2. Wo finde ich Daten zum Verbrauch und zur Verwertung von Verpackungen?

Die Daten zu Verbrauch und Verwertung von Verpackungsabf?llen in Deutschland werden j?hrlich in einem Bericht des Umweltbundesamtes entsprechend der gesetzlichen Berichtspflicht (EU-Richtlinie 94/62/EG über Verpackungen und Verpackungsabf?lle) gegenüber der Europ?ischen Kommission ver?ffentlicht. Die aktuellen Daten finden Sie hier.

Die Studie bestimmt j?hrlich die in Deutschland in Verkehr gebrachte Menge an Verpackungen (Verpackungsverbrauch) für die Materialgruppen Glas, Kunststoff, Papier, Aluminium, Wei?blech, Verbunde, Sonstiger Stahl, Holz und Sonstige Packstoffe. Zur Bestimmung der Verwertungsmengen und Verwertungswege wurden die vorliegenden Daten von Verb?nden, der Entsorgungswirtschaft und der Umweltstatistik systematisch zusammengetragen und dokumentiert. Die Zahlen beziehen sich dabei auf die einer Verwertung zugeführte Menge und nicht auf den Output, wie beispielsweise Kunststoffrezyklat. Die Methodik ist ausführlich in der Studie ?Aufkommen und Verwertung von Verpackungsabf?llen in Deutschland im Jahr 2017“? beschrieben.

 

1.3. Welche Gründe gibt es für den Anstieg von Verpackungen bei privaten Endverbrauchern?

Viele Faktoren wirken sich auf den Verpackungsverbrauch aus. Getr?nke und Nahrungsmittel (dazu z?hlt auch Heimtierfutter) sind für mehr als 60 Prozent des Verpackungsverbrauchs privater Endverbraucher verantwortlich. Der Anteil kleinerer Haushalte (Ein- und Zweipersonenhaushalte) nimmt in Deutschland seit vielen Jahren zu. Durch die sich ver?ndernde Altersstruktur in Deutschland nehmen auch Seniorenhaushalte zu. Beides führt dazu, dass tendenziell kleinere Portionsgr??en und Verpackungseinheiten gew?hlt werden, was sich steigernd auf den Verpackungsverbrauch auswirkt. Zus?tzlich gibt es seit Jahren einen steigenden Verbrauch von Getr?nken und Nahrungsmitteln, was sich ebenfalls auf deren Verpackungsmengen auswirkt. Weitere Punkte sind die Zunahme von Verpackungen mit Zusatzfunktionen, wie beispielsweise wiederverschlie?bare Lebensmittelverpackungen oder Sprühaufs?tze bei Reinigungsmitteln sowie die Zunahme des Unterwegs-Konsums (To-Go) von Essen und Getr?nken. Gro?e und steigende Mengen von Verpackungsabf?llen fallen durch den zunehmenden Onlinehandel und den Einsatz von Einwegversandverpackungen an. Auf weitere Trends und Einflüsse auf den Verpackungsverbrauch wird in der Studie ?Aufkommen und Verwertung von Verpackungsabf?llen in Deutschland im Jahr 2017“ eingegangen. Sehen Sie auch Punkt 3.1.

 

1.4. Beim Verpackungsmüll ist Deutschland europ?ischer Spitzenreiter. Woran liegt es, dass bei uns mehr Verpackungsabf?lle anfallen als in jedem anderen europ?ischen Land?

Auf den Verpackungsverbrauch wirken sich viele Faktoren aus. Wir haben keine Untersuchungen, die solche Faktoren in unterschiedlichen Mitgliedstaaten ermitteln. Die j?hrlich an die Europ?ische Kommission übermittelten Daten der Mitgliedstaaten sind nicht vergleichbar, da die Methoden für die Erhebung des Verpackungsverbrauchs nicht ganz einheitlich sind. Deutschland ist aber ein Land mit einer sehr starken Industrie. Die Produktions- und Vertriebsstrukturen sind in Deutschland so ausgelegt, dass viele Abf?lle von Einwegverpackungen entstehen. Mehr als die H?lfte (53 Prozent) der angefallenen Verpackungsabf?lle fallen nicht bei privaten Endverbrauchern, sondern in Industrie und Gewerbe an. Speziell bei privaten Endverbrauchern gibt es sozio?konomische Faktoren, die sich in anderen Mitgliedstaaten anders darstellen k?nnen.

 

2. Pflichten der Hersteller/Erstinverkehrbringer von Verpackungen und des Handels

 

2.1. Wer ist in Deutschland für die Entsorgung von Verpackungen verantwortlich?

Traditionell sind in Deutschland die Kommunen für die Abfallentsorgung verantwortlich. Für manche Abf?lle gibt es aber eine andere Regelung. So sind z.B. für die Verpackungsentsorgung die Hersteller im Rahmen ihrer kreislaufwirtschaftlichen Produktverantwortung verantwortlich. Dies wurde so geregelt, da nach dem ⁠Verursacherprinzip⁠ derjenige für die Beseitigung einer Umweltgefahr verantwortlich sein soll, der sie verursacht. Au?erdem haben Hersteller Einfluss auf das Design der Verpackungen: Wer Verpackungen in Verkehr bringt, welche als Abf?lle Probleme bereiten k?nnten, soll dies bereits bei der Konzeption der Verpackungen berücksichtigen. Durch umweltgerechtere (d.h. z.B. ressourcenschonende, recyclingfreundliche, schadstoffarme etc.) Gestaltung der Verpackungen k?nnen Hersteller ihre sp?teren Entsorgungskosten verringern. Damit soll ein Anreiz zu umweltfreundlicheren Verpackungen gesetzt und eine Verringerung der Abfallmenge herbeigeführt werden.

Die privatwirtschaftlich organisierte Entsorgung von Verpackungsabf?llen funktioniert so: Im Kaufpreis verpackter Produkte sind die sp?teren Entsorgungskosten bereits einkalkuliert. Die Hersteller registrieren sich im Verpackungsregister und beteiligen ihre Verpackungsmengen bei privaten Unternehmen, den sogenannten dualen Systemen. Für die H?he der dafür anfallenden Kosten sind Materialart und Masse der Verpackungen entscheidend. Die dualen Systeme organisieren und finanzieren dann für die Hersteller Sammlung, Sortierung und Verwertung der bei privaten Endverbrauchern anfallenden Verpackungsabf?lle. Die Sammlung erfolgt üblicherweise in der Gelben Tonne/dem Gelben Sack, der Altglassammlung und der Altpapiersammlung. Die dualen Systeme müssen bei der Verwertung der gesammelten Verpackungsabf?lle Recyclingquoten einhalten. Dafür müssen sie Nachweise vorlegen, die zeigen, dass die gesammelten Verpackungsabf?lle tats?chlich zu einem gro?en Teil dem Recycling zugeführt werden. Für Mehrwegverpackungen, pfandpflichtige Einweggetr?nkeverpackungen und alle anderen nicht-systembeteiligungspflichtigen Verpackungen gibt es abweichende Regelungen (sehen Sie auch Punkt 2.2).

 

2.2. Welche Pflichten haben Hersteller/Erstinverkehrbringer von Verpackungen?

Die Pflichten von Herstellern/Erstinverkehrbringern unterscheiden sich je nachdem ob es sich bei der Verpackung um eine systembeteiligungspflichtige Verpackung, Mehrwegverpackung, pfandpflichtige Einweggetr?nkeverpackung oder sonstige Verpackungen nach § 15 VerpackG handelt.

Systembeteiligungspflichtige Verpackungen

Systembeteiligungspflichtige Verpackungen sind mit Ware befüllte Verkaufs- und Umverpackungen, die nach Gebrauch typischerweise beim privaten Endverbraucher als Abfall anfallen. Hersteller/Erstinverkehrbringer von systembeteiligungspflichtigen Verpackungen unterliegen drei wichtigen Pflichten. Sie müssen sich vor dem Inverkehrbringen von solchen Verpackungen im Verpackungsregister LUCID registrieren. Au?erdem haben sie sich mit ihren Verpackungen zur Gew?hrleistung der fl?chendeckenden Rücknahme an einem oder mehreren dualen Systemen zu beteiligen. Die den Systemen übermittelten Angaben sind parallel auch im Verpackungsregister LUCID zu melden (§ 10 VerpackG, Datenmeldung). Für die zuvor genannten Pflichten gibt es keine Mindestmengenschwelle. Verst??e gegen diese Pflichten k?nnen als Ordnungswidrigkeiten von den zust?ndigen Landesbeh?rden mit Geldbu?en geahndet werden.

