Windenergieanlagen: Rückbau, Recycling, Repowering

eine Windenergieanlage wird mit einem Kran abgebautzum Vergr??ern anklicken
Alte Windenergieanlagen k?nnen umweltschonend rückgebaut und recycelt werden.
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Nach 20 bis 30 Jahren haben Windenergieanlagen das Ende ihrer Lebensdauer erreicht und müssen rückgebaut werden. In diesem Artikel ist dargestellt, welche rechtlichen Vorgaben dafür gelten und was darüber hinaus noch beachtet werden sollte, damit die Umwelt m?glichst wenig belastet wird und die enthaltenen Materialien bestm?glich recycelt werden k?nnen.

Rückbau und Recycling in Deutschland

Für die Instandhaltung von Windenergieanlagen ist die regelm??ige Pflege und Wartung unabdingbar. Spezialisierte Reparaturverfahren erm?glichen es, Sch?den an installierten Rotorbl?ttern zu beheben, und die sorgf?ltige Steuerung und regelm??ige Wartung sicheren zudem die Langlebigkeit von Getrieben, so dass s?mtliche Anlagen stark positive ?kobilanzen aufweisen. Windenergie ist somit ein umweltfreundlicher Energietr?ger mit gro?em Potenzial, so dass der Ausbau nach wie vor erforderlich ist und dem Rückbau und Recycling von Altanlagen ein ⁠Repowering⁠ an den bestehenden Standorten folgen sollte.?

W?hrend Photovoltaikmodule dem Elektro- und Elektronikger?tegesetz unterliegen und der allgemeinen Elektroaltger?tesammlung zugeführt werden k?nnen, sind für Windenergieanlagen eigene Rückbau- und Recyclingkonzepte erforderlich. Die Betreiberverantwortung nach dem?Bundesimmissionsschutzgesetz?ist dabei ma?geblich und auch technisch erforderlich, da die gro?e Diversit?t an Anlagen und Standorten ma?geschneiderte Rückbaukonzepte erfordert.

Worauf ist bei einem Anlagenrückbau zu achten?

Rückbauanzeige

Sollte ein Betreiber eine Anlage zurückbauen, muss er dieses Vorhaben der Baubeh?rde vor Ort sowie dem Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur melden. In technischen Belangen sollten Betreiber qualifizierte Abbruch- und Entsorgungsunternehmen beauftragen und Anlagenhersteller einbeziehen. Oftmals halten Hersteller für den Rückbau wichtige technische Daten bereit, k?nnen anlagenspezifisch Rückbaukonzepte empfehlen und unterstützen das Repowering.

Stilllegung?

Zun?chst erfolgt eine Stilllegung. Die Anlage wird vom Netz genommen. Dieser Arbeitsschritt ist unbedingt von schaltberechtigtem, qualifiziertem Fachpersonal durchzuführen. Er ist grundlegend für die Sicherheit der folgenden Rückbaut?tigkeiten.

Trockenlegung

Getriebe?le sowie andere Alt?le, Fette und Schmiermittel sind den Anlagen zu entnehmen und einer Verwertung gem?? Alt?lverordnung zuzuführen. Es ist unbedingt zu vermeiden, dass alte Betriebsflüssigkeiten w?hrend des Rückbaus in die Umwelt gelangen und dort verbleiben. Schaltanlagen enthalten meist Schwefelhexafluorid. Die Rückgewinnung dieses Gases darf nach der Verordnung (EU) 517/2014 sowie der nationalen ChemKlimaSchutzV nur durch zertifiziertes Personal erfolgen, um das Recycling, die Aufarbeitung oder Zerst?rung sicherzustellen. Dieses Gas? ist nach den Vorschriften der DIN EN 60480 zu behandeln. Zudem gilt die freiwillige Selbstverpflichtung der Hersteller und Betreiber von elektrischen Betriebsmitteln > 1 kV.?

