Versandverpackungen

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Die Herstellung jeder Verpackung ist dabei immer mit Umweltbelastungen verbunden.
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Der Versand von Waren erfordert Verpackungen. Doch die Herstellung jeder Verpackung ist immer mit Umweltbelastungen verbunden. Die Entscheidung über die Ausgestaltung einer Versandverpackung wirkt sich auch auf deren Umwelteigenschaften aus. Wichtig ist daher, die Wahl der Versandverpackung so zu treffen, dass die Ware unbeschadet bleibt und gleichzeitig die Umweltbelastungen gering sind.

Inhaltsverzeichnis

 

Leitfaden des Umweltbundesamtes für umweltgerechte Versandverpackungen im Versand- und Onlinehandel

Dieser Leitfaden gibt Hinweise für Versand- und Onlineh?ndler hinsichtlich eines verantwortungsvollen und umweltgerechten Einsatzes von Versandverpackungen. Unser Interesse liegt dabei auf der Vermeidung von Umweltbelastungen durch Verpackungen. Zudem wird auf die Pflichten des Verpackungsgesetzes für Hersteller/Erstinverkehrbringer hingewiesen. Anforderungen an Verpackungen, die sich aufgrund von speziellen Regelungen beispielsweise für Lebensmittel oder Chemikalien ergeben, betrachten wir hier nicht.

 

Funktion der Versandverpackung

Versandverpackungen übernehmen vielf?ltige Funktionen, sie dienen u.a.dem Schutz der Ware und sind Werbe- und Informationstr?ger. Für eine Versendung der verpackten Ware ist die Wechselbeziehung zwischen der Funktion der Verpackung und der zu verpackenden Ware entscheidend. Die funktionalen Anforderungen bestimmen, welches Verpackungsmaterial in Frage kommt und wie stabil die Verpackung sein muss.

Eine über die notwendige Funktionalit?t hinausgehende Versandverpackung ist nur dann sinnvoll, wenn weniger Umweltbelastungen damit verbunden sind.

Ziele

Eine Versandverpackung dient typischerweise dem

  • Schutz vor Besch?digung, z.B. durch St??e
  • Schutz vor Feuchtigkeit
  • Sicht- und Diebstahlschutz

Wesentliche Ma?nahmen

Eine Kombination verschiedener Materialien ist für den Versand meist nicht erforderlich und erschwert das Recycling. Kartonagen sollten deshalb beispielsweise nicht mit Kunststofffolien und Kunststoffversandtaschen m?glichst nicht mit Papier beklebt werden. Besonders ungünstig sind beidseitig mit Kunststofffolie beschichtete Papierlagen. Die eingeschwei?ten Papierfasern k?nnen sich in einer Papierrecyclinganlage nur nach einem zus?tzlichen Arbeitsschritt (Shreddern) wieder in Wasser l?sen und so recycelt werden.

Werden Waren versendet, die sehr feuchtigkeitsanf?llig sind, aber keinen Sto?schutz ben?tigen, sind h?ufig auch einfache Kunststoffversandtaschen ohne zus?tzlichen Karton ausreichend. der Kunststoff Polyvilylchlorid (PVC) sollte dabei vermieden werden.

 

Gesamtbetrachtung und Minimierung der Versandverpackung

Da die Herstellung, Nutzung und Entsorgung von Versandverpackungen insgesamt immer zu Umweltbelastungen führt, sind Strategien notwendig diese m?glichst gering zu halten. Daher sind unn?tig aufw?ndige, unn?tig viele und unn?tig gro?e Verpackungen zu vermeiden. Werden Verpackungen mehrfach verwendet, spart jeder verwendungszyklus Abfall ein. Mehrwegverpackungen schneiden daher aus Umweltschutzgesichtspunkten gew?hnlich am besten ab. Sind Verpackungsabf?lle einmal angefallen und k?nnen nicht weiterverwendet werden, ist die beste Entsorgungsm?glichkeit das Recycling zu neuen Produkten. Hier ist es wichtig, bereits beim Einsatz der Versandverpackung darauf zu achten, dass ein Recycling nicht erschwert wird. überdimensionierte Versandverpackungen verursachen unn?tigen Ressourcenverbrauch. Zus?tzlich muss bei zu gro?en Versandverpackungen h?ufig viel Polstermaterial eingesetzt werden. Auch die Empf?nger werden durch überdimensionierte Versandverpackungen zus?tzlich belastet, da sie die Verpackungen schlie?lich entsorgen müssen.