Auf der Internetseite der Zentralen Stelle Verpackungsregister (ZSVR) sind erl?uternde Erkl?rfilme und Dokumente zu den Pflichten des Verpackungsgesetzes und weiterführende Antworten zu h?ufig gestellten Fragen zur Registrierungs- und Systembeteiligungspflicht?(FAQ) ver?ffentlicht. Eine alphabetische übersicht über alle in allen Bundesl?ndern genehmigten Systeme finden Sie hier.

Hersteller, die wissen m?chten, ob ihre Verpackungen systembeteiligungspflichtig sind, k?nnen im Katalog systembeteiligungspflichtiger Verpackungen nachschlagen.

Dieser Katalog gibt rechtlich unverbindlich Auskunft, ob die jeweilige Verpackung der Systembeteiligungspflicht und der Pflicht zur Registrierung unterliegt. Eine verbindliche Feststellung zur Systembeteiligungspflicht von Verpackungen kann kostenfrei bei der ZSVR beantragt werden (Informationen zur Antragstellung). Ist die Verpackung bereits im genannten Katalog gelistet, würde die ZSVR bei einem Antrag in aller Regel so entscheiden, wie es sich aus dem Katalog ergibt.

Mehrwegverpackungen

Hersteller/Erstinverkehrbringer von Mehrwegverpackungen unterliegen nicht der Registrierungs- und Systembeteiligungspflicht (vgl. Ausnahme in § 12 Nr. 1 VerpackG). Merkmale zur Definition der Mehrwegverpackung finden Sie unter Punkt 4.1.

Pfandpflichtige Einweggetr?nkeverpackungen

Hersteller pfandpflichtiger Einweggetr?nkeverpackungen unterliegen für diese Verpackungen nicht der Registrierungs- und Systembeteiligungspflicht. Sie haben aber Pflichten im Zusammenhang mit dem Einwegpfand zu beachten. Ausführliche Informationen finden Sie unter Punkt 5.

Sonstige Verpackungen

Bei sonstigen Verpackungen (siehe auch Punkt 6.2) gilt: Hersteller und in der Lieferkette nachfolgende Vertreiber sind verpflichtet, gebrauchte, restentleerte Verpackungen der gleichen Art, Form und Gr??e, wie die von ihnen in Verkehr gebrachten, am Ort der tats?chlichen übergabe oder in dessen unmittelbarer N?he unentgeltlich zurückzunehmen (§ 15 Abs. 1 VerpackG). N?here Pflichten für Hersteller/Erstinverkehrbringer entnehmen Sie bitte § 15 VerpackG.

 

2.3. Müssen Online- und Versandh?ndler ihre Versandverpackungen zurücknehmen?

Versandverpackungen, die als Abfall bei privaten Endverbrauchern anfallen, k?nnen im Fall von Pappe, Karton oder Papierversandtaschen über die Altpapiersammlung (Container, blaue Tonne etc.) entsorgt werden. Versandverpackungen aus anderen Materialien geh?ren in den Gelben Sack/die Gelbe Tonne beziehungsweise in die Wertstofftonne. Die Hersteller/Erstinverkehrbringer zahlen im Rahmen ihrer Produktverantwortung für diese Entsorgung. Eine eigenst?ndige Pflicht von Verpackungsherstellern und nachfolgenden Vertreibern zur unmittelbaren Verpackungsrücknahme ist nur für Verpackungen vorgesehen, die unter die Regelung des § 15 VerpackG fallen (u.a. Transportverpackungen, § 15 Abs. 1 S. 1 VerpackG), nicht aber für die üblichen Versandkartons und Taschen.

 

2.4. Welches System empfiehlt das UBA?

Eine alphabetische übersicht über alle genehmigten Systeme finden Sie hier. Das ⁠UBA⁠ spricht als Beh?rde grunds?tzlich keine Empfehlungen aus.
Nahezu alle Systeme bieten online ein Berechnungstool für die Kosten der Systembeteiligung an. Welches der Systeme für einen Hersteller/Erstinverkehrbringer am geeignetsten ist, entzieht sich unserer Kenntnis. Wir empfehlen, Angebote verschiedener Wettbewerber einzuholen. Bei welchem der Systeme die Hersteller/Erstinverkehrbringer einen Vertrag abschlie?en, ist ihnen selbst überlassen. Jedes System ist gleicherma?en dazu verpflichtet die rechtlichen Verpflichtungen bezüglich Sammlung – diese erfolgt systemübergreifend -, Sortierung, Verwertung der Verpackungsabf?lle sowie Meldung gegenüber der ZSVR zu erfüllen. Gleichwohl k?nnen sich die Angebote z.B. hinsichtlich ihrer Servicezusagen, ihrer über die gesetzlichen Anforderungen gegebenenfalls hinausgehenden Leistungen usw. unterscheiden – und nicht zuletzt im Preis, der nicht gesetzlich festgelegt ist, sondern den Vertragsverhandlungen überlassen bleibt.

 

3. Vermeidung von Verpackungsabf?llen

 

3.1.Welche Ma?nahmen k?nnen Hersteller und Handel ergreifen, um den Verpackungsverbrauch zu verringern?

Verpackungen sind oftmals für den Schutz, die Handhabung und Lieferung von Produkten notwendig. Es gibt jedoch Produkte, die gar keine Verpackung ben?tigen oder aktuell überflüssig materialintensiv verpackt sind. Daher ist es wichtig, dass Hersteller/Erstinverkehrbringer von Verpackungen auf unn?tige Verpackungen verzichten und notwendige Verpackungen m?glichst als Mehrwegl?sung konzipieren. Wo dies nicht m?glich ist, sollten die Verpackungen m?glichst materialsparend und recyclingfreundlich konzipiert sein und soweit m?glich ⁠Rezyklate⁠ enthalten.

Laut VerpackG sind Verpackungen so zu gestalten, dass Verpackungsvolumen und -masse auf das Mindestma? begrenzt werden, das zur Gew?hrleistung der erforderlichen Sicherheit und Hygiene der zu verpackenden Ware und zu deren Akzeptanz durch den Verbraucher angemessen ist (§ 4 Nr. 1 VerpackG).

Hersteller und Handel k?nnen die Verkaufs- und Serviceverpackungen ihrer gesamten Produktpalette hinsichtlich der Vermeidung von Verpackungsabf?llen überprüfen und optimieren. Darüber hinaus gibt es viele weitere Einwegverpackungen in der Logistikkette, sozusagen hinter der Kulisse, deren Abf?lle stark zum Gesamtverbrauch von Verpackungen beitragen. Diese Einwegverpackungen sollten ebenfalls durch neue als auch bereits existierende Mehrwegverpackungssysteme ersetzt werden. Mindestens sollten sie mit Blick auf Materialeinsparunge geprüft und überarbeitet werden.?

Fragestellungen bei solch einer Prüfung k?nnen sein:

  • Welche Produkte k?nnen vollst?ndig ohne Verpackungen angeboten und/oder transportiert werden?
  • Bei welchen Verpackungen kann auf existierende Mehrwegverpackungen und –systeme zurückgegriffen und dadurch auf Einwegverpackungen verzichtet werden, wodurch das Abfallaufkommen reduziert wird?
  • Ob und wie k?nnen neue Mehrwegverpackungen und –systeme gestaltet und etabliert werden?
  • Wie kann der Materialeinsatz bei notwendigen Einwegverpackungen reduziert werden? Dabei sollten die weiteren Aspekte einer umweltschonenden Verpackungsgestaltung (siehe Punkt 7) bedacht werden.
 

3.2. Wie k?nnen Verbraucherinnen und Verbraucher ihren Verpackungsabfall verringern?

Sofern Hersteller und Handel ihr Angebot verpackungsarm gestalten, haben Sie bei jedem Einkauf die M?glichkeit, sich für verpackungsarme oder verpackungsfreie Varianten zu entscheiden. Sowohl der Kauf von losen Produkten als auch die Nutzung von Mehrwegverpackungen k?nnen den Verpackungsverbrauch deutlich verringern. Nehmen Sie für den unverpackten Einkauf beispielsweise Taschen und Beutel mit zum Einkaufen und w?hlen Sie bepfandete Mehrwegverpackungen.

