Ressourcenschonung in der Umweltpolitik

gl?nzender Metallabfallzum Vergr??ern anklicken
Metall ist weltweit eine begehrte Ressource
Quelle: Petair / Fotolia

Die Nutzung natürlicher Ressourcen und die Konkurrenzen um knappe Ressourcen wie Frischwasser, Land und Rohstoffe steigen weltweit. Gleichzeitig nehmen damit globale Umweltprobleme wie Klimawandel, Bodendegradierung oder Biodiversit?tsverlust zu. Ein schonender Umgang mit natürlichen Ressourcen ist daher eine zentrale Herausforderung unserer Zeit und ein wichtiges Thema der Umweltpolitik.

Ressourcenschonung – globale Aufgabe der Umweltpolitik

Natürliche Ressourcen wie zum Beispiel Rohstoffe, Boden, Wasser und Luft sind die Grundlage unseres t?glichen Lebensbedarfs und unseres Wohlstands. Die Nutzung natürlicher Ressourcen und die Konkurrenz um knapper werdende Ressourcen wie Rohstoffe, Boden oder Frischwasser nehmen weltweit stetig zu. Ursache hierfür sind unter anderem ein nicht nachhaltiges Wirtschaftssystem, der Wohlstand der Industriel?nder und neuerdings die rasante Entwicklung der Schwellen- und Entwicklungsl?nder. Damit verbunden ist die Zunahme globaler Umweltprobleme wie ⁠Klimawandel⁠, Bodendegradation oder der Verlust an biologischer Vielfalt. Die gegenw?rtigen Produktions- und Konsummuster der industrialisierten Welt führen bei zukünftig neun Milliarden Menschen dazu, dass die Naturschranken weit überschritten sein werden.

Auch aufgrund der teilweisen hohen Importabh?ngigkeit Deutschlands für bestimmte Rohstoffe und Produkte muss Ressourcenschonung im internationalen Kontext gesehen und müssen globale Aspekte berücksichtigt werden. Denn mit den steigenden Importen werden zunehmend auch Umweltwirkungen in die Zulieferl?nder verlagert. Auch die zunehmenden Ressourcenkonflikte müssen vermieden und Rohstoffsicherheit gew?hrleistet werden. Die Reduzierung der Ressourceninanspruchnahme und der damit verbundenen Umweltwirkungen entlang der gesamten Wertsch?pfungskette ist somit eine globale Aufgabe unserer Umweltpolitik.

Ressourcenschonung – ein ressortübergreifendes Handlungsfeld

Ressourcenschonung folgt dem Leitbild einer in natürliche Stoffkreisl?ufe eingebetteten Wirtschaft mit minimalem Ressourcenverbrauch, deren Entwicklung weder zu Lasten anderer Regionen noch künftiger Generationen geht. Sie l?sst sich daher nur ganzheitlich aus einer Lebenszyklusperspektive heraus gestalten: von der Rohstoffgewinnung über Verarbeitung, Gestaltung der Produkte, Handel und Konsum bis zur Wiederverwendung oder Entsorgung.

Aufgabe der Politik ist es, die Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass Anreize für einen effizienten und umweltvertr?glichen Umgang mit natürlichen Ressourcen gegeben werden. Dafür gilt es, einen sorgf?ltig zusammengestellten ⁠?Policy Mix“⁠ mit passgenauen Instrumenten zu w?hlen. Dabei sind vielf?ltige Strategien für abiotische und biotische Materialien, Wasser, Fl?che und Energie konsistent zu verbinden und Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zu vernetzen. Ressourcenschonung ist somit ein ressortübergreifendes Handlungsfeld und Gro?thema der Umweltpolitik. Verl?sslichkeit durch politischen Konsens und wissenschaftlich fundierte Ziele dienen der Orientierung aller Akteure, insbesondere auch für langfristige Investitionsentscheidungen. Das ⁠UBA⁠ unterstützt hierbei. Es entwickelt Instrumente und Strategieans?tze und schl?gt anspruchsvolle Ziele und richtungssichere Indikatoren vor.

Strategien und Programme

Der Schutz natürlicher Ressourcen hat in den letzten Jahrzehnten einen zunehmend hohen politischen Stellenwert erreicht. Seit der ⁠UN⁠-Konferenz in Rio de Janeiro 1992 wird der Schutz und Erhalt der natürlichen Ressourcen international als wesentliche Voraussetzung für eine nachhaltige Entwicklung gesehen.

Auf europ?ischer Ebene hat Ressourcenschonung mit dem im Jahr 2011 von der Kommission verabschiedete ?Fahrplan für ein ressourcenschonendes Europa“ im Rahmen der Strategie Europa 2020 an Bedeutung gewonnen.?Im Ende 2019 ver?ffentlichten European Green Deal (EGD) ist die Entkopplung des Wirtschaftswachstums von der Ressourcennutzung als zentrales Ziel enthalten. Im M?rz 2020 wurde ein neuer Aktionsplan für Kreislaufwirtschaft und für ein saubereres und wettbewerbsf?higeres Europa verabschiedet.?Weitere Strategien und Programme wurden von verschiedenen supranationale Organisationen entwickelt (u. a. UN, ⁠OECD⁠, G7/G20) oder finden in europ?ischen oder interenationalen L?ndern statt.?

Mit der Verabschiedung des Deutschen Ressourcen-Effizienz-Programms (ProgRess) hat sich Deutschland im Februar 2012 auf Ziele, Leitideen und Handlungsans?tze zum Schutz der natürlichen Ressourcen festgelegt. Die Bundesregierung ist verpflichtet, dem Deutschen Bundestag alle vier Jahre über die Entwicklung der Ressourceneffizienz in Deutschland zu berichten und das Ressourceneffizienzprogramm fortzuschreiben. Dies erfolgte erstmals am 2. M?rz 2016 mit?ProgRess?II. Das Deutsche Ressourceneffizienzprogramm III wurde am 17. Juni 2020 vom Bundeskabinett verabschiedet.

Das Umweltbundesamt unterstützt die Umsetzung der verschiedenen nationalen, europ?ischen und internationalen Strategien und Programme und arbeitet an deren Fortentwicklung mit.?