Ziele

Umweltbelastungen lassen sich vermeiden durch:

  • Nutzung von Mehrwegversandverpackungen
  • Versandverpackungen vermeiden und minimieren
  • Hochwertige Kreislaufführung der Verpackungsmaterialien??

Wesentliche Ma?nahmen

Nutzen Sie Mehrwegversandverpackungen und vermeiden Sie dadurch Abf?lle. Auch das Bündeln mehrerer Bestellungen eines Kunden zu gr??eren Mengen vermeidet unn?tige Verpackungen und Transporte . Ist die Ware bereits in einer stabilen Verkaufsverpackung wie Karton verpackt, reicht oft schon eine leichte Versandverpackung wie Papierumschlag, Folientasche oder ein weiterer, dann jedoch dünner Karton.

Textilien sind meist nicht sto?gef?hrdet, sodass hier gew?hnlich leichte Folientaschen ausreichend sind. Die Kunststoffsorten Polyethylen (PE) und Polypropylen (PP) lassen sich, sofern sie sortiert sind, gut recyceln und ben?tigen im Gegensatz zu PVC keine Weichmacher. Versandkartons h?herer St?rke (z.B. mehrlagige Wellpappe) sowie Polstermaterial sollten nur eingesetzt werden, wenn dies für den Schutz des Produkts notwendig ist. Dabei sollte für Kartons Recyclingpapier als Polstermaterial und auch nur so viel wie notwendig eingesetzt werden.

Verwenden Sie keine Verbundmaterialien für Versandverpackungen.

 

Umweltgerechtes Verpackungsmaterial

Die Umweltbelastung einer Versandverpackung h?ngt offensichtlich stark mit den eingesetzten Verpackungsmaterialien zusammen. Die Verwendung von Versandverpackungen mit einem hohen Anteil an Recyclingmaterial senkt die entstehenden Umweltbelastungen. Kartons oder Papierverpackungen aus Frischfasern führen zu h?heren Umweltbelastungen als Recyclingkartonagen. Werden dennoch teilweise Frischfasern eingesetzt, k?nnen die Umweltbelastungen durch die Nutzung von Fasern aus nachhaltig bewirtschafteten W?ldern verringert werden. Gebleichtes, insbesondere mit chlorhaltigen Bleichmitteln behandeltes Papier führt zu unn?tigen Umweltbelastungen.
Auch bei Kunststoffverpackungen gibt es h?ufig Varianten mit hohen Anteilen an Recyclingkunststoff. Versandverpackungen aus biologisch abbaubaren Kunststoffen zeigen hingegen in allen vorhandenen Entsorgungswegen keine gesamt?kologischen Vorteile gegenüber Verpackungen aus konventionellen Kunststoffen. Sie selbst werden nicht recycelt und k?nnen das Recycling der konventionellen Kunststoffe st?ren. In der Umwelt oder im Hauskompost herrschen gew?hnlich nicht die für den biologischen Zersetzungs- und Kompostierungsprozess ben?tigten Bedingungen, sodass sie auch hier schaden k?nnen.

Die meisten sortenreinen Versandverpackungen, die nicht aus Verbundmaterial bestehen, sind gut recycelbar. Achten Sie darauf, dass Sie die Kreislaufführung des Materials nicht gef?hrden.

Ziele

  • Einsatz von Versandverpackungen mit hohem Recyclinganteil
  • Vermeidung von Frischfaserpapier
  • Vermeidung von gebleichtem Papier
  • Vermeidung von Verbundmaterialien
  • Vermeiden von Materialien, die besorgniserregende Chemikalien enthalten
  • Wahl gut rezyklierbarer Verpackungsmaterialien
  • Recycling des Verpackungsmaterials

Wesentliche Ma?nahmen

Verwenden Sie Versandverpackungen aus Recyclingmaterialien.
Vermeiden Sie gebleichte Papierverpackungen.

Bevorzugen Sie bei Papierverpackungen ohne oder nur mit geringem Frischfaseranteil. Der Frischfaseranteil soll zu 100 %? aus nachhaltig bewirtschafteten W?ldern stammen. Die Label FSC (Forest Stewardship Council) und PEFC (Programme for the Endorsement of Forest Certification) weisen die Herkunft des Materials aus der nachhaltigen Waldbewirtschaftung aus.