  • Leitungswasser ist in Deutschland aus vielen Gründen eine gute Wahl, dazu z?hlt nicht zuletzt die Vermeidung von Verpackungsabf?llen. Dank der guten Wasserqualit?t ist der Konsum unbedenklich und spart neben Abf?llen auch noch Geld und Zeit.
  • Getr?nke haben einen hohen Anteil am Verpackungsverbrauch. Neben Leitungswasser gibt es für andere Getr?nke zahlreiche Alternativen in Mehrwegflaschen. Die Flaschen werden nach der Rückgabe als Leergut gereinigt und wieder befüllt. Wenn Sie regionale Produkte in Mehrwegverpackungen w?hlen, k?nnen Sie nicht nur Verpackungsabf?lle, sondern auch unn?tige Belastungen durch weite Transporte vermeiden. (Unterschied Einweg/Mehrweg unter Punkt 4.3)
  • Wenn Sie h?ufig ein Coffee-To-Go (Kaffee zum Mitnehmen) trinken, verwenden Sie einen eigenen wiederverwendbaren Becher oder nutzen Sie Mehrwegbechersysteme.
  • Obst und Gemüse sollte in loser Form gekauft werden.
  • Zum Einkaufen von losen Lebensmitteln, wie beispielsweise Obst und Gemüse und auch für den gesamten Einkauf bieten sich mehrfach verwendbare Taschen und Beutel an. Es werden mittlerweile in vielen Superm?rkten auch mehrfach nutzbare Netze für Obst und Gemüse angeboten.
  • In Folien vorverpackte K?se- oder Wurstscheiben führen zu mehr Verpackungsabf?llen als Stückgut. Hier sollten Sie überlegen, ob Sie die kleinen Portionen brauchen oder ob weniger aufwendige Verpackungen und Portionsgr??en gew?hlt werden k?nnen. Dabei ist aber zu beachten, dass der Kauf von gr??eren Portionen mit weniger Verpackungseinsatz kein Gewinn für die Umwelt ist, wenn dadurch mehr Nahrungsmittelabf?lle entstehen.
  • Bei dem Einkauf an der Frischetheke bieten einige Unternehmen Mehrwegboxen an oder die Option eigene wiederverwendbare Beh?lter mitzubringen. Dadurch k?nnen Einwegverpackungen gespart werden.
  • Nachfüllbeutel beispielsweise für Seifen oder Reinigungsmittel reduzieren ebenfalls das Verpackungsaufkommen. Die Verpackungen der Nachfüllbeutel sind meist weniger aufwendig.
  • Viele Verpackungsabf?lle entstehen durch Einweg-Versandverpackungen. Sollten Sie die M?glichkeit haben, w?hlen Sie beim Online-Einkauf eine Mehrwegverpackung aus. Auch mehrere Bestellungen zu bündeln verringert das Abfallaufkommen.
  • Werden in Ihrem Wohnort bereits weitere unverpackte Produkte angeboten? Beispielsweise als Selbstbedienbereich im Supermarkt oder in einem speziell dafür ausgelegten Unverpackt-Laden? Probieren Sie den verpackungsarmen Einkauf aus.
  • Gibt es in Ihrem Wohnort regionale Lebensmittel in Mehrwegverpackungen mit denen Sie sowohl Abf?lle vermeiden als auch regionale Anbieter*innen unterstützen k?nnen?
 

3.3. Wie kann ich Verpackungsabf?lle vermeiden, wenn ich unterwegs essen oder trinken m?chte?

Viele Abf?lle entstehen durch den Unterwegs-Konsum und die Essensbestellungen nach Hause oder zum Arbeitsplatz. Das liegt daran, dass wir beispielsweise zur Arbeit pendeln, anschlie?end Verpflichtungen haben, Erledigungen machen müssen und/oder natürlich noch unseren Hobbies nachgehen m?chten. Dadurch bleibt oft wenig Zeit zum Essen. Eine M?glichkeit ist, sich bewusst dafür zu entscheiden ins Café, Restaurant oder die B?ckerei zu setzen, um etwas zu essen und zu trinken. Dadurch kann h?ufig auf Einwegverpackungen verzichtet werden. Aber auch zum Mitnehmen gibt es M?glichkeiten zur Verpackungsvermeidung. Es gibt beispielsweise mehrfach nutzbare Coffee-To-Go-Becher, die gegen ein Pfand ausgegeben werden. Wer diese nicht nutzen kann oder m?chte, kann meist auch einen eigenen Becher auffüllen lassen. Auch für Essen ist das schon h?ufig m?glich. Auch hier werden meist mitgebrachte Boxen akzeptiert oder teilweise schon bepfandete Mehrwegboxen angeboten.?

 

3.4. Was kann gegen die Zunahme des Verbrauchs von Versandverpackungen unternommen werden?

Verpackungen sollten vorrangig vermieden werden. Leider nimmt der Verbrauch von Einwegverpackungen immer weiter zu. So werden auch im Distanzhandel üblicherweise Einwegversandverpackungen verwendet und nach nur einmaliger Benutzung entsorgt. Werden Verpackungen hingegen mehrfach verwendet, spart jeder Verwendungszyklus Abf?lle ein. Daher werden im Versandhandel aktuell Mehrwegsysteme für Versandverpackungen getestet und zunehmend angeboten. Dadurch kann die Ware ohne den Verbrauch von Einwegverpackungen und –füllmaterial sicher versendet werden.

Eine gesetzliche Regelung, die vorschreibt, mehrere Warensendungen m?glichst zu einer Sendung zu bündeln, gibt es derzeit nicht. Gleichwohl w?re ein solches Vorgehen grunds?tzlich aus Umweltsicht zu begrü?en, sofern es aufgrund der zu versendenden Waren im Einzelfall keine entgegenstehenden Gründe, wie z.B. den Schutz vor Besch?digungen gibt. Es w?re auch im Sinne des zuvor genannten gesetzlichen Zieles, den Ressourcenverbrauch durch einen geringeren Verpackungsaufwand zu minimieren.

Unabh?ngig von den gesetzlichen Regelungen besteht die M?glichkeit, dass Hersteller diese Versandoptionen anbieten. Dadurch k?nnen Verbraucherinnen und Verbraucher über ihre Kaufentscheidung Einfluss auf die Verpackungsgestaltung und die Art des Versands nehmen.

 

3.5. Was macht das UBA zur Verpackungsvermeidung?

Für die Vermeidung von Verpackungsabf?llen sind Mehrwegsysteme essentiell. Als wissenschaftliche Beh?rde forschen wir zu zahlreichen Aspekten der Verpackungsvermeidung und beraten das Bundesumweltministerium zu m?glichen Handlungsoptionen. So lassen wir zum Beispiel ab 2020 in einem Forschungsvorhaben M?glichkeiten untersuchen, wie bestehende Mehrwegverpackungssysteme gef?rdert und welche Potentiale für neue Mehrwegverpackungen entlang der Lieferkette und im Handel genutzt werden k?nnen.
Das ⁠UBA⁠ betreut im Rahmen des Umweltinnovationsprogramms auch privatwirtschaftliche Vorhaben, die innovative Konzepte und Techniken das erste Mal gro?technisch umsetzen.

 

3.6. Ist Verpackungsvermeidung immer aus Umweltschutzsicht vorteilhaft?

Zu beachten beim Thema Verpackungsvermeidung ist, dass der Inhalt meistens eine viel gr??ere Umweltbelastung hat, als die Verpackung. Deswegen ist wichtig, dass die Vermeidung von Verpackungen nicht zu erheblich mehr Lebensmittelabf?llen oder anderen Abf?llen führt. Ein bedarfsgerechter Einkauf ist daher optimal, um sowohl Verpackungs- als auch Lebensmittelabf?lle zu verringern.?

 

4. Mehrwegverpackungen und wiederverwendbare Verpackungen

 

4.1. Was ist eine Mehrwegverpackung?

Eine Verpackung gilt als Mehrwegverpackung, wenn sie dazu bestimmt ist, ?nach dem Gebrauch mehrfach zum gleichen Zweck wiederverwendet zu werden und deren tats?chliche Rückgabe und Wiederverwendung durch eine ausreichende Logistik erm?glicht sowie durch geeignete Anreizsysteme, in der Regel durch ein Pfand, gef?rdert wird“ (§ 3 Abs. 3 VerpackG). Verpackungen, die keine Mehrwegverpackungen sind, sind Einwegverpackungen (§ 3 Abs. 4 VerpackG).