Rotorbl?tter

Einer der ersten Schritte der Demontage ist das Entfernen von Rotorbl?ttern. Sowohl bei der Einzelblattdemontage als auch bei der Sterndemontage werden die Anlagenteile mittels Krans abgeseilt. Der weitere Rückbau erfolgt am Boden. In dem meisten F?llen folgt in Vorbereitung auf das Recycling eine Segmentierung mittels eingehauster S?gen, wobei S?gest?ube und staubkontaminiertes Kühlwasser aufgefangen werden. Als Alternative gibt es ein Konzept, bei welchem eine S?ge in einer unbemannten Rückbaukammer die Rotorbl?tter im montierten Zustand segmentiert. Auch bei diesem Verfahren ist der S?geprozess umschlossen und s?mtliche Segmente, St?ube und Kühlflüssigkeiten werden aufgefangen. In Rotorbl?ttern befinden sich wertvolles Kupfer und Aluminium, welche nachfolgend zurückgewonnen werden sollten. Faser?verbund?werkstoffe sind in glas- und carbonfaserverst?rkte Kunststoffe zu trennen. W?hrend glasfaserverst?rkte Kunststoffe z.T. als Ersatzbrennstoff energetisch bzw. in Zementwerken auch stofflich und energetisch verwertet werden k?nnen, sollten carbonfaserverst?rkte Segmente einer spezialisierten Verwertung mit Faserrückgewinnung zugeführt werden.

Türme?

Der beste Weg des Rückbaus besteht in einem sequentiellen Rückbau. Für Stahltürme ist dies immer die Methode der Wahl, denn die Segmente k?nnen mechanisch demontiert und mittels Krans zu Boden gebracht werden. Gleiches gilt für Gittertürme. Für die Zuführung zum Recycling erfolgt eine Einstufung gem?? Deutscher oder Europ?ischer Stahlschrottsortenliste. Für Betonhybridtürme gibt es ebenfalls Konzepte des sequentiellen Rückbaus, so dass Abriss oder Sprengungen nur in seltenen Ausnahmef?llen erfolgen müssen. Der feink?rnige Turmbeton eignet sich für das Betonrecycling. Zum Schutz der Umwelt vor L?rm und Staub sind mechanische Rückbaukonzepte stark zu befürworten. Der Nutzen für Mensch und Umwelt übertrifft die eventuell h?heren Kosten bei Weitem.

Fundamente

Flachgründungen sind nach Empfehlung des Umweltbundesamtes vollst?ndig zurückzubauen. Etablierte Methoden sind Losesprengungen und Abgraben. Für ein hochwertiges Recycling sollten Beton und Stahl voneinander getrennt und einem materialspezifischen Recycling zugeführt werden. Aus Betonstahl wird erneut Betonstahl und Betonbruch eignet sich für den Wegebau, z.B. in neuen Windparks. Die entstandene Grube sollte mit standorttypischem Boden gefüllt werden, so dass gem?? § 35 Abs. 5 BauGB nur uneingeschr?nkt nutzbare Fl?chen zurückbleiben. Pfahlgründungen k?nnen m?glicherweise aufgrund des unverh?ltnism??igen Aufwands für den Rückbau im Boden verbleiben. Ein Rückbau bis in wenige Meter Bodentiefe erscheint ausreichend.

Recycling von Kupfer, Aluminium, Elektroschrott, seltenen Erden und PVC

Das hochwertige Recycling erfordert eine sortenreine Trennung s?mtlicher Materialien, auch Kupfer, Aluminium, Elektroschrott, Neodym und Kunststoffe. Diese Wertstoffe stecken im Kabel- und Antriebsstrang, in den Steuerungselementen sowie in manchen getriebelosen Generatoren. Die Usancen und Klassifizierungen des Metallhandels lenken das Kupfer- und Aluminiumrecycling. Elektroschrotte nehmen Sekund?rkupferhütten entgegen und Neodymmagnete eigen sich zur Wiederverwendung durch Hersteller. Der Kunststoff PVC ist thermoplastisch verformbar und hat eine hohe Recyclingf?higkeit.

Kranstellfl?chen, Zuwegungen und Kabeltrassen

Ist die Anlage verschwunden, bleiben bisweilen Kranstellfl?chen, Wege und Kabeltrassen übrig, welche nicht mehr für Repoweringkonzepte genutzt werden k?nnen. Sie sollten daher ebenfalls zurückgebaut und recycelt werden, was im Fall von Kranstellfl?chen und Wegen ein vergleichsweise problemloses Unterfangen ist. Kabeltrassen liegen mitunter tief in der Erde. Der Vorteil des Rückbaus besteht darin, dass Nachnutzer der Fl?che auch nach Jahren nicht auf tote Kabel mit unbekannter Funktion sto?en.