Verwenden Sie keine Materialverbunde für Versandverpackungen. Nutzen Sie m?glichst nur eine Materialart z.B. für Verpackung und Polstermaterial, um potenzielle Vermischungen der Abf?lle zu vermeiden.

Bei Kunststoffverpackungen sollte die Kunststoffsorte auf der Versandverpackung ausgezeichnet sein. Polyethylen (PE) und Polypropylen (PP) lassen sich gut recyceln und sind bei Kunststoffen eine gute Wahl. Verwenden Sie keine PVC-Verpackungen. Sie st?ren das Recycling der anderen Materialien und enthalten oft besorgniserregende Weichmacher.

Wenn Luftpolsterversandtaschen unvermeidbar sind, sollte die Separation der Luftpolsterfolie vom Papierumschlag für den Verbraucher leicht m?glich sein. Papierfasern sollten nie vollst?ndig von Folie umschlossen sein. Die Rezyklierbarkeit einer Papierverpackung kann anhand des Rezyklierbarkeitstest für Verpackungspapiere geprüft werden. Bitte fragen Sie diesbezüglich beim Hersteller der Verpackung an.

 

Vermeidung von Schadstoffen

Schadstoffe k?nnen Gesundheitsgefahren verursachen. Werden schadstoffhaltige Versandverpackungen recycelt, k?nnen die Schadstoffe auch beim Recycling Probleme bereiten. Verpackungen dürfen laut Verpackungsgesetz nur in Verkehr gebracht werden, wenn die Schwermetallkonzentrationen (Blei, Cadmium, Quecksilber und Chrom VI) kumulativ den Wert von 100 ⁠ppm⁠ nicht überschreiten. Neben den im Verpackungsgesetz geregelten Stoffen gibt es weitere besonders besorgniserregende Stoffe.
Dazu geh?ren Chemikalien mit gesundheits- oder umweltgef?hrdenden Eigenschaften wie bestimmte Weichmacher oder Flammschutzmittel. Diese k?nnen auch das Recycling st?ren

Ziele

  • Verwendung von gesundheitlich unbedenklichen Materialien
  • Verwendung von Stoffen, die das Recycling nicht st?ren ?

Wesentliche Ma?nahmen

Die meisten Verpackungsmaterialien sind frei von Schadstoffen und gesundheitlich unbedenklich. Aus Gesundheits- und Kreislaufwirtschaftsgesichtspunkten sollten Sie insbesondere auf folgende Punkte achten.

Unbedingt zu vermeiden sind Verpackungsmaterialien, die besonders besorgniserregende Chemikalien enthalten. Dazu geh?ren z.B. mit bestimmten Weichmachern versetztes PVC oder mit dem Flammschutzmittel HBCDD ausgerüstetes Polystyrol (PS). Neben den in Anhang XIV und XVII der ⁠REACH⁠-Verordnung geregelten Stoffen gibt die REACH-Kandidatenliste Auskunft über weitere Chemikalien, die besonders besorgniserregend sind.

Verwenden Sie keine Versandverpackungen, die mit Druckfarben bedruckt sind, die Stoffe der EuPIA ?Ausschlussliste für Druckfarben und zugeh?rige Produkte“ oder die aromatische Kohlenwasserstoffe aus Mineral?l als konstitutionelle Bestandteile enthalten. Falls dies nicht erkennbar ist, kann eine Anfrage beim Hersteller der Verpackung oder der Druckerei weiter helfen.

Wenn Sie Silicagel als Trockenmittel einsetzten, verwenden Sie Varianten ohne den blauen Feuchtigkeitsindikator Cobalt-(II)-chlorid. Dieser ist krebserzeugend (Kategorie 2) und darf entsprechend REACH-Verordnung nicht an die breite ?ffentlichkeit verkauft werden. Die Verwendung von Dimethylfumarat als Biozid, das früher h?ufig in den Trockenmitteln eingesetzt wurde, ist in Europa seit dem Jahr 2009 verboten.

 

Beteiligungspflicht bei einem dualen System

Verpackungen unterliegen der Produktverantwortung. Weitere Informationen zum Verpackungsgesetz finden Sie hier auf unserer Homepage sowie auf dem Internetauftritt der Stiftung Zentrale Stelle Verpackungsregister.

Ziele

  • Einhalten der Verpflichtungen aus dem Verpackungsgesetz