Wiederverwendbare Verpackungen, welche die zuvor genannten Anforderungen nicht erfüllen und für die z.B. kein Pfand erhoben wird, sind daher keine Mehrwegverpackungen.

Weitere Informationen finden Sie in den FAQ der ZSVR (Nummer 7.4.1). Ob eine Verpackung eine Mehrwegverpackung im Sinne des Verpackungsgesetzes ist, k?nnen Unternehmen von der ZSVR feststellen lassen.

Weiterführende Informationen finden Sie auch beim Bundesumweltministerium.

 

4.2. Sind Mehrwegverpackungen umweltfreundlicher?

Mehrwegverpackungen werden im Gegensatz zu Einwegverpackungen nicht nach einmaliger Nutzung entsorgt. Stattdessen geben die Verbraucherinnen und Verbraucher sie zurück, sodass sie von den Herstellern gereinigt, erneut befüllt und wieder in den Verkauf gebracht werden k?nnen. Dadurch lassen sich bei jeder Wiederverwendung Verpackungsabf?lle vermeiden. Beispielsweise kann eine Mehrweg-Glasgetr?nkeflasche bis zu 50 Uml?ufe schaffen. Bei jeder Wiederbefüllung wird eine Einweg-Kunststoffflasche eingespart. Dadurch kann eine einzige Mehrwegflasche Abf?lle von bis zu 50 Einwegflaschen vermeiden. Es gibt also durch Mehrwegverpackungen ein gro?es Potential zur Abfallvermeidung.

Damit Mehrwegverpackungen m?glichst h?ufig wiederverwendet werden, müssen sie stabiler als Einwegverpackungen sein. Es wird daher mehr Material für ihre Produktion ben?tig. Obwohl mehr Ressourcen für die Herstellung einer Mehrwegverpackung eingesetzt werden müssen, hat sich dieser Nachteil bereits ausgeglichen, wenn sie einige Male wiederverwendet wurde.

Das h?here Eigengewicht von Mehrwegverpackungen macht sich vor allem bei langen Transporten bemerkbar. Ein Transport ist daher schlechter für die Umwelt als bei Einwegverpackungen. Um diesen Effekt zu verringern, sollten Produkte aus der Region in Mehrwegverpackungen bevorzugt werden. Wenn wir Mehrwegsysteme etablieren, sollten aus Umweltsicht m?glichst viele Unternehmen die gleichen Verpackungen nutzen. Denn so kann das Leergut Deutschlandweit ohne lange Transportwege verfügbar sein und wir sparen unn?tig lange Fahrten.

Mehrwegverpackungen k?nnen daher in erster Linie Verpackungsabf?lle vermeiden. Wenn wir zus?tzlich unsere Produktions- und Logistiksysteme sowie unseren Konsum an Mehrweg anpassen, k?nnen dadurch weitere Ressourcen geschont werden.

 

4.3. Welche Mehrwegalternativen kann ich im Alltag verwenden und woran erkenne ich diese?

Mehrwegflaschen für Getr?nke, Milch und Joghurt-Gl?ser sind zu erkennen entweder am Mehrweg-Zeichen, am Umweltzeichen ?Blauer Engel" oder am Hinweis ?Mehrweg", ?Mehrwegflasche" oder ?Mehrweg-Pfandflasche". Der Handel ist darüber hinaus verpflichtet, eindeutig zu kennzeichnen, ob Getr?nkeverpackungen Einweg- oder Mehrwegverpackungen sind. Dies erfolgt durch die zus?tzliche Beschriftung ?MEHRWEG“ beziehungsweise ?EINWEG“ bei Preistafeln/-Schildern oder am Regal (§ 32 Abs. 2 VerpackG).

Achten Sie auch bei Verpackungen anderer Produkte auf Kennzeichnungen auf der Verpackung und an der Verkaufsstelle oder fragen Sie im Zweifel vor Ort nach. Es gibt in Deutschland nicht nur Mehrwegverpackungen für Getr?nke, sondern unter anderem auch für verschiedene Lebensmittel im Einzelhandel, Speisen und Getr?nke in der Gastronomie sowie für den Versand von Produkten.

 

4.4. Was muss ich bei Mehrwegverpackungen und dem Einkauf unverpackter Waren beachten?

Mehrwegverpackungen sollten Einwegverpackungen vorgezogen werden. Vor allem Mehrweg aus der Region ist empfehlenswert, da kurze Transportwege weniger umweltbelastend sind. Auch wenn die Herstellung von wiederverwendbaren Verpackungen mehr Umweltbelastungen verursacht als von Einwegverpackungen, bringen Mehrwegverpackungen durch die h?ufige Verwendung schnell Umweltvorteile. Zu welchem Material bei Mehrwegverpackungen gegriffen wird, ist deshalb Geschmackssache, beispielsweise bei Mehrweggetr?nkeflaschen aus PET oder Glas.

Neben den mittlerweile weit verbreiteten ?Unverpackt-L?den“ gibt es auch in Superm?rkten immer mehr Abfüllstationen, vor allem für trockene, haltbare Lebensmittel, aber auch regionale Milch und Drogeriewaren, wie Wasch- und Putzmittel. Hier kann bedarfsgerecht in mitgebrachte und wiederverwendbare Beh?lter, Beutel und Gl?ser oder Beh?lter eines Mehrwegpfandsystems abgefüllt werden. Auch an der Frischetheke oder am Backwarenstand werden mittlerweile oft mitgebrachte, wiederverwendbare Beh?lter für die Lebensmittel akzeptiert (z.B. Beutel aus Biobaumwolle) oder sogar eigene Mehrwegsysteme mit Pfandbeh?ltern angeboten (z.B. für Wurst und K?se).

Zu beachten ist, dass der Kauf von Mehrwegverpackungen und auch der Einkauf mit eigenen Beh?ltnissen anders geplant werden muss. Dabei k?nnen Sie sich an folgenden Hinweisen orientieren:

  • Mehrwegverpackungen, auf die ein Pfand erhoben wird, müssen wieder zurückgegeben werden. Lagern sie die Verpackungen nicht zu lange bei sich, denn die Hersteller ben?tigen sie, um sie erneut zu befüllen.
  • Finden Sie die für sich passende Routine. Nehmen Sie lieber bei jedem Einkauf ein bisschen Leergut von zu Hause mit? Oder kaufen Sie lieber spontan unterwegs ein und geben Ihr Leergut einmal im Monat gesammelt zurück?
  • Der unverpackte Einkauf ben?tigt eine andere Planung als der gewohnte Einkauf mit Verpackungen. Informieren Sie sich über das unverpackte Angebot und schreiben Sie sich eine Einkaufsliste. Für alle Produkte auf der Liste k?nnen Sie zu Hause das passende Beh?ltnis ausw?hlen. Das müssen nicht nur Gl?ser und Boxen sein. Für trockene Produkte wie z.B. Nudeln und Nüsse eignen sich z.B. Beutel. Diese sind au?erdem leicht und kompakt. Der Inhalt kann zu Hause sp?ter einfach umgefüllt werden. Für ungeplante Eink?ufe empfiehlt es sich ein paar zus?tzliche Beh?lter einzupacken. Finden Sie auch hier Ihre passende Routine.
 

4.5. Wie hoch ist der Anteil von Mehrweggetr?nkeverpackungen in Deutschland?

Durch die Verpackungsverordnung (VerpackV) bestand bis 2018 und durch das VerpackG besteht seit 2019 eine Berichtspflicht über den Anteil von in Mehrweggetr?nkeverpackungen abgefüllten Getr?nken. Das ⁠UBA⁠ ver?ffentlicht j?hrlich die Daten entsprechend der Vorgaben.

Das Ziel des VerpackG ist es einen Anteil von in Mehrweggetr?nkeverpackungen abgefüllten Getr?nken von mindestens 70 Prozent zu erreichen. Zuvor waren bis zum Jahr 2018 entsprechend der Vorgaben der au?er Kraft getretenen VerpackV auch ?kologisch vorteilhafte Einwegverpackungen in das gesetzliche Ziel einbezogen. Dieser Begriff wurde vom Gesetzgeber nicht in das VerpackG übernommen.

Aktuelle Informationen erhalten Sie hier sowie unter den folgenden Alltags-Tipps.

 

4.6. Wie kann der Einsatz von wiederverwendbaren Alternativen für den Coffee-To-Go gest?rkt werden?

Das ⁠UBA⁠ hat eine Studie zu Einweggetr?nkebechern ver?ffentlicht (Pressemitteilung). Coffee-To-Go-Becher geh?ren sowie andere To-Go-Lebensmittelbeh?lter zu den Service-Verpackungen für den Unterwegs-Konsum. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass Mehrwegsysteme genutzt werden sollten, um das Aufkommen von Einwegbechern zu verringern. Das ist sowohl für To-Go-Getr?nkebecher als auch für To-Go-Lebensmittelbeh?lter m?glich. Es gibt bereits erste Mehrwegsysteme, die sich etabliert haben. Dabei stellt das Umweltzeichen Blauer Engel für Mehrwegbechersysteme aus Umweltsicht besonders empfehlenswerte Anforderungen.

Neben Mehrwegbechern k?nnen Betreiber*innen von Verkaufsst?tten anbieten, dass Kund*innen ihre eigenen wiederverwendbaren Lebensmittelbeh?ltnisse mitbringen und befüllen lassen. Hierfür gibt es verschiedene Leitf?den, die Gesch?fte, L?den, Cafés und Restaurants nutzen k?nnen oder die Lebensmittel werden auf wiederverwendbarem Geschirr ausgegeben und von den Kund*innen selber abgefüllt.

Das Angebot von Mehrwegverpackungen für unterwegs sollte zusammen mit weiteren Ma?nahmen erfolgen. Dazu z?hlt unter anderem eine Preisdifferenzierung für Einweg und Mehrweg an der Verkaufsst?tte. Dabei ist ein Aufpreis für Einwegverpackungen wirkungsvoller als ein Rabatt auf mitgebrachte wiederverwendbare Verpackungen. Die Ma?nahmenvorschl?ge der UBA-Studie zur F?rderung von Mehrweggetr?nkebechern k?nnen nun für die Umsetzung der EU-Einwegkunststoffrichtlinie genutzt werden. Denn sie fordert eine signifikante Verbrauchsverringerung von Einweg-Kunststoffbechern und -essensbeh?ltern von den Mitgliedstaaten.

 

5. Einweggetr?nkeverpackungen

 

5.1. Was sind pfandpflichtige Einweggetr?nkeverpackungen?

Pfandpflichtige Einweggetr?nkeverpackungen sind alle mit Getr?nken gefüllten Einweggetr?nkeverpackungen, die aufgrund ihrer Materialart (Glas, Metall, Papier/Pappe/Karton und Kunststoff einschlie?lich s?mtlicher Verbunde aus diesen Hauptmaterialien) grunds?tzlich einer Rücknahmeverpflichtung nach § 31 Absatz 2 Satz 3 VerpackG unterliegen, sofern keine Ausnahme des § 31 Abs. 4 VerpackG einschl?gig ist.

Eine Definition von pfandpflichtigen Einweggetr?nkeverpackungen finden Sie auch auf der Webseite der ZSVR in den FAQ (Nummer 7.4.2).?

Weiterhin finden Sie Gründe für eine Pfandpflicht für Einweg- und Mehrwegverpackungen beim Bundesumweltministerium. Eine Information vom Bundesumweltministerium, warum manche Einweggetr?nkeverpackungen von der Pfandpflicht ausgenommen sind, k?nnen Sie hier und?hier abrufen.

 

5.2. Woran erkenne ich als Verbraucher*in, dass eine Einweggetr?nkeverpackung bepfandet ist?

Bepfandete Einweggetr?nkeverpackungen sind vom Hersteller deutlich lesbar und gut sichtbar zu kennzeichnen. In aller Regel sind bepfandete Einweggetr?nkeverpackungen mit dem DPG-Zeichen gekennzeichnet. DPG steht für die Deutsche Pfandsystem GmbH.?

 

5.3. Wo kann ich bepfandete Einweggetr?nkeverpackungen entsorgen?

Vertreiber von mit Getr?nken befüllten Getr?nkeverpackungen mit Einwegpfand sind verpflichtet, solche Verpackungen am Ort der tats?chlichen übergabe oder in dessen unmittelbarer N?he zu den gesch?ftsüblichen ?ffnungszeiten unentgeltlich zurückzunehmen und das Pfand zu erstatten. Ohne eine Rücknahme der Verpackung darf das Pfand nicht erstattet werden (§ 31 Abs. 2 VerpackG). überwiegend stehen dafür Automaten zur Pfandrückgabe zur Verfügung.

 

5.4. Was passiert nach der Rückgabe mit den leeren Einweggetr?nkeverpackungen?

Informationen dazu stellt das Bundesumweltministerium hier bereit.

 

5.5. Welche Pflichten hat ein Unternehmen, welches Hersteller oder Vertreiber von pfandpflichtigen Einweggetr?nkeverpackungen ist?

Hersteller von mit Getr?nken befüllten Einweggetr?nkeverpackungen und jeder weitere Vertreiber auf allen Handelsstufen bis zur Abgabe an den Endverbraucher sind verpflichtet, von ihren Abnehmern ein Pfand in H?he von mindestens 0,25 Euro einschlie?lich Umsatzsteuer je Verpackung zu erheben. Zudem sind Einweggetr?nkeverpackungen vor Inverkehrbringen als pfandpflichtig zu kennzeichnen (§ 31 Abs. 1 VerpackG). Des Weiteren ist der Vertreiber von Getr?nkeverpackungen mit Einwegpfand verpflichtet, restentleerte bepfandete Einweggetr?nkeverpackungen unentgeltlich zurückzunehmen und das Pfand zu erstatten. Für Vertreiber mit einer Verkaufsfl?che von weniger als 200 Quadratmetern beschr?nkt sich die Rücknahmepflicht auf Einweggetr?nkeverpackungen der Marken, die der Vertreiber in seinem Sortiment führt (§ 31 Abs. 2 VerpackG).?

 

5.6. Warum gibt es Getr?nkeverpackungen, auf die kein Pfand erhoben wird und wie werden sie richtig entsorgt?

Der Gesetzgeber hat politisch entschieden, dass auf die in § 31 Abs. 4 VerpackG aufgeführten Einweggetr?nkeverpackungen kein Pfand erhoben wird. Dabei handelt es sich unter anderem um Frucht- und Gemüses?fte sowie Frucht- und Gemüsenektare ohne Kohlens?ure sowie Milchprodukte und bestimmte alkoholische Getr?nke. Die entsprechenden Verpackungen sollten nach Gebrauch im Fall von Glasverpackungen in Altglasbeh?ltern, bei anderen Materialien in der Gelben Tonne/im Gelben Sack entsorgt werden.

Eine Information zum Thema stellt das Bundesumweltministerium in seinen FAQ bereit.

 

5.7. Was kann man tun, wenn pfandpflichtige Einweggetr?nkeverpackungen verkauft werden, ohne dass ein Pfand erhoben wird?

Aus Umweltsicht und zur Sicherstellung eines fairen Wettbewerbs ist es sinnvoll und wichtig, dass solche Verst??e nicht geduldet, sondern zur Anzeige gebracht und von den zust?ndigen Beh?rden verfolgt werden. Jede*r kann Anzeigen erstatten. Dafür sind Angaben, wie der Name des Vertreibers mit Anschrift, m?glichst Name/Bezeichnung des Produzenten auf der Verpackung und soweit vorhanden ein Foto der Verpackung hilfreich.
Zust?ndig für die Entgegennahme und Bearbeitung einer Anzeige sind die Verwaltungsbeh?rden des Bundeslandes, in dem das angezeigte Unternehmen seinen Sitz hat. Das jeweilige Landesrecht bestimmt, welche Beh?rde im betreffenden Bundesland konkret zust?ndig ist. Oftmals sind dies die Unteren Abfallbeh?rden der St?dte und Landkreise.

 

6. Verpackungsentsorgung

 

6.1. Wie entsorge ich als privater Endverbraucher meine Verpackungsabf?lle richtig?

Beim privaten Endverbraucher als Abfall anfallende restentleerte Verpackungen müssen einer vom gemischten Siedlungsabfall getrennten Sammlung zugeführt werden (§ 13 VerpackG). Die getrennte Sammlung ist im Wesentlichen die Sammlung in Altpapier- oder Altglasbeh?ltern (Tonnen bzw. Containern) beziehungsweise bei Verpackungen aus anderen Materialarten die Sammlung in der Gelben Tonne/im Gelben Sack sowie in einigen Kommunen in Wertstofftonnen. Das hei?t, restentleerte Verpackungen dürfen nicht im Restmüll, der Biotonne oder gar in der Natur entsorgt werden. Das soll dazu beitragen, dass die in den Verpackungen enthaltenen Wertstoffe zurückgewonnen werden k?nnen und die Hersteller von Verpackungen die Entsorgungskosten im Rahmen ihrer Produktverantwortung tragen. Welche Verpackung in welche Tonne geh?rt, zeigt Ihnen unser Poster zur Mülltrennung. Weitere Informationen stellen Ihnen die (dualen) Systeme im Rahmen ihrer gemeinsamen Kampagne ?mülltrennung-wirkt“ zur Verfügung.?

 

6.2. Gibt es Verpackungen, die anders entsorgt werden müssen?

Bestimmte Verpackungen, zum Beispiel solche von schadstoffhaltigen Füllgütern und von Verpackungen, die in die Industrie und das Gro?gewerbe geliefert werden, müssen anders entsorgt werden. Hersteller und in der Lieferkette nachfolgende Vertreiber von solchen Verpackungen sind verpflichtet, gebrauchte, restentleerte Verpackungen der gleichen Art, Form und Gr??e wie die von ihnen in Verkehr gebrachten am Ort der tats?chlichen übergabe oder in dessen unmittelbarer N?he unentgeltlich zurückzunehmen. Weitere Details regelt § 15 VerpackG.

Einweggetr?nkeverpackungen, auf die ein Pfand erhoben wird, k?nnen im Handel zurückgegeben werden. Weitere Informationen finden Sie unter Punkt 5.3. Sofern Verpackungen nicht restentleert sind (d.h. der Inhalt nicht im üblichen Rahmen aufgebraucht/entnommen wurde), sollten sie entsprechend den Hinweisen der lokalen Entsorger entsorgt werden, d.h. grunds?tzlich im Restmüll, bei schadstoffhaltigen Füllgütern im Sondermüll.

 

6.3. Wann ist eine Verpackung restentleert?

Restentleert ist eine Verpackung dann, wenn der Inhalt bestimmungsgem?? ausgesch?pft ist. Generell hei?t das, dass der Inhalt wie vorgesehen entnommen wurde. Im Beispiel einer Rasierschaum-Spraydose ist das der Fall, wenn bei normaler Benutzung kein Rasierschaum mehr aus der Dose kommt. Die Verpackungen müssen (und sollten) nicht ausgespült sein, es reicht die übliche Leerung.?

 

6.4. Soll ich Verpackungen aus unterschiedlichen Materialien vor der Entsorgung trennen?

Für das Recycling ist es notwendig, verschiedene Verpackungsmaterialien – soweit per Hand unkompliziert (und gewaltfrei beziehungsweise ohne Zuhilfenahme von Werkzeugen) m?glich – zu trennen und in die richtige Tonne zu werfen. Beispielsweise bei einem Joghurtbecher bitte den Metalldeckel, die Papphülle und den Kunststoffbecher getrennt entsorgen. Denn diese Trennung k?nnen Sortieranlagen nicht leisten und nur getrennt k?nnen alle Materialien in die richtige Recyclinganlage gelangen. Sofern bei Glasbeh?ltern z.B. Kunststoffverschlüsse nicht per Hand trennbar sind, k?nnen sie mit dem Glasbeh?lter in die Altglassammlung gegeben werden. Verschiedene Verpackungsmaterialen sollten auch nicht ineinander gestopft werden, denn die Sortieranlagen sind für diesen Abfall nicht eingestellt und wertvolles Material geht wom?glich für das Recycling verloren.

 

6.5. Warum ist es aus ?kologischer Sicht sinnvoll, dass wir den Müll richtig entsorgen?

Es ist sehr sinnvoll und wichtig den Müll richtig zu trennen, da nur so die verschiedenen Materialien dem jeweils passenden Recycling zugeführt werden k?nnen. Die recycelten Abf?lle k?nnen dann Neumaterial ersetzen und so unsere Ressourcen schonen.

 

6.6. Wie erkenne ich als Verbraucher*in, in welche Tonne eine leere Verpackung geh?rt?

Welche Verpackung in welche Tonne geh?rt, k?nnen Sie unserem Poster zur Mülltrennung?entnehmen oder auf der Seite www.mülltrennung-wirkt.de?nachsehen.

Leider gibt es gesetzlich keine Regelung, dass der richtige Entsorgungsweg auf einer Verpackung abgedruckt sein muss. Allerdings k?nnen entsprechende Hinweise für Verbraucher*innen sehr hilfreich sein. Wir beobachten derzeit, dass manche Unternehmen auf ihren Verpackungen freiwillig Kennzeichen für den ordnungsgem??en Entsorgungsweg anbringen. Sie geben damit eine wertvolle Hilfestellung, ob eine Verpackung im Altpapier, im Altglas oder in der Gelben Tonne/im Gelben Sack/ in der Wertstofftonne entsorgt werden sollte. Weitere Unternehmen sollten dies ebenfalls tun.

 

6.7. Welche Bedeutung hat der ?Grüne Punkt“?

Der ?Grüne Punkt“ ist keine Umweltkennzeichnung, sondern ein Markenzeichen des Unternehmens ?Der Grüne Punkt – Duales System Deutschland GmbH“ (DSD). Das Unternehmen war früher das einzig vorhandene duale System, das die Verpackungsabfallsammlung bei privaten Haushalten sicherstellte. Heute gibt es mehrere duale Systeme und die frühere Kennzeichnungspflicht von Verpackungen mit dem Grünen Punkt besteht nicht mehr. Auch Verpackungen ohne ?Grünen Punkt“ sollen je nach Material im Altglas, Altpapier beziehungsweise in der Gelben Tonne/im Gelben Sack entsorgt werden.

 

6.8. Wie viele Verpackungsabf?lle werden ins Ausland exportiert?

Kunststoffverpackungsabf?lle aus der Gelben Tonne/dem Gelben Sack werden zu etwa 90 Prozent in Deutschland verwertet und 10 Prozent exportiert. Dabei erfolgt der Export dieser Verpackungsabf?lle überwiegend in andere Mitgliedstaaten der EU und die Schweiz und das zum Zweck der werkstofflichen Verwertung. 2018 haben ausweislich der sogenannten Mengenstromnachweise der dualen Systeme nur 0,46 Prozent des deutschen Kunststoffverpackungsabfalls aus der Gelben Tonne/dem Gelben Sack die EU (inkl. der Schweiz) verlassen. Dem ⁠UBA⁠ liegen derzeit keine fundierten Informationen darüber vor, woher die in Presseberichten genannten Verpackungsabf?lle auf illegalen Müllkippen im Ausland stammen. Gleichwohl unterstützen wir als wissenschaftliche Beh?rde in unserem Aufgabenbereich die für die überwachung der Einhaltung der Umweltgesetzgebung zust?ndigen Landesbeh?rden bei der Verfolgung illegaler Abfallentsorgung.

 

7. Umweltgerechte Verpackungsgestaltung

 

7.1. Welche Verpackung ist umweltgerecht?

Ob eine Verpackung umweltgerechter ist als andere Verpackungen l?sst sich nicht pauschal beantworten. Verpackungen sollten in erster Linie vermieden werden. Ist eine Verpackung notwendig, gibt es verschiedene Aspekte, die eine Rolle spielen. Zun?chst kommt es auf das Produkt an, welches verpackt werden soll. So erfordern Flüssigkeiten andere Verpackungen als feste Produkte, verderbliche Waren haben andere Anforderungen an eine Verpackung als nicht-verderbliche und so weiter. Die Frage nach einer m?glichst umweltfreundlichen Verpackung muss daher immer für den konkreten Einzelfall entschieden werden. Das ⁠UBA⁠ kann hierzu keine Einzelfall-Beratung leisten.

Grunds?tzlich sind insbesondere folgende Aspekte von Relevanz:

  • Zur Einsparung unn?tigen Materials ist es essenziell, dass die Verpackungen bedarfsgerecht an die Gr??e ihres Inhaltes angepasst sind. Unn?tig gro?e und aufw?ndig gestaltete Verpackungen haben oftmals ein erhebliches Optimierungspotenzial.
  • Werden Verpackungen mehrfach verwendet, spart jeder Verwendungszyklus Abf?lle und Ressourcen ein. Daher ist es wichtig, dass die Hersteller/Erstinverkehrbringer notwendige Verpackungen m?glichst als Mehrwegl?sung konzipieren. Mehrwegverpackungen, die als Pooll?sung von mehreren Herstellern gemeinsam genutzt werden, k?nnen aufgrund kürzerer Transportwege oftmals umweltgerechter sein als herstellerindividuelle Mehrwegl?sungen.
  • Wo dies nicht m?glich ist, sollten die Verpackungen m?glichst wenig aufw?ndig und materialsparend sowie recyclingfreundlich konzipiert sein.
  • Soweit m?glich sollten sie auch ⁠Rezyklate⁠ enthalten um dadurch Prim?rrohstoffe (Neumaterialien) einzusparen.
 

7.2. Wie kann ein Unternehmen die Recyclingf?higkeit von Verpackungen ermitteln?

Bei nicht vermeidbaren Verpackungen ist es wichtig, dass sie recyclingf?hig sind, da Verpackungen oft nur eine kurze Nutzungsdauer haben und das Material anschlie?end im Kreislauf geführt werden sollte. Eine Beratung für ein recyclingfreundliches Verpackungsdesign bieten viele duale Systeme?an. Die ZSVR ver?ffentlicht j?hrlich zum 1. September im Einvernehmen mit dem ⁠UBA⁠ einen Mindeststandard für die Ermittlung der Recyclingf?higkeit von systembeteiligungspflichtigen Verpackungen?(gem?? § 21 Abs. 3 VerpackG). Für eine gesamte Umweltbewertung von Verpackungen ist aber nicht nur die Recyclingf?higkeit wichtig, sondern auch viele andere Faktoren wie Materialart, Gewicht, Rezyklatgehalt und die Notwendigkeit der Verpackung.

 

7.3. Was sind Rezyklate und wie ist deren Einsatz in Verpackungen einzusch?tzen?

Rezyklate⁠ sind recycelte Materialien, welche bei der Herstellung von neuen Verpackungen und Produkten eingesetzt werden. Der Ersatz von Neumaterialien durch Rezyklate ist wichtig, um unsere Ressourcen zu schonen. Beispiele sind Recyclingpapier oder Kunststoffrezyklat. Der Einsatz von Rezyklaten schneidet in ?kobilanzen in der Regel deutlich besser ab als der Einsatz von Prim?rmaterial und bei Kunststoffen auch besser als die Herstellung auf Basis von nachwachsenden Rohstoffen.?

 

7.4. Gibt es bereits Rezyklateinsatz in Verpackungen?

Ja. Bei Papier-, Pappe-, Kartonagen-, Glas- und Wei?blechverpackungen ist der Rezyklateinsatz schon l?ngst etabliert. Auch in Kunststoffverpackungen werden bereits ⁠Rezyklate⁠ eingesetzt, hier besteht jedoch noch gro?er Nachholbedarf. Ein wichtiger Schritt zur Verbesserung ist die Rezyklateinsatzquote von 25 Prozent ab 2025 in PET-Getr?nkeflaschen sowie 30 Prozent ab 2030 in Einwegkunststoffgetr?nkeflaschen, welche europaweit in der EU-Einwegkunststoffrichtlinie 2019/904?festgeschrieben wurde. Weitere M?glichkeiten für den Rezyklateinsatz bestehen in so genannten non-food-Verpackungen (Nicht-Lebensmittelverpackungen), welche nach Angaben der Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung bis zu 1,7 Mio. Tonnen j?hrlich ausmachen und von welchen mehr als 70 Prozent keine, geringe oder moderate Hemmnisse für den Rezyklateinsatz aufweisen.

Non-food-Verpackungen sind Verpackungen für Konsumgüter, Kleidung, Elektroger?te, Fahrzeugteile, Bauprodukte, Blumen, Wasch- und Reinigungsmittel sowie s?mtliche Verpackungen, welche nicht für den direkten Lebensmittelkontakt bestimmt sind. Diese Verpackungen müssen je nach verpackter Ware ebenfalls bestimmte technische Eignungskriterien aufweisen, doch müssen sie nicht den europaweit festgeschriebenen Bestimmungen für Lebensmittelkontaktmaterial genügen. Ein Einsatz von Rezyklaten aus Lebensmittelverpackungen in Nicht-Lebensmittelverpackungen ist m?glich und bietet durchaus ?kologische Vorteile. Eine Verpflichtung dazu besteht jedoch derzeit nicht, da die Eignung von Rezyklaten im Einzelfall festzustellen ist.

 

7.5. Wie kann man den Rezyklateinsatz in Verpackungen effektiv f?rdern?

Indem mehr Transparenz geschaffen wird und Kundinnen und Kunden die M?glichkeit haben, sich über den Rezyklateinsatz zu informieren. Zudem sieht § 21 VerpackG ?über die ?kologische Gestaltung der Beteiligungsentgelte eine finanzielle Anreizsetzung zur F?rderung des Rezyklateinsatzes vor. Eine dritte Ma?nahme sind qualit?tssichernde und dem Stand der Technik entsprechende Standards für ⁠Rezyklate⁠. Diese sind auf europ?ischer und nationaler Ebene vorhanden, bedürfen jedoch einer kontinuierlichen Fortschreibung und Erweiterung.

 

7.6. Sind biologisch abbaubare oder biobasierte Kunststoffe aus Umweltsicht besser?

Biologisch abbaubare Kunststoffe? bieten keinen Vorteil, sondern sind nachteilig. Es existiert bisher kein Recyclingpfad. Sie werden in Sortieranlagen aussortiert und energetisch verwertet. Verpackungen, auch solche aus biologisch abbaubaren Kunststoffen, dürfen auch nicht über die Bioabfalltonne entsorgt werden. Davon abgesehen k?nnen diese Materialien in gr??eren Mengen in Kompostieranlagen nicht gut abgebaut werden.

Ein weiteres Material sind biobasierte Kunststoffe, beispielsweise aus Cellulose. Für die Produktion von biobasierten Kunststoffen ist nicht nur der Einsatz von erneuerbaren, sondern auch von fossilen Rohstoffen (Anbau, Fahrzeuge, Maschinen, usw.) notwendig und es kann zu Fl?chenkonkurrenz kommen, sodass sie keine erheblichen Vorteile gegenüber fossilbasierten Kunststoffen aufweisen. Biobasierte Kunststoffe haben keine bessere ?kobilanz. Die Auswirkungen verschieben sich eher. Haben biobasierte und fossilbasierte Kunststoffe die gleiche Struktur (Drop-In Kunststoffe), wie es beispielsweise bei PET und Bio-PET der Fall ist und existiert bereits eine Recyclingstruktur, k?nnen die Kunststoffe recycelt werden. Bei biobasierten Kunststoffen, die eine andere Struktur als herk?mmliche Kunststoffe aufweisen, ist dies jedoch nicht der Fall. Sie werden bisher nur energetisch verwertet und nicht recycelt, was vorteilhaft w?re.

Eine ausführliche Betrachtung des Themas (u.a. zum Unterschied zwischen biologisch abbaubaren und biobasierten Kunststoffen) finden Sie in den FAQ zu biobasierten Kunststoffen.

 

7.7. Was muss ich als Unternehmen beachten, wenn ich auf meiner Verpackung angeben m?chte, aus welchem Material diese besteht?

Das VerpackG enth?lt bezüglich der Verpackungskennzeichnung eine Regelung, die die Identifizierung des verwendeten Verpackungsmaterials erm?glichen soll: Gem?? § 6 VerpackG k?nnen Verpackungen zur Identifizierung des Materials, aus dem sie hergestellt sind, mit den in der Anlage 5 des VerpackG festgelegten Nummern und Abkürzungen gekennzeichnet werden. Entscheidet sich ein Hersteller zum Anbringen einer Kennzeichnung bezüglich des Materials von Verpackungen, so darf er nur die in der Anlage 5 VerpackG normierten Nummern und Zahlen als Kennzeichnungen für die dort aufgeführten Materialien verwenden. Die Beurteilung, welche Kennzeichnung korrekt ist (d.h. um welches Material es sich handelt), obliegt in diesem Fall dem Hersteller selbst. Einem Hersteller steht es frei, sich hierzu fachkundig beraten zu lassen; Auskunft k?nnen gegebenenfalls im Fall von systembeteiligungspflichtigen Verpackungen die Systeme oder für alle Verpackungen Sachverst?ndige sowie andere registrierte Prüfer geben (eine übersicht finden Sie im Prüferregister der ZSVR). Das ⁠UBA⁠ kann Ihnen leider keine auf den Einzelfall bezogene Auskunft erteilen.

 

7.8. Wie k?nnen Versandverpackungen umweltgerechter gestaltet und ihr Verbrauch verringert werden?

überdimensionierte Versandverpackungen, bei denen h?ufig viel Polstermaterial eingesetzt werden muss, verbrauchen unn?tig Ressourcen – sowohl bei der Herstellung, als auch beim Transport. Daher sollten die Verpackungen bedarfsgerecht an die Gr??e ihres Inhaltes angepasst sein. Dahingehend wurden Versandverpackungen in den letzten Jahren schon optimiert und neue Verpackungsl?sungen entwickelt. Es gibt jedoch weiteres Potential, um Material einzusparen. üblicherweise werden Einwegversandverpackungen verwendet und nach nur einmaliger Benutzung entsorgt. Werden Verpackungen mehrfach verwendet, spart jeder Verwendungszyklus Abf?lle ein. Auch im Versandhandel werden zunehmend Mehrwegverpackungssysteme angeboten. Zukünftig sollten effiziente, umweltentlastende Mehrwegsysteme m?glichst fl?chendeckend als Pool-System etabliert werden.?

Weitere Informationen zu Versandverpackungen finden Sie auf unserer ⁠UBA⁠-Website und im Leitfaden für umweltgerechte Versandverpackungen.

 

8. Einwegprodukte

 

8.1. Wie k?nnen Einwegprodukte und auch deren Eintrag in die Umwelt vermieden werden?

Die Richtlinie 2019/904/EU?des Europ?ischen Parlaments und des Rates vom 5. Juni 2019 über die Verringerung der Auswirkungen bestimmter Kunststoffprodukte auf die Umwelt (Einwegkunststoffprodukterichtlinie) zielt darauf ab, den Konsum von Einwegprodukten aus Kunststoff sowie wie deren Auswirkungen auf die Umwelt (das achtlose Wegwerfen von Abf?llen sog. Littering sowie die Meeresvermüllung) zu verringern. Die Einwegkunststoffrichtlinie trat am 03. Juli 2019 in Kraft und stützt sich auf Funde von Abf?llen an europ?ischen Str?nden. Die am h?ufigsten gefunden Einwegkunststoffprodukte werden nun mit Ma?nahmen adressiert. Die Mitgliedstaaten sind verpflichtet, die Einwegkunststoffrichtlinie bis zum 3. Juli 2021 in nationales Recht umzusetzen. Dazu z?hlt unter anderem das Verbot des Inverkehrbringens der in Teil B des Anhangs aufgeführten Einwegkunststoffartikel und von Artikeln aus oxo-abbaubarem Kunststoff (Artikel 5 und Artikel 17 Abs. 1 der EU-Richtlinie 2019/904). Diese Ma?nahme wird in Deutschland über die Verordnung über das Verbot des Inverkehrbringens von bestimmten Einwegkunststoffprodukten und von Produkten aus oxo-abbaubarem Kunststoff (Einwegkunststoffverbotsverordnung – EWKVerbotsV) umgesetzt. Für Einweg-Kunststoffgetr?nkebecher und -essenbeh?lter ist eine ehrgeizige und dauerhafte Verbrauchsminderung vorgesehen. Das kann vor allem durch den Umstieg auf wiederverwendbare Produkte erreicht werden. Für weitere Einwegkunststoffprodukte wird es eine erweiterte Herstellerverantwortung geben. Dadurch müssen Hersteller dieser Produkte u.a. die Kosten für Reinigungsma?nahmen im ?ffentlichen Raum tragen. Weitere Informationen zur Einwegkunststoffrichtlinie finden Sie hier.?

Abf?lle sollten in keinem Fall in die Umwelt gelangen, sondern dem entsprechenden Entsorgungsweg zugeführt werden. Gelangen sie in die Umwelt, stellen vor allem Kunststoffe wegen ihrer Langlebigkeit ein Problem dar. Einweggeschirr ist h?ufig auch nicht recyclingf?hig, beispielsweise Einwegteller aus Holz und neuen Materialien wie Palmbl?ttern. Auch Einwegpappteller verursachen hohe Umweltbelastungen unter anderem durch einen hohen Verbrauch von Wasser und Energie bei der Herstellung. Bei starken Verschmutzungen kann der Papierfaseranteil nicht gut recycelt werden. Einwegpappteller sind daher im Vergleich zu wiederverwendbaren Tellern keine gute L?sung. Bei der Suche nach Alternativen für Einwegprodukte sind also wiederverwendbare Produkte die beste Wahl.

Sowohl für kleinere Veranstaltungen als auch für Gro?veranstaltungen wie beispielsweise Konzerte und Sportevents sollten ausschlie?lich Mehrwegsysteme genutzt werden. Dadurch k?nnen Abf?lle von Einwegprodukten sowie deren Eintrag in die Umwelt vermieden werden. Für Mehrwegbecher und -geschirr gibt es beispielsweise bereits viele Unternehmen, die einen Verleih anbieten.

 

8.2. Sind Plastiktüten in Deutschland verboten?

Der Gesetzentwurf des Bundesumweltministeriums soll das Verpackungsgesetz (VerpackG) insoweit erg?nzen, dass das Inverkehrbringen von leichten Kunststofftragetaschen, mit oder ohne Tragegriff, mit einer Wandst?rke von weniger als 50 Mikrometern, die dazu bestimmt sind, in der Verkaufsstelle mit Waren gefüllt zu werden, verboten ist. Dies gilt jedoch nicht für Kunststofftragetaschen mit einer Wandst?rke von weniger als 15 Mikrometern (sog. Hemdchenbeutel), die entweder zur Gew?hrleistung der erforderlichen Hygiene notwendig oder als Erstverpackung für lose Lebensmittel vorgesehen sind, sofern dies zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung beitr?gt. Ziel des Gesetzes ist es, einen Rückgang von leichten Kunststofftragetaschen herbeizuführen, da diese seltener wiederverwendet und somit schneller zu Abfall werden.

Für die Zeit nach dem - derzeit noch ausstehendem - Beschluss sowie der Verkündung der Gesetzes?nderung ist eine angemessene übergangsfrist von sechs Monaten ab Verkündung vorgesehen, bis das Verbot g?nzlich in Kraft tritt. Hiermit wird sichergestellt, dass Letztvertreiber w?hrend einer übergangszeit noch vorr?tige leichte Kunststofftragetaschen in Verkehr bringen dürfen. Dadurch wird die Abgabe oder ein Abverkauf noch vorhandener leichter Kunststofftragetaschen im Handel erm?glicht. Wann genau der übergangszeitraum abl?uft steht derzeit noch nicht fest.

Nach Ablauf der Frist noch verbliebene leichte Kunststofftragetaschen werden zu Abfall insbesondere, wenn sie infolge des Abgabeverbots nicht mehr ihrem eigentlichen Zweck entsprechend verwendbar sind und kein neuer Verwendungszweck unmittelbar an dessen Stelle tritt. Abf?lle sind ordnungsgem?? zu entsorgen.
Im übrigen verweisen wir auf die Pressemitteilung?des Bundesumweltministerium vom 06.11.2019 sowie auf den Gesetzentwurf.

Ausführliche Informationen stellt das Bundesumweltministerium auch in seinen FAQ?zum Plastiktüten-Verbot bereit.

 

8.3. Sind Papiertüten umweltfreundlicher als Plastiktüten?

Plastiktüten (Kunststofftragetaschen) geh?ren zu den am h?ufigsten als Abfall in der Umwelt gefundenen Produkten. Das Problem ist, dass Kunststoffe sehr langlebig sind und die Abf?lle dadurch lange in der Umwelt verbleiben. Papiertüten hingegen haben eine schlechtere ?kobilanz, da bei ihrer Produktion viel Energie und Wasser eingesetzt werden muss. Beide Varianten haben also verschiedene negative Auswirkungen auf die Umwelt. Deswegen ist es sinnvoll, auf Einwegtüten m?glichst zu verzichten und stattdessen wiederverwendbare Taschen und Beutel zu verwenden. Diese sollten dann aber auch m?glichst h?ufig verwendet werden, da sie ebenfalls viele Ressourcen in der Herstellung verbrauchen.?

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 Verpackungen  EG-Verpackungsrichtlinie  Verpackungsabf?lle